am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

paper work

nachts dagegen liege ich wach, träume fast und finde, ohne zu suchen. endlich das richtige wort, der name für die eine, nicht unwichtige figur in dem aktuellen text. (wieviele hatte ich schon versucht und verworfen? fünf? oder sechs? jetzt stimmt es, ich bin sicher. endlich.) und den ansatz, um die eine wichtige szene, die wichtigste eigentlich, bis zum anschlag zu dehnen.

notieren, mitten in der nacht. also nicht einschlafen, immer noch einmal schnell wach werden. licht machen, aufschreiben. lesbar schreiben, das vor allem.

umsetzen muß ich das alles ein anderermal, noch steht mehr mietschreiberei an, morgen, übermorgen und freitag. dann kommt besuch. und dann wieder mietschreiberei am montag und dienstag, wenigstens. danach sollte ich durch sein für dezember, so ungefähr zumindest.

wie es aussieht werde ich in den lücken zwischendrin wann immer es geht mit dem kopf in papier verschwinden. weil ich anders nicht kann. so ungefähr:

weil ab morgen wieder fremdarbeit ansteht, in den letzten drei tagen mit kraft durch den text geackert. nicht schnell, nicht schluderig, aber eben durch. punktgenau. damit ich gedanklich (oder wie auch immer) nicht noch mitten drin hänge, während ich anderes zeug schreiben muß. das ist nicht gut, aber anders geht es nicht. jetzt ist der kopf leer, das herz auch. ich habe keine wahrnehmung, ob das funktioniert oder was das überhaupt sein könnte, was da nun auf vierzehn seiten steht. eine erste, eventuell lesbare fassung, mehr nicht. und romanstoff eigentlich, das habe ich in letzter zeit so manches mal gedacht, den ich da in ein kurzes erzählformat runtergekocht habe. eine art märchen, das denke ich immer noch. vielleicht eine art märchen.

jetzt ist pause, bis ungefähr weihnachten. weg mit dem text. raus aus dem kopf und alles vergessen. mal sehen, ob ich das durchhalte.

den ganzen tag mit der bleischwere des aufwachens herumgegeistert. überhaupt nur aufgestanden, weil da irgendwann die idee von der pfeilspitze in der kehle auftauchte. das paßt in den text und rettet mir die schöne idee von den heften zwischen den fremden büchern. bislang stand die auf der kippe, weil sie trotz aller bemühungen recht sinnfrei blieb. aber so geht es. wer keine stimme hat, schreibt in hefte. ganz einfach.

drei seiten von dreizehn. gekürzt und gestrichen. es wird.

vorsichtig gesprochen: die erste lesbare textversion steht. auf wackeligen beinen, aber dennoch. jetzt: recherche über klingen aller art, messer, dolche, speere usw. außerdem über stände, gilden und zünfte.

das ist mein gewerk.

es wird nacht und nächter, wenn ich in den text einsteige, weil ich anders nicht kann. so war es immer, gegen alle zweifel und die ständige unzufriedenheit. ich kann eben nur schreiben, nichts sonst.

überall im text nehme ich die moral heraus. die kausalzusammenhänge auch, kaum ein »doch« oder ein »aber« bleibt. das legt die gefühle frei, jenseits aller irrtümer, ihnen zuwider sogar. und das, ohne es zu benennen.

am ende eines tages am schreibtisch bin ich erschöpft, als hätte ich den ganzen tag physisch gearbeitet. sagt paul auster gerade zu charlotte rampling in the look, so ungefähr zumindest. und ich kann das bestätigen. heute über acht stunden in wenig mehr als zwei seiten geschürft. fündig geworden.

fünf von zwölf seiten überarbeitet, wort für wort durch den text. hier und da auch geschnitten und neu montiert, dementsprechend passende anschlüsse geschaffen.  gekürzt natürlich, immer wieder gekürzt. das gehört diesmal dazu. es eine herausforderung, einen text voranzutreiben, der kaum länger werden darf. und dabei doch etliche wichtige elemente einzufügen, die bislang kaum oder gar nicht vorkommen.

nicht schlecht für einen tag, der mit pochenden nacken- und kopfschmerzen begonnen hat. im grunde sogar gut so.

geschichten gibt es so viele, sie kommen und gehen. ja, die meisten gehen wieder, wortlos. bleiben können sie nur, wenn die tür zum nächsten abgrund sich öffnet. das ist der anfang, das ist das zeichen. dem muß folge geleistet sein.

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