jede nacht denke ich an U, unvermittelt und planlos, ohne daß ich es mir vornehmen würde. weit weg ist sie. eben habe ich nachgesehen, fünf stunden voraus. ich denke also in ihre nacht hinein, in ihren morgen vielleicht, in ihre frühen träume. wie von selbst.
engl
pensum
nachtarbeit hat so ihre tücken. erst nach drei ins bett zu kommen und dann, wenn irgend möglich, zu einer einigermaßen akzeptablen zeit wieder auf den beinen zu sein, um den neuen tag, das neue pensum zu schaffen, ist nicht gerade eine leichte übung. heute hat es funktioniert, ausnahmsweise. das brett in der küche ist angeschraubt, der gesamte abwasch (weia, die ganze woche hat sich da versammelt!) gemacht, kaffee und die zeitung, dann (wieder!) ein (letztes?) bißchen an den pages gebastelt. gleich noch die vorbereitungen für die party, der dekoauftrag. da hab ich gerade mal keine große lust drauf, aber was solls. die erste party muß ich dazu sagen. heute ist ein tag mit zwei partys. ein wahnsinn.
fiktion
manche dinge sollten besser nicht geschrieben sein, schon gar nicht öffentlich. nicht gesagt und auch nicht gefühlt, besser ist besser.
dennoch: es ändert nichts. hinter der wut wartet verachtung. eine verachtung, die nicht besonders real ist. und ich warte und warte. daß man mich nicht mehr als mensch sieht, endlich, daß ich sein kann, wie ich gedacht bin, immer schon und immer wieder. so, wie ich es kenne. wirf mich weg und tritt mich fest. weiter ist nichts mehr. heute.
alles rächt sich
und nach der wut folgt der schmerz, der griff in den nacken. zwangsläufig.
(‚Familien sind Greifvögel, …‚, Susanne Riedel, Kains Töchter)
optimum
für einen derart beschissenen tag habe ich dennoch – glücklicherweise – ein nahezu hervorragendes maß an produktivität zu vermelden. in den text zurückgefunden, ohne weitere probleme. das brett für die küche endlich mal fertig gemacht, das steht schon seit wochen da in der ecke. muß jetzt nur noch angebracht werde. morgen, denke ich. bis gerade dann noch kurzentschlossen minuszero optimiert. da stand doch noch mehr an, als ich eigentlich gedacht hatte. aber auch das ist jetzt erledigt.
der kopf allerdings brummt die ganze zeit dumpf vor sich hin. das pfeifen im ohr dagegen ist verstummt, schon lange. wut ist eine unsinnige energie, mit lächerlichen auswirkungen. das wars, für heute, im großen und ganzen.
am anfang war musik
georg schreibt mir ina deter in die kommentare. das muß ich nicht nachhören, das kenne ich. ich war ein treuer fan, damals, habe so ziemlich alle platten. ina deter ist meine erste konzerterfahrung, aber cds dann doch keine mehr gekauft. (gibt es cds von ihr?) man wächst ja doch noch ein wenig mit der zeit, auch wenn man eigentlich schon groß ist.
hier taucht dann bettina wegner auf, noch dazu mit einem schinken, der mir tatsächlich einmal etwas bedeutet hat. das ist fast dreißg jahre her, das will ich mir nicht einmal mehr anhören. obwohl ich auch dazu nur eine platte auflegen müßte. das ist kitsch, ich erinnere es genau. obwohl es natürlich gut ist, andererseits. und wahr vielleicht.
im grunde bin ich dennoch froh, das hinter mir zu haben. nicht mehr so zu sein, wie mit vierzehn, fünfzehn, sechzehn. (ina deter macht ja auch inzwischen etwas ganz anderes, wie ich feststellen mußte.)
wip – wieder weiter
hilft ja nix, schmerz und übelkeit schon gar nicht. das ist eben so, das ist ja nicht neu. und es steht der arbeit auch nicht im weg, wenn es ihr nicht ohnehin eigentlich zugrunde liegt. nur das leise pfeifen im sowieso bereits hörsturzerprobten ohr ist neu im chor der hausgemachten streßkomponenten und möglicherweise ein nicht zu verachtender faktor. aber will ich das wissen, jetzt? will ich das hören?
nach 10 tagen pause leicht in den text zurückgefunden. die anstehenden szenen waren nicht allzu schwer, bis auf den katzentod gleich zu beginn, nur ganz einfache momentaufnahmen. vor dem ersten dicken batzen habe ich gescheut, aber es ist auch gut, für heute. muß ja nicht alles auf einmal. mal abgesehen, daß das beim bücherschreiben ohnehin nicht geht.