der heimlich gefaßte vorsatz, jeden tag wenigstens eine szene zu bearbeiten, wenn sie nicht allzu lang ist, geht langsam aber sicher gehörig den bach runter. seit einer woche nichts. dabei sind die nächsten szenen nicht weiter schwierig, danach erst wird es richtig kompliziert. entschuldigungen gibt es genug. die bürokratie, die hemingwaysache, ein neuer nebenjob und die letzten sommertage, natürlich, die nicht zu vergessen. trotzdem bin ich natürlich unzufrieden, gerade heute wieder, wo unvermutet auch noch das licht fehlt. war das so vorausgesagt?
wip – ausweichmanöver
nachdem ich stundenlang schwiegend vor laufendem bildschirm gehockt habe, allerhöchstens ein wenig gezappt, gesurft, ohne daß sich jedoch der hemingwaytext einstellen wollte, dachte ich, ich könnte auch die einfach schiene fahren, für heute, mehr ist eben einfach nicht drin. es gibt solche tage, viel zu viele.
gesagt, getan. drei szenen, nichts besonderes, etwas mehr als drei seiten. die letzten zwei seiten muß ich nochmal durchsehen, da war dieses untrügliche gefühl der unkonzentriertheit. das spricht nicht gerade für mich und meine form, ganz im gegenteil.
noch 47 seiten, dann ist fertig. endlich. ich will, ich muß mich endlich ranhalten. da ist zuviel anderes.
wetware
drei tage nachgedacht, wo ich denn über Gloria Hemingway, des großen ernests sohn, gelesen haben könnte, vor jahren. was tun, wenn das internet nur wenig hergibt, vorwiegend eckdaten und reaktionen, aber weiter nichts?
ich wälze papier, all das papier, das ich vor einem jahr in unzähligen kisten nach berlin geschleppt habe. ich klicke mich nicht durch, ich schlage die seiten um, eine nach der anderen, durchnumeriert. das ist seltsam, zunächst, und gänzlich unergiebig. ich finde vieles, das ich schnell noch einmal, oder vielleicht auch zum ersten, mal lesen wollen würde. nur nicht jetzt, jetzt gilt es zu suchen und zu finden.
im grunde ist es doch dasselbe, denke ich dann, als ich zwischendurch kurz hochsehe, weil eine mail eingetroffen ist. (pling, ich hätte den sound abstellen sollen, wenn schon die verbindung weiterläuft.) es ist wirklich nicht viel anders, in den seiten (papier) zu wühlen. es fühlt sich nur anders an. doch ich hangle mich durch das papier (seite für seite), nicht viel anders als durchs netz. die verbindungen sind lose oder fester, je nach dem. ich lege die spur, ich knüfe die bande. ich lasse fallen oder halte fest, was immer mir in dem großen, allgegenwärtigen chaos in die finger gerät. und ich vergesse. das meiste (im leben) geht verloren, so ist das, welche art von hartware auch immer zum einsatz kommt. daran ändert sich nichts. und die software? ach, dieses mikroweiche zeug, was taugt das schon. darauf verläßt man sich besser eh nicht.
wetware, das ist es, was zählt.
während ich Literaturen ab jahrgang 2001 aufwärts durchblättere, ein heft nach dem anderen. während ich mich immer noch wundere, daß in deren onlinearchiv nichts zu finden ist. während ich dumm und ratlos um mich schaue, beinah schon aufgeben will. und während ich bei all dem den gesuchten artikel nahezu vor mir sehen kann, nur leider nicht lesen, so fotographisch funktioniere ich nun leider doch nicht. währenddessen also überlege ich, wo ich ihn gelesen habe. im büro, damals. (nicht laut sagen… ;-) und da habe ich, außer Literaturen und der wtaler tageszeitung (nicht einmal einen link wert!), die ich beruflich beauftragt war, tagtäglich durchzusehen, lediglich den Rolling Stone regelmäßig gesichtet. Rolling Stone, kann das sein? ich sehe einen schwarz-weiß artikel vor mir, wenig bilder, viel text. aber abwegig ist es nicht, das gibt es da immer, im mittelteil. und es gibt oft etwas über dichter. (manchmal auch deutsche, ganz am rande bemerkt, fauser, brinkmann, wondraschek, …)
der Rolling Stone also, tatsächlich, das oktoberheft 2002. online gibt es den artikel offensichtlich nicht, auch nicht das amerikanische original. aber solls?
papier ist doch ohnehin schöner. kann man mit ins bett nehmen, darauf einschlafen und morgens gleich wieder einsteigen.
ansonsten: wetware, nicht wahr, das ist es! das macht es doch aus! sowieso! alles! oder etwa nicht?
fußgänger
meine persönliche marathonvorberichterstattung, heute im HSB.
ich blogge berlin
das niegelnagelneue hauptstadtblog, erst ein paar wochen alt, macht sich ganz hervorragend. neben einer täglichen zusammenfassung der tageszeitungsthemen gibt es kurze und längere berichte, kritiken aus der welt der kultur, persönliche impressionen, kleinen geschichten jenseits der schlagzeilen und reiseberichte aus einer weitläufigen stadt. das design ist mehr als gelungen, das paßt bis in die letzte zeile. (wenn ich sowas doch auch nur könnte. ;-)
aber das schönste ist, es hat sich ja in den letzten tagen bereits angekündigt, ich darf da ein bißchen mitmachen. und das ist sauspannend, weil da noch richtig viel drinsteckt, an potential und so. da fühl ich mich wohl. jawohl.
gewürm
pc-probleme. irgendein wurm hat sich eingeschlichen, und bei der behebung des befalls, besser beim versuch der behebung, ich hab ja keine ahnung, war plötzlich meine seite platt. das heißt, ich dachte sie sei platt, dabei hatte ich vermutlich nur ein wenig zu gründlich gesäubert.
inzwischen ist so einiges wieder installiert, und einstweilen scheint es sogar wieder zu funktionieren. alles das jedoch untervorbehalt, ich trau dem braten nicht. mal sehen, wie es morgen wird.
leer
noch ein bißchen bürokratie hin- und hergeschoben, aber über die maßen genervt. die liste wird immer länger statt kürzer, und in den text komme ich mal wieder überhaupt nicht. fürchterlich, diese tage, an denen nichts geschieht, die mich aber dennoch bis aufs letzte ausleeren. der blick geht ins nichts der nacht. dahin, wo sonst das leben beginnt.