immer noch liegt mein ego im dreck. da, wo die geliebte es vor wochen schon hingeworfen und liegengelassen hat. ich überlege jetzt, es einfach dort zurückzulassen und allein weiterzugehen. was soll ich noch damit? soll es doch verrotten, so ist das sicher gedacht. all things must die. was sowieso das beste ist im leben. die möglichkeit zur transformation.
alle tage
verdammmtes werkzeug

als ich gestern nacht, das heißt eigentlich heute morgen, wenn ich ehrlich bin, nach hause kam, funktionierte das licht in der großen kammer nicht mehr. eigentlich weiß ich gar nicht, warum ich das überhaupt gemerkt habe, mitten in der nacht. da hatte ich in der kammer nichts zu suchen. das war vorher, am nachmittag. als ich das neue regalbrett an die schlafzimmerwand gebohrt habe. vorher hatte ich es noch zurechtgesägt und an einer stelle frisch verleimt, obwohl ich es ja fertig gekauft hatte. so ist das eben manchmal. alles schrott.
es ist ja immer wieder überraschend, wieviel verdammtes werkzeug man braucht, um ein einziges brett an die wand zu bringen. das liegt dann alles irgendwo auf dem boden rum, in drei räumen verteilt, wenigstens. und alles versinkt in chaos und staub. andererseits ist es natürlich ganz normal, das gehört dazu. da können sich alle saubermänner und hausfrauen noch so aufregen. das geht nicht anders.
nur, daß dann stunden später das licht in der kammer, wo mein gesammeltes werkzeug lagert, plötzlich den geist aushaucht, das gehört nicht zum programm. da besteht vermutlich auch kein kausalzusammenhang, das war einfach nur zufall.
kein zufall dagegen ist der verkohlte phasenprüfer kurz nach dem kurzschluss. so ist das, wenn man mitten in der nacht auf die idee kommt, am strom zu basteln. wenn man dann mithilfe eben dieses phasenprüfers elegant die beiden pole der lampenfassung miteinander verbindet. logisch. dann funkt und knallt es, sekundenbruchteile, es rieseln kleine fetzen auf das haupt hernieder, obwohl die sicherung längt raus ist, und ein hauch von hitze hallt nach.
schön dumm. die neue lampe heute hat aber alles wieder ins lot gebracht. 1,95 im baumarkt. einen zweiten phasenprüfer hatte ich ja noch.
sieben migräneengel umschwirren mich heute, wenigstens. schon seit gestern nacht geht das so. diese geflügelten mistbiester. (eben hab ich formigran bestellt, das sag ich euch. gleich sechs stück. also abwarten, wir werden ja sehen, wer am ende noch steht.)
ich tue, was ich kann. trotzdem. auf den rixdorfer weihnachtsmarkt musste ich allerdings verzichten, sonst hätte ich den dringenden artikel nicht geschafft. und die vorbereitungen für morgen auch nicht, da ist schließlich wieder ein richtiger arbeitstag. mit terminen und so. und ohne diese engel, hoffe ich.
sonst weiß ich auch nicht.
koma
vermutlich braucht es nicht die buddhistische grundannahme von ursache und wirkung als kreislauf des leidens, um zu wissen, daß und wie der geist es ist, der das gemüt beherrscht, das wohlbefinden und die kreativität eines menschen. ein einziger nichtiger gedanke, der sich festsetzt, eine falsche annahme, eine dumme illusion, über tage, wochen oder jahre gar gepflegt, vermag eine eigenartige art von angst in gang zu setzen, die nicht nur das gegebene potential gegen null fahren, sondern ebenso körperliche übelkeit verursachen kann. und, als wäre das nicht genug, bleibt der geist dennoch wach dabei, rege und aktiv.
nur völlig machtlos, gefangen. ein schatten der vergangenheit. so war der tag, der gestrige auch und der davor. so lebe ich. manchmal. nicht, daß das wichtig wäre. es ist nur einfach so. und sollte auch mal gesagt sein.
karma
das mit den ämtern ist so eine sache. den einen tag flutscht es, am donnerstag zum beispiel. da ließ sich alles an einer einzigen stelle klären und das ohne wartemarke. ich hatte mit drei stellen an zwei verschiedenen orten gerechnet und das ganze schon einmal vorsorglich auf zwei tage verteilt. und dann funktionierte es, einfach so, ganz von allein. keine stunde hat es gedauert. außerdem war auch noch mein neuer führerschein endlich da, nach fast sechs monaten. viermal hatte ich schon vergeblich da gestanden.
beinah unglaublich für eines der überlaufensten berliner bürgerämter.
nur zwei tage später nervt es dann wieder, das listen schreiben und aufrechnen. alles zur sicherheit dreimal durchrechnen, jedes wort mit goldstaub abwägen. vor lauter angst, irgendetwas falsch zu machen. sehr geehrte damen und herren, leider kann ich ihnen dieses und jenes nicht beantworten, weil ich die frage nicht verstanden habe. oder wie sagt man das?
stunden gehen dahin und rauben mir den letzten nerv. die seele. so kann ich nicht arbeiten. nicht schreiben. nicht leben. gute nacht.
höllisches durcheinander heute. gefühlt zumindest. finanzielles chaos und ämterstress, arbeitsanforderungen unterschiedlichster art. so eine art spagat, von morgens bis abends. und da ist die steuererklärung noch noch nicht einmal dabei.
dafür all das andere zeug, die bleibende verzweiflung eher privater natur. herbstabstieg ins dunkel. noch bin ich nicht am ende. darauf zu achten, dafür blieb zum glück heute auch nicht viel zeit.
und morgen sieht es nicht viel anders aus. genauso wie übermorgen, denke ich.