am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

kontrastprogramm

nachrichten sind kriegsberichterstattungen dieser tage, gespickt mit unglückstoten. die sendung läuft noch, es ist kurz vor gaza, da stehe ich auf, nicht geplant, eher spontan. ich merke es kaum. ich gehe drei schritte, stehe auf dem balkon, der dringend gewässert werden möchte, es ist heiß, berlin brütet. ich tue, was zu tun ist. wasser tragen, durch di egnaze wohnung, zwischen küche und balkon, mehr als dreimal. alles andere ist vergessen.

die balkonbepflanzung ist wunderbar geraten in diesem jahr, besser denn je, und das ganz aus versehen. alles scheint an der richtigen stelle, die minze in einem extrakleinen topf in ihre schranken gewiesen, die tomaten, diesmal kräftig gedüngt, wachsen dadurch sogar noch in die höhe. bis ganz oben reiche ich kaum noch hin. außerdem wächst alles ineinander, der kleine klee in den thymian und in die nelken daneben, die susanne umrankt den männertreu und schlingt sich nicht nur um die kletterhilfe, sondern auch um den efeu.

von außen sieht das alles immer noch wenig spektakutär aus, ziemlich grün, richtig viel davon, und daher eher langweilig. auch wenn der klee sich tapfer durch die gitter drückt und die susanne sich lässig weit herunterhängen lässt, auf der suche nach halt. das ist egal, von mir aus betrachtet, von innen heraus ist es wunderbar.

zurück an meinen arbeitsplatz haben sich die berichterstattungen erschöpft, es läuft ein film über enten.

wo ich wohne

hier ist es ein wenig laut, immer schon. daran habe ich mich gewöhnt, auch wenn ich die stille aufgrund der aktuellen straßensperre derzeit sehr genieße. besonders nachts. alle anderen geräuschvollen aktionen, deren menschen so fähig sind, haben natürlich nicht abgeneommen. im gegenteil, der menschenlärm in meiner ecke von neukölln scheint stetig zuzunehmen. es wird lautstark telefoniert, heftige musikbeschallung aus autos gehört quasi zum guten ton, wie auch hunde, die sich wild anbellen, gefolgt von menschen, die sich nicht weniger wild anbrüllen. eher noch wilder. die täglich pünktlich erscheinenden metadonkunden der hiesigen substitutionspraxis streiten sich eher harmlos dagegen, auch die nächtlichen leergutsammler mit ihren scheppernden einkaufskörben sind korrekt und zielstrebig unterwegs. ansonsten werden auch mal die stühle und tische der ansässigen gastonomie umgestoßen, wenn der ehekrach sich nicht anders bewältigen läßt, und papierkörbe sind schnell mal mit ein paar fußtritten geleert, warum auch immer. jeden morgen bin ich froh, wenn mein motorrad noch steht. (der schnitt des einfachmalumgeworfenwerdens liegt bei etwa einmal im jahr, schätze ich.)

tag und nacht geht das hier so, aggressiv und zunehmend ungehalten. im sommer natürlich ganz besonders, wenn das gemeine neuköllner wohnzimmer sich unmittelbar vor meinem schlafzimmer zu befinden scheint. wie vor vielen anderen schlafzimmern wohl auch.

neulich gab es eine schlägerei direkt unter meinen balkon, am hellichten tag. irgendwas mit straßenverkehr, und einer der kontrahenten riß sich unmittelbar vor der prügelei demonstrativ sein t-shirt vom leib, um halbnackt in aktion zu treten. (warum machen männer sowas?) die polizei kam, man sprach englisch und deutsch und noch mehr sprachen. dann wurde es wieder still, als wäre nicht gewesen. außer anzeigen, vermutlich.

gestern nacht brüllten ein paar besoffene, immer wieder ging das los, über stunden. dazwischen ein paar frauenstimmen, die beschwichtigten oder anfeuerten, keine ahnung. jedenfalls war es lästig und laut. so sah das wohl auch ein nachbar von schräg gegenüber, der auf seinen balkon trat, ein telefon in der hand, und verkündete: ihr seid laut, ich ruf jetzt die polizei, okay?

auf diese präzise ankündigung rannte einer der herumbrüllenden auf den balkon zu, warf nebenbei schnell noch eines der temporären straßenschilder um, und brülle dann den mann an, der dort oben stand und tatsächlich telefonierte. das meiste war unverständlich, vernuschelt und zerkaut. ich weiß, wo du wohnst, schrie er schließlich, kurz bevor die polizei kam und den lästigen haufen in zwei minuten auseinandertrieb.

ich weiß, wo du wohnst, gleich mehrfach. ich weiß, wo du wohnst, mit nachdruck. zu dem mann, der immer noch mit dem telefon in der hand auf seinem balkon stand.

da mußt ich dann doch lachen.

going (23)

gestern geschludert, einfach gar nichts am text gemacht, nicht einmal hineingesehen. heute dann das getan, was anstand, irgendwann am nachmittag. fleißarbeit, die sein muß. ich mag das manchmal, und heute sogar sehr. jetzt ist kapitel sechs in grobfassung ausgedruckt und abgehefet. ein weiteres stück strecke also, das gelegt ist, boden, der tragfähig sein wird. hoffe ich. ich weiß schon, wie es weitergeht.

ich weiß, das muß scheußlich klingen, diese abzählerei hier, wie das abtragen von material. so ist es zwar nicht, ganz und gar nicht, aber das ist es eben auch. handwerklicher grobschliff. ich weiß nicht, wie ich das auf die schnelle anders darstellen könnte. vor allem bleibt wenig zeit, jetzt ist es auch schon wieder so spät. ich bin müde. und zweifle auch selbst, immer wieder.

ich fürchte, ich mache demnächst etwas ganz, ganz dummes. ich wechsle den telefon- und internetanbieter. fast 200 euro würde ich dadurch im jahr sparen und hätte außerdem noch ein schnelleres netz. aber: ich hab jetzt schon angst, ob das klappen kann? ich meine: reibungslos, ohne internetausfall?

himmel!

montagmorgen

na gut, nicht gerade morgen, aber doch montag immerhin. an die arbeit.

die einrichtung des zweiten, ebenso temporären wie doch auch stationären heimarbeitsplatzes ist abgeschlossen, schneller als zunächst befürchtet. sogar fast ohne the fucking manual zu konsultieren. frauen und technik funktioniert eben doch reibungslos.

oder anders gesagt: läuft! (und läuft und läuft und läuft. ab jetzt.)

going (22)

ab mittag in den text hinabgestiegen, der mir nun wieder vertraut erscheint. ob er gut ist, gut genug wenigstens, das weiß ich nicht. das werde ich auch kaum je beurteilen können. daran erinnere ich mich jetzt wieder, daß es bei längeren texten umso schwieriger ist, dieses unwissen auszuhalten. auch an diese eigenartige mentale erschöpfung erinnere ich mich wieder gut, das starren auf den bildschirm, wenn nichts mehr geht. totale flaute, windstille bis tief ins gemüt. da gibt es nur eins: die einer notwendigkeit von pausen einsehen, möglichst rechtzeitig. auch wenn die innere zufriedenheit sich noch nicht eingestellt hat und die innere unzufriedenheit mit aller macht dagegen spricht.

also: das sechste kapitel ist soweit durch, morgen stehen noch einmal die letzten drei seiten auf em programm, anschließend gibt es einen korrektiven schnelldurchgang. das soll reichen für die erste grob lesbare fassung. ein paar abschnitte habe ich nach kurzen strukturellen überlegungen ins siebte kapitel geschoben, da kann es dann gleich weitergehen.

jetzt: finale. (fürchte ich, ich fürchte mich.)

wechselnde wetter, seit tagen schon. mir paßt das gut, heute ganz besonders. ich mag diesen gewittrigen sommer.

going (21)

trotz müdigkeit und schmerzen irgendwann im text verschwunden, stundenlang. drei weitere seiten durchgekämmt, mehr nicht. mit den gestrigen zwei sind es jetzt also fünf im sechsten kapitel. nicht viel, aber zufrieden bin ich, habe den faden wiedergefunden. womöglich.

außerdem sind die schmerzen vergessen

jetzt: whisky und schokopudding mit 85% sahne, für die nacht und den schlaf.

wenn ich nacht erst gegen drei nach hause finde, weil ich auf einer geburtstagsfeier stunden lang sehr angeregt über storyführung, personalgestaltung und oberfläche debatiere, dann komme ich erst bei sonnenaufgang zum schlafen. dann habe ich einen hinterkopfkater am nächsten morgen, obwohl ich keinen alkohol getrunken habe, natürlich nicht, bin ja mit dem leise surrenden motorrad unterwegs. was sonst? kühle sommernachtfahrten bei vollmond sind wunderbar. der kater zieht sich bis in den nachmittag, trotz schmerzmittel, fällt nur langsam tief in die schulter, die dann ebenso schmerzt. und müde bin ich, sehr müde.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner