am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

drei tage meditation, sie erstmal letzte stufe, ab sofort könnte ich mich also »krieger« heißen. wenn ich denn wollte, was ich nicht will. na egal, ein krieger bin ich sowieso. ein dichter, ein lügner, in jedem einzelnen satz, ein dieb. sogar meine mutter hat das gewußt. alles. und stufenpläne greifen bei mir ohnehin nur selten.

heute dann die zweite runde physio begonnen und gleich nach der ersten session von tödlicher müdigkeit befallen worden. von wegen kämpfer, krieger, held. tango gab es aber trotzdem, ausgezeichnet beglückenden tango. danach war ich dann wach, leider. immer noch.

morgen dann den grundlegenden arztermin, nachschauen ob ich überhaupt noch ein herz habe. (warum eigentlich?)

affäre 13

dieses jahr schafft und überfordert mich. total. so vieles, was ich nachträglich gern auslöschen würde, restlos eliminieren. also mehr als nur vergessen, unmöglich machen stattdessen. (als wäre das möglich.)

man gibt mir einen preis, nicht den ersten, den zweiten oder den dritten. einen undankbaren vierten, aber dazu viel geld. fünfstellig. ich bin zufrieden. so kann ich ungesehen weitermachen.

mimose am tag

tagsüber. weit geöffnet die blätter, pralles, helles grün, mitten im leben, die mimose inmitten ihrer zartheit. und die blühten, auch beinah schon weit. dabei ist es kurz vor oktober. so what!?

weiter so

angst- und hassgespenster, die in ein paar stunden sämtliche substanz verlieren und vollkommen verschwinden. geht auch.

weiter.

nachtmimose

mimosensichel

jetzt gerade faltet die mimose ihre blätter in form und stellt imaginäre krummsäbel, mattes, dunkles grün, in das sie umgebende dunkel. kampfbereit.

was ich am meisten vermissen werde, irgendwann, ist wohl die schönheit des tuns, sei es nun das bauen oder das schreiben. beides gleichermaßen, wenn auch auf recht unterschiedliche weise.

sich selbst dabei zuzusehen, wie etwas entsteht, wie dinge schiefgehen, wie repariert und manchmal geflickt werden muß. wie daraus unvermutet neues entsteht. oder wie mitunter, nicht oft zum glück, bei mir nicht, ganz von vorn begonnen werden muß. eine qual, zugegeben, die hölle sogar. für mich.

aber sehen dürfen, wie schönheit wächst, wie die dinge sich finden, wie von allein. wie sie wie selbstverständlich ineinandergreifen und funktionieren, ganz einfach. und somit welten erschließen, eröffnen, die es davor womöglich noch gar nicht gab.

sichtbar werden.

als wäre diese spezielle schönheit ein natürlicher teil dieser welt. und dennoch unsichtbar, zumeist, hinter seiner kehrseite vorborgen. hinter der häßlichkeit des tuns, all der vernichtung und gewalt.

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