am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

neulich nacht beinah geküßt worden. das geschehen allerdings geschickt zu verhindern gewußt, gerade eben so. aus gründen. unlust war allerdings nicht dabei. (dennoch: schwein gehabt, könnte man sagen. so ganz sicher bin ich dann aber doch nicht.)

quälerei

zwischendrin einfach mal ein bißchen in einem magazin blättern. nein, es eigentlich nur aufschlagen und sofort den claim ins auge gestochen haben. Familie macht reich. so wirbt eine berliner bank. dann doch lieber gleich weiterschreiben.

buddha, zeitgeistlich

nachts wachgelegen und über wut nachgedacht. wut und verzweiflung, raserei. das ist einerseits schreibthema derzeit. das habe ich so gewählt, daran läßt sich nicht viel ändern. ein altes thema, sowieso. andererseits ist wut auch der lebenszeitgeist, der mich umgibt. hier und da und anderswo wird mir wut von außen angetragen. was mir insgesamt betrachtet, innen wie außen, nicht besonders zusagt. wut ist unbehaglich, zieht ganz kleine, stets hilflose kreise. was mich wiederum verblüfft. ich dachte, ich wäre anders, diesbezüglich. trage ich doch seit jeher mein durchaus ansehnliches aggressionspotential mit stolz vor mir her.

hab ich das wirklich gerade gesagt? am telefon? daß ich mein eigenes leben nicht wert bin?

ein schlechter tag. termingerecht, das migränetier lauert.

außerdem erheblich beeinträchtigt durch absurde physische vorgänge, z. b. dem der notgedrungenen vernichtung von körperfettreserven. aber sind ja grad genug da.

anker voraus

über zukunft zu reden, das ist so eine sache. vor ziemlich genau 20 jahren habe ich mich im rahmen des architekturstudiums, gleich für die erste entwurfsaufgabe, mit südengland und irland beschäftigt. gefordert war ein höchstens 20m² großer raum irgendwo auf der welt. inspiration stand im zentrum, die idee als idee, denn es sollte ein persönlicher arbeitsraum sein. ein zukünftiger zeichenplatz. eine mehr als gute aufgabe für die verwirrten anfänger. eine geniale sache, unverkennbar. einen raum für sich selbst zu bauen.
es wurde ein arbeitsraum, tatsächlich. doch es stand kein zeichentisch dort, nur ein schreibtisch. noch während der entwurfsarbeit fing ich wieder an. in der architekturbibliothek, zwischen bauko und haustechnik. wenn ich mich recht erinnere. damit war es entschieden. nebenbei entstand der einzige gute entwurf, den ich je zustande gebracht habe. ein nettes kleines modell, das ich heute noch habe, und die einzigen vorzeigbaren zeichnungen. ein rundes konzept, alles da, abgeschlossen.
die folgen liegen auf der hand. der rest des studiums zog sich zäh, ich war schlecht. zu schlecht für einen abschluß, architektur wurde zum nebenfach. das schreiben nahm mehr und mehr raum ein. ich weiß nicht, wie es gekommen wäre, hätte ich darin nicht schnell auch erfolg gehabt. außerdem war ich natürlich irgendwann in england, zwangsläufig, und nicht nur einmal. eine fast zehnjährige beziehung zog mich immer wieder dorthin. ein wirklich schönes land, doch das ist lange her. das ist vorbei.
neulich habe ich von england erzählt und die alten bilder gezeigt. es ging nur um das land, mehr nicht. es war eine andere, die diese sehnsucht treibt. heute. nicht ich, nicht mehr. und es hatte eine andere bedeutung. sie wolle teil einer gemeinschaft sein, erzählte sie mir. auch ein ziel, das sich nicht unbedingt in einem land verwirklicht. wenn man es genau nimmt. aber wer weiß?
letztendlich kommt es doch immer ganz anders. wenn ich heute anker werfen sollte. in die zukunft. man weiß ja nicht, was man tut. eine aufgabe, eine zeichnung, ein modell. das alles kann folgen haben. diese dinge haben macht.
mitunter hoffe ich nur noch, daß ich weiter schreiben kann. und daß das geld trotzdem irgendwie reicht. und die zeit vor allem. mehr nicht. mit gemeinschaft zumindest habe ich nicht viel im sinn. alles, was an familiäre strukturen erinnert, wird mir immer fremder. es fehlt nichts, denke ich. wenn nur das schreiben bleibt.
vielleicht ist das zuwenig.

vorsichtige versuche, mich aus der winterstarre zu lösen. derzeit wieder mehrmals am tag, wetterbedingt.

in nächten wie diesen verbrennt das tägliche maß an (selbst)verachtung schmerzhaft irgendwo im verdauungstrakt. vergangenheit und gegenwart. immerhin scheint mir verdauung im großen und ganzen die richtige idee zu sein.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner