am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

oh, mann!

ich schreibe mich in den wahn, und alles wird klarer dabei. ich tue fast nichts anderes. aber eben nur fast.

gestern zum beispiel war ich im baumarkt, das erste mal seit jahren. naja, monaten, aber egal. war ziemlch leer dort, ich hatte abr dennoch nicht wirklich die ruhe weg. immerhin weiß ich jetzt: es geht. durchaus auch öfter mal, wenn es dann wieder ans bauen geht. hoffentlich bald.

neue raspeln und feilen habe ich aber bei ebay bestellt. cooles zeug, profiqualität, nur ein wenig abgewrackt. zu lange lagerung vermutlich, aber das macht natürlich überhaupt nichts. werkzeug wird ja mit der zeit noch abgewrackter. als ich dann aber auf der homepage des anbieters war, man muss sich die guten verkäufer ja auch mal merken, da hat es mich dann doch mächtig ausgehebelt.

da steht: WERKZEUG FÜR ECHTE MÄNNER

im jahr 2020! ernsthaft?!

naja, dann eben nicht. die wollen mich derart überhaupt gar nicht als kundin. das können sie haben.

befreunden, beleben, bereichern

es ist nacht, schon wieder nacht. ich bin durch, so durch. alles. der tag hat mich zerlegt, in kleine teile und noch kleiner. so klein wie möglich, doch wer weiß das schon. innen in aufruhr und daher fast durchgehend unfähig mich zu konzentrieren ist mir vor allem die heutige arbeitszeit unendlich peinlich. das muss ich morgen zu retten versuchen, irgendwie, auch wenn es vermutlich keiner gemerkt hat. ich sitze allein, die ganze zeit.

es ist herbst, schon wieder ist herbst. ich würde es gern anders sehen, aber im supermarkt gibt es schon lebkuchen und pfeffernüsse. es gibt kein zurück. mir graust vor diesem herbst, diesem winter, mehr noch als sonst. es war ein schöner sommer, nicht zu heiß und recht entspannt. es war schön, aber es ist vorbei.

und so wird es nicht weitergehen, das ist absehbar. das lässt sich wohl nicht vermeiden. mir graust vor der dunkelheit und dem alleinsein, der monatelangen kälte, die da auf mich wartet. vermutlich. nicht vor der einsamkeit. einsam bin ich immer. aber so wie ich bin, bin ich auch gerne mal unter menschen. sitze oder stehe dabei, wenn andere einander befreunden, beleben, bereichern. es ist so schön, das zu sehen. ich muss dazu nichts beitragen, ich will es oft auch gar nicht. ich will es nur sehen.

doch das wird es wohl nicht geben.

vielleicht werde ich ein wenig bauen, endlich. sprechen mit dem werkzeug, leben mit dem material. dem holz, dem metall, den farben. das ist lange her, und es steht noch so viel aus.

so habe ich mein leben begonnen. mit der liebe zu den dingen, weil ich von der liebe der menschen nichts wusste. das gab es nicht, davon musste ich erst lesen. später, als ich es gelernt hatte. das lesen. als meine inneren welten darin, endlich, eine entsprechung fanden.

und weiß ich es jetzt? das mit der liebe? oder schreibe ich nur davon, tue so als ob?

gift

alles gerät aus den fugen und fügt sich wieder zusammen. hoffentlich. nicht neu zusammen, vielmehr wird es etwas neues sein. etwas ganz anderes, das ich sicher nicht beeinflussen können werde. nicht mehr, dazu ist es zu spät.

ich bin ja einverstanden, durchaus. ich habe sogar damit angefangen, nicht wissend, was ich damit anrichte. jetzt ist es viel, viel zu viel geworden. und es wird immer noch mehr.

ich muss damit leben, ohne frage. ich kann auch. ich will.

seit ein paar tagen kann ich es sehen, aus den augenwinkeln, ganz am rand noch oft. es bewegt sich, es lebt. doch ich kann es noch nicht fassen. nicht in worte, nicht einmal in gestotter. oder sinnvolle bilder. ich kann es nicht einmal berühren, aber es berührt mich.

ich saufe den text, ohne rücksicht auf verluste.

dann kommt der rausch, zwangsläufig.

dann die entgiftung.

alltag

manchmal, in diesen kleinen momenten, in denen alles zu schwer wird. nur einen augenblick lang, auch nur zwei oder drei kilo vielleicht, über die ich zu klagen habe. von den lebenslangen tonnenlasten rede ich nicht mehr, so gut we nie. die gehören dazu.

