
verweilen zwischen blüte und verfall. sitzen, schweigen und atmen. shamatha. es wohnt ein ende in jedem beginn. (and vica versa.)
juni ist die schönste balkonzeit. die tomatenbäume sind noch ganz fett und grün, bevor sie, bald schon, das gammeln und gilben anfangen, vor lauter trächtigkeit. die kräuter sind kurz und kräftig, der lavendel ebenso. die kleinen blüten tanzen bunt im wind, um sie herum das gesumse. so mag ich das. jetzt. später ist vielleicht nie.

nach zirka vierzehn tagen fangen schnittblumen an zu faulen und zu stinken. höchste zeit also, die sagenhafte 50er-blumenriege zu entsorgen, bevor die erste sommerliche hitzewelle den vorgang zusätzlich erschwert.

diese satte sonne ist nun also verschwunden. und mit ihr ihre deutliche dekadenz, mit deren hilfe sie sich womöglich noch die eine oder andere fette stunde gegönnt hätte. leise lächelnd und latent verschlagen.
ein neuer tag. ich verabschiede die liebe, das eigentümliche tier, dieses verrückte wesen, das kurz zu gast war. schnell kann es gehen.
aber so schön, zu wissen, daß es mich noch kennt. daß es stark ist, wie eh und je. von grund auf großzügig, wenn man es läßt. so weich wie auch beständig. daß es möglichkeiten eröffnet, eine tür nach der anderen, ein stetig wachsendes potential.
leb wohl. auf ein neues. leben.
nach einem migränegebückten tag gehe ich eine große runde um den görli. die nacht ist wunderbar, in treptow vermute ich eine nachtigall, vermutlich in einer harmlosen amsel. rastlos, wie ich. die füße brennen nach einer weile. das ist gut so, irgendetwas sollte heute noch wehtun. etwas harmloses, vergängliches, wie ich.
ich gehe weiter, immer weiter. auf einmal ist schluß, ich bleibe allein. adieu.
im grunde ist es so, daß ich mich für die eigene befindlichkeit nicht sonderlich interessiere. das sollte vielleicht an dieser stelle einmal festgehalten sein. das sollte ich, als bekennde befindlichkeitsbloggerin, hier besser einmal festhalten. was also geschrieben steht, sind alles nur feststellungen. wahrnehungen und vermutigen. versuche in der welt. wie alles andere auch.
wieder so eine nacht, in der auf einmal alles alles zerschlagen ist. oder ich begreife schlicht nicht, wie immer, wie könnte es anders sein. aber gut, denn es ändert sich ja nichts. ein ja ist ein ja ist ein ja. und alles dahinter ist ein abenteuer, ist verletzung und begegnung. das muß sein. das ist es, was dazu gehört. alles. ein leben, eine liebe und ein sterben natürlich. und das ist nun wirklich gut.
egal, was wird. ich war dort. und ich bleibe. sowieso.