am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

adrenalin

termin außer haus, zwei stunden englischcoaching. die maschine steht derweil draußen vor der tür an einer straßenecke, als letzte in der reihe der parkenden fahrzeuge. sie steht anders, das sehe ich sofort, als ich wieder rauskomme. ich brauche keinen halben meter, um sie auf den hauptständer zu stellen. doch ungefähr so lang sind jetzt die spuren auf dem asphalt. hat die kiste jemand dahingezogen, oder was? so ein blödsinn.

das rätsel löst sich in dem moment als ich draufsitze und losfahren will. lenker und gabel sind nach links verschoben, alles ist verdreht, irgendwie aus dem lot. wieder einmal. die maschine ist also hingeschmissen worden, umgefahren und dann wieder hingestellt. als ob nichts wäre. na prima, besten dank.

ich fahre weiter, gleich zu meinem schrauber. der ist mir eh noch was schuldig, und so schlimm ist es auch wieder nicht. nur unbequem. und ärgerlich, wenn da noch nicht mal ein zettel steckt. (oder sind autofahrer tatsächlich so blöd, daß sie keine ahnung haben, wie empfindlich ein motorrad ist? soll ich das annehmen, großzügig und gutmütig? ich weiß nicht recht.)

das timing stimmt, mein schrauber winkt aus dem fenster, kaum daß ich vorgefahren bin. beinah im selben moment quietschen bremsen hinter mir und dann kracht es. gewaltig. an der stelle, wo ich vor knapp einer minute abgebogen bin. ein adrenalintag, denke ich. aber harmlos, für mich, zum glück. in zwei stunden ist dann auch die gabel wieder gerichtet.

die leute auf der straße, die kinder vor allem, rennen übrigens sofort los, um das unfallgeschehen aus der nähe zu betrachten. kein fahrrad, sagt die frau aus dem laden erleichtert. keinem was passiert, stellt eine andere fest. nur blech. ich weiß nicht, ob das zutreffend ist oder nur hoffnung. ich warte weiter auf meinen schrauber. die rasen aber auch immer hier, sagt der als er neben mir steht. ich weiß, ich wohne auch an der weserstraße.

den roten wagen hat es bis auf den bürgersteig geschleudert, das sehe ich aus den augenwinkeln. mehr mag ich nicht. ich mache auch kein foto, fürs blog hier. nö. wozu?

wer den schaden nicht hat

„Altersfreude ist die schönste Freude“

diesen fiesen spruch hält mir ein geldausgabeautomat der berliner sparkasse eben vor. sehr zu meiner belustigung.

ziemlich viel zeit vertrödelt heute. andererseits ist es ja mitunter gerade diese zeit, die zählt. und sich am ende auszahlt.

bestandsaufnahme

was tut man an klammen, düsterdepressiven tagen, wie dieser einer ist. pflichtprogramme am pc abarbeiten. dann aufräumen, wäsche waschen, müll runtertragen. und schließlich den kleiderschrank inspizieren, bis in die tiefsten tiefen hinein. auch wenn das am ende noch deprimierender ist als das blöde wetter.

inzwischen sind alle hosen durchprobiert. dabei mußte der erkenntnis ins auge geblickt werden, daß etwa die hälfte nicht mehr paßt. auf ewig nicht mehr paßt, die zeiten sind vorbei. das ist bitter. von den verbleibenden sind noch einmal die hälfte durchaus ein wenig eng zu nennen, aber eventuell vielleicht doch noch zu bewältigen. mit einem oder zwei kilo weniger zumindest, was nicht gänzlich ausgeschlossen erscheint. fast genauso sieht es bei t-shirts und hemden aus. gut ein viertel des bestandes, allerdings zum teil auch schon seine 10 bis 15 jahre alt, wandert unprobiert in die große tüte. aus den augen, aus dem sinn. jetzt ist der ohnehin recht kleine schank gähnend leer. (zugegeben, an dem punkt bin ich wohl keine echte frau.)

manchmal muß das einfach sein. und gerade eben kommt dann auch die sonne durch. na sowas.

eigentlich bin ich ja ein tv-junkie. aber morgens, zur täglichen spül- und kaffeebereitungszeremonie im hause engl, läuft das radio. bbc, aus dem mir heute afrikanische lyrik zugedacht wurde. welche wonne! (sollte viel mehr radio konsumieren. ja.)

doch noch feierabend, hätte ich ja nicht gedacht. wie das manchmal so ist, gehänge und gewürge in stetiger steigerung. und schon ist fast wieder freitag, trügerisch benanntes ding.

der nächste winter kommt bestimmt

die hausverwaltung schreibt mir übrigens heute, daß hier demnächst die heizkostenerfassung mithilfe von ecotech. ins haus steht. das funktioniert offensichtlich per funk und senkt den verbrauch um bis zu 10%. soweit, sogut. für energiesparen bin ich immer zu haben, nicht zuletzt auch finanziell. und diese stinkenden techemteströhrchen sind auch weiß gott nicht angenehm. (ich weiß noch, dieses lager neben dem parkplatz in der früheren firma. bah! und sowas hängt mir jetzt frei verdunstbar in der wohnung herum.)

trotzdem bleibt irgendetwas in mir skeptisch. nicht unbedingt wegen der generellen bedenken des mieterbundes. ich glaube, ich will einfach nicht immer mehr und noch mehr funk um mich herum. allein schon die vielen wlans, die mich hier umschwirren. (und keines davon ist frei, auch meines nicht. logisch! ;-) außerdem kann ich mir nicht vorstellen, daß dieses funkteil tatsächlich meinen verschrobenen heizbedarf im voraus zu wissen in der lage ist.

also sehe ich mich im nächsten winter schon nachts um zwei mit pulli, stickjacke und handschuhen am rechner sitzen. oder danach wahlweise ein wundersam aufgeheiztes schlafzimmer betreten, das sich klimatisch weit jenseits der von mir bevorzugten 16° befindet.

wir müssen leider draußen bleiben

die geliebte liebt große hunde. was zur folge hat, daß sie manchmal zurückbleiben muß, wenn sie sich einen solchen für eine weile ausleiht. zumindest, wenn sie mit mir unterwegs ist. ich geh dann nämlich einfach weiter, auch wenn vierbeiner, im freibad am zürichsee zum beispiel, nicht erlaubt sind.

egorecherche

wie schreibt man über sich selbst? für mich hat das etwas grundsätzlich gruseliges an sich und ist und bleibt wohl eine aufgabenstellung, die sich mir nie gänzlich erschließen wird. fast so schlimm wie exposéschreiben.

ist also dementsprechend auf später verschoben, heute abend vielleicht. obwohl, ich glaube fast, da bin ich schon verabredet.

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