dann reitet mich manchmal der teufel, und ich denke, dass menschen empathiefähig wären oder zumindest interessiert. und dass das helfen könnte.

es mag an mir liegen, aber ich ernte in solchen momenten des anvertrauens vorwiegend korrekturen. und moral.

auch das muss ich mir merken: es gibt keine hoffnung. es gibt keinen trost. es gibt keine menschen für mich.

merksatz

früher einmal, da war dieses internet ein ort der begegnung, des austauschs auch, wo man leben und erleben teilte. aber das ist lange her, und das waren blog.

dieses facebook heute, das ist einfach kein ort.

das darf ich nie vergessen.

rad

wenn ich mal eine nacht nicht so richtig schlafe, also so richtig schlecht schlafe, nicht einfach nur wenig. wenig schlafe ich ja meistens. wenn ich ausnahmsweise mal stundenlang wachliege, weil sich etwas im hirn dreht, das nicht mit dem buch zu tun hat, mit kreativen ideen und deren entwicklung. wenn die alten geschichten auferstehen und sich wieder einmal mit mir beschäftigen wollen. wenn es mir doch wieder über die bettdecke turnt, was sich nicht erzählen lässt. die wahrheit, die ich nicht vergessen kann. die ich dann doch zu erzählen versuche, immer und immer wieder. obwohl doch niemand da ist, niemals. wenn ich also deshalb einfach nur nicht einschlafen kann.

dann nimmt mir das schnell alle kraft, so eng ist es inzwischen. dass ich einen ganzen tag brauche, um mich davon zu erholen. rein physisch. was in der zeit in meinem hirn abgeht, keine ahnung. ich muss nicht mehr immerzu hören auf diesen wahn. immerhin. so vieles davon ist falsch.

gestern war das, die nacht auf mittwoch. und jetzt ist donnerstag, richtig? nein, freitag! langsam geht es wieder.

als ich mein altes rad von der reparatur aus potsdam zurückgeholt habe, letzten samstag war das. so stolz bin ich auf das ding, das jetzt schon über vierzig jahre bei mir ist. da sagt der typ in dem ladendoch glatt: irgendwann blaucht mal eben ein neues. tatsächlich, das war sein einziger kommentar. und ich versuche ich herauszureden, dass ich es selten benutze und außerdem mehr als nur ein weiteres habe. was völliger quatsch ist, denn das eine ist ein rennrad und das andere ein spazierrad. soll heißen cruiser. letztes ist also irgendwie alltagtauglich, aber de facto sauschwer und klobig.

ich weiß das. und es ist so, dass ich vor einiger zeit bereits begonnen habe, mich nach einem neuen umzusehen. wenig zielstrebig und ohne großen druck dahinter. weit gekommen bin ich damit zunächst auch nicht.

kürzlich habe ich es dann aber gefunden, mein wunschrad. (nicht mein traumrad, das ist ein anderes, aber das macht derzeit keinen sinn. ich wüsste nicht, wohin damit.) eher zufällig, gesucht hatte ich nicht. trotzdem habe ich mich ziemlich schnell verliebt.

mehr verrate ich nicht. nur soviel: es hat strom und wiegt trotzdem lediglich vierzehn kilo. (leichter ist nur mein rennrad.) ich kann es in kupfer oder in petrol haben. wenn ich wirklich will.

will ich das? das schwere hinter mir lassen und mit ein bisschen mehr saft vorausfahren.

schreibzeit (49)

langsam verschwindet die schwüle aus der wohnung, das ist gut. auch die nächte werden wieder erträglich. draußen ist es still, es sind wenig menschen unterwegs.

es regnet. so einfach ist das.

irgendwo in mir ist dieser tage etwas gebrochen. ein kleiner knacks nur, der vor allem schärfe in die luft gebracht hat. eine gewisse klarheit. ich erkenne die umrisse, die zusammenhänge der vergangenen fünf bis sieben jahre. der schreibzeit also, die bald zuende geht. wenn die story dann raus aus mir, sich öffnen wird in die welt. ich sehe, was mein ist daran.

ich bin erschrocken, und es ist doch erst der anfang. vermutlich.

