am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

ich bin ein mann

lucky hats vorgemacht, dieses sonntagsspielchen. ich kann echt nix dafür. aber das bild ist ganz schön, finde ich.

You are the Hanged Man

Self-sacrifice, Sacrifice, Devotion, Bound.

With the Hanged man there is often a sense of fatalism, waiting for something to happen. Or a fear of
loss from a situation, rather than gain.

The Hanged Man is perhaps the most fascinating card in the deck. It reflects the story of Odin who offered himself as a sacrifice in order to gain knowledge. Hanging from the world tree, wounded by a spear, given no bread or mead, he hung for nine days. On the last day, he saw on the ground runes that had fallen from the tree, understood their meaning, and, coming down, scooped them up for his own. All knowledge is to be found in these runes.

The Hanged Man, in similar fashion, is a card about suspension, not life or death. It signifies selflessness, sacrifice and prophecy. You make yourself vulnerable and in doing so, gain illumination. You see the world differently, with almost mystical insights.

What Tarot Card are You?
Take the Test to Find Out.

gerade erst gesehen: die schmauchspuren an den fensterscheiben, im schlafzimmer und an der balkontür. vermutlich bin ich hier in abwesenheit in der silvesternacht beschossen worden. (hoffe ich jedenfalls. wann denn sonst?)

bleistifte

nachdem ich neulich nachts über die verkümmerung meiner höchstpersönlichen schriftkultur gejammert habe, heute dazu eine kleiner ergänzung, um nicht zu sagen eine partielle revision.
mit dem einzug der prozessoren in meinen arbeitsalltag sind papier und stifte weit an den rand gedrängt worden, das bleibt unbestritten. wobei das eine, das papier, weiterhin gebraucht und geliebt wird, das andere jedoch, die stifte, immer weiter zu verkümmern drohen. letzteres ist natürlich traurig und, bei näherer betrachtung, auch nicht unbedingt zutreffend. zwar sind kugelschreiber und anderes kritzelwerkzeug durchaus vom aussterben bedroht, dienen einzig und allein dem verfassen von einkaufszetteln oder dem ausfüllen von formularen. meist aber nicht einmal mehr das, formulare werden mit finelinern bearbeitet und listen jedweder art mit bleistift notiert. kugelschreiber haben da keinen platz mehr, nie würde ich einen kaufen. das war früher anders.
aber nun zu den bleistiften. ich liebe sie und nutze sie ausgiebig, vor allem zur korrektur. bleistifte gehören zum papier, das ist ein unzerstörbares paar. dabei bevorzuge ich derzeit den klassischen holzummantelten beistift, nachdem ich lange die feinen minenschreiber und, aus alten architekturzeiten, die meist grünen druckminenstifte benutzt habe. letztere sind natürlich sinnvoller, weil rationaler. wer hätte nicht schon einmal in ein wenigen minuten einen holzbleistift komplett weggespitzt, weil er immer wieder abgebrochen ist? und ich mag spitze spitzen.
ganz am rande: füller werden natürlich auch jederzeit vom allgemeinen stifteschwund ausgenommen sein. schließlich sind sie als einziges schreibgerät dem bleistift nahe. ich besitze etwa sieben füller, wovon aber nur drei wirklich benutzbar sind. ich benutze sie dennoch kaum.

ein großer nachteil von wohnungen mit dielenboden ist natürlich der hohe schwingfaktor desselben, der naturgemäß auch noch in kombination mit einer immensen trittschallentwicklung auftritt. seit ein paar tagen wird über mir – immer erst am abend, versteht sich – geräumt und geschoben, gelaufen und gesprungen sogar. vielleicht wird demnächst umgezogen, keine ahnung. vielleicht muß aber auch ab sofort tag für tag umständlich die schlafstatt errichtet werden. das fände ich ja fein. ist zumindest um einiges lauter als das, was der sturm gestern veranstaltet hat. zumindest hier bei mir in neukölln.

dieser tag gibt sich müde und unbeweglich. dumm, weil es einiges zu tun gäbe. doch draußen kommt langsam wieder wind auf. und nachtarbeit ist ohnehin effektiver. (leider?)

einer der ersten suchbegriffe heute: dachpfannen ausbessern. ;-)

todmüde, schon den ganzen tag. gut, ich habe kaum geschlafen, aber vielleicht ist es auch das wetter. diese windige wärme, die gleichzeitig naßkalt rüberkommt. schon seltsam. migräneträchtig, doch das will ich jetzt lieber nicht heraufbeschwören.
ist übrigens in berlin bislang noch nicht außergewöhnlich ausgeprägt aufgetreten, dieser orkan. ein bißchen gewittert hat es eben, ein wintergewitter. ist ja nicht so häufig, noch dazu ohne schnee. und vielleicht kommt ja da noch was, wer weiß.

