am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

viel arbeit heute, also für meine verhältnisse, vor allem über den ganzen tag bis in den abend verteilt. fertig jetzt. richtig fertig, aber hell und wach und bereit. nur wofür?

es kaum zu fassen, nur etwas über vier jahre nach dem beginn der badrenovierung steht diese nun kurz vor der vollendung. wobei ich im grunde, wenn ich genau hinsehe, schon sehr genau erkennen kann, daß ein erneuter frischern anstrich nicht mehr allzulange, aber lassen wir das. sonst hört es nie wieder auf, das kenne ich doch.

nachteil der exzessiven herumkriecherei auf dem badboden sind außerdem die schmerzenden knie, der muskelkater überhaupt und überall, die vielen kleinen kratzer und wunden an den händen und armen, hämatome auch,  sowie eine körperliche erschöpfung, die sich auf die ohnehin bestehende allgemeine erschöpfung oben aufsetzt.

aber egal. ich bin sehr glücklich mit dem neuen badboden, der es endlich überflüssig macht, überall auf den häßlichen kalten weißen fliesen ebenso häßliche stoffetzen zu verteilen, wie es wegen der bisherigen fußkälte unvermeidlich war. soll der winter doch kommen, mir doch egal, diesmal.

zwingen & schmiegen

nach monaten endlich doch mit dem badboden angefangen, gestern bereits, und heute fast schon fertig geworden. nur noch die ränder, die nötige abdichtung, damit möglichst kein wasser von der seite her darunterkriechen kann. das wäre das fatal. also silikon und los, wie das in berlin so üblich ist. hier werden sogar fußleisten mit silikon angeklebt, hab ich schon oft gesehen. da mach ich das doch ganz einfach auch mal.

egal. alles grandios gelaufen, kaum verschnitt, winzkleinkram, nur das absolut notwendige. zu guter letzt noch gut gedacht und schlau gesägt, damit das schmale schwellenstück auch noch drin ist. hat ebenfalls geklappt. das heißt, daß ich ein komplettes paket zurückbringen kann, weil ungeöffnet, und dafür silikon und fußleisten kriege.

und die arbeit eine pracht. selbst die rundungen, vor denen es mir gegraust hat. kein problem, ich kann es einfach. manche menschen mögen zwei linke hände haben, ich habe – warum auch immer – vier rechte. (wobei links und rechts, naja.) ich arbeite mit händen und füßen, mit knien und schultern, alles muß helfen. die stichsäge in der rechten hand einen längstschnitt ansetzen, ziemlich am rand, mit der linken das brett auf der werkbank halten und dann, als das material zu flattern beginnt, es mit dem linken knie halten und auf einem bein weitersägen. gut, das ist nicht zur nachahmung empfohlen, das sollte auch ich besser nicht noch einmal versuchen. so etwas geht nur an wirklich guten tagen. oder es kommt vom tangotanzen, die achse und so.

eine zwinge zu benutzen wäre sicherer gewesen, ja, und tatsächlich habe ich danach doch noch eine zwinge vorgekramt. zwingen sind gut und wichtig, als unempfindlicher festhaltehandersatz, aber ich liebe sie nicht. allein schon das wort. dazu dehnen sie die arbeit mitunter lästig in die länge. die schmiege dagegen, wie ich die schmiege liebe. dieses wort! und ich brauche sie so selten, heute nur dreimal. ach.

die beiden allerdings, zwinge & schmiege, wohnen, wenn sie nicht im einsatz sind, einträchtig auf demselben regalbrett. das ist es wohl, worauf es ankommt.

nach derart schlaflosen nächten wie der vergangenen sehe ich mich an und sehe mich alt, wirklich alt. da hilft nichts mehr, auch kein lachen oder auslachen.

und meer brauche ich, dringend, ein kleines bißchen meer. vielleicht fahre ich für einen tag, einen einzigen tag nur, kurze vierundzwanzig stunden, nächste woche oder die woche danach. vermutlich aber eher nicht.

ich lebe wie eine gefangene. wann hat das eigentlich angefangen?

was mache ich nur? ich will im bad weiterarbeite, jetzt, das heißt also: löcher in die wände bohren. und es ist kurz vor zwei. verdammt.

tangoversager, ich

so. das war jetzt das zweite mal, daß ich mich zum tango aufmache und dann allein dastehe, diesmal sogar vor verschlossenen türen. ich bin und bleibe ein tangoversager. die zeichen sind eindeutig, ich sollte es lassen, wirklich sein lassen. ohne mich. schluß!

kein wunder, daß ich das mit dem badboden so lange hinausgeschoben habe. monate jetzt schon. allein die badtür auszuhängen hat stunden gedauert. ich mußte sie ausbauen, nahezu rausschlagen mit hammer und stecheisen. dafür hat die schulter gut gehalten, auch den stichsägeneinsatz unter einsatz aller verfügbaren kräfte. kann also losgehen, ab morgen oder so. nächste woche. krieg ich endlich meinen fußwarmen winterbadboden.

schlafen gehen, nach sehr viel arbeit. sehr unterschiedlicher arbeit. sehr zufrieden.

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