am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

änderungen

die hausverwaltung hat die betriebs- und heizkostenabrechnung geschickt. die erste, die sich auf einen zeitraum bezeiht, in dem ich ohne rücksicht auf verluste einfach alles geheizt habe. fast die ganze wohnung, nur das schlafzimmer nicht so sehr. das hab ich sowieso lieber kühl.

dadurch haben sich erhebliche mehrkosten von zirka vier euro und zehn cent monatlich ergeben. was meine fast schon übliche rückzahlung von knapp sechzig euro auf nunmehr zwei euro und achtzig cent minimiert hat und obendrein offensichtlich eine heizkostenpauschalerhöhung von fünf euro monatlich dringend nötig macht.

na, mir solls recht sein. krieg im nächsten jahr eben wieder was zurück. so etwa sechzig euro, würde ich sagen.

ja, ich weiß. das schreibt sich so leicht dahin, wenn es wirklich nicht mehr auf die letzten fünf euro ankommt. mir ist das auch immer noch fremd. ich erinnere mich genau, wie es ist, die wohnung nur mit schlechtem gewissen ausreichend zu heizen. nicht nur die letzten fünf euro, auch die letzten zwei oder den allerletzten überhaupt mehr als nur einmal umzudrehen.

ohne daß das etwas ändern würde.

so spät mit der schreibarbeit zu beginnen, ist keine gute idee. das war es nie, aber früher fiel es mir doch ein wenig leichter, ganz am ende noch eine ladung drauf zu packen. jetzt ist es einfach nur erschöpfend und wenig befriedigend. obwohl es mir dennoch natürlich erscheint, die nacht dazu zu nutzen. was denn sonst?

so vieles, das überdacht und eventuell neu konstruiert werden möchte. ich weiß nicht. was mir fehlt, ist ein gegenüber, ein gesicht. und das geht tief.

bonding (4)

dann doch noch die datei aufgemacht, die mappe mit den notizen hervorgeholt. und festgestellt, daß ich schon schleichend rausgerutscht bin aus dem text. nach knapp zwei wochen. nicht gut! aber auch nichts, noch nicht, was nicht zu beheben wäre. einfach machen, darauf kommt es jetzt an. weitermachen. selbst wenn es sich verdammt nochmal fürchterlich anfühlt. unsauber und unsinnig, alles, was da steht. figuren, die mir fremd sind, die ich fast vergessen habe. die ich nicht mehr kenne, nicht erkenne. von denen ich nichts zu wissen scheine.

das ekelt mich, so kann ich nicht arbeiten. das ist meine grundlage. die menschen und was sie sind, was sie tun.

heute also durch den dreck, das brackwasser, das sich gesammelt hat in der schreiblosen zeit. ohne rücksicht, ohne angst vor dem ekel. durch das erste kapitel, immerhin. nicht fertig, aber durch. so sieht es aus.

morgen wird es dann besser sein. so kenne ich das. ich erinnere mich, ein wenig zumindest.

disquiet

große unruhe beherrscht mich, wohl wegen des anhaltenden nichtschreibens aufgrund von zeitmangel. sicher bin ich aber nicht. es gibt da ja auch noch ein privatleben, von dem hier nicht die rede sein soll. nicht so zumindest. hier bin nur ich. und vor allem anderen ist ohnehin gerade eines: die arbeit ist zurück, wenn auch noch nicht in voller wucht. das kommt erst freitag und geht dann zweifellos bis zum ende des monats. verdammt. das schreit nach weiteren änderungen, anpassungen, entscheidungen. jetzt schon.

den büroalltag heute mit einem großartigen migränecrescendo beendet. tabletten eingeworfen und heimgefahren in wind und wetter, was kein spaß ist auf der schweren maschine. dabei nachdenken über geld. nicht, daß es fehlen würde, aber umgehen muß man ja doch damit.

doch danach der regenbogen.

episoden

in fünf tage durch vier städte, so richtig meins ist das nicht. am ende bin ich verwirrt und leer zugleich. dem schreiben hilft das nicht. gar nicht.

