am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

ich baue mal wieder, ein haus

ich bin dann also in diese kiste gesteigen, den karton, in dem der neue, alte sessel war, und habe zu bauen begonnen. ein kinderhaus sollte es werden, für ein 1 1/2 jähriges nachbarmädchen, das gerade zu laufen beginnt. da wird es immerhin zeit für ein erstes, eigenes haus.

der rohbau ist fertig, eine solide hütte mit sheddach und großer tür. immerhin muß das kind sich noch bücken lernen, um dort hineinzukommen. wenn es nicht in den krabbelmodus zurückfallen will, und das geht schließlich gar nicht. wenn man denn einmal das mit den zwei beinen hinkriegt. da geht es doch nicht mehr zurück auf alle viere.

stilistisch ist die kiste übrigens ein bißchen bauhaus, das ist durchaus absicht. und die fenster sind natürlich inspiriert von le corbusier, die berühmte kleine kirche. stil ist wichtig im leben, da kann man gar nicht früh genug mit beginnen. jawohl.

jetzt überlege ich, wie es weitergeht. bemalen? oder besser erst tapezieren? vielleicht. nur außen oder auch innen? am besten beides, die pappe ist ziemlich dünn. da kann eine zweite, dritte schicht nicht schaden.

und bemalen sollen es dann die mütter, zusammen mit dem kind. so.

tough luck

ich bin nichts, was sich menschen wünschen. wonach sie sich sehnen, was sie sich erhoffen im leben. ich bin nur, was sie manchmal brauchen. für eine kurze weile. etwas, das sie gebrauchen, aufbrauchen und dann schnell wegwerfen. zum glück.

irgendwann wird es gut sein.

zahnärztin überlebt. ich. und sie auch.

grüne tomaten

heute die letzte ernte eingefahren. so viel! was mach ich nur mit so viel grün?

neualtes zeug, geräumt

der neue, eigentlich aber auch irgendwie alte, sessel hat so seine eigenarten, mit denen er ungeahnte folgen provoziert. keine kosten immerhin, zum glück. er will nur einfach nicht an der stelle stehen, wo der alte alte sessel jahrelang gestanden hat. jetzt mußte ich also das ganze wohnbüro umräumen. möbel rücken, kabel sortieren und neu verlegen, zwischendurch ein bißchen saugen und wischen, sogar bilder umhängen. eigentlich hätte ich auch noch ein paar unvermittel zutage getretene flecken auf den weißen wänden wegpinseln sollen. das kommt dann morgen, denke ich.

einstweilen genieße ich die tatsache, daß ich nach getaner arbeit nun im sessel sitzend nicht mehr auf die steuerunterlagen – mittig, rechts im bild – gucken muß. sondern wahlweise aus dem fenster, auf die alte uhr oder sogar auf den kleinen fernseher. in den allermeisten fällen natürlich eigentlich in irgendein buch oder heft, in die eine oder andere zeitung, vielleicht auch mal wieder in eigenes zeug. was solche neualten sessel alles können.

das sind doch alles nur momente. das ganze leben.

manchmal, sehr selten, ist mir danach, mich total zu betrinken. restlos, bis zum völligen weltverlust. natürlich tue ich das nie. ich lebe weiter, bis irgendwann der letzte rest aus mir herausgekratzt ist.

ach gott, ja

es gibt also schimpfworte für deutsche, was für eine überraschung. und diese bezeichnungen haben auch noch mit lebensmitteln zu tun, mit kartoffeln, kraut und schweinefleisch. du liebe zeit. ich erinnere mich da noch an so schöne und überaus anschauliche deutsche begriffe für die vielen anderen um uns herum, die da lauteten: polaken, spagetthifresser und kümmeltürken, käsköppe, schluchtenscheißer und piefkes. ach nee, piefke, damit sind ja schon wieder der deutsche mit gemeint. mannomann, was für ein unsinn.

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