am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

kaputt

was für ein tag, ein toller tag. vielleicht die schönsten weihnachten, ever!

nuschelig angefangen, lange rumgelegen, weil faul. dann erstmal kaffee und internet lesen, schnell noch beim optiker angerufen, termin gemacht. so toll es ist, jetzt eine neue brille mit neuen glasstärken zu besitzen, mit der ich richtig gut sehen kann. so komplex ist jetzt die beschaffung der folgebrillen. der glasstärkenunterschied ist so groß, dass ich mich schleunigst um eine bildschirm-, sowie ggf. um eine sonnenbrille kümmern muss. und mindesten ersteres will sorgfältig geplant sein, damit irgendwer den betrag von der steuer absetzen kann. ein teuerer spaß, aber naja. schön auch, wieder schön sehen zu können.

dann also langsam angefangen mit dem bad, mit der farbe. und natürlich war alles viel aufwändiger, hat deutlich länger gedauert, besonders das putzen am ende. fensterrahmen und tür, sämtliches gekachel, den boden natürlich. anschließend fast alles, was in den regalen zu stehen kommt und die wanne, das becken, das klo. usw. ich bin wirklich kein guter putzi, ich hasse das. es hat ewig gedauert. und die lampe habe ich vergessen, fällt mir gerade ein.

davor habe ich nicht nur einmal gestrichen, sondern zwei- und z. t. auch dreimal. musste sein. dabei habe ich fast den ganzen eimer geleert, damit hätte ich gar nicht gerechnet. ein kleiner eimer zwar, aber ein ganz neuer. das ging so gerade eben gut.

gut. ja, es ist gut geworden, bzw. so, wie ich mir das gedacht habe. schönheit muss nicht makellos sein, das ist es, was ich umsetzen wollte. in meinen augen kann schönheit gar nicht makelllos sein, unmöglich. es braucht die risse im leben, die vergangene spannung. wer sagt, dass ich nicht leben kann: mit den gräben und spuren der vergangenheit; klarheit und stabilität ist meine art von schönheit. ja, mein haus steht!

jetzt ist es also fertig, das bad. wieder voll einsatzfähig. hab es natürlich gleich bebadet, der alte marode körper war dann doch am ende, wenn nicht gar deutlich darüber hinaus. kein wunder, nach zirka zehn stunden gerödel. total kaputt bin jetzt ich. trotz heißem wasser und anschließender medikation, also ibuprofenprofilaxe.

und nun? das kommt erst später, aber ich denke mit der küche mache ich es ähnlich, vielleicht zu ostern.

kaputte optik

ich gebe zu, ich habe ein wenig gelogen gestern. das mit dem schleifen war da schon längst erledigt, am dienstag bereits. vier stunden kreuz und quer auf der leiter, und das in einem badezimmer, in dem nicht viel platz ist. über der wanne zum beispiel, das war eine verdammte akrobatik. das ich das überhaupt noch kann, trotz rheuma und alter und dem immer noch lädierten rechten knie. (sagte ich das, dass ich damit im letzten schnee rutschend auf einer brücke gegen ein eisengeländer geknallt bin?)

gestern dann wenig. nur ein paar löcher habe ich verspachtelt, gefegt und gesaugt und dann den text über das zerbröseln geschrieben. das war zeit, weil ich ja seit monaten schon um dieses eigenartige ereignis herumschlawenzel.

das aufbringen des putzgrunds heute hat kaum zwei stunden gedauert. was für ein glück, dass es inzwischen diesen rollputzgrund gibt, der sich fast wie farbe aufbringen lässt. ich weiß noch, wie ich vor jahren dieses zeug, das normalerweise flüssig wie wasser ist, an eine decke bringen musste. mit einem kleinen quast, es war die hölle. das zeug, das per definition klebrig ist, es soll ja schießlich eine geschlossene oberfläche für die weiterbearbeitung bilden, lief mir über die hand, den arm, ins t-shirt, über die achsel seitlich am köper entlang, in die unterhose und das hosenbein, bis auf die leiterstufen. und es klebte am ende überall fest.

morgen kommt dann die farbe, das wird wohl länger dauern. weil ich ein wenig malen will, nicht einfach nur alles überstreichen. da sind so viele schicke macken und gut gestaltete risse, ich will mal sehen, wie ich die betonen kann. und die marode stelle am fenster, die lässt sich ohnehin nicht streichen. schon lange nicht mehr. wenn ich das gleich am morgen mache, kann ich am nachmittag mit dem putzen beginnen und gleich danach alles wieder zusammensetzen. also frohe weihnacht!

das wird allerdings auch langsam zeit. das übelste daran, das bad renovieren zu müssen, ist nämlich, dass ich nach getaner arbeit nicht gemütlich ins bad kann. verdammt!

während der arbeit referiere ich übrigens immer ein bisschen darüber, so vor mich hin. nicht laut, nicht einmal leise, nur innerlich. das habe ich schon lange nicht mehr. das ist lustig.

und das ist gut. mein herz ist ein gewerk, noch immer.

optisch kaputt

in meinem kleinen bad hallt es derzeit, weil ich alles rausgeräumt habe, um frische farbe auftragen zu können.

