am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

skizzen

morgen ist bürotag und zwar dringend. die liste ist auch fast fertig. also zumindest wiedergefunden, wenn ich ehrlich bin. jetzt müßte ich sie nur noch entziffern können, irgendwie. liegt wohl an dem fast schon vergessenen innenarchitekturstudium, daß ich zu markanter bleistiftarbeit neige.

manchmal überrasche ich mich selbst indem ich singe, am frühen morgen. fühlt sich an wie verwirklichung, jedesmal. auch nachts übrigens, obwohl das natürlich etwas ganz anderes ist.

patsch!

schwer zu erklären ist auch die jeweils erste fahrt, jeden frühling, immer wieder aufs neue. dieses plötzliche aufreißen in richtung weite. das ist es!
die batterie stand schon seit ein paar wochen fertig geladen da. keine ahnung, warum ich noch abgewartet habe, aber schließlich weiß man nie, ob die maschine wirklich will. und was dann? ich bin also spät dran dieses jahr, ich weiß. der erste mai ist normalerweise nicht das passende datum für eine erste runde um den block. rüber zur tankstelle, den luftdruck prüfen und den tank auffüllen.
als ich die überhose mit den protectoren anziehe sehe ich am linken bein den dreck und die feinen blessuren. das hatte ich fast vergessen. die letzte fahrt, das war die in den dreck. keine hundert meter weit bin ich gekommen, die kiste sah danach so aus und ich war ein bißchen beulig.
kein problem. ‚patsch‘ sage ich leise, als ich an der stelle vorbeikomme.

also:

zwei pralle reifen, einer davon nagelneu, beide bremsen gehen, licht sowieso, eine klingel gibt es auch wieder. allerdings nur vier statt fünf gängen, eigentlich dreieinhalb, der vierte schleift nach wie vor. das krieg ich nicht hin, lohnt wohl auch nicht. drei gänge reichen doch.

oder?

killing me softly

früher gab es den rockpalast nur in essen, in der grugahalle. einmal stand ich davor, eine karte hatte ich nicht, und versuchte gianna nannini zu hören. oder war es ulla meinecke?
inzwischen bin ich in berlin, und der rockpalast erreicht mich nachts über den wdr. die 20. rocknacht, mit calexico. das ist zufall, ich suche diese dinge nicht, ich meide sie eher. musik, die mich schlagartig in einen zustand versetzt, der sich kaum noch beschreiben läßt, wenn der augenblick verflogen ist.
dieser wunsch, plötzlich, einfach nur nach hause zu wollen, und zwar sofort. und daß da dann etwas weites wäre. (was schon mal per se nicht denkbar ist, also de facto unmöglich, ein zuhause an sich.) das ist (diese) musik. eine qual, irgendwie, eine wonne. zu weit weg und viel zu nah.
das sind seltene momente wirklicher einsamkeit. (oder weite?)

i want to ride my

drei tage fahrradreparatur mit wachsendem frust. die neuen, schwarzen schlappen für mein alltägliches, inzwischen fast 30 jahre altes, rennrad machen sich prächtig und sind vor allem très chic. die nunmehr alten, abgelegten reifen passen allerdings nicht auf die felgen des gastrades. ein 27- und ein 28zoller, das ist mit bloßem auge kaum auszumachen. das ist wirklich zu blöd.
darüber hinaus ist zusätzlich zu dem doppelplatten an dem gastrad auch noch die bremse und die schaltung kaputt. die klingel ist nahezu spurlos verschwunden, aber der sattel ist noch da, komisch. der ist doch sonst immer als erstes weg. ;-)
nun gut, der bremszug sitzt gnadenlos fest, da hilft nichts mehr. das ist nicht besonders schwer festzustellen, doch das kann ich am sonntag, ohne eine neue hülle, nicht repaieren, obwohl ich noch einen neuen zug in der fahrradkiste rumliegen habe. anders mit der schaltung. weiß der kuckuck, warum die nicht will. alles schleift nur und rappelt, der 5. gang blockiert total. es dauert eine weile, bis ich merke, daß der hintere rahmen genau am ritzelkranz eingedrückt ist. weiß der kuckuck! das ist neu.
das kommt eben davon, wenn man das ding einfach draußen stehen läßt. da verkommen räder einfach wie von selbst, nach ein paar wochen schon. das sieht man überall in berlin, wie fahrräder in sich zusammenfallen, als wären es vernachlässigte pflanzen. gut, inzwischen hab ich ja meinen keller, da kann das dann nicht mehr passieren.
also was solls. drei gänge erweisen sich als frei, und das reicht schließlich für berlin. der rest ist bastelei, morgen oder übermorgen. vorne wird es wohl einen neuen reifen geben (müssen), durch den alten kann man schon durchsehen. außerdem rutscht er jetzt von der felge, wenn ich zuviel luft reinpumpe. nachdem ich ihn eben runterreißen mußte, um den schlauch zu flicken. das ding ist am ende, und das ist mir dann doch zu gefährlich für meine gäste.
der hintere reifen ist zum glück noch prima. eben dann noch schnell mit dem hammer das hinterrad zurück in den rahmen gekloppt. rohe, sinnlose kraft, anders ging es nicht. aber nun sitzt das ding, immerhin.
das wäre geschafft. fast. (und samstag gibt es dann radelsightseeing.)

schmerztrunken

migränetage, an denen zwingende, unverrückbare termine anstehen, sind grundsätzlich eine katastrophe. gestern also, leicht unter drogen gesetzt, die dann doch nicht helfen wollten, durch die stadt gelatscht. sightseeingtestrunde, auf englisch noch dazu. keine ahnung, worum es genau ging. mir ist, als wäre ich gar nicht da gewesen.
ich erinnere mich an übelkeit und erschöpfung, an viel zuviel sonne, die sich auch durch standhaftes sonnenbrillentragen nicht reduzieren lassen wollte. und an fragende gesichter in meine richtung.
ich ahne, wie ich aussehe in diesem zustand, wie ich wirke. blaß und erschöpft, dauergähnend, das ist ein symptom, das sich unmöglich unterdrücken läßt, mürrisch und verwirrt dazu. da geht nicht viel, das stimmt, und das weiß ich. es gibt kaum konzentration, wenn alles zu hell, alles zu laut ist und keine fokussierung mehr möglich. nach einer weile latsche ich nicht mehr, ich torkel, so sehr ich mich auch bemühe. die erschöpfung will der gravitation nachgeben, mit jedem schritt. die restkraft verbraucht sich auf die art in dem verzweifelten versuch, dennoch aufrecht stehen zu bleiben. irgendwie. dazwischen kämpft das letzte bißchen wille gegen die übelkeit, die sich – wie immer eigentlich – dann doch keinen weg bahnt, sondern im körper bleibt und da gefährlich heftig umherwandert.
was soll ich also sagen? es hilft ja nix, ich muß ausgesehen haben, als wäre ich noch betrunken von der letzten nacht. das ist wahrlich keine schöne vorstellung. eher ziemlich peinlich.

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