schreiben ist einfach, reden ist schwer.
unter tage
freigeschrieben?
viel text, für heute reicht es. der text muß liegen, braucht die nacht, wie ich, wie immer.
außerdem ist es eigenartig, mich an die frühen 80er zu erinnern. nicht unbedingt angenehm. keine wirklich gute zeit, damals. nicht für mich. obwohl es eine zeit wichtiger entscheidungen war, im nachhinein betrachtet. seltsam auch, wie beiläufig diese entscheidungen getroffen wurden. dem zufall folgend im grunde. als hätten sie sich selbst gefällt, ohne jegliches zutun meinerseits. nicht, daß irgend etwas grundsätzlich falsch gewesen wäre. nein, das ganz sicher nicht. aber da waren keine absichten, kein wollen, nicht einmal ein wünschen im spiel. es war alles so, als gäbe es das gar nicht. nicht für mich zumindest.
und ich könnte nicht einmal sagen, ob das heute grundlegend anders wäre als damals. keine ahnung. vermutlich nicht, streckenweise zumindest. wer ist schon frei?
aber das sind die dinge, die plötzlich freigeschrieben werden können, mit einem harmlosen kleinen lesetext. der noch dazu recht amüsant daherkommt, am ende.
to block
arbeiten, insbesondere schreiben, weil es sein muß, heute noch, jetzt gleich. das ist nicht immer leicht, auch für mich nicht. alle jubeljahre erwische ich ein dumpfes loch, das nicht viel entstehen lassen will. vielleicht auch alle paar wochen, keine ahnung. statt dessen wuchern dann die üblichen vermeidungsstrategien ins unermessliche. schöpferische pausen, sollte man diesen vorgang am besten nennen, sonst gibt es am ende überhaupt kein entrinnen mehr. anfühlen tut es sich natürlich dennoch wie ein block. und da hilft nichts, denn das ist es ja auch.
lustig ist allerdings mitunter, was an ergebnis herauskommen kann, das so vorher nicht im geringsten geplant war. die simple google-recherche nach einem ganz bestimmten namen zum beispiel. die frau, bei der ich vor über zwanzig jahren gewohnt habe, als ich zum ersten mal in (west)berlin war. der ist mir seit ich hier bin zwar nicht zum ersten mal eingefallen, der aber bislang hat google nichts gebracht. unmöglich eigentlich, denn nun stellt sich auf anhieb heraus, daß die betreffende seit geraumer zeit internetbegeistert ist. neben dem beruflichen finde ich sie außerdem auf einer percussionsseite, wo sie als lehrerin ausgewiesen ist. seltsam, wie man sich so weit voneinander, völlig ohne jeden kontakt, derart ähnlich betätigt. auch sie hat architektur studiert, aber das wußte ich ja. (und nun? verlinkt man in dem fall, um sich finden zu lassen? schreibt man? gehe ich zu einem trommelkurs? japanisch immerhin, das kenne ich noch gar nicht. oder tut ich gar nichts, nach all der zeit? – ach, ich bin so unfähig, in solchen tagen zumindest.)
weiter im text!
wip – sichtweisen
erste überaus positive rückmeldung aus dem verlag, auch wenn noch nichts entschieden ist. ich wage vorsichtige zuversicht.
beinah im selben moment begreife ich den ernst der lage. die sicht wird frei auf das, was ich monatelang nur von ganz nah, und dementsprechend verstellt, betrachten konnte. alles in allem ein bild verheerender beziehungsunmöglichkeit, dieses buch, so es denn eines werden wird. anders kann ich es nicht sagen.
termin
saumiserable laune heute. hilft aber nix, muß gehen, irgendwie. rüber nach mitte, den neuen freund begrüßen. (buchhandlung georg büchner am kollwitzplatz, 20h.)
wip – abschluß
die letzten arbeiten erledigt, das exposé geschrieben, zum beispiel. eine allerletzte namenskorrektur, das ist mir auch noch nie passiert. hier und da dann noch ein paar übergänge und anschlußstellen überprüft, scheint mir aber alles ganz okay zu sein. trotz des einen oder anderen hinweises. das kann also bleiben. oder aber warten zumindest.
angemessen gefeiert hab ich allerdings immer noch nicht. keine ahnung, warum. vielleicht erstmal losschicken…? aber wie ich mich kenne geht es dann doch nur wieder gleich weiter. und eigentlich wäre das gar nicht so schlecht. im herbst, meiner traditionell dunkelsten zeit. so ist das eben.
wip – finis
okay, auch die strukturelle überprüfung ist erledigt. lediglich eine stelle habe ich geändert, der rest sitzt ganz gut. aber das war dann doch ein wenig zu gewagt: zwei szenen an einem schauplatz, noch dazu mit demselben personal, direkt hintereinander zu setzen, obwohl eine der beiden figuren dazwischen wenigstens zwei andere schauplätze aufsucht, samt handlung und dialog. irgendwo vorher. und das dann auch noch in umgekehrter reihenfolge. oder so ähnlich. es macht wohl wenig sinn, das hier ohne material erklären zu wollen. jedenfalls ist das nun geklärt.
die erste offizielle, lesbare und (einigermaßen ;-) ausgefeilte fassung ist jetzt also fertig. und es bleibt abzuwarten, was andere dazu sagen.