am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

hysterie

geiles wetter. das motorrad macht noch keine anstalten, etwa nicht mehr anspringen zu wollen. ich also los, zum kunden. nach dreißig meter fängt die schon seit ein paar tagen leise singende tachowelle an zu schreien, nach zwei kilometern kreischt sie. so laut, daß ich sie noch mit tempo 100 auf der bahn höre.

später, auf dem weg durch steglitz, gucken mir die leute nach, alle. nein, ich stehe nicht gern im mittelpunkt.

zum glück ist alles still, wenn das motorrad steht, selbst wenn der motor noch läuft. dann dreht sich ja auch die welle nicht. graphitspray habe ich leider keines dabei, also geht es genauso auch wieder zurück. auf der sonnenalle wird das kreischen dann hysterisch, die menschen winken mir freundlich zu. sie spenden sogar applaus, das macht man hier so. wenn jemand offensichtlich einen miesen auftritt hinlegt.

auch zu hause, kein graphit! ob ich mich morgen so zum baumarkt traue? ob es überhaupt die welle ist? und nicht vielleicht der tacho selbst? die verdammte maschine versucht echt, mich fertigzumachen dieses jahr.

sehr viel gearbeitet heute, eigentlich von zwölf uhr an. ich weiß gar nicht warum. morgen ist doch auch noch ein tag.

kinderhausbau mit splattermoment

ich baue weiter an dem pappkinderhaus*. das heißt, ich tapeziere es, außen und innen. innen ist natürlich so eine sache. ich komme mir vor wie damals, als dekorateurin. da mußte ich auch in so winzigen ecken herumkriechen. aber da war ich auch dreißig jahre jünger und konnte noch schmerzfrei auf den knien knien.

diese kiste ist wirklich ziemlich klein für mich. das heißt, hineinpassen würde ich letztendlich wohl schon. man könnte mich locker darin verscharren, denke ich. zumindest wenn man mich vorher ein bißchen zerstückelte. einfaches zusammenklappen würde vermutlich auch reichen.

* jaja, schon gut. natürlich ist nicht das kind aus pappe, sondern das haus. also quasi ein kinderpapphaus. das meine ich doch.

vier zu drei

nachts um kurz nach eins nach hause kommen, direkt vom kuchen essen. vier stück zu dritt in berlin, neukölln.

und dann

und dann war das ein verdammter scheißtag heute, so überhaupt kein sonntag. auf einmal hing da eine menge arbeit schwer auf mir, die ich zuvor deutlich leicher eingeschätzt hatte. dabei war ich gestern noch richtig entspannt, weil es ja immerhin eine volle stunde zugabe gab.

und dann dauert heute die flinke zusammenfassung für den kurs gleich im ersten durchgang schon über eine stunde. dann brauche ich zwei verdammte stunden, um es irgendwie hinzubringen, daß die von mir erstellten pdf-dateien auch links können. dann sitze ich noch einmal eine stunde an der zusammenfassung. dann wartet da noch der artikel und die rechnungen, die auch schnell mal geschrieben und rausgeschickt werden wollen und der müll will mal rausgebracht werden, zwischendurch. dann schnell noch die antwort auf die neueste anfrage, die besser bis morgen da sein sollte. dann wieder die zusammenfassung, letzter korrekturdurchgang. dann noch das ganze drumherum, die hin- und herscheiben, das hochladen und downloaden. dann fängt auch noch das blöde virenprogramm seinen wöchentlichen gesamtcheck an und zwingt den rechner sanft in die knie.

und dann  ist dieser verdammte scheißtag auch schon wieder stockdunkel. wie immer, wenn die zeit zurückgestellt wird. dann geht doch die ganze scheiße nach hinten los, jedes jahr aufs neue.

ich baue mal wieder, ein haus

ich bin dann also in diese kiste gesteigen, den karton, in dem der neue, alte sessel war, und habe zu bauen begonnen. ein kinderhaus sollte es werden, für ein 1 1/2 jähriges nachbarmädchen, das gerade zu laufen beginnt. da wird es immerhin zeit für ein erstes, eigenes haus.

der rohbau ist fertig, eine solide hütte mit sheddach und großer tür. immerhin muß das kind sich noch bücken lernen, um dort hineinzukommen. wenn es nicht in den krabbelmodus zurückfallen will, und das geht schließlich gar nicht. wenn man denn einmal das mit den zwei beinen hinkriegt. da geht es doch nicht mehr zurück auf alle viere.

stilistisch ist die kiste übrigens ein bißchen bauhaus, das ist durchaus absicht. und die fenster sind natürlich inspiriert von le corbusier, die berühmte kleine kirche. stil ist wichtig im leben, da kann man gar nicht früh genug mit beginnen. jawohl.

jetzt überlege ich, wie es weitergeht. bemalen? oder besser erst tapezieren? vielleicht. nur außen oder auch innen? am besten beides, die pappe ist ziemlich dünn. da kann eine zweite, dritte schicht nicht schaden.

und bemalen sollen es dann die mütter, zusammen mit dem kind. so.

tough luck

ich bin nichts, was sich menschen wünschen. wonach sie sich sehnen, was sie sich erhoffen im leben. ich bin nur, was sie manchmal brauchen. für eine kurze weile. etwas, das sie gebrauchen, aufbrauchen und dann schnell wegwerfen. zum glück.

irgendwann wird es gut sein.

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