nachdenken über geld und zeit. und über die unfähigkeit, mein leben so zu organisieren, daß ich meine arbeit machen kann. trotzdem schreiben.
so gehen die jahre.
weiter am exposé geschrieben, stundenlang. drei seiten, die die hölle sind, gegen hunderte von seiten, die der roman irgendwann haben wird. irgendwie kaum zu begreifen.
die ersten zwei seiten in der letzten woche, wo es erstmal nur um inhaltliches ging, waren überraschend leicht, beinah ein spaziergang. das rächt sich nun, wo es auf der letzten seite um aufbau und struktur geht, um darstellung und erzählstil und all das. woher soll ich das wissen, jetzt schon? ich hab kaum die hälfte geschrieben, ich habe doch nur vorstellungen und lust. wie soll das auf eine seite?
jetzt muß ich ein wenig träumen. dringend.
es ist ganz einfach. ich muß einen weg finden, das ende mai angefangene buch zu ende zu schreiben. es wird ein gutes buch. es wird von familie handeln, vom scheitern darin und vom leben. vom lieben auch, von begegnung. ich muß einfach. dann wird es besser, ganz sicher.
so denke ich zumindest.
das mit dem namen habe ich gelassen. der, der da steht, ist der richtige für diese person. ein wahnsinn, das jetzt ändern zu wollen. später vielleicht, einstweilen geht es so weiter.
gestern eine halbe seite, heute weiter bis zur fünften, es geht also voran im achten kapitel. das ist gut, kommt mir aber mickrig vor. andererseits überwältigend, de facto verwirrend. sehr. zum wiedereinstieg in den text habe ich tief gerührt in dem instrument, das ich bin. zu wild vielleicht, zu tief in den urgrund gestoßen. ich bin überrascht, plötzlich, wie trunken.
mich also wiedergefunden, aus dem text gerissen, im letzten moment, umgeben von einem zustand, der jahrzehnte zurückliegt. kein unbekanntes sein, ende zwanzig, anfang dreißig, irgendwo zwischen wuppertal und england. so war das, damals, so fühlte es sich an. aber was?
das ist eine neue art der erinnerung, die nicht aus mir zu wachsen scheint, sondern mich umgibt, für eine weile nur, eine gewisse zeit. dann verfliegt er wieder, ich weiß es noch während ich mich daran berausche. wie ein duft oder ein hauch, der dennoch tief eindringt. ohne spuren zu hinterlassen.
jetzt ist es wieder weg. (und läßt sich kaum mit worten fassen, daß es das noch gibt.)
ich bin nicht die, über die ich schreibe, in deren namen ich spreche. ich bin etwas anderes, zum teil etwas sehr anders. ich habe keine kinder, diese verantwortlichkeit ist mir fremd. meine sehnsucht nach familiärem zusammenhalt oder auch nur nach erklärungen diesbezüglich ist gering, im grunde nicht mehr existent. ich suche nicht nach verbindlichkeiten, die sich über jahre erstrecken, vertiefen. oder irre ich da?
nein, ich bin anders, weil ich es will. meistens jedenfalls, das ist mein recht, mein verdienst. doch wir teilen eine traurigkeit, soviel habe ich verstanden. wir teilen diese verlassenheit. das verbindet uns.
jetzt: lassen. es lassen.
pause gemacht, viel zu lange. doch da war arbeit plötzlich, schöne und gute arbeit, sauber bezahlt. das muß dann eben sein. dazwischen wachsen die zweifel, an mir und am text vor allem. dieser text, so grob noch, so roh, der mir dennoch mehr und mehr entgleiten mag. ich greife nach den letzten fetzen, nach der figur zum beispiel, deren namen ich leider unbedingt ändern muß. nicht weil ich das so gerne will, im gegenteil, der jetzige name ist mehr als gelungen. aber weil ich jemanden kenne, der so heißt. eigentlich kein problem, so dachte ich die ganze zeit. und konnte nicht aufhören, das zu denken. es ist also doch ein problem, es beißt mich einfach, das ist blöd.
ich suche also einen kurzen, möglichst nur zweisilbigen namen, der nicht auf a endet und nicht besonders modern ist. ich finde zwei, einen der formal paßt, sich gut spricht und auch eine bedeutung hat, wenn man nachschlägt. einen anderen, der mir paßt, der sich auf verschiedene weise kürzen läßt, facettenreich also, der aber in der grundform nicht klingt. was nun? über nacht sollte ich das klären, wenn ich morgen weiterschreiben will.
das achte kapitel, da spielt dieser name eine rolle. es geht um den mond, vielleicht. und die liebe.
ganz vergessen. das siebte kapitel, die grobfassung, ist erstmal fertig soweit. gestern schon, gestern nachmittag.
heute war mietschreiberei angesagt. (gar nicht so einfach, schnell mal eben etwas sehr kurzes zu einem thema zu schreiben, mit dem man sowieso vertraut ist. oder vertraut zu sein scheint. eine umstellung auf jeden fall.) und anderes zeug. am abend dann festivaleinstimmung und ab donnerstag gehts ins tangoparalleluniverseum. (es sind noch plätze frei und soweiso: 4 x abends milonga, bis einschließlich sonntag.)
mit schreiben ist also erstmal pause für ein paar tage. oder mentales einatmen, wie soll ich sagen, tango ist ein teil davon.
aber ja doch, ja. ab nachmittag bei der arbeit, gestern auch schon und vorgestern. ein kurzes kapitel nur, das siebte, keine fünf seiten. aber eines der schwersten bislang, vermutlich das mittlere. das impliziert eine wende, von der ich noch nicht weiß, ob es sie geben wird. ob es sie geben muß. das wird es sein, warum ich so müde bin.
das und das wetter.
das und das thema. (daran führt kein weg vorbei.) also ist planung angesagt, dringend. zögerlich habe ich damit begonnen, die folgenden kapitel zu sortieren, zu strukturieren. das meiste liegt dennoch unklar. (es wird sich finden.) ich muß den punkt suchen, auf den es hinausläuft. den endpunkt als fluchtpunkt. (obwohl es darauf nicht ankommt.)
doch das soll hier nicht verraten sein.
gestern geschludert, einfach gar nichts am text gemacht, nicht einmal hineingesehen. heute dann das getan, was anstand, irgendwann am nachmittag. fleißarbeit, die sein muß. ich mag das manchmal, und heute sogar sehr. jetzt ist kapitel sechs in grobfassung ausgedruckt und abgehefet. ein weiteres stück strecke also, das gelegt ist, boden, der tragfähig sein wird. hoffe ich. ich weiß schon, wie es weitergeht.
ich weiß, das muß scheußlich klingen, diese abzählerei hier, wie das abtragen von material. so ist es zwar nicht, ganz und gar nicht, aber das ist es eben auch. handwerklicher grobschliff. ich weiß nicht, wie ich das auf die schnelle anders darstellen könnte. vor allem bleibt wenig zeit, jetzt ist es auch schon wieder so spät. ich bin müde. und zweifle auch selbst, immer wieder.