am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

die halbe nacht gedacht, anschließend gebissen. nicht geträumt. morgens den geschmack von blut im mund. an die arbeit.

geplündert

heute hat es unvermittelt ein großes loch in mich geschlagen. ich weiß, was es war, es traf mich nicht unvorbereitet. ich pflege hinzusehen, immer. ich weiß mehr als ich glaube. und ich glaube viel. doch nun staune ich doch. wie klarheit brennen kann. wie verachtung und nichtigkeit in übelkeit münden. zwangsläufig. wie falsch ich war, sehenden auges. wie leer ich jetzt bin.

lobo nackt

irgendwem hab ich auf der re:publica versprochen, daß ich ihr (oder ihm?) das bild von dem nackten sascha lobo zeige. ich weiß allerdings partout nicht mehr, wer das gewesen sein könnte. deshalb jetzt hier, in der hoffnung, daß es der/die betreffende es schon finden wird.

also: bei svenk findet sich das aussagekräftige nacktbild. selten dämlich.

altes mädchen

den ersten tag auf dem motorrad und gleich mit kaputtem linken blinker gefahren. hinten ausgerechnet, ungünstiger geht es gar nicht. diese rüpelautofahrer, die ich unterwegs wahrgenommen haben, waren also gar keine. sondern ich war die blöde motorradfahrerin, die ohne zu blinken quer durch die  fahrspuren hüpft. was ich ja niemals tun würde, viel zu gefährlich. nicht umsonst ist es mir gelungen,  seit inzwischen fast dreißig jahren jedem unfall aus dem weg zu gehen. euwas, das auf jeden fall für immer so bleiben soll. die insgesamt drei stürze reichen mir.  sich ganz allein und ohne jede fremdeinwirkung zusammen mit zirka 230 kilo maschine aufs pflaster zu schmeißen ist auch nicht gerade ein spaß. alles, was möglicherweise darüber hinaus geht, will ich persönlich gar nicht erst wissen. moment? dreißig jahre? fahre ich wirklich seit fast dreißig jahren motorrad?

immer dieses gerede von den jungen leuten, auf der re:publica zum beispiel. da waren gar nicht nur junge leute, sondern auch jede menge alte knacker, finde ich. dennoch immerzu dieses gerede: junge leute, jaja. diese ntzbewohner, eine neue welt. ich hab das verstanden, besonders bei den mädchen der G.O.W.S. (girls on web society). die meisten könnten meine töchter sein, führte mir claudia eines abends vor augen. was ich für etwa zwei bis fünf sekunden heftig verneinte. dann rechnete ich nach und kam zu dem schluß: doch. ja. locker könnte ich die mutter einer mittzwanziger mädels sein. himmel! ich wachse ins großmutteralter hinein.

dann gab mir auch noch eine kollegin aus dem kurs zu verstehen, daß graue haare gar nicht gehen. graue haare machen alt. das geht alles ein wenig durch die blume. sie meint wohl, ich solle mir die haare färben lassen, jetzt, wo sie wieder deutlich länger als ein paar millimeter sind. aber erstens sind meine grauen haare nicht grau, sondern weiß. nur um zusammenspiel mit den verbleibenden dunklen sieht es bei schlechten lichtverhältnissen vielleicht manchmal ein bißchen grau aus. und zweitens weiß ich natürlich ganz genau, daß ich auf keinen fall alt aussehe. auch nicht mit den paar weißen haaren. nein.

re:publica 11.7

es zeigt sich, wieder einmal, daß ich nicht so die zusammenfasserin bin. seminar- oder sitzungsprotokolle zu schreiben war mir immer schon zuwider. meistens finde ich keinen roten faden, womöglich interessiert er mich nicht. oder ich mag die vielen fäden der vielen anderen einfach nicht zu einem einzigen verschnüren, der letztendlich gar nichts mehr besagt. keine ahnung.

ich bin anders. und ich bleibe so. alt genug bin ich ja inzwischen.

nachlesen kann man auf bei re:publica oder auch im webwriting magazin.

etwas überrascht – und natürlich auch wieder überhaupt gar nicht –  bin ich von dem, wie soll ich sagen? feminismusvorwurf? katrin rönicke beschreibt das trefflich und aus medienelitärer sicht läßt sich das thema gut weiterverfolgen.

besonders wichtig jedoch erscheint mir die stimme einer, die überhaupt nicht persönlich anwesend war. antje schrupp schreibt:

Aber jede Theorie, jede politische Bewegung, jede Initiative, die Neues in die Welt bringen will, braucht auch ein echtes, kritisches Feedback. Denn wie soll ich mich weiterentwickeln, wie soll ich Fehler entdecken, wie soll ich auf neue Ideen kommen, wenn niemand mich kritisiert? Wenn niemand mir sagt, was ich besser machen kann, wenn mich niemand darauf hinweist, wenn mir etwas nicht gelungen ist? Das ist die schwierigste Aufgabe, die aus meiner Sicht nun ansteht: Eine konfliktreiche, aber gerade deshalb fruchtbare Diskussion unter Frauen und feministischen Männern hinzukriegen.

mobil

ein bißchen spät vielleicht, aber doch irgendwie gerade recht. die maschine ist wieder da, mit funktionierender kupplung, frisch geputzten vergasern und einem geschweißten auspuff. das heißt, daß ich nun nach über einem jahr wieder ein nahezu voll funktionsfähiges motorrad haben werde. eines, mit dem ich fahren kann, ohne ständig zwischengas zu geben und einen mittelprächtigen lärm um mich herum zu verbreiten. also ohne mich damit bei jedem schnösel zum affen zu machen. besser zur äffin, das kommt ja immer besonders gut. statt dessen ein ruhiger, tuckernder sound, ganz so, wie ich es mag. das ist so fein, und das in dem alter. baujahr 86, also immerhin ein viertel jahrhundert inzwischen. fehlt nur noch die zerfetzte sitzbank, die mal einen neuen bezug vertragen könnte. dann hätte ich sogar noch einen trockenen arsch.

blöderweise habe ich eben versehentlich dieses biozeug getankt. nicht daß ich jetzt in panik wäre, daß mir die alte kiste womöglich um die ohren fliegt. nein. aber sollte man in dieser welt wirklich benzin anbauen?

ausweg

keine neue erkenntnis, nur wieder einmal gelebter alltag: wenn alles falsch ist, kann niemals etwas richtig werden.

re:publica 11.6

die nachbereitung, aufarbeitung dauert noch. einstweilen sortiere ich die leute, die ich kennengelernt habe, folge und bookmarke. ebenso sortiere ich die ideen und anregungen, die denkschleifen, die in gang gekommen sind. außerdem lese ich natürlich, was andere zu sagen haben. wobei ich über diese, doch ein wenig hoch geschraubten erwartungen ein wenig schmunzeln mußte. aber wirklich nur ein klein wenig.

ofenschuß, naja. ich mag das re:publica-konzept, so wie es ist. sehr themenvielfältig, irgendwie chaotisch und auch in der qualität variabel. so ungefähr. die quantität war diesmal ein problem, das stimmt. aber das wird ja wieder, das ist doch schon versprochen. wir sehen uns im nächsten jahr.

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