
ganz in der nähe des verschwundenen buddha beheimatet.
manchmal muß ich persönlich zur post, auch wenn ich das zu vermeiden versuche. die menschenschlangen dort werden schließlich immer länger, je mehr filialen geschlossen werden. keine ahnung, wie das postpersonal damit klarkommt, daß nahezu immerzu menschenmassen vor ihnen stehen und warten, warten, warten.
warten ist nicht so mein ding, und warten in menschenschlangen schon gar nicht. das distanzverhalten der meisten menschen entspricht irgendwie nicht meinem distanzbedürfnis. menschen in menschenschlange sind immer zu nah, rütteln an meinem rucksack oder kauen mir ihren butterbrotschmatz ins gesicht. von parfümschwaden und lautstarken telefonaten ganz zu schweigen.
heute war es aber lustig. da steht doch so ein kleiner skateboarder hinter mir und klappert nervös mit seinem brett, obwohl er der letzte, gerade erst gekommen. mit klein meine ich übrigens wirklich klein, kleiner als ich ist er ohne sein board, und nicht jung, also jugendlich. nein, richtig blutjung ist er offensichtlich doch nicht mehr, keine sechzehn oder so. er trägt ein vorsichtiges vollbärtchen, noch nicht so ganz voll, aber auch nicht mehr flusig. aber seine augen sind kugelig rund, wie bei einem baby, ebenso seine nasenlöcher. die locken hängen ihm frisch geplustert im gesicht, die welt liegt ihm zu füßen, der hosenboden hängt ihm in den kniekehlen. ich dachte, das sei schon lange nicht mehr mode. aber diese skater, wer weiß.
dann geht er ans telefon, talkt ein bißchen rum, komme gleich, post, lange schlange und so weiter. und spricht ihn dann gelassen aus, diesen legendären satz: ich komme jetzt in das alter … (nein, ich habe mich nicht verhört. er hat nicht gesagt: ich komme gleich, alter. ;)

immer noch sitzt er da, im torf, im regen, im dreck. die blüte ist verwelkt, verschwunden. dafür hat ihm jemand einen spielball gewidmet, geschenkt. auch ich sitze, nicht weit vorn dort, unter schmerzen und schweigen. letzteres weite ich genüßlich aus, erweitere die wortlosigkeit, betrete sie schon auf dem weg, unterwegs.
und so würde ich mich nach jahren der behauptung, des reinen denkens und möchtegerns, nun womöglich als praktizierend bezeichnen. einstweilen.
beim kiesern heute, nach wieder einmal sicher sechs wochen verschlamperei, gnadenlos kein gramm nachgegeben, an keinem einzigen gerät. ging sogar, im großen und ganzen. nur jetzt tut mir alles wohlig weh.
ich sollte mir besser einen regelmäßigen termin setzen, jede woche am gleichen tag, zu gleichen zeit. dann könnte daraus vielleicht doch noch wieder was werden. denke ich gerade.
sollte ich wirklich so platt gestrickt sein?
heute war müll- und reparaturtag. ich weiß gar nicht warum, ist einfach so gekommen. müll und reparatur, die zwei sind ja ohnehin naheliegend.
zunächst also alte kartons und pc-schrott entsorgt, dann den neuen rückreflektor ans fahrrad geschraubt. anschließend auf die alte art den berliner schutzblechstraßendreck mit der kehrschaufel zusammengesammelt. nicht einfach so schnell mal gesaugt. dabei die unterlegscheibe entdeckt, die ich hätte wiederbenutzen können. wiederbenutzen benutzen sollen, auch wenn sie vermutlich nicht nötig ist. alte schrauberschule eben.
zuletzt der allerletzte dreck. das waschbecken im bad entsiffen, wo das wasser seit langem schon nach nur wenigen sekunden bereits steht, statt sauber abzulaufen. das habe ich schon früher, bei den eltern, nur sehr ungern gemacht. aber wer sonst hätte es tun sollen? im vergorenen familienschmand schnell nach dem soeben verloren gegangenen ohrring der mutter suchen. (der sich dann meistens später ganz woanders wiederfand.)
der nachteil solcher siphonsabbereien ist übrigens, daß sie eine großflächige putzerei nach sich ziehen, welche sich sogar mir auf anhieb als unprokrastinierbar vermittelt. das hatte ich fast vergessen.
ich denke außerdem, daß diese sauerei der einzige trifftige grund gegen menschliche körperbehaarung ist. der ganze rotz würde mir durchaus reichen.