immer nachts kommt die traurigkeit. wie ein steter, treuer gast, der mich begleitet, besiegt, bedient.
alle tage
schweißtreibendes wetter. oder sind das nur die wechseljahre? jedenfalls wäre die maschine wieder fahrbereit: tank fixiert, scheinwerfer zurück nach vorne gebogen, spiegel gerichtet. wenn ich denn einen bremshebel hätte.
auf der straße vor der kleinen pizzeria wird gefeiert, gerade gab es applaus. da hat wohl jemand geburtstag. etwas mit kerzen habe ich auch gesehen, ein kuchen vielleicht. ich will auch mal einen geburtstagskuchen, jetzt sofort. obwohl das natürlich unpassend wäre, weil ich ja gar nicht geburtstag habe.
da fällt mir ein, einmal habe ich einen kuchen zum geburtstag bekommen, vor ungefähr fünfzehn jahren muß das gewesen sein. auf jeden fall irgendwann in meinen dreißigern. ein kleiner englischer war das, mit erbeeren und sahne, nur für mich. es gibt ein foto. da habe ich lange haare, einen pferdeschwanz (furchtbar) und eben diesen kuchen in der hand.
letztes jahr habe ich außerdem selbst einen gebacken, einen käsekuchen, und ihn zu dieser eurovisonsfeier mitgenommen. der war natürlich nicht so gut. aber immerhin, das ist doch auch was.
i need a brake
so fängt ein tag gut doch an, nachts um halb drei, wenn es draußen plötzlich scheppert. und ich zehn minuten später auf der straße stehe, um die 230 kilo kawasaki irgendwie wieder in die senkrechte zu bringen. zum glück ist die weserstraße ja mittlerweile durchgehend belebt, so konnte ich wieder nicht in erfahrung bringen, ob ich diese gewichtige aufgabe nicht eventuell doch – unter zuhilfenahme der angelesenen hebeltechnik – allein bewältigen könnte. dazu war der nette mann, der gerade vorbeikam, einfach zu kräftig. und schlaftrunken, mitten in der nacht ist eh kein guter zeitpunkt für solche übungen.

etwas später dann noch ein wenig mit zwei polizisten geplaudert, die prompt vorbeigefahren kamen und nach umgeworfenen rollern suchten. da hat offensichtlich wieder mal jemand spaß gehabt, und einmal im jahr im schnitt bin ich mit dabei, egal ob absicht oder versehen. das immerhin kann ich nach ziemlich genau sieben jahren berlin inzwischen sagen. nicht immer sind die verursacher anschließend so nett wie die letzten beiden male und stellen die kiste wenigstens wieder hin. überhaupt nie kommen sie auf die idee, daß an so einem motorrad dabei immer etwas kaputtgeht. mal mehr und mal weniger, meistens nur kleinigkeiten. diesmal hat es den bremshebel in drei teile zerlegt, mit einem absolut unbenutzbaren reststummel am lenker, außerdem ist der tank vorne an einer stelle aus der verankerung gerutscht. der gumminupf ist aber noch da, das werd ich wohl selbst hinkriegen. auf eine anzeige habe ich großzügig verzichtet, mein bescheidener kleiner beitrag zur entlastung der berliner polizei.
heute morgen dann frühsport, zweimal mit dem rad zum motorradteiledealer in kreuzberg und wieder zurück. und doch keinen passenden bremshebel gekriegt, sondern nur bestellen können. kommt frühestens dienstag. das ist ärgerlich, denn das wetter ist gut und ein bike ohne bremse praktisch unbenutzbar.
tender night
einmal habe ich eine liebeserklärung auf englisch gemacht. das ist lange her, über zwanzig jahre. an der küste war das, auf einer wiese, oben auf den klippen. (nein, nicht die weißen.) weiter unten war das meer. (naja, der kanal.)
irgendwas mit tender habe ich gesagt.
in englisch ist immer alles so anders, so viel leichter. auf deutsch ist da dieser klumpen in mir, da bin ich selbst nur ein klotz.
können kann ich aber beides nicht so recht. ich bin kein ja und kein nein. ich bin ein schweigen im grunde. und dorthin will ich zurückkehre, irgendwann.
tierisch, 28
ich höre genau, wie im nebenraum die katze kotzt. die katze, die seit dem 28. september 2004 tot ist. die auf dem letzten bild schon nicht mehr ganz da war.
der 28. september, das ist so ein tag. ein tag der zerstörung, seit jeher. auch 2009 wieder. und überhaupt.
keine ahnung, wie ich gerade darauf komme. ich weiß, noch ist august. und auch nicht der 28.
ach ja, die katze. das lisatier kotzt. und mir ist schlecht.
