am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

hier

wunderbarer tag. ich bin so zutiefst beglückt darüber, daß sich berlin wieder einmal zu einem beinah richtigen frühling durchgerungen hat. nach jahren der unterlassung. ich brauche frühling, ich kann nicht ohne. ich liebe diesen frühen, noch kühlen frühling, der niemals lacht. kaum einmal lächelt, nur so in den augenwinkeln vielleicht. so muß das sein.

was tut man an einem solchen tag? arbeiten? draußen herumfahren? oder die newsticker verfolgen. in die ferne sehen, in ein anderes land, das gerade zugrunde geht?

ich habe den balkon geputzt. die stühle, den tisch, die blumenkästen für die diesjährigen tomaten. ich habe die bodenplatten wieder ausgelegt und auch die gewischt. dann habe ich den müll runter gebracht und bin einkaufen gewesen. morgen soll es noch wärmer werden, vielleicht kann ich dann schon ein stündchen draußen sitzen. ich habe den tag genossen und mich erst abends an den schreibtisch gehockt. ein paar letzte korrekturen an dem konzept vorgenommen, fertig. nur die zweite variante muß jetzt noch durchgearbeitet werden. eben habe ich schnell die nächste woche etwas strukturiert, da wird es sonst ein bißchen eng, da ist viel zu tun. alles in allem war es ein guter tag.

hier bei mir. anderswo sieht es anders aus. ich weiß.

freitagszen

engl auf zendura, 5. woche:

# reste

würde ich einfach durchzählen, wäre ich jetzt schon auf dem untersten der absteigendsten äste angelangt. nur ein gedicht in dieser woche, und ich habe gerade auch keine lust auf wenigsten ein weiteres. nein. denn auf die zahl kommt es nicht an oder auf die worte. es das leben, das zählt. (auch das leben in den worten natürlich.)

ich weiß nicht

sitze ich jetzt gerade hier in meinem berliner wohnbüro, einfach so, während auf der anderen seite der erde dieselbe möglicherweise gerade ziemlich kaputt geht?

abwertendes in den wochenblättern (99)

die zeit stellt eine studie vor, die so ziemlich das belegt, was mir tagtäglich aufstößt, wenn ich blödsinnige kommentare lesen muß. da heißt es zum beispiel:

Insgesamt stellten die Wissenschaftler ein „Syndrom der Abwertung“ fest. Wer Vorurteile gegen eine bestimmte Gruppe habe, neige auch gegenüber anderen Teilen der Gesellschaft zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Dieser Effekt sei kein Phänomen von Randgruppen, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft vorhanden.

Auffallend sei, dass viele Menschen sich politisch machtlos fühlten und sich einen „starken Mann an der Spitze“ wünschten, „der sich nicht um das Parlament oder Wahlen schert“. Andreas Zick spricht von einem „fundamentalen Demokratiedefizit in Europa“, das oft mit Intoleranz und Diskriminierung anderer einhergehe.

die studie der friedrich ebert stiftung steht als pdf-broschüre (221 seiten) zur verfügung.

so. das wär dann mal frühling, oder? ich hänge jetzt das fahrrad ab und sonntag mache ich den balkon klar. richtig?

den tag heute, ausgerechnet einen mit außentermin, also real life präsenzpflicht, über die bühne gebracht. akzeptabel, aber befremdet, benebelt, bekloppt und so weiter. irgendwie irre. zum schluß dann doch noch mit migränekloppern gearbeitet. es pocht aber weiter, rechts hinten oder vielleicht mehr innen. wie immer, alles findet innen statt, nicht da draußen irgendwo. ich bewege mich besser kaum, vor allem den kopf nicht. ich denke darüber nicht nach. immerhin ist da keine übelkeit, keine lichtempfindlichkeit, keine angst. heute. keine angst. das ist das für mich einzigartig gute an der so unsicheren freiberuflichkeit. das einzige, das hilft. ich muß jetzt schon nicht die möglichen schlafstunden ausloten, sie zählen womöglich, und hoffen, daß sie reichen mögen. bevor ich wieder losmuß. bevor es wieder losgeht, in das rad des funktionierens. denn das kann ich nicht. auch wenn das zählen und hoffen auf die nacht ohnehin unsinn ist, denn am schlaf liegt es nie. es liegt alles immer in der hand des großen, einzigartigen migränegottes. und im rechten auge, oben, hinter dem lid, ein schlag nur entfernt. immer.

der tag beginnt mit schmerz, noch vor dem aufwachen. wie soll das nur enden?

reste von traurigkeit. machen mich traurig. in allen zimmern stehen menschen. schemenhaft, neben ihrer zeit. sie schweigen, noch. und warten. ich bin gerüstet.

scherben

nach der thermosteekanne neulich heute morgen als erstes die glaskanne der kaffeemaschine zerschmissen. sieht so aus als wollte ich mich aller gewalt glücklich werden. leider ohne kaffee.

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