am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

bonding (145)

wie vermutet: das aktuelle kapitel ist deutlich schwieriger. nur ein drittel davon habe ich heute geschafft, obwohl ich sorgfältig vorgearbeitet habe. dann bin ich es strukturiert angegangen, sogar pausen und die erledigung von anderem zeug war eingeplant. außerdem habe ich damit schon gestern begonnen, nachdem das letzte kapitel wirklich schnell durch war.

es ist einfach kein gutes gefühl, wenn es so anstrengend ist. wenn der text derart zäh ist, dass er sich nur schwer behandeln lässt. die frage ist auch, warum ich ihn vor etwa zwei jahren offensichtlich für gut befunden habe.

darauf gibt es natürlich richtige und kluge antworten, die ich hier nicht wiederholen muss. nur eines vielleicht: zeit macht einen unterschied. immer.

im grunde jammere ich aber gerade auf hohem niveau. alles ist gut, der text gewinnt ungemein. auch und gerade, weil ich viel wegnehme. das ist großartig.

ich hoffe, ich lüge mich damit nicht an. aber egal. wenn ich es nicht merke, irgendwann, werden andere es sehen. ohne zweifel.

#insight

am samstag den ganzen tag so ein montagsgefühl gehabt. kein wunder natürlich, wenn der freitag ein feiertag nach einem halbtag ist. silvester und heligabend sind ja irgendwie zwischentage, wie normalerwesie nur der samstag. und rosenmontag auch, wenigstens früher. im westen.

seit einiger zeit sage ich das so: im westen. damit bin ich dermaßen berlin, dass mir das ein bisschen peinlich ist. wo ich doch eigentlich immer mehr den eindruck habe, dass ich durch bin mit dieser stadt. durch und durch, irgendwie.

2021 beginnt mit miesester stimmung. zwar hat es geschneit heute, es ist sogar ein wenig davon liegengeblieben. das könnte das gemüt aufhellen, sollte man meinen. doch die welt ist, was sie ist, seit fast einem jahr. und es wird schlimmer.

ich mag keine illusionen mehr stemmen. vor wochen schon ist mir die zeit gebrochen, tief in mir habe ich den zusammenhang verloren. alles, was vorher war, ist verbrannt. ich bin noch da, doch mir bleibt nur noch, was früher war.

mein elender grund, über den ich nun doch wieder etwas lerne. ich dachte, damit sei ich durch, so weit es nur geht. jetzt weiß ich, dass es immer weitergeht. es hat mich nie verlassen hat. und wird mich nicht verlassen, wobei ich das durchaus begrüße.

das macht mich seltsam, vielleicht. so wie früher, doch da wusste ich von nichts. diese zeit dagegen, jetzt. macht mich ganz unten, ganz tief verzweifelt klar.

bonding (144)

gegen neun aufgewacht, dann aber weiter geschlafen bis nach elf. ich war spät nach hause gekommen, hatte lange wach gelegen in der silvesternacht.

trotzdem das ganze anstehende kapitel geschafft. ein durchgang, ohne große schwiergkeiten, nur strukturiert und gekürzt natürlich. morgen muss ich hoffentlich nur noch einmal drüberfliegen, mehr oder weniger kurz.

dann weiter. das nächste kapitel wird schwieriger, fürchte ich. aber eines nach dem anderen. es sind nur noch fünfzig seiten bis zu dem verabredeten punkt. und der januar hat gerade erst angefangen.

2021

um mitternacht war es recht still. wir haben schnaps getrunken, draußen, und wunderkerzen geschwenkt. wir haben auf ein neues angestoßen, uns kein gutes neues gewünscht. wir haben uns nicht berührt, nur das anwesende ehepaar hat ein bißchen geküsst.

wir haben viel gelacht, und es war sehr traurig. ein leerer sog, von tief unten, auch der unheimlich still. ich sage nichts darüber, nie, wenn ich unter menschen bin. das habe ich verstanden, dass sie davon nichts wissen wollen. höchstwahrscheinlch ist es sowieso nur mein ganz persönlicher sog, und alle anderen haben rein gar nichts davon.

also verschweige ich, was ich weiß. nur in meinem schreiben komme ich vor. (wieder dieses glück, dass das jetzt absehbar nicht mehr ins leere läuft.) so war es schon immer, nur habe ich es in letzter zeit nicht mehr so recht glauben können. 2020 hat alle illusionen zerstört.

und 2021 wird das jahr der bewussten leere. vielleicht.

