am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

no roses

auch am tag danach noch sehr traurig. ich feiere selten und nicht besonders gut. auch nicht gerne. ich rauche nicht, ich trinke auch nicht, nicht viel zumindest. selbst essen ist mir weitgehend egal. ich habe es lieber still und tief, ich bin eine spaßbremse.

am liebsten feiere ich andere. und wohl nie wieder in meinem leben wird es eine gelegenheit geben, so verdient und gerechtfertigt jemanden zu feiern, wie es gestern der fall gewesen wäre. ein familienfest sozusagen, wo es für mich kaum je solche geben wird. wirklich wissen tue ich das erst jetzt, aus der ferne. nachdem ich überall das glück aller aus dem netz lesen durfte.

ich bin rosenlos, was noch nicht einmal an der aktuellen trennung liegt. in meiner art zu sein und zu lieben bin und bleibe ich nicht zu fassen. dabei ist alles so einfach. ich traue den verletzungen, die ja doch unausweichlich sind. ich gehe den weg, weil ich weiß, was dahinter liegt. oder darunter.

nur gehe ich allein.

der tag endet recht anders als er begann, schmerzfrei vor allem. voll und ganz beweglich, fast in jeglicher hinsicht. der verrenkte nacken knirscht entspannt vor sich hin, so wie immer, sogar die geschwollenen hände fühlen sich schlank an, auch wenn sie nicht so aussehen. alles ist, wie es ist und damit gut. ich bin gespannt, was davon die kommende nacht mir wieder nimmt.

für arbeit war kaum zeit, das steht auf einem anderen blatt. weder schreiben noch übersetzen, aber auch die zwei oder drei dinge auf der liste habe ich nicht einmal angesehen. statt dessen bügeln, immerhin. stand zwar nicht auf der liste, lag aber schon länger herum.

außerdem bügeln, das ist ja mein liebster sport. fördert die beweglichkeit.

die liebe, ohne mich

früh aufgewacht vor schmerzen, beinah bewegungslos darunter, völlig verdreht, verspannt. die neu angesetzte medikation wirkt nicht gegen schmerzen, nur gegen entzündungen. das ist mir klar, aber das ist erstmal nicht so besonders hilfreich.

die vage idee, heute früh womöglich doch noch ganz spontan nach münchen zu fahren, hatte sich damit schnell erledigt. es hat stunden gedauert, auch nur die treppe hinunterzukommen, zum briefkasten und wieder in die wohnung. so ist das jetzt wohl.

in münchen feiern sie nun die liebe. mehr noch das zusammensein, wie mir scheint, das zusammenbleiben und zusammengehören. das ist es wohl, ein mehr als würdiger anlass.

ohne mich.

doch auch das scheint mir passend. mir bleibt die liebe schließlich nicht, niemals, obwohl mir selbst das so selbstverständlich ist.

nach der arbeit nach hause kommen und noch dieses und jenes erledigen. müssen. dringendes mitunter, doch ich schaffe kaum die hälfte. der rest geht vergessen, verloren. vielleicht sollte ich mal auf die liste schauen. es gibt eine liste, das weiß ich genau.

ich weiß auch nicht. ich kann nur hoffen, dass alles irgendwie passt. am ende.

bonding (57)


gestern ein wenig angegeben. heute dafür bezahlt und nur wenig geschafft und fast gar nichts gezaubert. aber gelogen war das nicht, dann eben später. zaubern muss sein, irgendwann.

also das gerüst überarbeitet, mit gesprochener sprache und leben unterfüttert. es wird, ganz ohne frage. es entwickelt sich gut. aber es wird und wächst langsam. und es ist natürlich mehr, viel mehr zu sagen, zu schreiben, als ich mir das so dachte. im vorfeld, bei der erarbeitung der kapitelstruktur. bis ganz zum ende habe ich mich gewagt, du liebe zeit. und jetzt muss ich da durch.

