am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

40-60-44

das hat mich dann schon ein wenig erschreckt heute morgen, als ich im laden stand und diverse jacken durchprobierte. alle dasselbe modell, nur andere farben. und verschiedene größen natürlich. das mit der farbe war schnell geklärt. lieber ein dunkles olivgrün als fettes schwarz, auch wenn der kragen dann braun ist. schwarz wird nur grau mit der zeit, das ist mir irgendwie nicht.

aber die größe? 40 hatte ich ja schon früh, auch als ich untenrum noch in 36er hosen paßte. und zwar nicht, weil ich obenrum so einen wahnsinnsumfang gehabt hätte, damals. ganz im gegenteil. nein, es es waren wohl immer schon die schultern. auch jetzt sind es im grunde die schultern, nichts anderes. der aktuelle waagebericht liegt derzeit bei irgendwas über 60. nicht viel über 60, das ist durchaus okay. in meinem alter. obwohl ich der 5 vorne schon auch nachtrauere, immer noch. aber da ist ja diese neue waage, die immer 3 kilo mehr anzeigt als die alte. und ich möchte schließlich beim fahrradfahren die ärmel nicht in den kniekehlen hängen haben. also natürlich nicht wirklich in den kniekehlen, sondern in deren pendant an den armen. wie heißt denn das?

aber daß ich dann mit einer 44 nach hause gegangen bin. das kann ich einfach nicht verwinden. 44! jetzt denke ich die ganze zeit auf mich ein, daß es ja eine winterjacke ist, unter die auch die dicke watteweste passen soll. überhaupt stand ich da in dem laden, hab mit den armen gerudert und die schultern hochgezogen. das war gut, alles okay. ich habe genau die richtige wahl getroffen. gepaßt habe ich zwar auch in die 40er, definitiv. aber die ärmel. und die schultern. und eigentlich war es doch schon immer so. es ist also alles in ordnung. eigentlich.

sicher fällt diese spezielle jacke ganz extrem klein aus, denke ich. das hat meine oma damals auch immer behauptet. das sind ja schließlich nur nummern. (im übrigen ist es eine 42/44, sehe ich gerade. puh, schwein gehabt.)

einiges auf dem stundenzettel heute. darüber hinaus ist es mir immer wieder eine freude, zum arbeiten das haus, die wohnung, das eigene nicht verlassen zu müssen.

anti akw 2010

irgendwie ist es schwer zu vermittel, was gestern in berlin los war. das menschenband, das auf diesem unzulänglichen bild am anderen ufer zu erkennen ist, stellt ungefähr ein fünftel von dem dar, was allein von dieser stelle aus zu sehen war. und zwar zu einem zeitpunkt, als ich und unzählige andere meine runde schon durch hatte. ein paar meter hinter mir standen zu der zeit die traktoren, die den zug angeführt hatten. und es ist beileibe nicht das zugende, da drüben. noch lange nicht.

die masse allein macht es natürlich nicht. es gab auch gewagte einzeleinlagen.

und fröhliche protestbootsfahrten.

es ist gerade erst elf und ich bin platt. das sind so die randerscheinungen eines ausgedehntes demotages. zwei stunden demolatschen, plus nochmal zwei stunden herumschlendern, außerdem noch eine gute stunde – zirka 14 bis 16 kilometer, denke ich – radeln. das kommt einem mittelmäßigen fitnessprogramm gleich, an das ich nicht recht gewöhnt bin.

deutsches volk vor dem reichstag

pünktlich gegen 13 uhr geht es los. ich latsche meine runde, sambatanzend und trillerpfeifend, ziemlich an der spitze des zuges. nach 90 minuten dann umwandern wir dann artig die abgesperrte reichstagswiese, gähnende leere vor der heimstatt des bundestages. die füße qualmen, der rücken schmerzt, doch bald ist es geschafft.

von wegen. der blick über den fluß, hinüber zum hauptbahnhof verblüfft mich: von dort geht die demo immer noch los und los und los und hört nicht auf. ein hinüber gibt es für mich nicht, die schmalen brücken sind mir zu voll. also will ich zurück zum brandenburger tor, wo mein fahrrad steht. schließlich habe ich meine schuldigkeit getan, denke ich. dabei kreuze ich das schier endlose ende des demozuges. die menschen haben inzwischen die reichstagsstufen erobert und auch die wiese ist geflutet. wahnsinn!

mehr dazu auch im HSB von harald.

mengenlehre

meine gesammelten knöpfe befinden sich übrigens in jener kleinen plastikschachtel, in der zu meiner grundschulzeit die kleinen bunten dreiecke, kreise und quadrate für die mengenlehre wohnten.

ich bin so unglaublich diskursmüde, schon seit tagen, wenn nicht wochen. ist doch alles nur geschwätz, vor allen die politik. manchmal möchte ich keine antwort. manchmal möchte ich einfach nur reden oder eben schreiben, damit ich die welt nicht völlig verliere. meine welt, die doch niemand kennt. oder gar versteht.

kiesern hatte heute mittag fast etwas meditatives. tiefe, kraft und stille. naja, kraft. die meisten ziehen, drücken und schieben mehr als ich, auch die frauen. ich bin mehr so eine lusche. nur in den händen nicht. keine ahnung, warum. vielleicht das dauernde greiftraining auf dem motorrad.

hammer und nadel

eigentlich hatte ich ja einen neuen knopf an die hose nähen wollen. dann hab ich aber doch den hammer genommen, damit kenne ich mich einfach besser aus. ging auch viel schneller. (ob das jetzt ein beitrag zum thema feminismus ist?)

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