am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

living in a box (2)

kein gerüstebauer, kein dachdecker weit und breit heute. am vormittag wurde ein bißchen gesägt, lautstark, versteht sich. jetzt ist ruhe.
ich sitze auf dem balkon, schaue durch ein feinmaschiges netz ähnlich der fliegengitter in zelten auf die gerüstbretter hinunter, und weiß nicht, was ich davon halten soll. je mehr ruhe heute, desto länger bleibt es stockduster innen. und stickig, kein wunder bei dem wetter. ein zwiespalt sozusagen.
dazu latente migräne. ich will nach hause. (ach, da bin ich ja. ganz vergessen.)

über kommunikation

der versuch, verläßliche informationen aus telekommunikationsfirmenvertriebsmitarbeitern jeglicher couleur herauszuquetschen, scheint mir von grund auf aussichtlos zu sein. die magentafarbene fraktion seinerzeit hatte so ihre macken, besonders der total unfreundlichen und gar nicht zuvorkommenden art. naja, postler schnauzen halt, und man kann ja auch woanders hinwechseln, inzwischen. also, alles kein problem.
die blauroten sind allerdings auch nicht ohne, wie ich heute feststellen durfte. der laden ist brandneu, der teppich riecht noch nach klebstoff, und ich dachte mir im vorbeifahren: warum eigentlich nicht, spar ich mir die endloswarteschleife in der hotline. das mädel hinterm tresen blättert in einem reisekatalog und telefoniert, offensichtlich privat. macht ja nix, spricht vor allem für die gähnende leere in dem shop. als sie sich mir dann zuwendet, verstehe ich sie zunächst kaum, was möglicherweise, aber nicht unbedingt, an dem kaugummi liegen mag, das sie mir alle paar sekunden entgegenschiebt. die frage nach der vertragsverlängerung in tateinheit mit einem tarifwechsel überfordert sie augenscheinlich. sie kann und will nur neukundenverträge abschließen, denke ich. warum auch immer. auf einmal will sie aber doch etwas für mich tun, die nächste frage jedoch – ein test, ich gebe es zu – beantwortet sie mir grundlegend anders als der mann am telefon vor ein paar wochen. auf nachfragen, weiß sie ebenfalls nicht recht zu überzeugen. es hilft nichts, ich traue ihr nicht. ich deute das sogar an, was sicher kein guter schachzug war.
ein glück also, daß ich natürlich meine kundennummer grad nicht zur hand hatte, so konnte ich unverrichteter dinge wieder verschwinden. also, ab in die hotline. oder vielleicht nochmal das internet befragen? aber kenn sich mal einer aus auf den seiten von telekommunikationsfirmen. wer weiß, was man da aus versehen bucht?

living in a box (1)

mittlerweile rundumgerüstet geht mir hier doch langsam das licht aus. gegen acht muß ich dasselbe dann schon einschalten. der lärm ist auch nicht ohne, obwohl ja die eigentlichen arbeite noch gar nicht begonnen haben. nur die dachdecker turnen schon ganz da oben herum.
nähere informationen von der hausverwaltung sind auch noch nicht eingetroffen, die halten sich wie immer hübsch bedeckt. so weiß ich also immer noch nicht, worauf das ganze hinausläuft. kein zeitplan, nicht einmal eine grobe richtung, sodaß ich nicht die geringste ahnung habe, wann und wie ich meinen balkon retten soll. zumindest die bepflanzung und die möbel.
nachts lausche ich, ob nicht jemand auf den brettern umherwandelt. aber ich kann einfach nicht bei geschlossenem fenster schlafen. tags geht auch kein lüften, weil es entweder zu laut ist oder zu gefährlich, einfach die tür offen stehen zu lassen, wenn ich mal kurz weg muß. ganz unten, zwischen den noch aufzubauenden gerüstteilen, lagern übrigens unmengen von riesigen grünen planen. und eine nachbarin erzählte mir eben, daß ihre fenster zur hofseite, die im letzten sommer gemacht wurde, sage und schreibe bis einen tag vor weihnachten mit blauer folie beklebt waren. na, da kommt freude auf.
abgesehen davon, daß ich mich erinnere, daß im hof der putz bis zu den ziegeln runtergerissen wurde. dreck und schutt von gewaltigen ausmaßen. und staub natürlich. fenster und türen werden also nicht nur verlebt, sondern am besten auch permanent verschlossen sein müssen, damit der ganze dreck nicht auch noch in der wohnung landet. den dazugehörigen lärm mag ich mir erstmal lieber gar nicht vorstellen. das wird die hölle.
so sitze ich dann demnächst wohl, tag für tag, im homeoffice. ist nix mehr mit wohnung. i’m living in a box!

identität (3)

immer noch fehlt etwas entscheidendes. eine haltung, ein ansatz. der letzte dreh in die richtige richtung, von wo aus es kein vertun mehr gibt. nur noch arbeit, arbeit, arbeit. doch das scheint unerreichbar.
ich bemühe mich also um ironie, versuche es mit zynismus und verwerfe es gleich wieder. das alles ist es auch nicht, das kann es nicht sein. zumindest ist es nicht das allein. es braucht mehr. aber wovon?
was mir im alltag nur so zufliegt, die schnelle hingeworfene pointe, aus dem moment geboren. das will mir im schreiben nicht gelingen. da scheint es einfach keinen weg zu geben, keine form, die dem entspricht.
das macht müde! schon vor wochen wolle ich soweit sein. längst wollte ich angefangen haben.

in der eckkneipe gegenüber rutscht immer wieder die deutschlandflagge von dem cocacolaschild. schon dreimal, jetzt.

fehlpaß

ich seh grad beckham im fernsehen. ein bißchen bin ich überrascht. den gibt es ja wirklich, der spielt sogar richtig fußball. läuft über den platz und tritt gegen den ball und so.
oh mann, dann ist am ende sogar diese viktoria echt?

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