am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

#tomaten21

heute ein kleines glück gehabt und vier minitomatensetzlinge erwischt. genau die, die ich wollte, die ich immer will, gleich beim ersten versuch. das ist wie ein wunder. morgen wird gepflanzt und am freitag der balkon grundgeputzt und für die saison bereit gemacht. nächste woche suche ich dann nach männerttreu, paprika und einer passenden schwarzäugigen, auf eine mimose mag ich allerdings noch kaum zu hoffen. aber wer weiß. der rest wird kraut und blumenwiese für die bienen. das wäre ein erster test in diesem jahr, ich habe gelesen, dass das durchaus geht. in balkonkästen, darauf bin ich wirklich gespannt. damit ist der sommer ist gerettet, was immer sonst passieren mag.

ich bin wirklich froh. ich dachte schon, dass es werden würde, wie es mit den baumärkten derzeit ist. seit etlichen wochen schon ist es nicht möglich, fünf kleine bretterzuschnitte zu erwerben. es ist ein elend. aber so bretter haben immerhin keine saison, die funktionieren auch in ein paar wochen noch. oder monaten. oder auch jahren. während tomaten nur jetzt gehen, danach ist es zu spät. dann ist das tomatenjahr gelaufen, verpasst.

aber ist ja nicht. puh!

aufgewacht mit einer zahnfleischentzündung links unten an dem nur halb ausgewachsenen weisheitszahn. vielleicht auch im oder unter dem zahn selbst, weil der leise pochende schmerz sanft bis ins naheliegende ohr zog. zunächst. das ging dann aber schnell wieder zurück. es könnte also sein, dass sich der schmerz lediglich verstärkt hat, weil ich im schlaf, im traum eine weile auf genau dieser seite gelegen hatte. jetzt ist es schon fast wieder gut, also alles so wie alle paar monate mal. nur das zahnfleisch, alles okay soweit.

oder die frohe kunde eines erneuten wellenbrecher-lockdowns hat den rein körperlichen schmerz übertönt. keine ahnung. sechs tage über ostern, du meine güte. das wird ein durchschlagender erfolg, so wie vor weihnachten schon einmal. das hat ja auch so wunderbar geklappt. tja, das tat wirklich weh und tut es noch.

eine freude immerhin: am wochenende geht die sommerzeit los! ich bin ein fan, ich begrüße das von herzen. auch wenn mir die umstellung natürlich auch ein paar tage zu schaffen macht. aber das licht am abend, die wärme bis spät. was kann es schöneres geben?

passend dazu habe ich heute das bett nicht nur notwendigerweise neu bezogen, sondern gleich auch die bettdecke auf die dünne sommervariante gewechselt. ich hoffe das reicht, auch jetzt schon, trotz des offenen fensters. wie immer.

zuversicht, das ist zuversicht. alles.

gut

ich bin wohl sehr anders, als ich immer dachte, dass ich bin. das zeigt sich nun. ich bin nicht nur für mich, ich habe großes interesse an anderen. ich bin nur gut als mensch unter menschen. ich traue mich nur nicht, doch auch das ist gut.

alles ist gut.

#insight

ich habe angst, ich gebe es zu. dass sich alsbald das querdenken wieder auf den straßen herumtreiben wird, passend zum sich bessernden wetter, um viren zu sammeln und weiterzureichen. dass es dementsprechen zu wirklichen härten kommen wird, hausarrest oder schlimmeres. auch für mich, die ich seit november wieder so gut wie isoliert bin. die ich ohnehin seit einem jahr nur drei menschen regelmäßig sehe, und auch die nur einmal die woche, wenn überhaupt. derzeit pausieren wir wieder, das ist sicher besser. demnächst kaufen wir uns tests für vor den treffen, und eine hat bereits einen impftermin. drei also, drei menschen, mit denen ich nicht wohne. ich wohne mit niemandem, ich lebe mit nichts. ich bin hier, allein, ich bin ein solitär. selbst im sommer waren es nur vier oder fünf menschen mehr, vielleicht. manche davon habe ich auch nur ein einziges mal gesehen, eine davon immer nur draußen. dazu kommen verkäufer*innen, apotheker*innen, mein mechaniker und ärzt*innen, in unregelmäßiger folge, zweimal war ich beim optiker, dreimal beim friseur. im büro war ich so gut wie nie, kolleg*innen habe ich keine mehr. musik, die den ganzen raum füllt, gibt es nicht mehr, auch kein theater, wo körper die geschichten erzählen.