prima tag heute, um oben an der schönhauser allee den vorderreifen platt vorzufinden. rote reißzwecke, tief eingefahren. in der regenfeuchten witterung greife ich beim radausbauen tüchtig in die scheiße. aber flicken geht nur zuhause, zweiter teil also morgen. radeinbau bei wind und wetter, wie mir scheint. ich freu mich schon. (war noch schnell beim friseur, heute.)

werkzeuge & prozesse

jahrezehntelange arbeit mit sprache und text. die letzten fünfzehn jahre davon mithilfe von bildschirm und tastatur. inzwischen beim achten oder neunten pc angekommen, während es insgesamt nur vier schreibmaschinen gab. zwei davon habe ich noch, alte mechanische maschinen. eine tonnenschwer, aus gußeisen. das e und vor allem das o stanzen löcher ins papier.
papier. ist papier das eigentliche medium? immer noch, trotz allem? ich zumindest komme ohne papier nicht zurecht. die idee vom papierlosen arbeiten, büroraumsparend, halte ich seit jeher für ein gerücht. undenkbar, so etwas. aber ich bin schon älter. und inzwischen womöglich auch altmodisch, da ist das ja vielleicht kein wunder. anderen mag es da anders gehen. lesen nur noch am bildschirm, und schreiben geht sowieso nicht mehr anders. wie furchtbar.
eben mußte ich dann allerdings feststellen, daß es so schlimm wohl doch noch nicht ist mit mir. von wegen alt und altmodisch und so. papier ist ein muß, okay. aber stifte benötige ich nicht mehr. schon lange nicht mehr. in den letzten jahren habe ich sicher kaum mehr als gekritzelt. notizen, weiter nichts. vorlesungsmitschriften an der uni, telefonisch durchgegebene werbetexte im büro, einkaufzettel und to-do-listen. textskizzen, nur wenn es gerade gar nicht anders ging. schlimm fand ich das nie, meine handschrift war schon mit anfang zwanzig ein problem. damals schon völlig ausgeschrieben, ist sie inzwischen kaum noch lesbar. auch für mich selbst mitunter. das ist einerseits ein leicht zu ertragendes schicksal.
andererseits ist heute, gerade eben erst, zweierlei passiert. als von mir eine auf altmodische art, also handschriftlich, angefertigte arbeit, so eine art prüfung, gefordert war, hatte ich plötzlich keine chance. ganz offensichtlich bin ich physisch nicht mehr in der lage, innerhalb einer stunde vier eingermaßen lesbare seiten zu schreiben. punkt. aus. ende. fünf jahre nach der uni, wo sich das noch einigermaßen bewältigen ließ, ist meine schrift endgültig kaputt. natürlich ist das nicht wirklich überraschend, das war abzusehen. und es ist auch nicht wichtig.
das zweite allerdings ist überraschend. und weit weniger schön. durch die arbeit mit textverarbeitungssoftware unterschiedlichster art hat sich wohl auch mein umgang mit sprache nachhaltiger verändert, als ich das bislang angenommen habe. also nicht, daß mir das nicht schon irgendwie klar gewesen wäre. prozessoren steuern prozesse. oder? aber ich hatte gedacht, daß es ein gutes stück auch reine faulheit sein könnte. die bequemlichkeit, den text gleich (einigermaßen) korrekt vor sich sehen zu können. mein korinthenkackertum wird auf die art gut bedient. doch es ist anders, das weiß ich jetzt. sprache, die ja an sich hierarchisch und linear aufgebaut ist, wird, wenn sie über einen rechner läuft, zu einem in sich beweglichen mobile. ein flickwerk, wenn man es böse betrachten mag. ein netzwerk auf jeden fall. das schieben von ganzen abschnitten, kleinen bruchstücken, einzelnen buchstaben womöglich, wird zu einem teil des geschehens. wechselns, wachsen und wandeln. so sieht es aus. das ist weder ein vor- noch ein nachteil, das ist beides zugleich.
und ich muß das haben, das ist seit eben klar. mein hirn will basteln, und es braucht dabei mehr als eine innere spielwiese. es braucht die oberfläche, den bildschirm. ich bin handwerkerin. diese art zu arbeiten ist inzwischen restlos mit sprache verwachsen, unwiederbringlich. das ist auch furchtbar, damit bin ich abhängig von rechenmaschinen. aber es ist so. was anderseits natürlich auch bedeutet, daß ich doch nicht alt bin. ich bin unterwegs. weg vom schreibstift.
papier und bleistift haben ausgedient. für mich, für immer. das funktioniert nicht mehr. außer bei lyrik natürlich, das wird sich nie ändern. da muß es genau das sein: papier und bleistift. (und bei der nächsten „prüfung“ sollte ich daran denken, daß es, wenn überhaupt, ein bleistift sein muß.)

nachtrag: ich bin nicht allein!

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