wieder nicht geWIPt, doch immerhin mal wieder fürs berlinblog geschrieben, wurde aber auch zeit, ein wenig herumsortiert und vor allem die sonne genossen. durchs satte warme berlin geradelt, damit ist ja kaum mehr zu rechnen gewesen. morgen wird es wohl nicht viel anders sein, überhaupt dieser tage… die produktivität ist absehbar gering einzuschätzen.
viel mag ich auch nicht mehr anrichten, heute, jedenfalls nicht im text. ich denke nach. über die heterodubletten, ein seit langem still vor sich hinschlummerndes projekt. außerdem eine (mögliche) reihe mit aktuell fiktiven interviews. (z. b. angie, die von den stones die natürlich; franz josef strauß, ein politischer nachruf, alles muß man selber machen; superman & mickey mouse, als doppelinterview; c(k)atrina & the waves, walking on sunshine, in new orleans 2005, usw.) dazu sollte ich dann allerdings wieder mal detaillierter zeitung lesen, was ja derzeit nicht gerade ein vergnügen ist. (und was ist eigentlich aktuell an superman & mickey mouse? überhaupt, keine besonders gelungene spontanliste. nein, wirklich nicht.)
unter tage
wip – zügig
nachmittags erst setze ich mich an den text, eher gelangeweilt, muß ich sagen. oder besser abgelenkt, andere dinge gehen mir im kopf herum. seit gestern abend schon. trotzdem bin ich schnell im sog des geschehens. das ist beruhigend, das ist gut.
die anstehenden szenen sind nicht besonders schwer, hier und da klemmt es, aber das ist alles in den griff zu kriegen. vier szenen gehen so durch mein hirn und mein herz.
ich stelle fest, daß sich seit kurzen wieder leichte inhaltliche veränderungen einschleichen. eine ganze weile war das nicht so. jetzt fällt mir die eine oder andere ungenauigkeit auf. auch leichte veränderungen und verschiebungen, nicht nur bei den beiden personen, wie ich letztens schon erwähnt hatte. solche dinge irritieren mich, immer.
ich frage mich also: war ich in letzter zeit nicht aufmerksam genug und werde jetzt erst wieder wach? habe ich also geschlampt? ist es vielleicht so, daß das spannungslevel gerade ein wenig sinkt? (wär ja nicht so toll!) oder soll es einfach so sein? alles ist schließlich zufall, auch die textgestalt, die über eine gewissen zeitraum entsteht, zwangsläufig, somit durch (meine) unterschiedliche zeiten beeinflußt wird. das kann man ja auch nie wissen, voher. was alles geschehen und vielleicht auch einfließen wird.
ein text wie aus einem guß zu schaffen, das ist vermutlich ein traum.
creative writing?
die amis sind mir ja ein bißchen suspekt, auch in ihren kreativtechniken, wie ich bereits hier und auch hier deutlich zu machen versuchte. daß aber die berühmt berüchtigten schreibblockaden, die wahrlich ein horror sein können, da drüben mittlerweile tatsächlich unter anderen auch medikamentös angegangen werden, zumindest aber offensichtlich als krankheit etabliert (gebrandmarkt?) werden sollen, das hätte ich dann doch nicht gedacht.
wip – lust?
es ist seltsam, wenn der text ausbricht, seitlich entweicht, ohne jedoch wegzurutschen oder gar in sich zusammenzufallen. nein, es ist anders, er macht sich partiell selbständig. als letzte zeile steht da zum beispiel:
Das Leben. Reine Lust.
das ist befremdlich, das kann doch nicht von mir sein, denke ich.
aber es ist so. und es ist richig. mein gefühl zumindest, das derzeit hochaktive textverständnis, sagt, daß die szene fertig ist. daß ich weitermachen soll.
nächste szene!
wip – geblätter
müde und orientierungslos blättere ich im manuskript. das fühlt sich nicht an wie arbeit, sondern einfach nur müde und orientierungslos. doch das täuscht, auch das muß sein. zwar habe ich die namen und figuren klar vor augen, auch deren funktion und der weitere verlauf ist mir völlig bewußt. ich weiß, wo es langgeht, der text steht ja schon, und das nicht nur grob. der weg ist vorgezeichnet, viel abweichung davon wird es kaum noch geben. doch die feinheiten, die kleineren schwünge, die privatesten einzelheiten finden sich zum teil erst noch ein.
das augenzwinkern und herzrasen, die geringen blutdruckabweichungen wie die naturgebenen einschränkungen des textkörpers, die gilt es zu ermessen und auszuwerten.
zum beispiel gibt es da zwei figuren, die sich irgendwie ähnlich sind. das ist in ordnung, das muß so sein. aber es birgt auch probleme, vor allem solcher art, daß die spannung einbrechen könnte. also muß die vorgeschichte der beiden sich deutlicher unterscheiden, so schwer mir das auch fallen wird. es tut mir fast leid für die eine figur, die es vorwiegend betreffen und die damit eine zusätzliche nuance erhalten wird. eine trübung, wie ich zugeben muß. so zumindest habe ich es mir gerade notiert.
aber wer weiß, wie sich das entwickeln wird. es handelt sich ja nicht um schachfiguren, die ein deutlich begenztes potential haben. mitunter tun ja selbst noch so gut gebriefte und bis ins letzte ausformulierte figuren einfach trotzdem was sie wollen.
wip – notiz
ein paar seiten immerhin. wenn möglich arbeite ich gleich noch ein bißchen in papier. morgen dann weiter. ich gehe auf die 100.
randnotiz: dieses zählen von seiten kommt mir selbst eigenartig vor. schließlich ist es unsinnig, daran irgendeinen erfolg festmachen zu wollen. das ist mir schon klar. dennoch mache ich das wohl seit jeher, keine ahnung warum. es fällt mir nur jetzt erst auf, weil ich es hier notiere. um stolz geht es nicht, da kommt der stapel papier wesentlich besser. vielleicht ist es so leichter, irgendein gefühl für fortschritt zu entwickeln. wo es doch nur um ideen geht, um strömungen und trübungen, nichts weiter.
wip – pflichtprogramm
der tag dümpelt vor sich hin, zu mehr als der reparatur des am morgen ausgerissenen rucksackträgers reicht es kaum. dazu ein bißchen homepagegebastel, zwischen rast- und ratlosem gechatte. auf dauer ist das unerträglich, beinah schon lächerlich.
zur ehrenrettung dann spät, viel zu spät, doch noch in den text, die tägliche pflicht getan. vier seiten, die nicht allzu schwer waren, aber dennoch nicht gänzlich ohne widerstand. jetzt fühlt der tag sich besser an, alles in allem.
darüber hinaus ist die derzeitige testleserschaft durchaus angetan. (oder angefixt oder so ähnlich. ;-) trotz der überwiegend rasanten chronologie, die ja vorwiegend aus der unorthodoxen entstehungsgeschichte stammt. scheint dennoch nicht allzu falsch zu sein, was mich selbst immer noch am meisten überrascht.
wip – halbzeit
ein bißchen mehr als die hälfte sogar. gestern bis nacht bis um drei noch die angesetzte szene durchgegangen, mit papier und bleistift im bett. heute dann, nach wirklich schwerer aufstehphase, das ganze eingetippt und dabei auf klang und fluß feingeschliffen.
so weit – so gut, und damit weiter im text.
wip – verkürzt
es geht auf die hälfte zu, genau genommen habe ich sie eben überschritten. ich muß die szene aber nochmal im ganzen durchgehen, besser ist besser. zu lang und zu wichtig, um das schleifen zu lassen. obwohl ich zusammengenommen bestimmt eine halbe seite gestrichen habe. vielleicht gerade deshalb.
diese überarbeitung, seite für seite, ist einerseits leicht, nahezu simpel, weil es immer einfach geradeaus weitergeht. andererseits ist es aber auch mühevoll, vielleicht aus denselben gründen. beinah albern komme ich mir vor, hier darüber zu berichten. den arbeitsfortschritt in seiten zu zählen. das ist im grunde absurd und darüber hinaus vermutlich langweilig. aber so ist es eben in diesem stadium der arbeit. wenig brennt, alles ist routine. so kommt es mir heute zumindest vor.
aber nein, das stimmt nicht. das darf nicht stimmen. wenn es nicht brennt, dann ist es kein text. auch deshalb kann die heutige szene so noch nicht bleiben. das ist das kriterium. jeder durchgang muß brennen, muß leben, zumindest einen augenblick lang.