am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

ein wochenende voller pc-basteleien und partynächte. (gut, es war nur eine nacht, aber das reicht ja in meinem alter.) dazwischen phasenweise in den text gesunken, sehr eigenartig. nicht der reihe nach, eine seite nach der anderen, also textchronologisch, was in dem fall ohnehin kaum möglich ist. da folgt nichts auf alles und alles auf nichts. statt dessen bin ich den strängen gefolgt, den geschichten und beschreibungen. den begegnungen zum beispiel, den umgebungs- und ritualskizzen und dem mord natürlich. (ist es ein mord?)

verschollene vergangenheit, unklare gegenwart, nicht fixierte zukunft. das alles einzeln auf die wäscheleine gehängt, zum trocknen über nacht. vielleicht bleibt noch die zeit für eine letzte chronologische kontrolle, schließlich ist da viel, das ich noch mit leichter hand geändert habe. kleinigkeiten im grunde, interpunktion und wortwechsel, selten mal ein ganzer satz. wie schön es ist, den text wieder leichter zu machen gegen ende, den druck herauszunehmen. wie die wendungen und bewegungen klein werden, weil alles stimmt. oder zumindest das meiste.

aber wer weiß. tatsächlich bin ich längst abgetaucht in die textmelodie, verschwunden und verschollen. ab hier gibt es kein entkommen, da heißt es: vorsicht. auch die besten, dichtesten texte können zerstört werden, jederzeit, wenn auch einzig durch ihre verfasser.

auch beim schreiben die dinge transparent übereinender denken. oder hören, wie in der musik. nichts ist jemals linear.

den tag vertrödelt, durch den text mehr getaumelt. so sind die nächte im winter, so brauche ich das. ob das aber gut gehen kann? vieles ist gelb geworden, im text markiert, um morgen ein weiteres mal überdacht, ergänzt, vertieft oder verworfen zu werden. normalerweise gilt, daß problematische stellen eher gekürzt als verstärkt werden müssen. aber ich weiß nicht, diesmal. es wird eng, viel zu dicht, um sich fehler erlauben zu dürfen.

so weit bin ich noch selten gegangen.

es gibt keine heimat. nur in den worten, die mir nicht gehören. und die nicht reichen wollen, für ein leben.

immer wieder in den text, der mich mehr und mehr aufkocht. etwas daran stimmt, offensichtlich. aber er ist wohl doch schrecklicher geworden, als ich beabsichtigt hatte. rücksichtslos schleift er mich durch den tag. der mann, der mich im supermarkt an die schulter gefaßt hat, weil er den laden ohne etwas zu kaufen verlassen wollte, hat es sicher nicht gemerkt. der schreck ließ mich nicht zusammenzucken. aber wie es mich langsam durchfuhr, bis in den magen. da war der mann schon lange weg.

im text dagegen wartet eine eigenartige ruhe. trügerisch.

und dann ist da dieser moment, in dem es irgendwo leise knackt. wenn auf einmal klar ist, daß der text nicht mehr komplett zerbrechen kann. über die qualität ist damit noch wenig gesagt. das ist arbeit, können und kunst. geschenk auch. das wird sich zeigen. aber er zerfällt nicht mehr, der text, aus versehen oder aufgrund mangelnder kraft meinerseits.

das war heute. gegen drei.

überhaupt lief alles besser als erwartet. erst über 1000 zeichen weggekürzt, mehr so nebenbei, weil es nötig war. (gut.) dann die letzten zwei seiten überarbeitet, zweimal. wichtige seiten. mittendrin übrigens, das ist auch neu. das ende war ja gestern schon dran.

keine schlechte idee, alle vermeintlichen verpflichtungen für heute von grund auf zu vergessen und gleich in die anstehende arbeit einzutauchen. heute also zirka zehn stunden im text geschwommen. immer noch weiß ich nicht, ob es besser wird. hier und da ganz sicher. und es wird, das steht fest. für morgen heißt es, eine (v)erträgliche syntax für das kurze dialogstück zu finden. ich hadere vor allem mit den zeichen. aber wie sonst?

bei ágota kristóf finde ich anstriche. die bachmann arbeitet in malina mal ohne alles, einfach nur im wechsel. dann wieder wie für die bühne: sprecher, doppelpunkt und text. ich  weiß einfach nicht.

endlich doch wieder in den text gefunden. noch nicht ganz vielleicht, es bleibt diese unzufriedenheit, wie immer. nein, wie manchmal, aber immer wieder eben. zwischendrin. das muß wohl so sein. beim schreiben.

schreiben ist atmen. man kann es, dennoch wird es besser, wenn man im training ist.

fünf seiten durchgegangen. und zum glück festgestellt, daß ich die handschriftlichen notizen von anfang des monats fast alle vollständig entziffern kann. so kann ich arbeiten. schwein gehabt.

noch zwei tage, dann bin ich da durch. und danach wieder papier. feinschliff würde ich sagen.

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