am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

vuvuzela

auf dem heimweg von der eiligen flüssigkeitsbeschaffung – wichtig bei diesem wetter, drei t-shirts, allein heute – kommt mir ein einsamer vuvuzelaspieler auf dem fahrrad entgegen. gelbrotschwarzes plastik, was ja ohnehin schon ein unding für dieses unding ist. eine seltsame deutsche tröte also. klingt schrecklich verloren.

wer aber einmal kurz in die laufende übertragung des eröffnungsspiels schalten mag, wird den wahren sound dieses wahrhaft afrikanischen „instruments“ begreifen. vuvuzela ist mehrzahl, nicht einzahl. niemals. wie afrikanische musik eben ist, getragen vom zusammenspiel, ja, vom ineinanderfließen und geschehen lassen. (soweit ich das zu beurteilen vermag.) ein schwirren und summen, ein ab- und anschwillender schwarm getragen von menschlichen lungen. (könnte ich nie!)

so klingt es übrigens, wenn höhere wesen von irgendwo weit den menschlichen gedanken lauschen. ein schrecklicher rausch. atemlos. und zugleich unglaublich vital.

fledermauszeit

die balkontür steht offen, den ganzen tag. auch jetzt, auch nachts. ich sitze draußen. am himmel hoch die wolken, es weht ein leichter wind. stimmen. und gläserklacken. die fledermäuse fangen an zu fliegen. fast ist mir, als könnte ich sie hören.

the oil

1967 gab es einen der ersten großen ölunfälle, verursacht durch einen öltanker. die torrey canyon zerbrach und sank vor der küste südenglands, teile der englischen und französischen küste wurden verseucht. darüber habe ich wenig später in der schule gelernt. wie man vögel wäscht und wasser. relativ sinnfrei.

etwa 25 jahre später sitze ich einen ganzen tag land an der kornischen küste, land’s end in der nähe von penzance. ahnungslos. ich suche nach steinen, nach dem einen vor allem, den ich – auf dem motorrad – bis nach hause mitnehmen will. es gibt unzählige helle und weit weniger dunkle. ich finde einen passenden, dunkel, beinah grün. nicht zu groß, aber auch nicht zu klein.

es gibt auch seltsam scheckige steine, zum teil eigenartig gestreift. oder auf der unterseite dunkel, ausgerechnet. da, wo das wasser ständig spült. besonders die riesig großen, die felsen, die wie festgewachsen in dem an dem tag ständig dröhnenden wasser liegen. vollmondflut. sie sind stumpf und schwarz. algen sind das nicht, auf keinen fall.

it’s the oil, sagt meine englische freundin. und es wird auch heute noch da sein.

sonne und lärm

die dachdecker machen heute wieder einen heidenlärm. obwohl ich gar nicht genau weiß, ob es überhaupt dachdecker sind. etliche große „glasplatten“ wurden heute mit einem nervig lauten aufzug, der natürlich unmittelbar an meinem balkon steht, aufs dach geschafft. mit kabeln hinten dran. was das wohl sein mag? irgendwas mit sonnenenergie etwa? den bewohnern sagt ja hier keiner was. nur, daß es keinen dreck und keinen lärm geben soll. angeblich. sehr witzig.

dazwischen klopft und sägt es von oben und die männer brüllen anweisungen herunter. oder umgekehrt. dazwischen übrigens eine frau, die leider eine recht dünne stimme hat. immer wieder wird der motor des aufzugs abgestellt, damit MANN sie verstehen kann. und dauernd wird sie angeschnauzt, daß sie doch mal die zähne auseinander machen soll. soviel zum thema frauen in männerberufen. sehr witzig.

seltsamer tag am rand von irgendwas. und ich weiß nicht einmal, was.

nicht net

nachteil der verbundenheit via twitter ist natürlich, daß man manchmal ziemlich genau mitkriegt, was die anderen gerade so machen. zum beispiel die frauen in hattingen, beim FrauenImNet-treffen. wäre ja schön gewesen, hat sich aber leider nicht ergeben. eine zugfahrt war einfach nicht drin, die mitfahrzentrale gab auch nichts her, und eine fahrgemeinschaft hat sich erst recht nicht ergeben.

so sitz ich denn nun hier, in berlin, und heule ein wenig in den mond. während es dort garten, bier und gute gespräche zu geben scheint.

anfängerfehler. beize nicht gerührt, jetzt ist alles fleckig. sieht schmutzig aus. alt und verkommen. gefällt mir.

sozioten

von der kunst der empathie habe ich geschrieben, nur kurz, eher so nebenbei, in einem kommentar. klar, daß ich gleich belehrt wurde: empathie sei gar keine kunst, es (sic!) sei angeboren. aber ja doch, ich weiß. jeder kann das, ausnahmslos. kinder vor allem. keiner wird als soziopath – oder sagen wir sozialidiot – geboren. dieses vermögen verliert sich allerdings mit der zeit. und manchmal habe ich den eindruck, diese energie fließt nahtlos in sinnlose wettkämpfe und glorreiche siegerposen.

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