nun ja, ein bisschen mehr als frische farbe muss ich schon noch investieren, obwohl ich ursprünglich nur nach dem kleinen, vor zirka zwei jahren entstandenen wasserschaden hatte sehen wollen. das war vor monaten, da ist mir das alles (ein wenig) entglitten. die tapete ist quasi von selbst abgefallen; wer bitte tapeziert denn auch eine baddecke? (ich nicht.) der putz um das seinerzeit undichte abflussrohr von oben herum war durch etliche wochen sporadischer durchrieselung natürlich auch nicht so recht stabil gebleiben. eben das hatte ich ja befürchtet. so ist es dann passiert, diese versehentliche zerbröselung.

also, ganz klar gesagt: ich habe innerhalb kürzester zeit mein bad aus versehen (optisch) ziemlich kaputtgemacht. und so ist es dann geblieben, monatelang. jetzt aber habe ich urlaub, außerdem ist weihnachten. da kann, da sollte ich das endlich mal angehen. dachte ich, das ist doch mal was anderes als dieses ewige weihnachtbügeln.

tapezieren will ich aber nun wirklich nicht. ein badezimmer, also echt! und dann noch die decke! deshalb steht jetzt das glattschleifen des putzes an, dann wird putzgrund aufgetragen und zuletzt alles weiß gestrichen. das dauert. obwohl nicht überall die tapete einfach so von allein runtergekommen ist, und an den heilen stellen wollte ich sie dann nicht zwingen. es gibt auch ziemlich unzugängliche ecken im bad, auf klettern oberhalb des wachbeckens habe ich derzeit echt keine lust. keine zeit sowieso.

es wird also ein verdammt wirres bad werden, wenn ich dann mal fertig bin damit. (in den nächsten tagen.) zum teil tapeziert, zum teil nicht, die übergänge sind oft mitten auf einer wand oder an der decke. ich hoffe, die farbe kaschiert das ein wenig, aber eigentlich ist es egal. mein bad ist kaputt, so soll es wohl sein. ohnehin ist der ganze raum recht grottig gebaut, überall liegen rohre frei und es bröselt die wandfarbe, mit der mal wer grob da drübergepinselt hat. (nicht ich.) die silikonkanten waren noch nie besonders sauber, jetzt lösen sie sich hier und da. das repariere ich nur an der wanne, da ist es wichtig. (silikon kann ich einfach nicht.) der rest ist, nun ja. vintage!

komische sache das! eigentlich gar nicht mein stil, aber wer weiß. womöglich wird es am ende ganz schick. (shabby!)

#insight

dunkel ist es, so lange schon. wochen, monate, jahre. und die nacht, sie kommt erst noch. so heißt es jetzt überall.

tief innen werde ich immer radikaler, halte es keine sekunde länger aus, das besserwissen und hassen, das selbstverständliche verachten anderer menschen. einfach so, ohne hinzuschauen. hier im netz oder anderswo. ich will das nicht mehr sehen, es nicht lesen, nicht erleben. das gilt für alle vorhandenen seiten und gruppen, und immer für diese wie auch die jeweils gegenteilige perspektive. prognosen rückwärts zu rechnen ist ebenso komplex und verwerflich, wie zahlen verlässlich in die zukunft zu schieben.

was soll das bringen oder helfen, wenn jemand schuld gesprochen ist? dann ist es zu spät, per definition. alles ist längst geschehen, also was? das geht nicht rein in meinen kopf. der alltag geht weiter, so oder so.

wie soll man da leben?

mehr denn je suche ich nach den gegenden, wo die sicht frei davon ist, nirgends die rede von schuld. wissen will ich, wie es dann aussieht. das leben und der alltag. sicher mit nicht weniger schmerz oder krankheit. schon gar nicht ohne tod. das kann und das soll nicht sein. es gibt nicht viel solchen raum, soviel steht fest. auch mein denken ist nicht frei davon. im gegenteil. meine sprache verrät meine schuld nur allzu oft. und die schuld, die an mir begangen wurde, trägt sie mit stolz mitunter.

ich mag das nicht, ich will darüber hinaus. da bin ich nicht die erste, das ist mir klar. und vermutlich ist das sinnlos, wie alles. keine ahnung. ist es das wert?

was dieses virus mit mir macht, ohne dass ich ihm jemals begegnet bin. dabei ist es nur ein harmloses, kleines programm.

dass die menschheit eines tages von einem derart simplen mechnismus ausgelöscht werden wird. nicht von diesem vermutlich, aber auch nicht von einer außerirdischen übermacht, einem meteoriten o. ä., wie in den filmen. nein! stattdessen von einer womöglich noch viel rudimentäreren minimalkonstruktion, weit jenseits unseren verständnisses von leben. das ist nicht auszuschließen.

somit wäre sichergestellt, immerhin: daran trägt dann auch niemand eine schuld, letztendlich.

booster

das ist doch so ein energydrink, oder!? ich google das jetzt nicht, aber ich hab das zeug schon im laden gesehen, glaube ich. nicht gekauft oder getrunken, das nicht. ich bin ganz anders geboostert, und das hat bei mir eine eindeutig gegenteilige wirkung.