der rest der zeit ist ohne (anderes) leben. es gibt keine resonanz!

es ist viel verlangt, ich sage es noch einmal. ich habe es gleich zu anfang gesagt, vor ziemlich genau einem jahr. es ist unmenschlich viel, zu viel verlangt. und doch mache ich keine kompromisse, immer noch nicht. ich mache keine gefangenen, ich zahle den preis allein. den preis, den ich bestimme.

ich teste es, obwohl ich fast schon wach bin. ich drehe mich auf die andere seite und träume tatsächlich weiter. seltsam, aber es ist wichtig. da ist etwas hartes in mir, eine art kubus, den ich selbst herstelle mit viel kraft. ich teste, wie es ist, es fließen zu lassen, das harte, das kantige. und es ist groß, es ist reich. es ist besser. dabei ist es nicht weich, es ist stabil. es nutzt dieselbe kraft. das ist es, was ich will. das steht noch aus. ich wache auf, obwohl ich längst wach bin.

puzzled

guter tag, wichtiger tag. erkenntnisreich und befreiend, weil sich teile zusammengefunden, ineinandergepasst und dadurch potentiert haben. wie in einem puzzle. am ende ist es ein bild, ein ganzes leben. und das ist keine überraschung.

wieder bin ich auf einer veranstaltung. es ist voll, aber nicht eng. die menschen begegnen sich nicht, alles ist safe. wieder bin ich fremd. ich suche nach meinem leben, das ich irgendwo dort gelassen zu haben glaube. ich steige treppen, hinauf und hinunter. dahin, wo das gemäuer eng wird, mir nah rückt. doch ich finde nichts, ich muss weiter oder anderswo suchen. also gehe ich. unten durch den großen saal, mitten durch die abschlussveranstaltung, ohne jede rücksicht. da ist keine musik, kein gesang, da iat alles still. dennoch findet eine art tanz statt. viele menschen, die gut choreographiert, streng geometrisch angeordnet, einander nicht anschauen. auch mich sehen sie nicht. draußen dann, endlich draußen, weckt mich das licht.

flatterband

gestern abend ein wenig eingeknickt, wie derzeit in schöner regelmäßigkeit. ach was, wie eigentlich immer, in gleichbleibendem rhythmus, seit jahren und jahrzehnten. so ist es, mein leben, und das ist okay. das meine ich wirklich, es gehört doch dazu. zu jedem leben, oder etwa nicht? und derzeit fällt es einfach mehr auf, auch mir selbst. wo alles leben so leer ist.

diesmal körperlich, kreislauf oder so, eventuell auch der künstlich gedrosselte blutdruck. jedenfalls lag ich plötzlich mit leichtem, aber nachhaltigem drehschwindel eine weile auf dem rücken. nicht lange, auch nicht schlimm, nur das aufrechte ging eben nicht mehr. da lag ich dann, ein wenig überrascht und kurzatmig, und dachte daran, dass bald alles in mir ausgebrannt ist. bis in die letzten ecken und winkel geht da ein flammenwerfer durch. auch das ist okay. vielleicht, ich weiß es noch nicht genau. kommt drauf an, wie weit ich damit schon bin.

heute morgen brannte dann eine wohnung gegenüber meiner küche, mit mächtig viel rauch und jede menge feuerwehr, plus absperrband und polizei. zum glück ging alles recht schnell über die bühne, ohne verletzte auch, vermutlich dank der recht neuen rauchmelderpflicht in berlin. denke ich.

einen kausalzusammenhang zwischen gestern abend und heute morgen besteht natürlich nicht. es brennt inzwischen wohl einfach überall, so oder anders.

alles vergeht.

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