am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

und dann ist da dieser moment, in dem es irgendwo leise knackt. wenn auf einmal klar ist, daß der text nicht mehr komplett zerbrechen kann. über die qualität ist damit noch wenig gesagt. das ist arbeit, können und kunst. geschenk auch. das wird sich zeigen. aber er zerfällt nicht mehr, der text, aus versehen oder aufgrund mangelnder kraft meinerseits.

das war heute. gegen drei.

überhaupt lief alles besser als erwartet. erst über 1000 zeichen weggekürzt, mehr so nebenbei, weil es nötig war. (gut.) dann die letzten zwei seiten überarbeitet, zweimal. wichtige seiten. mittendrin übrigens, das ist auch neu. das ende war ja gestern schon dran.

keine schlechte idee, alle vermeintlichen verpflichtungen für heute von grund auf zu vergessen und gleich in die anstehende arbeit einzutauchen. heute also zirka zehn stunden im text geschwommen. immer noch weiß ich nicht, ob es besser wird. hier und da ganz sicher. und es wird, das steht fest. für morgen heißt es, eine (v)erträgliche syntax für das kurze dialogstück zu finden. ich hadere vor allem mit den zeichen. aber wie sonst?

bei ágota kristóf finde ich anstriche. die bachmann arbeitet in malina mal ohne alles, einfach nur im wechsel. dann wieder wie für die bühne: sprecher, doppelpunkt und text. ich  weiß einfach nicht.

endlich doch wieder in den text gefunden. noch nicht ganz vielleicht, es bleibt diese unzufriedenheit, wie immer. nein, wie manchmal, aber immer wieder eben. zwischendrin. das muß wohl so sein. beim schreiben.

schreiben ist atmen. man kann es, dennoch wird es besser, wenn man im training ist.

fünf seiten durchgegangen. und zum glück festgestellt, daß ich die handschriftlichen notizen von anfang des monats fast alle vollständig entziffern kann. so kann ich arbeiten. schwein gehabt.

noch zwei tage, dann bin ich da durch. und danach wieder papier. feinschliff würde ich sagen.

paper work

nachts dagegen liege ich wach, träume fast und finde, ohne zu suchen. endlich das richtige wort, der name für die eine, nicht unwichtige figur in dem aktuellen text. (wieviele hatte ich schon versucht und verworfen? fünf? oder sechs? jetzt stimmt es, ich bin sicher. endlich.) und den ansatz, um die eine wichtige szene, die wichtigste eigentlich, bis zum anschlag zu dehnen.

notieren, mitten in der nacht. also nicht einschlafen, immer noch einmal schnell wach werden. licht machen, aufschreiben. lesbar schreiben, das vor allem.

umsetzen muß ich das alles ein anderermal, noch steht mehr mietschreiberei an, morgen, übermorgen und freitag. dann kommt besuch. und dann wieder mietschreiberei am montag und dienstag, wenigstens. danach sollte ich durch sein für dezember, so ungefähr zumindest.

wie es aussieht werde ich in den lücken zwischendrin wann immer es geht mit dem kopf in papier verschwinden. weil ich anders nicht kann. so ungefähr:

weil ab morgen wieder fremdarbeit ansteht, in den letzten drei tagen mit kraft durch den text geackert. nicht schnell, nicht schluderig, aber eben durch. punktgenau. damit ich gedanklich (oder wie auch immer) nicht noch mitten drin hänge, während ich anderes zeug schreiben muß. das ist nicht gut, aber anders geht es nicht. jetzt ist der kopf leer, das herz auch. ich habe keine wahrnehmung, ob das funktioniert oder was das überhaupt sein könnte, was da nun auf vierzehn seiten steht. eine erste, eventuell lesbare fassung, mehr nicht. und romanstoff eigentlich, das habe ich in letzter zeit so manches mal gedacht, den ich da in ein kurzes erzählformat runtergekocht habe. eine art märchen, das denke ich immer noch. vielleicht eine art märchen.

jetzt ist pause, bis ungefähr weihnachten. weg mit dem text. raus aus dem kopf und alles vergessen. mal sehen, ob ich das durchhalte.

den ganzen tag mit der bleischwere des aufwachens herumgegeistert. überhaupt nur aufgestanden, weil da irgendwann die idee von der pfeilspitze in der kehle auftauchte. das paßt in den text und rettet mir die schöne idee von den heften zwischen den fremden büchern. bislang stand die auf der kippe, weil sie trotz aller bemühungen recht sinnfrei blieb. aber so geht es. wer keine stimme hat, schreibt in hefte. ganz einfach.

drei seiten von dreizehn. gekürzt und gestrichen. es wird.

vorsichtig gesprochen: die erste lesbare textversion steht. auf wackeligen beinen, aber dennoch. jetzt: recherche über klingen aller art, messer, dolche, speere usw. außerdem über stände, gilden und zünfte.

das ist mein gewerk.

es wird nacht und nächter, wenn ich in den text einsteige, weil ich anders nicht kann. so war es immer, gegen alle zweifel und die ständige unzufriedenheit. ich kann eben nur schreiben, nichts sonst.

überall im text nehme ich die moral heraus. die kausalzusammenhänge auch, kaum ein »doch« oder ein »aber« bleibt. das legt die gefühle frei, jenseits aller irrtümer, ihnen zuwider sogar. und das, ohne es zu benennen.

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