am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

schmerzhafter tag heute. rücken, schulter und dieses pochen im hinterkopf. noch vor dem aufwachen, bis hinauf unters schädeldach. so etwas zerfetzt den ganzen tag, und es war ein so schöner tag. ordung oder produktivität, auch spät am nachmittag, als es dann wieder einigermaßen ging: fehlanzeige. selbst ein blick auf die liste half nicht.

trotzdem: das ebook ist durch, korrekturgelesen. jetzt führt kein weg mehr dran vorbei, an der technik. (und dann stehen da ja noch andere überlegungen an, die preisgestaltung etwa und ein titelbild. ach du scheiße!)

gestern nacht meine stimme kaputt gemacht, zerbrochen oder so. irgendwann zwischen dem ersten und einzigen caipi und der anstehenden beichte, was ich vor zirka sieben jahren dummes in eine email geschrieben habe. und dann auch noch abgeschickt. egal. die, die ich bin. manchmal ist es doch gut, daß ich da bin. und bleibe.

we need to talk (about kevin)

im kino gewesen. eigenartiger film über gewalt, so nah und doch so falsch. anders kann ich es nicht sagen. vielleicht weil die schuldfrage fehlt, obwohl sie ständig präsent ist. wobei das eigentlich gar nicht so schlecht ist. vielleicht auch wegen der nicht ganz umschifften kitschmomente. ganz im gegenteil, der film ist voll davon. ziemlich anders auch als das buch, soweit ich mich erinnere. (hab das original gelesen, und das nicht ganz mit der vermutlich nötigen aufmerksamkeit.) nicht so sehr in der story, aber definitiv in der haltung, der perspektive. herausragend ist aber die montage des films, ebenso der einsatz der musik. und tilda natürlich.

herrenjahre

guten tag der herr, sagt die kassiererin an der supermarktkasse. zu mir. das ist echt neu, bislang kannte ich nur junger mann, so nebenbei, ohne genau hinzusehen. und ganz früher die frage nach dem ausweis, weil man mich mit anfang, mitte zwanzig ständig für einen pubertierenden jungen hielt. nun werde ich im alter also zum herrn. naja, es gibt schlimmeres.

triangle

wie dünn das eis ist und die haut dieser tage. nichts ist stabil, alles balance. aber beständig, wenn das dreieck auf der spitze steht.

am nachmittag mit madame und dem baby im café über literatur und so. sehr heiter, erhellend und amüsant. baby f. meinte dazu nur: dadadadadadadadadadada usw.

dann noch über alter und den mangel an erwachsensein in dieser komischen zeit. selbst bei mir, dabei übe ich schon fleißig an der 50. (ich weiß noch nicht, ob ich das feiern werde im nächsten jahr, aber ich sollte wohl. und wenn, dann in einem schlichten, schwarzen kleid. das habe ich heute tatsächlich laut gedacht. ich meine, möglicherweise, vielleicht.)

magic

gerade habe ich endlich die wanduhr in gang gebracht, seit anfang des jahres wollte ich das. im grunde ist es auch kein problem, und geht ganz schnell: auf den stuhl steigen, die klappe öffnen, das werk mit dem schlüssel aufziehen, die zeit einstellen, die klappe zu und zum schluß noch das pendel anstoßen.

aber es ist die kriegsuhr, die 46, im jahr nach dem krieg, beinah in der emscherflut untergegangen wäre. das ist meine kleine alltagmagie, heute, daß das übrig gebliebene uhrwerk jetzt hier neben mir tickt, über 66 jahre später.

der krieg ist vorbei.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner