am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

greifbar

das war ja klar, denn vor der katastrophe liegen immer die guten tage, wie zum hohn. heute ist es soweit, mein migränegeier ist wieder einmal hinter mir her. immer ganz dicht hinter mir hockt er, spottet und klagt mir sein leid. tippt mir auf die schulter. tippt mir mit der krummen schnabelspitze sachte in die schmerzende stelle links oben in meinem rechten auge mitunter. lacht mir ins gesicht dabei.

das ist nicht schlimm, sage ich mir ein ums andere mal. das ist alles gar nicht so schlimm, bis jetzt. es gibt schlimmeres. noch ist der geier ein geier, der nach aas giert. und nicht nach mir. kein greif, der nach mir greift. ich warte, ich bin bereit. was immer es ist, es geht vorbei. es geht ja immer vorbei.

nur der aasfresser widerspricht. das hilft dir alles nichts, sagt er ruhig hinten in der ecke hockend – wartend, wissend, lächelnd. glaub ja nicht, daß dir irgendjemand hilft. im leben nicht.

als ob ich das nicht wüßte. wenn ich mich kurz umdrehe sehe ich ihn, seine augen, seinen blick. seine not. er wartet auf den tod.

wir beide, wir kennen uns, gut. wir sind ein fleisch, wir leben noch.

help yourself

immer nachts kommt die traurigkeit. wie ein steter, treuer gast, der mich begleitet, besiegt, bedient.

planspiele

das war schon ganz gut, das ich mich das nicht gänzlich uninteressante, aber leider ziemlich schlecht bezahlte angebot neulich dennoch abzulehnen getraut habe. und dann gleich zweimal, weil gleich zwei verschiedene leute es mir, versehentlich, innerhalb von zwei stunden unterbreitet haben. jetzt ist da etwas neues nachgekommen. auch nicht uninteressant, vor allem aber besser bezahlt und mit weniger aufwand zu erledigen.(womöglich sogar regelmäßig?)

gefällt mir.

gefühlte tausendmal, immer im kreis, immer schwiegend. schritt für schritt, den blick im zaum. dort drüben, wo die schwarze göttin in der ecke lauert. wir sehen uns an, aber nicht mehr jedesmal. was überrascht.

wir wissen, wir kennen uns. gut.

schweißtreibendes wetter. oder sind das nur die wechseljahre? jedenfalls wäre die maschine wieder fahrbereit: tank fixiert, scheinwerfer zurück nach vorne gebogen, spiegel gerichtet. wenn ich denn einen bremshebel hätte.

auf der straße vor der kleinen pizzeria wird gefeiert, gerade gab es applaus. da hat wohl jemand geburtstag. etwas mit kerzen habe ich auch gesehen, ein kuchen vielleicht. ich will auch mal einen geburtstagskuchen, jetzt sofort. obwohl das natürlich unpassend wäre, weil ich ja gar nicht geburtstag habe.

da fällt mir ein, einmal habe ich einen kuchen zum geburtstag bekommen, vor ungefähr fünfzehn jahren muß das gewesen sein. auf jeden fall irgendwann in meinen dreißigern. ein kleiner englischer war das, mit erbeeren und sahne, nur für mich. es gibt ein foto. da habe ich lange haare, einen pferdeschwanz (furchtbar) und eben diesen kuchen in der hand.

letztes jahr habe ich außerdem selbst einen gebacken, einen käsekuchen, und ihn zu dieser eurovisonsfeier mitgenommen. der war natürlich nicht so gut. aber immerhin, das ist doch auch was.

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