am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

#insight

zwischenzeitlich sehr wütend gewesen. auf all die dämlichen politiker*innen und den damit zusammenhängenden unsinn der letzten tage. es ist kaum auszuhalten, aber darüber habe ich hier gar nicht erst geschrieben. denn wut ist sinnlos, meistens jedenfalls. wur tut weh, vor allem mir selbst. mehr gibt es dazu nicht zu sage. in diesem fall ganz besonders, denn eigentlich ist es natürlich das virus, das mir die last eines unmenschlichen lebens als solitär auferlegt. wie aber funktioniert wut auf ein virus? das ist absurd!

ich folge der wut, öffne sie, schaue dahinter. in den schmerz, in die angst. die traurigkeit, die den boden öffnet, bis in den tiefsten grund, schreit es hinaus. dieses leben, immer auf messers schneide. immer am abgrund und darüber hinaus, schwebend. das ist das wesen meiner pandemie: dass ich keine angst habe, die im jetzt begründet liegt. dazu geht es zu tief. was ich sehe ist die angst auf der molekularebene meiner seele, begründet in der energetischen ladung der elementaren teilchen dieser welt, aus denen ich geschaffen bin. was ich sehe ist, dass ich nichts bin und niemals war. darauf also kommt es nicht an.

die wut ist verflogen, ebenso die angst und die verzweiflung. es ist nur ein virus, ein kleines programm, das auch nur leben will. etwas in mir kennt dieses simple konzept, das überleben will. nur das. und es gibt musik, das vergesse ich immer. auch etwas, das so sehr auf wiederholung basiert und nur im jetzt existiert. und dennoch ewig ist. ewig in der wirkung auf das wesen mensch.

dort, an dieser stelle, liegt der anfang. der anfang von etwas, das keinen anfang kennt. ebensowenig wie ein ende. seltsamerweise ist das etwas, das meine mutter mir vermittelt hat, als sie von dem großen teich sprach, aus dem ich stamme. (vermutlich nur eine simple vermiedung von aufklärungsgespächen, aber egal.) das ist die schnittstelle, an der ich bin wie dieses virus. nicht lebend, aber auch nicht tot, ich bin. das ist alles.

verrückt.

musik. in manchen nächten ist auf einmal alles musik.

programmierebene? ich bin auf der programmierebene gelandet. immer wieder geht es dahin zurück, ich komme nicht weiter. ich bin ein programm, das sich aufgehängt hat. endlosschleife. ich wohne in räumen aus glas, bis auf den boden, überall glas. ich wohne im erdgeschoss, gleich neben dem glas ist der bürgersteig, ebenerdig. ich bin zugrunde, ich will das nicht. ich will das leben. ich steige aus und verliere mich, finde nicht zurück. auf die programmierebene. ich werde nicht wach.

#tomaten21

heute ein kleines glück gehabt und vier minitomatensetzlinge erwischt. genau die, die ich wollte, die ich immer will, gleich beim ersten versuch. das ist wie ein wunder. morgen wird gepflanzt und am freitag der balkon grundgeputzt und für die saison bereit gemacht. nächste woche suche ich dann nach männerttreu, paprika und einer passenden schwarzäugigen, auf eine mimose mag ich allerdings noch kaum zu hoffen. aber wer weiß. der rest wird kraut und blumenwiese für die bienen. das wäre ein erster test in diesem jahr, ich habe gelesen, dass das durchaus geht. in balkonkästen, darauf bin ich wirklich gespannt. damit ist der sommer ist gerettet, was immer sonst passieren mag.

ich bin wirklich froh. ich dachte schon, dass es werden würde, wie es mit den baumärkten derzeit ist. seit etlichen wochen schon ist es nicht möglich, fünf kleine bretterzuschnitte zu erwerben. es ist ein elend. aber so bretter haben immerhin keine saison, die funktionieren auch in ein paar wochen noch. oder monaten. oder auch jahren. während tomaten nur jetzt gehen, danach ist es zu spät. dann ist das tomatenjahr gelaufen, verpasst.

aber ist ja nicht. puh!

aufgewacht mit einer zahnfleischentzündung links unten an dem nur halb ausgewachsenen weisheitszahn. vielleicht auch im oder unter dem zahn selbst, weil der leise pochende schmerz sanft bis ins naheliegende ohr zog. zunächst. das ging dann aber schnell wieder zurück. es könnte also sein, dass sich der schmerz lediglich verstärkt hat, weil ich im schlaf, im traum eine weile auf genau dieser seite gelegen hatte. jetzt ist es schon fast wieder gut, also alles so wie alle paar monate mal. nur das zahnfleisch, alles okay soweit.

oder die frohe kunde eines erneuten wellenbrecher-lockdowns hat den rein körperlichen schmerz übertönt. keine ahnung. sechs tage über ostern, du meine güte. das wird ein durchschlagender erfolg, so wie vor weihnachten schon einmal. das hat ja auch so wunderbar geklappt. tja, das tat wirklich weh und tut es noch.

eine freude immerhin: am wochenende geht die sommerzeit los! ich bin ein fan, ich begrüße das von herzen. auch wenn mir die umstellung natürlich auch ein paar tage zu schaffen macht. aber das licht am abend, die wärme bis spät. was kann es schöneres geben?

passend dazu habe ich heute das bett nicht nur notwendigerweise neu bezogen, sondern gleich auch die bettdecke auf die dünne sommervariante gewechselt. ich hoffe das reicht, auch jetzt schon, trotz des offenen fensters. wie immer.

zuversicht, das ist zuversicht. alles.

gut

ich bin wohl sehr anders, als ich immer dachte, dass ich bin. das zeigt sich nun. ich bin nicht nur für mich, ich habe großes interesse an anderen. ich bin nur gut als mensch unter menschen. ich traue mich nur nicht, doch auch das ist gut.

alles ist gut.

#insight

ich habe angst, ich gebe es zu. dass sich alsbald das querdenken wieder auf den straßen herumtreiben wird, passend zum sich bessernden wetter, um viren zu sammeln und weiterzureichen. dass es dementsprechen zu wirklichen härten kommen wird, hausarrest oder schlimmeres. auch für mich, die ich seit november wieder so gut wie isoliert bin. die ich ohnehin seit einem jahr nur drei menschen regelmäßig sehe, und auch die nur einmal die woche, wenn überhaupt. derzeit pausieren wir wieder, das ist sicher besser. demnächst kaufen wir uns tests für vor den treffen, und eine hat bereits einen impftermin. drei also, drei menschen, mit denen ich nicht wohne. ich wohne mit niemandem, ich lebe mit nichts. ich bin hier, allein, ich bin ein solitär. selbst im sommer waren es nur vier oder fünf menschen mehr, vielleicht. manche davon habe ich auch nur ein einziges mal gesehen, eine davon immer nur draußen. dazu kommen verkäufer*innen, apotheker*innen, mein mechaniker und ärzt*innen, in unregelmäßiger folge, zweimal war ich beim optiker, dreimal beim friseur. im büro war ich so gut wie nie, kolleg*innen habe ich keine mehr. musik, die den ganzen raum füllt, gibt es nicht mehr, auch kein theater, wo körper die geschichten erzählen.

der rest der zeit ist ohne (anderes) leben. es gibt keine resonanz!

es ist viel verlangt, ich sage es noch einmal. ich habe es gleich zu anfang gesagt, vor ziemlich genau einem jahr. es ist unmenschlich viel, zu viel verlangt. und doch mache ich keine kompromisse, immer noch nicht. ich mache keine gefangenen, ich zahle den preis allein. den preis, den ich bestimme.

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