letzten mittwoch, und heute nachmittag setzt dann doch diese nachimpferschöpfung ein, schlagartig, die ich auch bei den ersten zwei malen so massiv verspürt habe. nur ging es da schneller, das kam nach zwei, drei tagen schon.

auf der arbeit, vor dem bildschirm nickt mir der kopf weg. im heißen wasser, wenig später, schlafe ich ein. gut, dass passiert mir häufiger. nicht aber, dass ich danach in bett fall, kurz nach sechs, und fast zwei stunden tief schlafe.

viel geholfen hat es nicht, da ist immer noch matsch in meinem hirn. aber das soll wohl so sein. ich mag auch nicht jetzt schon wieder schon wieder schlafen, das passt nicht in meinen rhythmus.

vielleicht versuche ich morgen mal diesen energy booster!?

langsam machen

dunkel ist es in der nacht, der schnee ist geschmolzen, morgen schon soll es wieder fett warm werden. das wars dann wohl, denke ich, ohne zu wissen, was es denn gewesen sein könnte. worüber ich eigentlich rede. was nicht schlimm ist, im gegenteil, es scheint mir durchaus angemessen, dem eigenen hirn nicht permanent zuvorkommen zu wollen. was ohnehin nicht gelingen kann, folgt man den erkentnissen der hirnforschung, davon habe ich neulich erst wieder einmal gelesen. wobei neulich durchaus auch ein paar jahre her sein kann, ich bin da nicht so, ich bin unendlich langsam, wenn ich ehrlich bin. ich bin vergangenheit in wirklichkeit, so bin ich geboren, also so auch unterwegs, seit jeher. das weiß ich, weil ich es erinnere. dass sich daran nichts geändert hat allerdings, das vermag ich kaum noch zu erkennen, so sehr bin ich ich, mir zumindest auf der spur, und endlich komme ich dem nah. der anfang ist ein ende, das ende ein glück, denke ich manchmal. denkt mein hirn, dass es mehr gar nicht braucht, nicht mehr viel zumindest. dann ist es gut, endlich gut.

ich bin sehr neugierig.

#insight

was für ein irrsinn. ein jahr ist vergangen, und alles stellt sich dar, als wäre dem nicht so. keine zeit ist vergangen, das jahr 2021 in seiner eigenartigen indifferenz hat sich selbst gefressen. ich sitze allein zu hause, ganz wie 2020, und warte auf den winter. warte darauf, dass der winter vergeht. warte darauf, dass sich etwas bewegt, sich etwas ändert. stattdessen wiederholt sich alles, dass es nahezu grotesk ist.

eben habe ich ein ticket bestellt, anne clark in der passionskirche in kreuzberg im august 2022. das habe ich 2019 schon einmal gemacht, für november 2020. in der zwischenzeit wurde die welt in ein virus gehüllt, und anne clark hatte krebs. ich war unsicher, wusste nicht, ob ich das tun sollte, so einen zweiten anlauf nehmen. im grunde glaube ich mir das nicht, aber getan habe ich es doch.

manchmal lache ich, heimlich in mich hinein, mitunter auch laut, ist ja niemand hier. wenn ich auf twitter herumlese oder mich durch mein fratzenbuch treiben lasse. all diese fetzen von menschen, die ich zum größten teil gar nicht (mehr) kenne. ich lese, wie sie versuchen damit klarzukommen, dass auf nichts mehr verlass ist. weil sich immerzu die regeln ändern, im letzten moment. und es ist kein gott, der das tut, keine übergeordnete macht. es ist nur ein virus, ein einfaches vervielfältigungsprogramm ohne weitere absicht und sinn.

ich spüre das auch, und es reißt mich, immer wieder aufs neue, manchmal mehrfach am tag, tiefer sogar als manch anderer sich das vorzustellen vermag. das haltlose im leben, das ist das schwerste. und doch ist es das normalste, denn nichts ist jemals sicher. bis zuletzt.

lachen muss ich, weil mir manchmal bewusst wird, wie viele menschen jetzt leben und erleben, was ich als kind erfahren habe. keine sicherheit, niemals, keine verlässlichen regeln. jahrelanges gefangensein in der vorstellung anderer, ohne jeden ausblick in ein danach. ohne berechnen zu können auch, wie lange es so bleiben wird. diese permanente schieflage, das ist so anstrengend, kraftraubend. und die frage, ob ich es überhaupt überleben kann.

mein lachen ist erkenntnis und verstehen, keine belustigung, es hilft bei der bewältigung. und bei dem versuch, die welt ohne eine fixierung von schuld zu betrachten.

vermutlich ist bodenlosigkeit schlicht und einfach eine alltägliche wahrheit.

schreibarbeit

am abend nach der arbeit steige ich in heißes wasser, fast jeden tag. und da schlafe ich kurz ein, fast immer.

und ich träume. und ich weiß, dass ich träume.

das ist der moment.

dann stelle ich mich wieder auf, esse etwas und gehe zurück an die arbeit. die andere arbeit, bis ich ins bett falle. da träume ich wenig, immer weniger.

das ist schade.

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