am ende eines tages am schreibtisch bin ich erschöpft, als hätte ich den ganzen tag physisch gearbeitet. sagt paul auster gerade zu charlotte rampling in the look, so ungefähr zumindest. und ich kann das bestätigen. heute über acht stunden in wenig mehr als zwei seiten geschürft. fündig geworden.
unter tage
fünf von zwölf seiten überarbeitet, wort für wort durch den text. hier und da auch geschnitten und neu montiert, dementsprechend passende anschlüsse geschaffen. gekürzt natürlich, immer wieder gekürzt. das gehört diesmal dazu. es eine herausforderung, einen text voranzutreiben, der kaum länger werden darf. und dabei doch etliche wichtige elemente einzufügen, die bislang kaum oder gar nicht vorkommen.
nicht schlecht für einen tag, der mit pochenden nacken- und kopfschmerzen begonnen hat. im grunde sogar gut so.
durch den text gepflügt, eher eilig als eifrig. einzig darauf aus, die grobe arbeit hinter mich zu bringen. endlich. an manchen stellen nur einzelne bretter ausgelegt, in dem schlamm geworfen quasi, um später den weg wiederzufinden. morgen oder übermorgen, wenn alles wieder feiner wird. wort für wort. und ohne ein wort, wann immer es geht. wenn es also heißt, die intime wirrnis der nacht einzupflegen in die bei tag angelegten logischen linien. wer weiß.
beinah sieht es so aus, als schriebe ich an einem märchen. ganz sicher bin ich nicht, noch fehlt mir der überblick. eben habe ich immerhin den anfang gesetzt, endlich. zu mehr war ich aber nicht in der lage, aktuell ist doch nur matsch im hirn. so ist das eben, ich stecke mitten in der müßigen und unbefriedigenden arbeit des verzweifelten herumschnippelns und herumschiebens im text. fürchterlich. linien suchen, linien finden, linien verwerfen. aber noch keine möglichkeit, kein raum, die linien auch zu entwickeln. zum kotzen. (zum trost dann noch ein paar zeilen der seite erstgeglättet, so zwei drittel vielleicht. das war gut.vor allem, weil es kürzen war. kürzen ist immer ein gutes zeichen.)
ein märchen also, ein stadtmärchen, ein mordmärchen. noch dazu in brocken aus der nacht geschöpft. keine ahnung, was das wird. aber wenn, dann wäre das ein eigenartiger kreis, der sich da schließt. beinah etwas wie ein anfang. womöglich.
sichten, schieben, sorieren und dann schreiben, schreiben, schreiben. spät am tag damit anfangen, vor lauter angst, im dunkeln erst, und dann nicht mehr aufhören können. diese eigenartige vorgehensweise – hinten anfangen und den anfang zu anfang noch so gut wie gar nicht zu kennen – verusacht eine große wirrnis, die mich partiell rasend macht. ordnung ist nicht das halbe leben. ordnung ist gar kein leben. aber ordnung ist grammatik. ordnung ist sogar erzählen, zu einem gewissen grad. ordnung muß sein.
leider.
wie der traum in mein schreiben zurückgefunden hat. und die nacht, die klarheit, die flüchtigkeit. wie das absurde sich sich öffnet, wie noch nie. weil es anders nicht zu fassen ist. immer habe ich im schreiben den humor vermißt. jetzt ist klar, daß er dort böse wird, mehr als das. grotesk eben, hinterhältig und präzise. in allem, im guten wie im schlechten. das hätte ich auch wissen können, schon lange.
ebook bauen (28)
mit dem technischen kram ist zwar das buch fertig, aber die arbeit ist dennoch noch lange nicht getan. im gegenteil, jetzt will das ding bekannt gemacht werden. ich wäre nicht ich, ich würde mich nur schlecht kennen, wenn ich nicht von anfang an gewußt hätte, daß das für mich der schwerste part wird. so hat es nun sage und schreibe drei wochen gedauert, bis ich endlich eine erste offizielle vorstellung präsentieren kann.
weiter bei worte an sich, einem anderen blog von mir -> Kurz- und Kürzestgeschichten aus 25 Jahren erschienen
mehr dann morgen. (oder übermorgen oder so. wann auch immer. zum glück kommt es bei ebooks nicht so darauf an. sie beanspruchen schließlich keinen lagerraum und sind dementsprechend keine saisonware. und das steht mir eh besser.)