am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

i need a brake

so fängt ein tag gut doch an, nachts um halb drei, wenn es draußen plötzlich scheppert. und ich zehn minuten später auf der straße stehe, um die 230 kilo kawasaki irgendwie wieder in die senkrechte zu bringen. zum glück ist die weserstraße ja mittlerweile durchgehend belebt, so konnte ich wieder nicht in erfahrung bringen, ob ich diese gewichtige aufgabe nicht eventuell doch – unter zuhilfenahme der angelesenen hebeltechnik – allein bewältigen könnte. dazu war der nette mann, der gerade vorbeikam, einfach zu kräftig. und schlaftrunken, mitten in der nacht ist eh kein guter zeitpunkt für solche übungen.

etwas später dann noch ein wenig mit zwei polizisten geplaudert, die prompt vorbeigefahren kamen und nach umgeworfenen rollern suchten. da hat offensichtlich wieder mal jemand spaß gehabt, und einmal im jahr im schnitt bin ich mit dabei, egal ob absicht oder versehen. das immerhin kann ich nach ziemlich genau sieben jahren berlin inzwischen sagen. nicht immer sind die verursacher anschließend so nett wie die letzten beiden male und stellen die kiste wenigstens wieder hin. überhaupt nie kommen sie auf die idee, daß an so einem motorrad dabei immer etwas kaputtgeht. mal mehr und mal weniger, meistens nur kleinigkeiten. diesmal hat es den bremshebel in drei teile zerlegt, mit einem absolut unbenutzbaren reststummel am lenker, außerdem ist der tank vorne an einer stelle aus der verankerung gerutscht. der gumminupf ist aber noch da, das werd ich wohl selbst hinkriegen. auf eine anzeige habe ich großzügig verzichtet, mein bescheidener kleiner beitrag zur entlastung der berliner polizei.

heute morgen dann frühsport, zweimal mit dem rad zum motorradteiledealer in kreuzberg und wieder zurück. und doch keinen passenden bremshebel gekriegt, sondern nur bestellen können. kommt frühestens dienstag. das ist ärgerlich, denn das wetter ist gut und ein bike ohne bremse praktisch unbenutzbar.

schmerzmittel

höchstens vier am tag, sagt mir die apothekerin vorsorglich. ich weiß nicht warum. wenn vier auf einmal nicht helfen, greife ich ohnehin zu anderen mitteln. zu geballten fäusten und scharfen messern und schießeisen zur not.

freitagszen

engl auf zendura, 27. woche:

# im nacken, das tier

wieder so eine maue woche, obwohl ich mein soll ja eigentlich schon früh erfüllt habe. gestern gepostet, in der nacht zuvor geschrieben. oder gekritzelt eher, heruntergerissen. wie eine beiläufig erledigte pflichterfüllung. alles, was ich hier tue oder auch dichte vielleicht, kommt mir unendlich schwammig und egal vor.

vielleicht ist das aber auch nur das tier. ich sehe nicht und fühle nicht. so ist das.

doch ich lausche. immerzu.

oh. ganz viel arbeit heute. und morgen. dabei kaum geschlafen und sowieso keine nerven für nix. keine zeit für mich und das, was da alles so schlummert. (oder aber jetzt?)

tender night

einmal habe ich eine liebeserklärung auf englisch gemacht. das ist lange her, über zwanzig jahre. an der küste war das, auf einer wiese, oben auf den klippen. (nein, nicht die weißen.)  weiter unten war das meer. (naja, der kanal.)

irgendwas mit tender habe ich gesagt.

in englisch ist immer alles so anders, so viel leichter. auf deutsch ist da dieser klumpen in mir, da bin ich selbst nur ein klotz.

können kann ich aber beides nicht so recht. ich bin kein ja und kein nein. ich bin ein schweigen im grunde. und dorthin will ich zurückkehre, irgendwann.

tierisch, 28

ich höre genau, wie im nebenraum die katze kotzt. die katze, die seit dem 28. september 2004 tot ist. die auf dem letzten bild schon nicht mehr ganz da war.

der 28. september, das ist so ein tag. ein tag der zerstörung, seit jeher. auch 2009 wieder. und überhaupt.

keine ahnung, wie ich gerade darauf komme. ich weiß, noch ist august. und auch nicht der 28.

ach ja, die katze. das lisatier kotzt. und mir ist schlecht.

verfügung

ein wirrer traummorgen, ein überraschender arbeitstag, und jetzt kein ende. mit mir nicht, mit nichts. sind doch alles nur worte, mein gott. ich will meine worte, wieder.

immer wieder träume ich, daß ich hier wieder weggehe. daß ich berlin hinter mich bringe und dahin zurückkehre, wo ich hergekommen bin. es bringt aber nichts, jedesmal. es bleibt alles sinnfrei und wirr. mein leben taugt auch dort nicht mehr das geringste. nicht einmal im traum.

reduktion

was mir schon lange durch den kopf geht, was in letzter zeit hier und da bereits ein ganz klein wenig angefangen hat, habe ich heute endgültig umzusetzen begonnen. reduzierung. insbesondere politikreduzierung und zwar auf allen ebenen. rss, twitter und auch papier. kein gerede mehr, auch wenn es diskurs heißen mag. das ist nicht meins. wenn ich all diesen quark noch weiterhin tagtäglich lese, finde ich nie wieder zum schreiben zurück. denn es ist doch so: sarrazin & co vergiften nicht zuletzt das gemüt. mein gemüt.

was bleibt ist ein wenig feminismus, alltags- und netzpolitik. von da aus kommen immer noch genug links und retweets und so. meistens gleich doppelt und dreifach. das reicht.

was fehlt ist die kunst, der zauber und so viel mehr.

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