am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

gestern hatte sich ja zu allem überfluß auch noch die externe verabschiedet. ist aber schon wieder da, war nur das netzteil. also alles wieder stabil. und die steuern können mich heute auch mal, ist ja gerade erst anfang mai. ich geh gleich erstmal gewichte heben. eine andere art von kraftaufwand zum ausgleich.

heute hat mich das amt fest im griff, seit fast sechs stunden jetzt. würgemale sind vorhanden, verzweiflung ebenso. das hirn ist sorgfältig in viele kleine scheiben geschnitten und hängt jetzt zum trocknen aus. ich sehe zu. auch das ist gewalt, wenn auch nur strukturelle. ich schweige und gehorche. mir bleibt sonst nichts.

ich bin, was ich bin. auch wenn das nichts wert ist. es war und ist alles falsch. und zu spät. sowieso.

selber schuld

die gewaltdiskussion geht weiter und zwar im HSB. der vorwurf, selber schuld zu sein, scheint immer wieder die einfachste lösung zu sein. mir bleibt das unbegreiflich. vor allem, daß offensichtlich niemand diesen rausch kennt, in dem moment, wo es gefährlich wird. die zeit rast, nichts ist mehr fix, alles nur noch panik. und die meisten, die unter die räder geraten, trifft es aus versehen.

gleich nach diesem ersten vorwurf kommt ganz klassisch der zweite: das gegeneinander aufrechnen, was ebenfalls von nicht unerheblichem übel ist. wer angefangen hat, ist ungefähr so leicht in erfahrung zu bringen, wie die sache mit der henne und dem ei.

kein spaß

die letzten wochen waren eigenartig, geprägt von einem thema. gewalt. macht und gewalt. angefangen hat es vielleicht auf der re.publica in form einer persönlich ersten näheren, beinah direkten begegnung mit organisiertem troll(un)wesen. ein alter hut, ich weiß. ich mag auch gar nicht weiter auf diese story eingehen, feminismus hin oder her. mir ist bekannt, daß trollerei eine weitverbreitete funsportart ist. doch eines stand mir plötzlich mehr denn je vor augen: macht wird mißbraucht, wo auch immer, und gewalt kommt gern im spaßigen mäntelchen daher. so auch im netz. das ist übel. das ist nicht leicht zu begreifen oder zu bewältigen, wenn man quasi in den schwitzkasten genommen, gewürgt und dabei so übel wie sinnlos beschimpft wird. man stelle sich das im real life vor, in der physischen welt. alles nur spaß, jaja.

gestern dann der erste mai, traditionell ein berliner kampftag. persönlich erscheinen mir die rituale nicht erst seit gestern ungemein eingefahren. angefangen von der oranisatorischen vorarbeit unter monotoner beteiligung der presse – das wenigste ist so informativ und humorvoll –, über die klassischen vorurteilsverkündigungen, auf die ich dann auch noch überdimensional genervt reagiere, bis hin zu den livenewstickern,  twitterstreams und abschließend den großangelegten nachbetrachtungen. ich weiß, im letzten jahr war ich auch mit dabei.

in diesem jahr hinderte mich der seit jahren erfolglos geführte kleinkrieg mit meinem persönlichen migränegott an der teilnahme. insbesondere die blockade gegen rechts, hätte meine teilnahme durchaus verdient gehabt. die abendlichen kampfrituale hingegen? ich weiß nicht, vielleicht nicht noch einmal. wiederholungen sind stilmittel, die mit vorsicht eingesetzt werden sollten.

so saß ich am abend fürs HSB vor den tickern und streams, weit genug entfernt. lediglich ein hubschrauber kam hin und wieder auch bei mir vorbei. ich las von dem messerangriff auf einen polizisten, vielfach retweeted, der zunächst bestätigt, bald darauf jedoch revidiert wurde. kein messer, ein stumpfer gegenstand. um so schlimmer, würde ich meinen. heute morgen sehe ich dann den tritt ins gesicht einer am boden liegenden frau(?), ausgeführt von einem vermummten mit gewaltmonopol.

die gewalt sitzt locker mitunter, im fußgelenk oder im mausklick. alles nur spaß, ich weiß. doch das kommt auf die perspektive an.

gewalt lebt in jedem, besonders vielleicht in denen, die das leugnen. oder in denen, die selbstgewählt oder offiziell mit waffen ausgestattet sind. ob messer oder knüppel, wasserwerfer oder gas, stiefel, schraubenzieher oder eine schnelle netzverbindung, kombiniert mit einer fixen schreibe. am anfang ist das wort. und das wort wird tat, wird wahr. das ist kein spaß, das ist gefährlich mitunter.

mein blutmai

schlechter tag heute, sehr schlecht. definitiv zu schlecht, um mit massen anderer menschen durch berlin zu wandern. oder auch nur zu sitzen. obwohl ich das in erwägung gezogen hatte.

statt dessen also migränekrieg mit eigenartigen mitteln. nur schönes. die letzten klötzchen für den balkon gesägt und dann fenster geputzt. (gut, da gibt es natürlich abstriche in sachen schönheit. aber ich mag das licht, immerhin.) schließlich noch die fälligen rechnungen geschrieben.

mehr geht einfach nicht. keine pc-basteleien und kein motorradfrust. so ist es gut, danke.

heute ist der tag, an dem alles nichts nützt. die umständliche neuinstallation des betriebssystems gestern abend hat rein gar nichts gebracht. der neueste firefox hing nach knapp einer stunde dann doch wieder wie sau. kriegt mitunter nicht einmal google geladen, das muß man sich mal vorstellen. also ist das ding jetzt einstweilen wieder zurückgestuft. was aber irgendwie keine lösung ist.

dann hat das motorrad heute den tüv nicht gepackt, trotz schicker neuer stoßdämpfer. hilf halt nix, wenn der reifen am ende ist und die hupe nicht hupt. bremsen? ach ja, bremsen. und jetzt? ich bin schlicht und einfach pleite.

lauter rückschritte.

fünf stunden lang gesägt. natürlich nicht nur, zwischendurch gemessen, angezeichnet, geschraubt und was sonst noch so anstand. ansonsten gesägt. mit der hand. die stichsäge taugt mich bei diesen kleinen brettchen, kaum gößer als der sägeschlitten. also waren feinsäge und fuchsschwanz im dauereinsatz.

locker lassen, hat mein vater immer gesagt. nicht anstrengen, dann sägt die säge von selbst. keine kraft, das ruiniert alles. kein problem, denke ich. und säge vor mich hin, ganz entspannt. locker aus der schulter. so ein brettchen festhalten, das kostet natürlich schon ein wenig kraft. aber die säge, ja, die säge, die sägt ganz allein.

prima, denkt sich da die säge und sägt in meinen finger. so war das eigentlich nicht gedacht.

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