andererseits: die kurze frage gestern nach einem text, einem ziemlich großartigen text, den ich vor jahren geschrieben habe, und der es zu nichts gebracht hat, treibt mich. die ergänzung auch, ob ich nicht in diese richtung?

nein, will ich eigentlich nicht. ich will den roman fertigmachen, jetzt. aber es ist dennoch in meinem kopf, nicht besonders gut bedeckt. sowieso nicht. die ganze zeit nicht. ich habe einen titel für eine kleine sammlung kurzer und kürzester und mitunter auch ein klein wenig längerer episoden mit lediglich thematischem zusammenhalt. wenn überhaupt. und ich würde sie mir zurückwünschen, die intensität von damals. auch wenn ich weiß, daß es nach jahren unterbrechung deutlich anders werden würde.

was wiederum gar nicht so schlecht wäre.

verschrieben

an schreiben ist auf einer solchen reise nicht zu denken. ich weiß das, ich hätte es wissen sollen. trotzdem habe ich natürlich alles mit, die unterlagen den rechner, die dateien. nur wozu?

hier ist weder ruhe um mich herum, noch ruhe in mir selbst. hier sind menschen, die mich freudlich beherbegren. die sind toll, das ist toll. doch ich habe angst, immerzu, daß ich sie störe wie si mich stören. trotz allem. ihre dinge sind wie gedanken für mich, wie fremde welten.

oder ich bin unterwegs, werde verpackt und befördert. muß beständig achtsam sein, mich nicht zu verlaufen, zu verlieren. dazwischen warten, unendliches warten.

ich bin wahrlich keine gute reisende. reisen befreit mich nicht, wie es bei anderen der fall zu sein scheint. reisen nimmt mich gefangen, sperrt mich ein in den schmerz der körperlichkeit. reisen nimmt mir, mehr als alles andere, die träume. eine kombination, die mir seit jeher fürchterlich ist.

dazu kommt, daß in den kommenden wochen auf allen ebenen absehbar die arbeit mit voller wucht einschlagen wird. also wieder und weiterhin kein schreiben in sicht, keine zeit.

das ist übel. hätte nicht gedacht, daß das so schnell geht. nach diesem wunderbar gelungenen ansatz. es ist ein elend, und genau so fühlt es sich an.

ch

ich bin gar nicht in konstanz, ich bin ich kreuzlingen. jeden tag laufe über die grenze hin und wieder zurück, das ist nicht außergewöhnlich. seltsam ist, daß man die grenze erkennt, ziemlich deutlich erkennt. meistens jedenfalls, da wo ich hergegangen bin. und daß das geld ein anderes ist. am überraschendsten allerdings war die kontrolle im bus. das hatte ich nun wirklich seit jahren nicht, daß da leute in warnwesten zusteigen, mit waffen am gürtel und die ausweise checken.

ob das an der schweiz liegt? glaube ich eigentlich nicht, auf dem hinflug wurde nicht ein einziges mal mein ausweis verlangt. willkommen europa!

heute ist es wie gestern, nur ohne migräne. es ist eine große erleichterung, nach den klassischen acht stunden arbeit nicht gleich wieder an die arbeit zu müssen. was ich jetzt zusätzlich mache, und das ist ja auch nicht gerade wenig, kann ich weitgehend frei einteilen. und einfach mal was anderes machen.

zum beispiel kurz mal so richtig sauer werden, weil der motorradschrauber seit bestimmt drei monaten kein bißchen voran macht. daraufhin dann ein stück von einem regal absägen, weil ich es kann. und will. gute entscheidung, muß aber noch nachgearbeitet werden.

zeit + geld = gold

neu ist, daß ich von der arbeit nach hause komme und nicht gleich in arbeit verfalle. in andere arbeit, brotarbeit, in abarbeit von sich ansammelndem zeug. das ist vorbei habe ich beschlossen und das daraus resultierende kapital dahin weitergereicht, wo es gebraucht wird.

das ist wunderbar.

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