
noch mehr spielen, auch mit händen.
back at work. immerhin war ich nicht völlig erledigt und neben mir, von anfang an. also durchaus konzentrationsfähig, ziemlich früh am morgen sogar: auf und dann frisch ans werk.
naja, ging so. für eine weile zumindest.
auch sonst nicht viel erledigt, keine wäsche, keine einkäufe, nix. aber egal, die erschöpfung kommt auch so. lange vor mitternacht. und gerade als sie einsetzt kommt auch der impult, ein bisschen in der küche herumputzen zu wollen. dem gebe ich nicht nach, nein. oder nur ein bisschen.
den ganzen tag bestaune ich das gestrige bild von mir. diese große freude zu sehen, eingebettet im offensichtlichen glück meiner kleinen existenz damals.
natürlich war ich dann doch im text, gleich nach dem aufstehen, die kaffeetasse neben der tastatur und los. ganz gemütlich allerdings, mit überaupt keiner art von zeitdruck. das war schön, so macht es spaß.
ich konnte in aller ruhe das wiederum etwas komplex gebaute kapitel überschauen und die reinen infoabschnitte angehen. kürzen natürlich, das allein hat schon fast zwei seiten gespart. es bleiben drei längere abschitte mit wichtigem geschehen, nur zwei davon hängen grob zusammen. das wird noch ein bisschen was.
das mache ich selten, derart gelassen und gezielt seite für seite eben nicht nacheinander zu überarbeiten. da müssen dann am ende natürlich noch die anschlüsse geprüft werden, aber das sollte kein problem darstellen.
nebenbei noch einen logikfehler entdeckt. das passiert, wenn man seite für seite aber durchaus nicht chronologisch und mit einem vorab feststehenden plan schreibt. plotten? what for?
ein sehr zufriedenstellender sonntag war das. deshalb: schreiben, für immer.

das so ungemein schwierige kapitel ist durch, aber es hat gedauert. und ich hatte die kraft nicht, hier auch noch darüber zu berichten. aber jetzt bin ich durch, auf die eine und die andere art. und danach die beiden habe ich auch schon, die waren allerdings deutlich leichter zu bewältigen. und kürzer auch.
es bleibt noch ein kapitel, dann ist der anfang überarbeitet, wie verabredet. etwas über zwei seiten davon habe ich schon durchgesehen, aber es sind über zwanzig. und auch dieses kapitel ist ein kleines bisschen eine hölle. zum glück nicht so schlimm, wie befürchtet. auf den ersten blick dachte ich, da käme noch einmal so ein brocken. anstrengend wird das dennoch.
ich musste den verabredeten termin mit meiner agentin um eine woche aushebeln. da hab ich mich im vorfeld etas verschätzt, muss ich sagen. scheint aber kein probelm zu sein, ich bin priviligiert, irgendwie. keine ahnung.
die letzten zwei wochen überarbeitung waren eigenartig. vermutlich, weil ich immer noch beständig ganz am rand laufe, immer in der angst, wieder in die erschöpfung zu fallen. eigentlich weiß ich nicht einmal, ob ich diese überhaupt schon wieder verlassen hatte. ich fürchte: nein!
mitten bei der arbeit ist mir dann hier und da alles zerfallen. nicht nur die konzentration, auch der text. und das vertrauen darin, das ganze am ende zusammenzubringen. dabei sehe ich, wenn ich hinsehe, genau das gegenteil. alles wird knapp und weit zugleich, die figuren scheinen durch die worte hindurch, sie atmen die grammatik. so weit war ich nie, deshalb habe ich keine erfahrung.
vielleicht ist es normal, dass auf dem level, der text sich mir entfremdet, obwohl ich selbst gerade ganz in ihm aufgehe. nicht weil er mir ähnlich ist oder gar mir zugehörig. nein, vielmehr weil er fremd wird und eigen ist. weil er sich selbstständig von mir entfernt.
vermutlich ist das alles richtig so, ich habe keine angst. nur die welt um mich herum ist eine sehr seltsame, derzeit. immer noch.
ob ich morgen gleich weitermache? vielleicht einfach mal nicht. nächste woche ist wieder lohnarbeit angesagt. immer noch von zu hause natürlich. ich hasse es heute schon. auch das ist eine hölle, mittlerweile,
schreibpause. das heißt bei mir, dass ich heute tatsächlich nur das kapitel noch einmal überflogen habe, dass ich am donnerstag bereits durchgegangen bin. und etwas mehr als zwei seiten von dem danach.
also so etwa drei stunden heute, vielleicht auch vier. dann war schluss.
hirn und körper sagen mir seitdem: das war zuviel.
naja, was soll ich sagen?
schreiben ist nie zuende.
manchmal ist schreiben die hölle, eigentlich sogar ziemlich oft. dann gibt es tage, da will es mich fressen, auf immer vernichten. das gibt es nicht zu oft, zum glück, aber gestern war so einer.
keine ahnung, ob es an meiner körperlichen verfassung lag, bedingt durch die last des letzten jahres. corona-jahr nummer eins. bedingt auch durch die viele arbeit in den letzten fünf jahren, nahzu nahtlos, ohne wochenenden oder urlaub. dazu die monatelangen rheumaschmerzen, die unfähigkeit zu schlafen, gefolgt von der trennung vor nunmehr bald zwei jahren. alles das vielleicht.
aber eigentlich wohl doch nur das material, dieses eine kapitel, reichlich verzockt, dabei aber ziemlich wichtig. das war klar, in dem moment, in dem ich es durchsah. und erst recht, als ich angefangen habe, es zu bearbeiten. diese wucht, die mich zu erdrücken drohte. gruselige erinnerungen auch an MEMORY, damals. den text, den ich kaputtgeschrieben habe, letztendlich. der über wochen, wenn nicht monate, in der art auf mir lag. bis ich abgebrochen habe, ihn begraben, irgendwo in mir. und auf der festplatte natürlich.
am morgen habe ich angefangen, den tag über fast nichts geschafft und nichts verstanden. nicht gewusst, was ich tun sollte. bis weit in die nacht dann aber doch gearbeitet, überarbeitet, geschreiben halt. weil es dann auf einmal doch ging. bis tief in die nacht im text, bis tief in die erschöpfung, physisch wie kongnitiv. das ist keine hölle, das ist vernichtung.
am morgen dann festgestellt, dass es so schlecht gar nicht geworden ist. zwei oder drei stellen, die sich festgehakt hatten und nicht so leicht gelöst sein wollten. aber eigentlich nur kleinigkeiten. anschließend gleich das nächste kapitel, ein kleines zum glück. jetzt bin ich zuversichtlich, dass es morgen weitergeht. recht flüssig sogar, hoffe ich.
zwei wirklich schlimme tage. gestern war alles eine einzige schreibqual, unerträglich. ein unglaublich schwieriges kapitel. dazu die sich immer weiter zuspitzende corona-situation, die mich wieder tiefer in die isolation treibt. was nicht das schlimmste ist. schlimm ist die vergangenheit, die mir von allen seiten getriggert wird, dass ich mich kaum retten kann. ich sitze hier, allein zu hause, und kämpfe um meine integrität.
heute wieder etwas, das ich früher migräne genannt hätte. nicht wirklich genau so, aber vom gemüt her passt es. darüber hinweg das schreiben, immerhin, das hat ganz gut funktioniert. das geburtskapitel. (ist echt nicht leicht.) als es dunkel wurde, wurde es besser. noch besser, nachdem ich ein bisschen was gebaut habe. eine kleinigkeit nur, aber fein. ein bisschen ibu war auch mit im spiel.
dann die bilder vom trump mob vor dem capitol. ich meine, im capitol. jetzt bin ich müde.
noch so ein trüber tag. dunkelgrau bis grottenschwarz, auch tief in mir.
ich sitze da und arbeite, ein bisschen an den übersetzungen, eine rechnung schreiben, dann im roman. nichts funktioniert so richtig. kurz, sehr kurz öffnet sich dieses fenster, dahinter das land, in dem ich all das einfach seinlassen würde. ausgerechnet mitten im romantext passiert das. dieses absolutes: ich will nicht mehr. nichts. und das macht auch nichts, es hat ja doch keinen wert.
zum glück bin ich zu alt, um so etwas ernst zu nehmen. ich weiß, dass unlust die qualität meines schreibens nicht beeinflusst. also schreibe ich, wühle mich durch den totel verdreheten text, den es durchzukämmen gilt. das dauert und dauert, aber es funktioniert. letztendlich.
darüber hinaus habe ich nur das vor langer zeit schon abgefallende frontschmuckteil wieder ans rennrad geklebt und ihm außerdem etwas luft gepumpt. damit wäre es fahrbereit. ich mag es so sehr, es ist ein echt schönes teil. leicht wie ein hüpfer, aber auch unglaublich hektisch. immer noch macht es mir eine heidenangst. dennoch werde ich es ab dem frühjahr oder so endlich auch mal wieder ausfahren. hoffe ich.
raus aufs feld.