am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

#insight

es geht in schleifen, jede schlaufe reißt mich ein wenig tiefer. mit wucht in meine vergangenheit. ich weiß nicht, wie lange ich das noch. von mitte märz, durch den sommer, bis ende oktober habe ich einfach viel gearbeitet. nur noch gearbeitet, nur so konnte ich alles ignorieren. die last und verzweiflung, die wiederkehrende hoffnungsleere.

jetzt kann ich nicht mehr, arbeiten vor allem. ich bin leer, wie mein leben, blind für die welt. (die bildschirme.) zuletzt drehen nur die räder weiter, immer weiter. schaufeln mir klarheit ins nichts.

also macht was ihr wollt. für mich ist es zu spät.

#insight

schuldzuweisungen und besserwisserei, das ist schlimmer als impfschwäche und angst zusammen. und es häuft sich, immer mehr, besonders im sozialen verflecht. dabei ist es reine zeit- und kraftvergeudung, durchaus verständliche weltverweigerung, ja, aber unerträglich. ich reagiere, ich wende mich ab. nicht immer gern, aber zwangsläufig dann doch. wortlos, weil auch das verschwendet wäre.

so hat diese zeit ihre folgen, vielleicht für immer. ich werde weniger kompromissbereit sein, dann. wenn es wieder worte gibt, freie luft und ein leben. schärfe ist wichtig. klarheit von der art, die alles durcheinanderwirft.

branding/1

schon seit monaten denke ich immer wieder über das nächste buch nach. noch länger im grunde, denn die idee sollte ursprünglich sogar bestandteil des aktuellen manuskips werden. ein fetter bestandteil allerdings, den ich nicht auch noch hätte integrieren können. deshalb ist er früh beiseitegerollt und zum glück nicht wieder aufgetaucht. neu ist das alles also nicht, dafür aber gut abgehangen.

das thema schwingt also vor mir her. wie eine heiße klinge ungeschliffen, ungehärtet, roh. in letzter zeit hatte ich angst, weil es geprägt sein wird. was immer es wird, wenn überhaupt. durch die coronazeit und meine langzeitreaktion darauf, die ja noch lange nicht zuende ist. durch die erinnerung auch. aber erinnerung, das wäre es ohnehin.

personal und die grobe handlung steht schon lange, auch die stimme scheint sich in den letzten wochen geformt zu haben. einstweilen nenne ich sie: virale erzählhaltung! auktorial will sie sein, wie ein erbarmungsloses minimalprogramm, das nichts tut als erzählen. ohne haltung, ohne teilhabe, gnadenlos.

eben habe ich dann spontan und sehr grob fünf parzellen abgesteckt. nicht viel inhalt, nur der ablauf. relativ linear bislang, eine fahrt von hier nach dort. ein tag nur, von einem morgen bis zum nächsten. das ist alles.

so weit, so gut.

jetzt

warten auf den frühling, der nichts ändern wird.

changes

das war mal eine anstrengende woche. kaum geschlafen von sonntag in den wochenbeginn, dementsprechend kaum arbeitsfähig am montag und auch am dienstag noch wenig konzentrationsbereit im hirn. ergo: murx gemacht. oder zumindest etwas gemacht, das, wenn ich es nicht gemacht hätte, mir erheblichen aufwand erspart hätte. (never change a running system. aber das geht ja mit computern nicht so wirklich.) am mittwoch immerhin ein paar weichen gestellt, um da wieder rauszukommen.

gestern der termin mit einer psychologin, die mir in etwa bestätigte, was ohnehin schon klar ist. erschöpfung, überforderung, burn out in the making. bei ihr heißt es, glaube ich, depressive episode, genau wird das dann in einem papier stehen, das mir noch zugeschickt wird. heute endlich wieder ein termin bei der osteopathin, selbes thema, andere ausrichtung. danach ebenfalls erschöpft, aber gut. zwischendrin die superlative meiner agentin, mit ausrufezeichen übrigens, der ich kurz mein erschrecken darüber mitteile. damit hat sie aber wohl gerechnet.

