am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

scharfe sache

scharfe sachen

neulich hat der postbote mal nicht nur all die schönen pakete für die nachbarn bei mir abgelegt, sondern ausnahmsweise auch etwas für mich geliefert. eigentlich wollte ich ja nur das obere, das kleine, aber einzeln war das schicke werkzeug nicht zu haben. jedenfalls nicht zum lockenden supersonderpreis. anschließend saß ich dann hier und befand insbesondere das untere gerät für höchst beängstigend. eine mordswaffe, eindeutig.

gestern habe ich ganz vorsichtig angefangen, damit zu üben. also mit dem kleinsten natürlich, dem oberen. rasiermesserscharf ist es, das habe ich zunächst einmal an papier getestet. ging. ganz einfach. anschließend dann an meiner haut, die es ohne großen aufwand und völlig schmerzlos in seine hauchfeinen schichten zu zerlegen vermag. spannend.

wie ich es auch drehe oder wende. ich sehe keine lösung.

das ich ist ein subjekt

das mit der objektivität ist so eine sache. jeden tag sehe ich mich im spiegel, ganz so, wie ich nun mal bin. denke ich. trotzdem bin ich tief innen der festen überzeugung, ich sei tatsächlich dunkelhaarig. immer noch.

erschöpfung

irgendwann am abend lege ich mein gesicht auf die bretter, ein paar sekunden nur. sofort bewegen sich welten. bis der kaffee kommt und mich wieder weckt. das dunkel unter dem tisch hebt und senkt sich in mir, der boden verliert an gewicht. oder ist es nur das boot, das auf dem wasser liegt und das fest ans ufer gebunden leise schwankt und dümpelt. und mich wiegt.

egal. die intensität der begegnung ist es wert.

tomaten 2013

das zarte tomatengrün hat sich in drei tagen faktischer re:publica-abwesenheit zuzüglich migränebedingter blindheit in fette kleine bäumchen verwandelt. ganz von selbst. so ist das, wenn man im dreck wächst.

aus dem wohnbürofenster hinunter auf die straße sehen und einen augenblick, den bruchteil einer sekunde nur, überrascht sein und erfreut über die plötzliche verbesserung der seit jeher desolaten sehfähigkeit. mich dann, ebenso plötzlich sowie ernüchternd, daran erinnern, daß es knapp eine stunde her ist, daß ich eben dieses fenster geputzt habe.

das ist so bedauerlich wie amüsant.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner