am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

tomaten anbauen in der stadt (3)

so traurig sieht es aus, wenn die setzlinge gesetzt sind. sie hocken in ihren riesigen kästen und zittern vor angst. so möchte man meinen. auf jeden fall haben sie jetzt gerade nasse füße. definitiv.

ein bißchen früh scheint es mir ja in diesem jahr. das pflanzwetter war hervorragend, warm aber keine direkte sonne. dennoch traue ich dem braten nicht so recht, nächste woche wird es kühl und naß. andererseits etwas wind und regen kann gar nicht schaden, das mach höchstens kräftig und hart. auf jeden fall die ebenfalls heute gesetzten kräuter. viel basilikum, passend zu den tomaten, rosmarin und arabische minze. lecker!

wie dichtung und wahrheit zusammengeht

oder auch nicht.

gestern abend die neuköllner buchkönigin besucht, eine lesung – das heißt wohl eher einen vortrag – von marion tauschwitz über ihre hilde domin biographie gehört. ich mag ja buchläden lieber als bibliotheken, die sind in jedem fall lebendiger. eine lesung dazu, also echte schreibtätige in fleisch und blut an einem tisch mit einem skipt vor sich, das verbindet oft vieles miteinander. gestern war es die gegenwart von leibhaftigen büchern, eine sehr schöne auswahl in dem laden, vielleicht ein klein wenig klein, mit einem hauch von literaturwissenschaft. oder so ähnlich. wenig schreibkunst allerdings, vorwiegend geschichte. lebensgeschichte, aber das ist es eben, was eine biografie zu bieten hat.

die literaturwissenschaftlerin in mir versteht den wunsch, die dichtung im gelebten leben zu verankern. ich habe selbst einen deutlichen hang zum biografischen interpretationsansatz, ja sogar zum psychologischen mitunter. das ist mir peinlich, weiß ich doch, wie schnell das ungenau wird, unverständlich und falsch. es gibt blinden flecke, überall, und wir sehen sie nicht. das ist ihr wesen, auch in der wissenschaft. vielleicht gerade da. an einem gewissen punkt geht es doch immer nur um das eigene. das sollte man nicht nur wissen, man sollte es bedenken. unbesehen.

die dichterin wünscht sich ohnehin leere hinter dem wort. kein armseliges kleines leben, das herhalten muß, um die wucht eines textes stützen. und ihn damit einengen, beschränken auf vergangene zeiten und räume. wozu?

es gibt kein gelebtes leben, das sich belegen ließe. anders als durch dichtung, meine ich.

um fünf heute morgen von einem traum aufgewacht, ohne es zu merken. erst gegen sechs, durch die frühen vögel, entkam ich der schleife.

mein bruder blutete heftig aus einem ohr und stand plötzlich so vor meinem bett. ich mußte mich darum kümmern, was ich auch tat. recht gelassen, ein handtuch holen und draufhalten, dann hilfe rufen. die eltern.

ab dem moment ging alles schief. ich war schuld.

freitagszen

engl auf zendura, 8. woche:

# sitzen

dichten ist eine art zu leben. es ist wie drei, vier, fünf türen mehr als üblich öffnen und die räume dahinter durchschreiten. dichten weitet die welt. öffnet raum, der sonst nie betreten würde.

dabei ist es ganz egal, wieviel das nun taugt, was dann anschließend auf dem papier steht. oder im netz. das kommt nur noch hinzu. vielleicht.

tomaten anbauen in der stadt (2)

da sind sie. heute bin ich sie kaufen gegangen, meine diesjährigen tomatenpflänzchen. eigentlich hatte ich ja noch nicht damit gerechnet, daß welche da sein würden. vor allem nicht sorten, die ich gerne hätte, bei denen es klick macht. das war aber dann doch so: zweimal  harzfeuer, die hatte ich im letzten jahr schon, die sind prima hier. einmal cherry, die geht immer und schmeckt lecker so zwischendurch. und einmal eier zur abwechlung, denn die hatte ich noch nie. macht insgesamt 1,96 €. winzig klein sind sie und noch sehr zart. zwei hat es außerdem bei der berliner kopfsteinpflasterhoppelei ein klein wenig aus den töpfchen gehauen. leider. aber das macht nichts, sie werden trotzdem leben. (ich bin eine tomatenquälerin, ich weiß. gut, daß ich keine kinder habe.) gleich morgen geht es dann ab in die große, neue erde. dann wird alles gut.

manches im leben sollte man wirklich nicht wiederholen. und tut es doch, vielfach, ohne unterlaß. illusionspiele mit offenen augen.

balkongestaltung

immer im frühjahr platzen hier die zugriffzahlen, weil alle welt nach „balkon“ googelt. und immer gehts dann auf dieses blöde, alte bild. ich muß in diesem jahr mal ein paar neue machen und prominent herausstellen. es ist nämlich tatsächlich der schönste balkon berlins. und er ist nicht lachsorange geworden damals, zum glück.

also: morgen gehe ich erstes grünzeug kaufen, kräuter, männertreu und eine paar ranken. und dann wird die saison eröffnet.

ohne zweifel

ja, der alltag kommt zurück. was soll er auch sonst tun. ich putze meine sommerschuhe und die hellen stellen an dem rucksack, die immer so schnell schmutzig werden. das geht ganz schnell. ich tue meine arbeit und bereite mehr davon vor, jeden tag hier am pc. draußen scheint die sonne, den ganzen tag lang, sodaß  ich die sommertreter gleich auch anziehen kann.ich fahre mit dem fahrrad und brauche keine handschuhe dabei. statt dessen eine sonnenbrille. sogar die jacke lasse ich offen flattern im fahrtwind. es ist frühling in berlin. das ist schön, ich habe keine zweifel.

und japan wird noch jahrelang glühen, auch das steht fest.

heute alles, aber auch wirklich alles, bis aufs allerletzte weggearbeitet. ausgelistet sozusagen, abgehakt, und das ist gut so. sogar der emailstau ist bewältigt, das war höchste zeit. schließlich habe ich durchaus vor, auch mal wieder was ganz anderes zu arbeiten. gleich morgen zum beispiel.

dabei sah es heute morgen gar nicht danach aus. ich bin überrascht. mehr als das.

und kiesern war ich auch noch, zwischendrin. einfach so. daß das überhaupt möglich ist.

ob sich das alles morgen nicht doch rächen wird? irgendwie?

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner