am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

herzschatten

in meinem badezimmer wohnt zur zeit eine fliege, die ist breiter als lang. vielleicht eine kleine mutantin, ich weiß es nicht. aber sie wirft einen herzförmigen schatten. (und ich habe eine kamera, die leider wenig makrotauglich ist. ja.)

dualismus

klingt wie eine krankheit. bedeutet wohl, daß eine von beiden immer die kleinere, blödere, häßlichere, widerlichere, ekelhaftere ist. mit anderen worten: ich.

das leben der anderen ist anders

das lerne ich wohl nie. wie verweist man menschen, die ahnungslos jede grenze ignorieren und freudig überschreiten, zurück in ihre schranken. ohne daß ich es so meine natürlich. ich bin ja nicht böse, unterstelle keine üblen absichten. ich beherberge offensichtlich nur eine allgemein unübliche grenzgestaltung in mir. wie also nein sagen, wenn es zum nein sagen zu spät ist. wenn die situation nur noch eine grobe zurückweisung erlaubt. oder aber schweigen und warten. was erfahrungsgemäß ebenfalls nicht gut ankommt. weder bei anderen noch bei mir.

präsenz

massentreffen mit berufskolleginnen im weitesten sinne. sowas bestehe ich ja nur schwer, vorwiegend wegen der masse eben. und wegen des zwangsläufigen lärms. mit menschen sprechen, deren stimmen ich im soundbrei kaum verstehen kann. außerdem gefühlte unendliche male die frage nach dem ich. wer bist du? was machst du? was ist dein erfolg? den ganzen abend also an einer intelligenten, stimmigen antwort gegeübt. was gar nicht so schlecht war. auf die zumutung des egos eine zufriedenstellende antwort finden, die nicht wirklich falsch ist. die jedoch gleichzeitig die echte, wahre nichtigkeit meiner selbst ungestört, unberührt läßt.

hat spaß gemacht.

spiritual rant

viel zu oft machen sie ihre augen lächeln, viel zu selten vermag ich das nachzuempfinden. ihr denken ist simpel, ihre bilder flach. so einfach ist das. sie reden viel vom schweigen, doch sie ertragen es ebensowenig wie ich. sie reden von der offenheit des herzens, während es in ihren bäuchen rumort. ich kann hören und sehen. ich bin eine von ihnen. und ich lehne das ab. grundsätzlich.

emotwist

gefühle sind ja mehr so wie das wetter. windig mitunter, manchmal auch wärmend, auf jeden fall variabel. meist wechseln sie sogar noch schneller. alles geht vorbei, das steht fest. jedes hoch und jedes tief. nur das wetter an sich, das bleibt.

nichts ist so wenig wichtig wie der wetterbericht von gestern. nein, ich sammle keine wetterdaten. also fragt gar nicht erst.

absurde schmerzen hinten mittig im rücken, den ganzen tag schon. dazu der lärm direkt vorm fenster des wohnbüros. die bagger baggern, daß der schreibtisch vibriert. ich kann so nicht arbeiten.

keine migräne immerhin.

traurige nachrichten erhalten, eigentlich schon vor ein paar wochen. seitdem herrscht schweigen, aber das ist keine überraschung. ich frage nicht nach, ich bleibe, wo ich bin. ich kann nicht anders. ich bin nicht wichtig. ich lebe weiterin in der illusion der unversehrtheit, einstweilen. aber ich bin bereit. und traurig, tief innen, ganz für mich allein.

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