am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

ganz besonders schön aber war heute der moment, in dem ich endlich, nachdem ich bereits eine horrende weile mit dem vollkommen unlogischen agierenden soundprogramm geflucht hatte, merkte, daß schlicht und einfach das mikro bislang nicht eingeschaltet war. (dabei die erinnerung an meine frühere chefin, deren sohn – Mirko! – von seiner oma angeblich eine nicht unerhebliche zeit lang ebenso standhaft wie offensichtlich hilflos „Mikro!“ gerufen wurde. für den habe ich übrigens mal, auch im rahmen dieses studentenjobs, eine eins in musik geschrieben. naja, lange her.)

vergehen, vergessen

diese letzten tage im mai, wie immer. dieses warten auf den einen tag, ein dienstag diesmal. die sinnlose hoffnung, daß er möglichst schnell vorübergehen möge, unbemerkt und schweigend. am besten auch von mir selbst. vor allem von mir selbst. schlafen und verschlafen, damals wie heute. selbstvergessen.
statt dessen seit tagen, dieses warten. auch auf die karte aus der alten heimat, dem land der schlote, in der innen jeweils handschriftlich der vorname der mutter und der des bruder notiert sein werden. weiter nichts. alles andere wird vordruck sein, auch dieses mal. bunte bilder, die nicht bleiben werden. wozu auch? da ist schließlich schon genug, eingegraben, mehr als genug für ein kleines leben. daran wird es mir sicher nicht mangeln.
aber das macht nichts, ich will ja nicht jammerbloggen. und keine befindlichkeiten konstruieren, nur aller tage alltag. es war meine entscheidung, damals. das kleinere übel, weil alles andere nur noch schlimmer wäre. oder war. (irgendwann vielleicht.)

keine chance heute und in diesen tagen überhaupt, nur brei im hirn. reicht aber allemal für ein paar anstehende anfragen und sonstige administrative vorbereitungen. ist ja immer was los, alles werbung und bewerbung. oder anderer kram, den es abzuarbeiten gilt.
aber darüber hinaus? nicht jede idee läßt sich austragen, nicht heute zumindest.
im grunde hänge ich immer noch an dieser frage. es fehlt die zweite ebene, nach wie vor. ich muß tiefer. oder grotesker vielleicht, ist doch absurd das ganze.

balkonfrühling

kaffee und schokolade auf dem balkon, dazu einen weg gefunden, musik zu installieren. nicht auf dem rechner, nein, auf dem balkon. strom aus dem dahinterliegenden büro, den uralten portablen cd-spieler von grundig, der einfach alles frißt, immer noch, auch selbstgebackenes, aus dem schlafzimmer rübergeholt und an die alten pc-boxen angeschlossen. schnirscht ein bißchen, die alten boxen eben, aber für diesen sommer reicht es noch, dicke.
dann lesen, lesen, lesen, während draußen das leben vorübertobt. musik aus autos, lachende frauen und bolzende jungs. ein kommen und gehen. ich sehe nicht hin, ich höre nur. als ich eben doch kurz aufstehe und nach unten sehe, ist da wieder das bekannte neuköllner muster der letzten tage zu sehen. nicht der rbb, allerdings die polizei. war aber nicht zu hören.
(nachtrag zum wohnungsbrand gegenüber: der ‚ältere herr‘ war erst 31 und wurde nicht ‚in sicherheit‘ gebracht, sondern tot aufgefunden. stand gestern so in der zeitung. straßeninfo unterliegen eben den gesetzen der mundpropaganda. drüben stehen immer noch die fenster weit offen.)

hierogplyphen

nach eingehender betrachtung obenstehendes symbol auf der liste mit ‚pflanzen‘ übersetzt und folgerichtig für angemessene balkonausstattung gesorgt.
3 tomatenpflänzchen, je 1 x thymian, basilikum, zitronenmelisse und rosmarin. überhaupt, fast nur kräuter in diesem jahr, auch wenn die nicht blühen. auch wenn ich das wenigste davon benutzen werde. dennoch, ich liebe den geruch. darüber hinaus nur männertreu und lavendel. vielleicht wieder eine susanne, wie in letzem jahr. das muß sein.
der anschließende listenpunkt, ’schreibtisch ordnung‘, ließ sich hingegen recht einfach zu entziffern. dafür umso schwerer umzusetzen. papierberge, weiter nichts, die es zu sichten und umzuschichten galt. aber seltsam, wie aufwühlend das sein kann, mitunter.

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