am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

lüge

der spaß hört genau da auf, wo die gewalt spiel genannt wird. irgendwann ist es soweit, dann sitzt man in der klemme. schlägt man zurück, hat man überreagiert. (du liebe güte, war doch alles gar nicht so gemeint.) schweigt man aber und rührt sich nicht, wird man fortan ausgelacht. immer und immer wieder. ich weiß nicht, was schlimmer ist.
schuldfragen sind in ihrer grundstruktur simpel und entsprechend effektiv. doch das ist ein trugschluß. am ende ist auf die art wenig bis nichts gewonnen, nur eine steigerung der qual vielleicht, verursacht durch die wahl der waffen. oder der worte.
die kreise des schweigens hingegen greifen ineinander wie fließende zahnräder. das geschehen ist naturgemäß komplex und in sich wirr. im schlimmsten fall bleibt es unbegreiflich, scheinbar ungeschehen oder gar falsch. gewalt wird unsichtbar auf die art.
die meisten menschen wissen das, denke ich. doch da mag ich irren.

maso

wieder mal den halben tag lang die linke linse falschrum getragen. [-8,5 dpt]

an manchen tagen wache ich widerwillig auf und gehe die gesamte strecke, über vierzig jahre, bis ich endlich im gegenwärtigen tag anlange. da verharre ich dann, wie erstarrt, während diese zeit an mir zerrt. wie ein überdehntes gummiband in meinen rücken. alt, und dennoch zu dick, um vielleicht doch noch zu reißen. irgendwann vielleicht.
man könnte sagen, ich neige zur seltenen morgendepression. aber auch das ist ja schon immer.

oscar hat jetzt einen henckel. (oder umgekehrt? ach, egal, paßt schon, irgendwie. sind ja zwei gleichgelackte typen.)

ich erinnere mich dunkel, im teenagealter mal im lexikon nachgeschlagen zu haben, was denn hetero bedeutet. homo war ja irgendwie klar.

die träume kommen wieder, blutrot.
heute wohnte in dem haus, in dem auch ich wohnte, ein mensch, so schwer, daß keine bewegung mehr möglich war. eine frau wie ein berg. tief im keller schlachtete sie ihr essen. riesige fleischhaufen, häute und därme. das haus fing an, langsam von unten zu verkommen. alles war glitschig, verrottet und stank. ich dachte, ich müsse das melden, zur polizei gehen. als ginge es um einen mord. dabei war es nur ein pferd, diesmal. füße und fell lagen in einer schubkarre, mehr habe ich nicht sehen können. oder wollen.
gestern hingegen war krieg, was sonst.

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