ich bereite mich vor auf das, was kommt. ich weiß bescheid, ich kenne das. und ich darf es nicht übertreiben, wie schon einmal. doch ich bereite mich vor, kopfüber zu hängen und in die tiefe zu tauchen. und dort zu bleiben, mir zu greifen, da unten, was ich nur greifen kann.

es wird nicht reichen, es ist nie genug. auch das weiß ich. ich kann nur tragen, was ich gerade eben so tragen kann.

doch ich freue mich darauf, den kern zu treffen, letztendlich, seinen reichtum zu erkennen.

einen augenblick lang.

bonding (121)

viel arbeit in den letzten tagen vor urlaubsende, dafür bin ich aber jetzt auch so in etwa halb durch. das ist viel mehr als ich erhofft hatte. dabei musste sogar ein kapitel aufgebrochen und in zwei neue hinein strukturiert werden. das war anstrengend, doch jetzt schon sehe ich, dass es sich auf jeden fall gelohnt hat. so kann, so darf es gerne weitergehen. die richtung stimmt, und ich hege die hoffnung, dass die zweite hälte ein klein wenig einfach zu überarbeiten ist. da war ich mehr drin, hab nicht mehr so viele unsicherheiten einfach mal eingebaut. weil ich besser noch nicht wusste.

am ende taucht aber immer auch das eigene wieder auf. ganz egal, wie weit man sich entfernt hat von sich und der eigenen geschichte. am ende ist sie wieder da und schreibt sich ein in den text. das ist so wunderbar wie auch komplex, denn es ist immer auch das eigene, das den text doch noch zerstören könnte. dennoch ist es nicht zu verhindern, zumindest kann ich das nicht.

also folge ich auch dem sog, der jetzt entsteht. ich kann nicht anders. wenn ich nicht schreibe, versuche ich zu ergründen, was ich mit dem text angerichtet haben könnte, in mir und meinem leben. womit ich womöglich in folge zu rechnen habe.

ich bin zu müde, um das jetzt hier näher auszuführen. und ich habe es auch noch längst nicht verstanden, doch bislang sieht es gut aus. es scheint alles richtig gewesen zu sein.

zu hause

kaum wieder in neukölln, schon dreht sich alles ein wenig schneller. noch nicht allzu schnell, aber immerhin. das bloggen kommt bereits zu kurz. das allin gefällt mir schon nicht.

es gibt dinge zu tun, ja. das ist so, hier liegt immerzu irgendetwas unerledigt herum. meistens jede menge davon. es gibt verabredungen einzuhalten, und in dieser woche waren es zwei besonders exquisite, die mich großartig erfreut haben. (wenn ich auch die eine nicht so gut gemeistert habe, im nachhinein betrachtet.) auch das schreiben kommt nicht zu kurz, niemals. ich bleibe dran; ich muss, weil ich will.

doch die erschöpfung bleibt ständig in reichweite, trotz urlaub, trotz coronabedingter menschenleere um mich. immer noch habe ich kaum termine mit menschen, jetzt schon seit monaten. eine weile halte ich durch, mal mehr und mal weniger. dann geht mir die kraft aus, meistens sehr plötzlich. der rest kann dann nur noch mit aktivem kraftaufwand bewältigt werden, ohne freude meiustens und außer atem.

nur das schreiben, das geht immer. auch in größter erschöpfung, in teilen ist es sogar am besten so. (wenn das mal nicht trügt.)

mir geht das dicke fell aus, mit dem ich üblicherweise meinen alltag kaschiere. ohne das sehe ich durch alles hindurch, spüre das denken und fühlen der anderen, nah oder fern. ich höre, bis in meine träume. ich träume.

dieses fell wird nicht mehr wachsen, fürchte ich. seit jahren schon schwindet es, und übrig bleibt diese feine struktur, in der ich gezeichnet bin. die mich nicht retten wird, am ende. und die mich gerettet hat, mein ganzes leben schon.

ein erfolg noch lässt sich vermelden: der optikerärger ist endlich bestmöglichst beendet. (hatte ich gar nicht erzählt? ach naja, egal.) nach vier, sechs, vielleicht sogar acht wochen verfüge ich nunmehr über eine bildschirmbrille, die wirklich funktioniert. hallelujah! so gut war die atrbeit in den ganzen vergangenen jahren nicht. (also vielleicht liegt diese ganze erschöpfung auch nur an der ständigen augenanstrengung?)

und morgen fahre ich nach babelsberg und hole das rad.

nach hause.

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