so ist das mit mir und dem putzen. muß eine art virus sein. erst fange ich an auszumisten, wenn ich schon mal dabei bin. berge von müll. naja, immerhin etliche tüten. dann kommen die ideen, und ich will auch noch umbauen. reduktion ist das thema. gar nicht so schlecht also. heute habe ich mich zwar noch zurückhalten können, aber für morgen kann ich nicht mehr garantieren. ist auch keine große sache, nur ein bißchen schrauben, sägen, hobeln. anschließend kann das blöde, olle regal, das ich einfach nicht mehr sehen kann, endlich im keller verschwinden. mal sehen.
[übrigens: noch vor dem posten dieses blöden beitrages eifrig aufgesprungen und nebenan schon mal das regal entfernt. so bin ich. form follows function oder so ähnlich. der rest dann morgen.]
alle tage
frühlingsboten
in 14 tagen kommt besuch, der für ein paar tage bleibt. berlin eben, ist immer noch gefragt. das heißt allerdings, daß ich nun schleunigst putzen muß, und zwar nicht zu knapp. ich muß quasi alles putzen, das nach der fassadenrenovierung liegengeblieben ist. nicht das klo, die spüle und den herd. das alles war seit august schon hin und wieder mal dran. und gesaugt habe ich auch ein- oder zweimal. aber so ziemlich alles andere ist verstaubt und verdreckt oder sonstwie verranzt. und das geht ja nun wirklich nicht, für besucher, meine ich. dabei ist gerade erst februar, also noch lange kein frühling, genaugenommen. auch wenn ich das innerlich seit jeher anders erlebe. aber ich kann doch unmöglich jetzt schon fenster putzen. himmel, immer diese winterberlinbesucher.
das schöne am verhaßten putzen ist übrigens nicht nur, daß anschließen mal alles sauber ist, kurzfristig. vor allem ist es das aufräumen, ganz nebenbei. oder besser, das ausmisten, das wegwerfen. ich liebe das. auch eine art versäubern.
O schreck
der mobiltelefonprovider meines vertrauens (blubb!) hat sich vor kurzem schöne neue tarife ausgedacht. prima, dachte ich mir: keine grundgebühr, nur die gespräche werden abgebucht, trotzdem gibt es faire preise und die homezone natürlich. homezone ist fein. das mach ich doch glatt, wo ohnehin jetzt gerade mein vertrag abläuft. ich also gekündigt, vorsichtshalber, und dann in diesen blubberladen, weil das online-tarifwechselmenü die gewünschte option nicht aufführt.
der mann im laden knurrt ein wenig, als ich ihm meine absicht mitteile. zunächst er weist mich auf kündigungsfristen hin, anschließend auf die diversen schönen, neuen handys und sonstigen kram, den ich hinterhergeschmissen bekommen kann, wenn ich meinen bisherigen tarif um zwei jahre verlängere. das lohnt sich für mich aber nicht, da ich so gut wie nie telefoniere und noch zwei gut funktionierende mobiltelefone hier liegen habe. seit geraumer zeit denke ich bereits darüber nach, auf eine prepaid-karte umzusteigen. nur die liebgewonnene nummer und die hohen gesprächskosten haben mich bislang davon abgehalten. (letzteres ist natürlich blödsinn, rein rechnerisch, ich weiß.) aber nun gibt es ja eine überaus passende möglichkeit. wie angegossen sozusagen.
der mann im laden knurrt nochmal, als er feststellt, daß ich meine, was ich sage. es klingt wie: da gewinnen wir ja nix dran. das stimmt natürlich, das habe ich auch so berechnet. deshalb ja. der mann nimmt widerwillig meinen wunsch auf und erkundigt sich telefonisch nach den konditionen, die er ebenfalls online nicht finden kann. kostet 25 bereitstellung, knurrt der mann dann. müssen wir trotzdem nehmen. und das, obwohl ich schon seit 4 jahren kunde bin. doch das war der letzte versuch, mich umzustimmen.
25, das sind 2 1/2 monate gegen 24. ich bin zufrieden mit meinem provider.
tatsächlich ganz von allein, ohne stundenlange weckerdudelei, gegen neun aufgewacht. um zehn dann schon bei der arbeit gewesen. also am schreibtisch gesessen, mit dem frühstückskaffee. so geht der tag und alles seinen gang. es geht gut, es ist alles in ordnung. könnte man meinen. kein wenn und kein aber. amen.
zum kotzen
ich würge an dem exposé, das einfach nicht fertig werden will. kein hirn, kein herz, keine kraft. wohl weil ich zeitgleich noch an der finanziellen situation würge, die sich seit ende letzter woche unbedingt wieder mal ganz besonders desolat entwickeln mag. so geht es einfach nicht, das leben und das arbeiten. so geht überhaupt nichts mehr.
anderswo
das mit den erinnerungen ist gar nicht so einfach. meine mutter hat mir pullunder gestrickt, als ich noch klein war. die hatten querstreifen und waren aus mohair, zumindest teilweise. resteverwertung. manche habe ich trotzdem gemocht, wenn ich mich recht erinnere.
ich erinnere mich auch daran, daß ich mich als kind nach kräften bemüht habe, nie etwas zu verraten. über das, was zuhause war. dabei wußten es alle, das ist mir heute natürlich klar. wir lebten in einer neubausiedlung, voll mit jungen familien. und die wände waren dünn.
ich erinnere mich, daß ich damals dennoch davon überzeugt war, daß niemand etwas wissen konnte. ich hatte ja nie ein wort darüber verloren, all die jahre nicht. ich hatte auch keine wahl, denn ich lebte tief drinnen, in diesem zuhause. während all die anderen nur darum herum wohnten. sie sahen mir zu, vielleicht, doch sie schwiegen. genau wie ich.
so war das, damals. obwohl ich mir andererseits auch nicht vorstellen konnte, daß es eine andere welt geben könnte. anders als das, was zuhause war. das, was immer schon gewesen ist. eine welt, wie ich sie in büchern fand oder filmen. das schien mir unmöglich. es gab doch nur eines. eine welt.
wo also lebten sie, die menschen, die ich traf, als ich noch kind war? in der schule, in der nachbarschaft, die anderen kinder, die lehrer. die wenigen menschen, die unser zuhause sogar betreten durften, hin und wieder, die verwandten vor allem. wo lebten sie? damals. und wie? in welcher welt?