durch den text gepflügt, eher eilig als eifrig. einzig darauf aus, die grobe arbeit hinter mich zu bringen. endlich. an manchen stellen nur einzelne bretter ausgelegt, in dem schlamm geworfen quasi, um später den weg wiederzufinden. morgen oder übermorgen, wenn alles wieder feiner wird. wort für wort. und ohne ein wort, wann immer es geht. wenn es also heißt, die intime wirrnis der nacht einzupflegen in die bei tag angelegten logischen linien. wer weiß.
unter tage
beinah sieht es so aus, als schriebe ich an einem märchen. ganz sicher bin ich nicht, noch fehlt mir der überblick. eben habe ich immerhin den anfang gesetzt, endlich. zu mehr war ich aber nicht in der lage, aktuell ist doch nur matsch im hirn. so ist das eben, ich stecke mitten in der müßigen und unbefriedigenden arbeit des verzweifelten herumschnippelns und herumschiebens im text. fürchterlich. linien suchen, linien finden, linien verwerfen. aber noch keine möglichkeit, kein raum, die linien auch zu entwickeln. zum kotzen. (zum trost dann noch ein paar zeilen der seite erstgeglättet, so zwei drittel vielleicht. das war gut.vor allem, weil es kürzen war. kürzen ist immer ein gutes zeichen.)
ein märchen also, ein stadtmärchen, ein mordmärchen. noch dazu in brocken aus der nacht geschöpft. keine ahnung, was das wird. aber wenn, dann wäre das ein eigenartiger kreis, der sich da schließt. beinah etwas wie ein anfang. womöglich.
sichten, schieben, sorieren und dann schreiben, schreiben, schreiben. spät am tag damit anfangen, vor lauter angst, im dunkeln erst, und dann nicht mehr aufhören können. diese eigenartige vorgehensweise – hinten anfangen und den anfang zu anfang noch so gut wie gar nicht zu kennen – verusacht eine große wirrnis, die mich partiell rasend macht. ordnung ist nicht das halbe leben. ordnung ist gar kein leben. aber ordnung ist grammatik. ordnung ist sogar erzählen, zu einem gewissen grad. ordnung muß sein.
leider.
wie der traum in mein schreiben zurückgefunden hat. und die nacht, die klarheit, die flüchtigkeit. wie das absurde sich sich öffnet, wie noch nie. weil es anders nicht zu fassen ist. immer habe ich im schreiben den humor vermißt. jetzt ist klar, daß er dort böse wird, mehr als das. grotesk eben, hinterhältig und präzise. in allem, im guten wie im schlechten. das hätte ich auch wissen können, schon lange.
ebook bauen (28)
mit dem technischen kram ist zwar das buch fertig, aber die arbeit ist dennoch noch lange nicht getan. im gegenteil, jetzt will das ding bekannt gemacht werden. ich wäre nicht ich, ich würde mich nur schlecht kennen, wenn ich nicht von anfang an gewußt hätte, daß das für mich der schwerste part wird. so hat es nun sage und schreibe drei wochen gedauert, bis ich endlich eine erste offizielle vorstellung präsentieren kann.
weiter bei worte an sich, einem anderen blog von mir -> Kurz- und Kürzestgeschichten aus 25 Jahren erschienen
mehr dann morgen. (oder übermorgen oder so. wann auch immer. zum glück kommt es bei ebooks nicht so darauf an. sie beanspruchen schließlich keinen lagerraum und sind dementsprechend keine saisonware. und das steht mir eh besser.)
frozen roses
dieser eigenwillige text, der mir derzeit in der nacht zuwächst, überrascht mich nicht nur dadurch, daß er dennoch zu thema und handlung und beinah auch einen plot findet, sondern vor allem durch die art seines entstehens. nicht nur, daß ich mit der hand schreibe, zur ersten mal seit jahren, weil es anders nachts nicht geht. auch nicht, daß ich ihn erst einmal in zusammenhanglosen fetzen herunterreiße, obwohl gerade dort die andersartigkeit beginnt.

beim durchsehen des gesamttextes heute, im licht des tages und ausgedruckt auf papier, war natürlich schnell klar, daß das, was am anfang steht, nicht dort bleiben kann. und daß vieles überhaupt nicht bleiben kann, auch nicht bleiben wird. mit schere und pinsel habe ich gearbeitet, mit hobel, säge und tackernadeln. nichts paßt, weder vorne, noch hinten. doch das beste ist: es macht nichts. ich sichte und ordne, in aller ruhe, und es ist in ordnung. ohne frage. es ist alles längst in ordnung.
in meinem notizbuch lese ich außerdem von einer gefrorenen rose und einem barmann. die beiden wollte ich auch noch einbauen, ich weiß nicht mehr wie, das war ganz zu anfang, vor wochen. ich hatte das längst völlig vergessen, und ich glaube, daß es jetzt auch nichts mehr wird damit. das bleibt also übrig, für später. für andere geschichten.
transformationsprozesse

eigenartig, dieser rückfall in alte transkriptionstechniken. aber anders wäre es nicht möglich, festzuhalten, was mir mitten in der nacht, im halbschlaf, in den sinn kommt. nichts, absolut gar nichts, würde ansonsten bleiben davon. und genau genommen bin ich schon froh, wenn später am tag in etwa entziffern kann, was ich da ohne brille und mit wenig licht zusammengeschmiert habe. wenn ich in dem gekrakel den gedanken wiedererkennen und wiederaufnehmen kann. das allein ist genug, dafür gibt es papier. dafür muß ich ein notizbuch haben, wo immer ich bin. lesen und schreiben, alles andere ist luxus.
acht seiten nächtlich zusammengesponnenes zeug, zusammenhangslose fetzen. von hinten scheint langsam eine geschichte hindurch, eine ganz kleine nur. ein mord ohne lösung, für mehr reicht es nicht. soll ja auch nicht lang werden, so vierzehn, fünfzehn seiten vielleicht. zeit also, an die struktur zu gehen. an die arbeit.
die novelle muß einstweilen ein bißchen warten, ist ja nicht das erste mal. aber wer weiß.