70

zerstören und wachsen und heilen. alle feuer entfachen und lenken.

#insight

gestern zum ersten mal tief innen dieses bild, das eigentlich gar kein bild ist. ich kenne es, es ist vage und dumpf. es ist nicht in mir, aber auch nicht imaginiert. es ist erinnerung vielleicht, womöglich aber trügerisch.

es ist die sehnsucht danach, gehalten zu werden. nicht immer nur zu fallen, zu verlieren. es ist verzweiflung in reinform. kein gefühl, das sich durch eine umarmung besänftigen ließe. es ist immer. gefühle dagegen sind immer nur jetzt, und dann im grunde schon vorbei. das ist es nicht, es ist ewig.

mein grund und der boden, auf dem ich lebe. dass mich niemand halten konnte, auch nicht zu anfang. dass ich es allein schaffen musste, so schnell wie möglich. dass ich es geschafft habe, irgendwie. ich oder das kind, das ich war. dass ich somit selbst die schuld trage, an allem.

das ist es, was corona macht. es kocht mich klein. reduziert mich, auf das, was ich früher war. nur ohne angst. es macht aus mir die substanz, die in dieser welt nur für wenig taugt. so muss ich sein.

alles andere war illusion.

schreibzeit (58)

wie gern wäre ich über weihnachten raus aus berlin, in die kleine stadt geflüchtet. hier ist es so anders, sich voll konzentriert in die schreibarbeit zu stürzen. ich brache länger, bin trotz allem abgelenkt. zerfasert, wie es mein wesen ist. und ich gehe nicht raus zwischendrin, weil mich da draußen nichts ruft.

seit ein paar tagen bin ich aber angekommen im text. ein eigenartiger flow, der nicht so sehr auf den inhalt ausgerichtet ist. vielmehr geht es um struktur und stil, sogar grammatik. was aber andererseits nicht bedeutet, dass ich bei der arbeit eben damit beschäftigt bin. ganz im gegenteil. ich schaue auf die geschichte, die ganze zeit. nur daran arbeite ich.

im grunde heißt das, dass jetzt nichts mehr mir gehört. meinem willen oder meiner macht unterworfen. keine ahnung, wirklich nicht.

ich mache weiter, ohne zu machen.

bonding (143)

es läuft gut, aber langsam. eben bin ich in etwa bei der hälfte der vorgenommenen seitenzahl angekommen. wenn ich mir das genau aansehen, dann ist das nicht optimal. keine ahnung, ob ich das bis zum 10. januar schaffe. vermutlich ist es aber kein problem, eine woche anzuhängen. wobei in der woche mein urlaub dann schon mein urlaub vorbei sein wird.

es könnte durchaus auch sein, dass der gröbste dreck langsam mal ausgemistet ist. das wirre herumgeschwafel zu beginn, als ich noch nicht so recht wusste, wo es langgeht. das muss ja irgendwann besser werden. hoffe ich.

gut wiederum ist, dass ich wie eine wahnsinnige kürze. manchmal sogar ganze abschnitte, die ich auf wenige zeilen eindampfe. ein bisschen macht mir das auch angst. ich hoffe, das ich nicht zu weit gehe und zuviel wegnehme. andererseits.

so weit habe ich noch keinen roman getrieben, auch den ersten nicht. mit etwas, das auf seine art schon ein lektorat ist, bevor der text überhaupt auch nur in die nähe eines richtigen lektorats gerät. vermutlich arbeitet nicht jede agentur so, könnte ich mir denken.

im grunde bin ich im glück. ich weiß es nur nicht.

dienstage sind auch nicht so schlecht, eigentlich. allerdings musste ich heute kurz mal raus, einkaufen. für silvester muss ich die pizzatomatensauce machen. sonst war alles wie gestern: arbeiten und schreiben. weniger pause gab es heute, aber mehr zu essen.

ich bin zufrieden.

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