war eine gute idee, dieses frauenbarcamp in der kalkscheune heute. ansätze zu den themen arbeit, schönheit und sprache gesammelt. in der reihenfolge. paßt doch!
alle tage
dämonen
fahrzeuge und maschinen, motorräder im speziellen, greifen gern in den emotionalen haushalt der sie bedienenden menschen ein. das ist nicht neu. auf dem weg zum ziehen und drücken der pfunde heute regnete es. dreimal in dreißig jahren habe ich mich mit einem motorrad auf die fresse gelegt, nicht einmal war regen der grund für die allesamt selbstverschuldeten stürze. dennoch überkommt mich immer bei regen und nasser straße diese angst, die sich aus der erfahrung nährt. das wissen um die plötzlichkeit und wucht eines unfalls, tief im körper verankert. offensichtlich.
genau daran dachte ich, während ich die choke hineinschob, vielleicht ein wenig früh für die feuchten 12° gegen mittag. auf den nächsten meter husten dann auch die vergaser, ich ziehe die kupplung und drehe am gasgriff, damit die kiste nicht mitten auf der straße ausgeht. dabei trete ich wohl auch noch auf die bremse, unsinnigerweise, keine ahnung. jedenfalls bricht das hinterrad sich plötzlich seinen eigenen weg, tanzt und turnt unter mir herum, sekundenbruchteile. ich balanciere das aus, wie automatisch zum glück, und verursache dabei irgendwelche laute. vermutlich eine art langgezogenes hey. an der nächsten ampel drücke ich wieder an der choke herum, da stimmt doch was nicht. keine hundert meter weiter dann, vor der nächsten ampel, verschalte ich mich, zu viel, zu weit runter. beim loslassen der kupplung folgt die ruckartige bremswirkung und noch einmal dasselbe spiel. das hinterrad bockt und springt. was ist denn nur los?
erst im umkleideraum, als ich mit dem metallschrank kämpfe, die tür schlage und die bügel an die innenwände knallen lasse, merke ich diese wut. nicht über die kawa und ihre sprünge, das war schon vorher da. wut, aggression, einfach nur so. wegen nichts, andrenalin deben. anschließend verheddere ich mich noch in der kopfhörerstrippe des mp3-players, lasse mehrfach den bleistift fallen, der feststellstift für die gewichte springt mir entgegen, oder ich bleibe mit der hose an einer der kraftmaschinen hängen. das alles lasse ich so, es geschieht einfach. dann geht es wieder, irgendwann.
auf der rückfahrt ist dann alles wieder normal. die vergaser spucken nicht, das hinterrad ist ruhig. ich fahre extra noch eine größere runde, ganz vorsichtig. keine besonderen vorkommnisse. als hätte kurzfristig ein dämon dicht hinter mir auf dem sozius platzgenommen.
medipunk
im meditationsraum baue ich zuerst schnell die sitzkissen in die runde. dann fläze ich mich in eine ecke, die beine auf einem der kissen, die lesebrille auf der nase und gucke noch eine runde in den reader. cool, sagt einer der mitmeditierenden, als er den raum betritt. da erst merke ich, daß ich mich soeben daneben benehme. wieder einmal.
einmal punk, immer. gut so.
verdrehte coolness

vorgestern versehentlich das neue autorInnenfoto von mir, für mich geschossen. oder? mit dem smartphone vor dem spiegel, also andersrum, d. h. seitenverkehrt. verrückt auch, daß selbst in dieser unschärfe und undurchsichtigkeit das geschulte auge noch zu erkennen vermag, wie höllisch kurzsichtig ich bin. und ach: das mit der verdrehtheit läßt sich übrigens ganz leicht richten.

609060 oder so
manchmal wird plötzlich alles leicht. die arbeit in einer knappen stunde ordentlich auf morgen organisiert. dann gleich raus. die kaputte tankanzeige und der hakende gaszug ließen sich spontan gegen einen kleinen kaffeekassenbeitrag richten. jetzt ist alles wieder fein, immer noch bin ich sehr glücklich über die eckigen spiegel. sonne satt, ein bißchen kühl vielleicht. tanken war ich auch. und kiesern. danach noch ein bißchen was anderes arbeiten, schreiben aber nicht. so war der tag.

und so sah meine oberbekleidung aus. ja, ich wollte auch mal #609060 machen. mit helm und mit kopf natürlich.