na gut, ich bin einverstanden.

pro sommer

der schönste balkon in ganz berlin ist nahezu perfekt in diesem jahr. alle möbel gebaut oder aufbereitet, wie geplant. neue, coole beleuchtung angebracht, natürlich auch selbst gebaut. die bepflanzung endlich ausreichend reduziert, und gerade deshalb ist sie schier vollkommen.

der sommer kann losgehen. mein sommer, ganz für mich.


die gestrige aufbereitung des alten lehnstuhls (nicht im bild) war anstrengender als gedacht und hat mich schnell wieder an meine derzeit eng gesetzten körperlichen grenzen geschoben. und darüber hinaus, was ich am abend schon bereuen musste. alles, egal was, tut man letztendlich aus der wirbelsäule heraus, dort wohnt die kraft. auch in der halswirbelsäule.

aber es geht besser als letzte woche, als das bett dran war, diese höllische latexmatratze. (beinah hätte ich LaTeX geschrieben. ; ) die schultern frei genug, um schnell noch das tomatengerüst auszubessern, auch kopfüber. wer hätte das gedacht. nur die hüften und knie meckern noch, wegen des ausgiebigen vornübergebeugten schleifens, streichens und wischens vermutlich.

bonding (56)


wenig habe ich bemerkt von der zeit, die vergangen ist, seit ich aus der letzten schreibzeit zurück bin. über drei wochen ohne schreiben, in schock und in schmerz gefangen. ausweglos.

gut, wenn es schon keinen weg mehr gibt, dann gibt es eben das schreiben. als letztes, als nichts, das gibt es immer. auch das macht mich zu einer der besten. dass ich mich jetzt doch daran mache, das anstehende kapitel zu schreiben, das das beziehungskapitel ist. was auch sonst!?

oh wunder, oh zufall.

und natürlich wird es gut. weil ich es über den riss ziehen werde, der sich mal verzweifelt und mal wütend tief in mich eingräbt. so soll es sein.

entlang der detaillierten kapitelnotizen gearbeitet und damit so gut wie durch. fast alle punkte sind abgehakt, somit steht das gerüst, immerhin. ein gutes gerüst, aber das ist es nicht. das kann es nicht sein. morgen werde ich also zaubern und leben hauchen, mich damit auch selbst wieder beleben. mit den verbleibenden zwei oder drei punkten auf der liste. und mit mehr noch, viel mehr. es braucht so viel mehr. immer

es braucht das, was ich jetzt noch nicht weiß. nicht wissen kann.

sonne

nach dem frühstück wandere ich mit der schwarzen glasplatte unter dem arm ein wenig durch neukölln. man kann von der weserstraße aus durch mehrere verwinkelte hinterhöfe bis in die ossastraße laufen, dort ist die glaserei. auf dem weg befinden sich etliche werkstätten, viel baugewerbe, schleifereien und schweißereien, alles metall. kein holz, leider. dazu viel industriebauten, hinterhoffabriken mit großen, fassadenweiten fenstern. in jeder einzelnen möchte ich wohnen, mit den werkstattsounds unten, trotz metallgewerbe. besser als das nächtliche menschengebrüll hier ist es allemal. und nachts sicher superstill.

danach zur bank. die frau, die vor mir geht, telefoniert engagiert. nein, sagt sie und bleibt so abrupt stehen, dass ich um sie herum einen haken schlagen muss. das kannst du so nicht sagen, sagt sie empört, als ich auf einer höhe mit ihr bin. dass ich mich optimistisch anhöre. mehr kriege ich nicht mit, ich bemühe mich, schnell weiterzukommen. so kann man natürlich auch reden, denken und leben, denke ich. wenn man unbedingt will.

wieder nach hause, emails schreiben, übersetzungen einpflegen, rechnungen mahnen und mit dem balkon anfangen. die letzten paar bretter dunkel wachsen und den lehnstuhl. dann ist der balkon auch mal fertig.

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