am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

was für ein scheißtag. donnernde wut in mir, überall, und alles geht daneben. kostet nerven, zeit und geld. immerhin froh, daß ich dennoch irgendwie gleich zwei dieser scheißpflichttexte im kasten habe. wie auch immer. zwei von drei, so kann ich (über)leben diese woche. wenn da nur nicht der zahnarzttermin wäre. morgen.

bloggertreffen?

re:publica-ticket für 150 euro geordert, weil nach nicht einmal zwei stunden sämtliche bloggertickets und selbst die earlybirds schon von den festanstellungsbürorechnerbesitzern abgegriffen waren. auch noch zahlbar innerhalb von sieben tagen, das teure ding. (was natürlich eigentlich überhaupt nicht teuer ist, ich weiß! nur für mich eben, derzeit zumindest.) keine ahnung übrigens, ob das ticket bei nichtpünktlichbezahlkönnung lautlos verfällt. jetzt heißt es also, irgendwie geld flüssig machen, das sich diesem aggregatzustand seit monaten strickt verweigert. bis nächsten montag. tja, wird schon.

und wehe, irgendwer meckert, wenn ich im nächsten monat dann nochmal fünf kilo oder so verliere. alles hat seinen preis.

gegen abend sehe ich in den spiegel und sehe, daß zum ersten mal seit tagen das schmerzgrau mein gesicht wieder verlassen hat. es geht also, doch noch. ich bin erleichtert. und müde. bin mir wieder zueigen, nicht mehr getragen und getrieben. bis auf weiteres.

mein handwerk

das material schneiden und stutzen, verstümmeln und mich darin vergessen. dem text die knochen brechen, bis so etwas wie wahrheit hervortritt.

greifer

nachts kreist ein hubschrauber über meinem berlin, hämmert in wellen von oben herab. dann springt mir das migränetier mitten ins gesicht, endlich hat es sich entschlossen. nach tagelanger belagerung. frontal bespringt es mich, wie nur selten. mit einer wucht, die vielleicht alle paar monate vorkommt. meistens eher nicht mehr, zum glück. gerade als ich schlafen will, packt es mich. als ich vergessen will, mich verlieren für eine weile. gerade dann, als wüßte, wollte es genau das.

schreien will ich, toben und kämpfen. aber innen und außen sind ein problem, das findet nicht zusammen. etwas hält mich zurück, immer. und da ist nichts, kein gegner, nirgends. da bin nur ich. und die nacht.

wegen der sicherlich schlafenden nachbarn um mich herum bleibe ich still. ich knurre nur, halte den atem an, schlage ins leere. oder mich selbst, wen sonst. ich huste wie ein hund. weinen ist nicht. nie. dann krieche ich rüber ins bad und schlucke meine pillen.

später, im medikamentierten halbwahn, träume ich von einem großen greifer aus metall, wie es ihn auf müllkippen gibt. diese dinger, die riesige brocken aus dem verotteten zivilisationsgesabber reißen und fetzen und den öfen zu fraß vorwerfen. so etwas greift nach mir, tief in den rücken hinein, mitten durch meine mitte. alles in mir ist schrott.

der schmerz im körper ist niemals nur ein schmerz. er ist immer auch erinnerung. er ist verzweiflung in fleisch und blut übergegangen, ein generationentransfer. dieser schmerz ist ein abbild der angst.

novemberschmerz

ich weiß nicht mehr, wohin mit dem schmerz. seit freitag (oder mittwoch?) schon sitzt er mir so tief im körper, so weit innen, daß ich nicht einmal atmen möchte. ich versuche musik, laufe zur apotheke und durch den supermarkt. dieser lärm überall. ich sollte arbeiten, muß arbeiten. es hilft alles nichts.

der schmerz macht müde im kopf und leer. läßt keinen raum für ruhe. besonders im november. ausgerechnet.

aufwachen mit einem herzen, das in den kopf gesprungen ist. und dort schier unerträglich schlägt und pocht. heute zum dritten mal in folge. (unter mir kein boden mehr.)

so war das als kind, wenn ich von menschen geträumt habe, vom einem leben, wenn all das vorbei sein würde. irgendwann. als ich noch nicht wußte, daß es niemals vorbei sein würde. daß das einfach nicht sein könnte, weil all das schon in mir war, ich längst angefüllt von dem, was kein leben sein kann, nicht sein darf. wie erwachsene so sind. vor all dem nahm ich menschen als vage räume wahr, dunkel und endlos, mit linien und mustern durchzogen, angereichert mit potential. nicht mit emotion.

alle verläßlichkeit im leben ist illusion.

aufwachen, weil der schmerz im nacken so ist, wie er ist. so hart wie selten. dann den ganzen tag daran kauen. und beißen, als gäbe es sonst keinen halt. außerdem war da dieses ding mit den frühen, fast fremden räumen. wie vergessen in mir.

jetzt erst. heute noch, vielleicht.

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