am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

fassungslos

das leben, dicht neben dem schreiben. das gibt es ja auch noch. das gibt es ja immer.

aktuell kann ich es kaum fassen.

no X

wie immer zu dieser zeit im jahr stelle ich fest, wie gründlich und lange schon ich mit allem, was familie heißt oder dem auch nur gleichkommt, gebrochen habe. wobei gebrochen das falsche wort ist, denn kaputt ist eigentlich überhaupt nichts. ganz im gegenteil. ich habe mich auch nicht darum bemüht, es steckt keine absicht dahinter. es ist einfach so geworden, und es ist gut. rückwirkend betrachtet war es sogar recht leicht, auch wenn es mir unterwegs nicht so vorkam. nach und nach habe ich alles unangenehme beendet oder fallen gelassen, wiederholungen einfach irgendwann unterbrochen. jetzt ist alles, was irgendwann einmal war, vorüber. auch die ewige qual, die das leben in einer familie mir war.

jetzt ist es gut. endlich.

es ist dieses kindsein, das hätte ich nicht überleben dürfen. jetzt bin ich dieses reststück, dieses menschenfragment, für nichts gut. aber so ungut in fast allem, was menschen betrifft.

tango(ab)gründe

wie sich die dinge doch verändern mit der zeit. ganz langsam, kaum merklich, nur rückblickend zu erkennen. in teenagerzeiten habe ich auf den damals üblichen tanzveranstaltungen die klos zusammengetreten, jaulend vor angst und vor wut. wegen der menschen. getanzt habe ich nicht, das ist heute anders. aber immer noch rette ich mich auf die toilette, wenn es sein muß, weil es da türen gibt zum schutz. doch ich gehe, um zu weinen, so leise und still wie möglich. und dann gehe ich wieder tanzen, obwohl ich kaum noch atmen kann.

manchmal finde ich menschen so wunderbar, so einfach und schön. auch die musik und die begegnung. aber ich weiß nicht, was ich da soll oder will. manches ist so zauberhaft, daß ich es nicht mit meiner anwesenheit (zer)stören will, mit meinem unverständnis und meinem wenig attraktiven selbst. das wäre ein frevel.

(diese jahr mit der nummer 13. es schickt sich an, mich endgültig zerbrechen.)

nachtrag: jetzt weiterweinen mit wodka. und schluß!

rückblickende erkenntnisse aufgrund von naheliegenden internetmagazinen (106)

es ist doch noch irgendwie immer wieder überraschend für mich, obwohl ich es natürlich längst besser weiß: es scheint inzwischen ein privileg zu sein, in neukölln wohnen zu dürfen. wenn ich das alle vor 10 jahren gewußt hätte… (ich wäre ans flugfeld gezogen, definitiv.)

so also geht die hiesige wohnungssuche aktuell, nachzulesen im neukoelln.net:

Besorgte Anwohner fragten sich währenddessen, für oder gegen was sich die Demo wohl ausspricht, die da anscheinend in ihrer Straße stattfand. Oder war das einer dieser Flashmobs, von denen man immer so viel liest?

ich weiß noch, wie hier zu besichtigung zu spät kam, was mir sonst nie passiert. aber meine uhr war stehen geblieben und dann wieder angesprungen, dementsprechend ich war noch ein wenig mit rad umhergekreist. als ich dann endlich vor der tür stand, verließ der einzige andere besichtiger gerade mit der maklerin das haus. glück gehabt. oder auch nicht, denn man hatte ich ja extra auf meine anzeige in der zitty angerufen, um mir diese wohnung zeigen zu dürfen. die sich, damals, in einem haus befand, das zu zirka zwei dritteln leer stand und so auch noch eine ganze weile blieb. unter mir zum beispiel wurde wegen leerstand sicher zwei winter nicht geheizt. das waren zeiten. damals.

das wird wieder eine wache nacht, das weiß ich doch jetzt schon. so wie gestern, ein ewiges herumwirren bis in die schmerzhaftigkeit,  bis gegen sieben, wenn ich mich recht erinnere. von wegen winterschlaf! wenn ich das nur nutzen könnte, irgendwie. andererseits weiß man nie, wie der geist nutzt, was er sich so anrichtet. letztendlich.

andere leben anders, ja. und etwas fehlt immer, überall, das kann ich bestätigen.

passing

nächte in sorge um die, die mir so unerreichbar sind. und bleiben. abgründe, in die ich tauche, um sie zu besuchen, in gedanken. in solchen nächten singe ich manchmal, weil sonst nichts mehr geht. (aber nicht weitersagen.)

dark soul hiberation

es ist soweit. ich beginne meinen jährlichen winterschlaf, der bei mir zum glück tatsächlich in den winter fällt. danach könnte ich die uhr stellen, heute am frühen nachmittag war es plötzlich klar. schlagartig. die müdigkeit, die langsamkeit, diese schwere. ich ziehe mich also zurück, tief in mich hinein, ohne daß es von außen jemand bemerken würde. so war es schon immer. dabei ist es heute ein unschätzbar großartiges privileg, daß ich das haus nur zu versorgungszwecken verlassen muß. hin und wieder, aber nicht einmal zur arbeit mich unter allzuviele menschen zu stürzen habe.

mein ist die zeit, mein himmelreich. bis mitte januar etwa, dann wird es um mich wieder anders. und licht womöglich.

raabe & engl

regelmäßig im leben werde ich daran erinnert, daß ich eher ein raabe bin als ein engel. die ausflucht mit dem fehlenden e hilft da wenig, auch nicht der trick mit dem doppelten a. ich bin ein geflügeltes schwarzes. ich trage den schrecken, allein weil ich ihn sehen kann. so lebe ich. die erfahrung zeigt, daß sich daran wenig ändern läßt. so bin ich gedacht, offensichtlich. und genau so schreibe ich auch.

das ist weder gut noch ist es böse. es ist die grundlage. es ist traurig, vielleicht. doch das macht nichts, es ist gut so. ich würde nicht anders wählen, heute. gäbe es noch einmal die gelegenheit.

kein zweifel, ich bringe das zuende.

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