das beste war, dass mir am schreibtisch sitzend auf einmal die lösung für die beiden türen an einem der unterschränke einfiel. ich will mehr platz zum sitzen, im moment bin ich fix eingeklemmt auf 50 zentimeter. das gefällt mir nicht. also will ich den unterschrank zur seite drehen, dann allerdings befinden sich die türen unter der tischplatte. das ist natürlich unpraktisch. eine weile dachte ich, dass ich ja die türen einfach weglassen könnte. was aber auch blöd ist.

jetzt gab ich kurzerhand einfach alle scharniere und schnapper abgeschraubt, die dinger waren eh 40 jahre alt und hässlich. somit stehen die türen jetzt lose im schrank, oben gehalten von zwei neu angebrachten schnappern mit druckmechanik. davon hatte ich noch ein paar. auch die griffe habe ich oben angeschraubt, und um in den schrank zu kommen, drückt man die türen einfach raus und stellt sie zur seite.

das gefällt mir so. das ist eine mächtige freude. unbeschreiblich.

morgen muss ich noch die alten schraublöcher und die aussparungen für die scharniere flicken und dann einen kleinen holzwinkel anbringen, der dir türen unten hält. davon hatte ich noch ein kleines stück da. zuletzt ein bisschen beizwachs. fertig.

schlimm wäre es, wenn aktuell auch noch meine beständig ausufernde kreativität mich verlassen hätte. aber davon kann nicht die rede sein, zum glück.

es ist wohl so: im grunde bin ich reich, immer gewesen. (aber müde derzeit, eigentlich fast immer.)

ein tag folgt auf den anderen. ich wechsle konsequent zwischen qual und schmerz. heute also kopf und nacken, das rechte auge, gleich am morgen. am ende dann die rechte schulter und das schlüsselbein. zuviel bildschirm, zuviel maus. aber eigentlich: zuviel belebte erinnerung derzeit.

ich bewege mich an der grenze, ziemlich dicht am rand. ich spüre es nicht immer, aber ich weiß es. ich weiß nicht, was kommt. doch morgen ist ein anderer tag. ein tag der müdigkeit vermutlich, die gibt es auch. so dreht sich die welt von mir weg.

wie gut, dass ich die wege früh gelernt habe.

tonglen

mein ohr pfeift. das ist egal. seit drei tagen pfeift es, immer wieder mal. besonders nachts. das stört beim schlafen, aber ich schlafe sowieso nicht viel. auch das ist egal, zurzeit ist das eben so. wie könnte es anders sein.

manchmal ist der preis für klarheit und intensität, dass es schwer wird. so ist es auch jetzt. richtig schwer und unerträglich hart ist es, weil es keinen weg mehr gibt. alles ist verzerrt, nichts mehr erkennbar. das ist weitgehend unerträglich. aber das ist auch nicht neu. so bin ich gemeint, von anfang an.

am ende habe ich noch immer verstanden. was immer es zu verstehen galt. und genau darum geht es, mir.

mein leben ist klausur

#insight

ganz egal, welche art von maßnahmen demnächst entschieden werden.

es ändert doch nichts daran, dass das einzige wesen, das sich mir seit mitte märz 2020 spontan und fraglos körperlich genähert hat, der nachbarskater war. er kam am paketboten vorbei zu mir gelaufen, direkt in meine hände. das fell und das lautlose, nur spürbare schnurren, die großen offenen augen. katzenaugen, in denen menschen nichts sehen. überhaupt menschen, ich weiß gar nicht, ob es sie noch gibt.

außer die fünf oder sieben, die ich in den letzten zehn monaten tatsächlich gesehen und auch berührt habe. kurz nur, drei sekunden vielleicht. an die erinnere ich mich.

dunkel.

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