angesichts meiner nordneuköllner lage könnte ich mich mit fug und recht ab sofort als prollpoetin bezeichnen. und warum auch nicht, wir sind schwer im kommen hier. kein tag, an dem ich nicht dem rbb über den weg laufe. impressionen sammeln, oder irgend etwas in der richtung, schätze ich. oder die spielen, wer es findet zuerst, das slum.
engl
identität (1)
zwischen diesem und jenem immer wieder der versuch, über das neue projekt nachzudenken. die grundlinie steht schon länger, die konstruktion sowieso, die story im großen und ganzen auch. dennoch fehlt etwas, ich weiß nicht was.
schwer zu erklären, wie das ist, wenn man weiß, daß etwas noch nicht richtig ist, etwas grundlegendes. daß etwas entschieden werden muß, obwohl doch das projekt noch nicht einmal angefangen ist. also substanzlos, unexistent.
so richtig weiß ich noch nicht, wo es eigentlich klemmt. es muß so etwas wie ein tragendes moment sein, das aber nichts mit der story zu tun hat. es ist eine figur, der noch etwas fehlt. etwas inneres. denke ich.
skizzen

morgen ist bürotag und zwar dringend. die liste ist auch fast fertig. also zumindest wiedergefunden, wenn ich ehrlich bin. jetzt müßte ich sie nur noch entziffern können, irgendwie. liegt wohl an dem fast schon vergessenen innenarchitekturstudium, daß ich zu markanter bleistiftarbeit neige.
to pope?
ich glaube, ich fürchte, ich weiß auch nicht… aber ich werde wohl für morgen mal was auf meinen (nicht existenten) tv-kalender schreiben müssen. popetown, morgen auf mtv, um 21.30h. das muß man wohl einfach gesehen haben, um ein bißchen mitreden zu können. hier vielleicht auch noch. mehr davon, bitte!
manchmal überrasche ich mich selbst indem ich singe, am frühen morgen. fühlt sich an wie verwirklichung, jedesmal. auch nachts übrigens, obwohl das natürlich etwas ganz anderes ist.
patsch!
schwer zu erklären ist auch die jeweils erste fahrt, jeden frühling, immer wieder aufs neue. dieses plötzliche aufreißen in richtung weite. das ist es!
die batterie stand schon seit ein paar wochen fertig geladen da. keine ahnung, warum ich noch abgewartet habe, aber schließlich weiß man nie, ob die maschine wirklich will. und was dann? ich bin also spät dran dieses jahr, ich weiß. der erste mai ist normalerweise nicht das passende datum für eine erste runde um den block. rüber zur tankstelle, den luftdruck prüfen und den tank auffüllen.
als ich die überhose mit den protectoren anziehe sehe ich am linken bein den dreck und die feinen blessuren. das hatte ich fast vergessen. die letzte fahrt, das war die in den dreck. keine hundert meter weit bin ich gekommen, die kiste sah danach so aus und ich war ein bißchen beulig.
kein problem. ‚patsch‘ sage ich leise, als ich an der stelle vorbeikomme.
gute idee
berlin ausgerechnet an einem der wenigen dauerregentage mit dem rad zu sightseeen, ist eine wahrlich blöde entscheidung, aber was solls. heute also, wir radeln von einem café zu nächsten, um dort jeweils ein halbes stündchen zu trocknen. und aufzuwärmen natürlich, denn reichlich kalt ist es noch dazu.
am palast der republik, der derzeit ausieht, als wäre eine riesige axt mitten in ihn hineingefahren, gröhlen die fußballfans bereits um kurz nach zwölf. mein begleiter, ein pitschnasser hannoverander (nein, wohl doch mehr ein schwabe, glaube ich.), beschwert sich gleich mehrfach über unseren wunderschön pinken telekomalex. ja, danke! (da ist ja sogar das T drauf, wie albern!) vor einem nobelhotel steht fett der bayernmünchenbus. vor dem spiel ist nach dem spiel, oder so ähnlich. vor der wm, auch das noch.
das stelenfeld ist naß und mächtig grau. ich mag es trotzdem, aus der nähe betrachtet. (bislang war ich noch nie da, bin nur einmal vorbeigefahren.) als architektonische stadtlandschaftsgestaltung, vielleicht, nicht nur. und natürlich spiele ich ein bißchen verstecken darin, so wie viele andere auch. kinder sind keine da, aber sie hätten ihren spaß, möchte ich wetten. der potsdamer platz ist voll, wie immer. und riesig. und blöd. dann wird es langsam dunkel.
von dieser ehemals größten baustelle europas bis nach neukölln dauert es etwa 30 minuten, mit dem fahrrad. dabei überquere ich sechsmal die grenzmarkierung, zumindest auf dem (zufälligen) weg, den ich wähle. und ich werde ziemlich naß, im regen. aber das macht nichts, das ist auch ungefähr das sechste mal, heute.

