endlich habe ich den grund gefunden, warum ich so selten verreise. das weite suchen ist eben nicht so mein ding. ich gehe einfach lieber in die tiefe, was soll ich machen?
hemingways tochter (3)
eine erste fassung steht, würde ich sagen. noch auf wackeligen füßren, aber durchstrukturiert von vorne bis hinten. lesbar ist das so nicht, sicher auch noch kaum verwertbar. bei allem, was ich tue, auch nebenher, denke ich darüber nach, was noch fehlen könnte, denn da sind lücken, endlos. das geht so nicht, da muß vieles geschlossen werden. und ich denke und denke und denke. weil ich die psychologie nicht will, diesmal, die manifeste struktur zwischen vater und sohn, beinah archaisch.
wozu das aufschreiben, was ohnehin jeder weiß. (oder doch nicht?)
hängen und zwingen
manche tage sind einfach nichts, da soll man sich nichts vormachen, aber auch nicht weiter darüber nachdenken. ist eben so, weiter im text. aber auch der hemingway hängt. die worte sind erstarrt und finden erst nachts in den fluß, kurz bevor die müdigkeit in erschöpfung aufgeht. das ist erlösend, befreiend nahezu, es lebt noch, es lebt. aber es läßt sich nicht halten, einfach so. und mir fehlt die kraft, um die dinge zu zwingen. oder der wille vielleicht, wenn auch nicht die absicht.
übel lust
den tagnach den armseligen drei seiten irgendwie vertrödelt. hier eine email, da jemand im chat, und jetzt habe ich nicht übel lust, die nacht gnadenlos durchzuarbeiten. aber, leider keine chance, muß kurz nach fünf schon wieder raus. mal sehen, was dennoch geht, noch ein stündchen oder so. vielleicht über hemingway lesen. wie war das mit dem krieg, den flugzeugen, den großen fischen und flinten? und den söhnen natürlich! vielleicht geht es dann morgen, nach getaner arbeit, gleich weiter. mit ein bißchen glück.
obwohl darauf im grunde nicht zu hoffen ist, der hiwijob greift derzeit mehr raum als ihm eigentlich erlaubt ist.
hemingways tochter (1)
nachdem sich das brennen nach und nach gelöst hat, das körperliche befinden somit fast wieder im normalbereich angesiedelt ist, der schmerz also zurückgefahren, nur noch der alltägliche, dumpfe begleiter, tief im gewebe verstrickt, im nacken, im rücken. (wo ist meine syntax?) jedenfalls blättere ich die trotz allem heute eben noch besorgten hemingwaybiographien durch. ich weiß nicht viel, stelle ich fest, auch auf die schnelle. ich kenne das image und die gerüchte. ich kenne auch ein paar texte, und ich weiß um das ende, das im grunde auch eine art gerücht ist. mehr nicht.
heute abend sehe ich vor allem den alten mann, denn darum geht es mir. der alte hemingway, der an hohem blutdruck, diabetes und arteriosklerose leidet. außerdem gibt es wohl lebergeschichten, kein wunder, im weiteren ist von depressionen die rede. dazu die familie, die eine vielzahl von selbstmorden auf sich zu ziehen scheint. der alte hemingway aber droht schlicht und einfach an simplen alterserscheinungen zu sterben.
außerdem sehe ich einen alten mann, groß und schwer, der sich die haare sorgfältig von weit hinten nach vorn über die glatze legt. ein seltsames bild.
wip – gefunden
nur noch ein bißchen aufräumen, die wäsche zusammenlegen, zeitungen und zeitschriften einsortieren, mehr war nicht angesagt. dumm, wenn sich auf dem zeitungsstapel neben dem bett die vergessene bleistiftarbeit von letzter nacht findet. als ich am nachmittag nach hause kam, standen die drei seiten noch auf der agenda. (hi, g! ;-) dann hab ich eilig noch eine bewerbung geschrieben und alles andere darüber vergessen.
langer rede. schnell noch die die seiten eingearbeitet, damit morgen zeit für hemingway bleibt. (ich sehe das schon kommen. nie rede oder schreibe ich soviel über gänzlich ungelegte eier. am ende geht das völlig in die hose, wetten!?)
riß
wenig geschlafen, so gut wie gar nicht im grunde, dann durchgeackert wie selten und anschließend im hirn wie ausgeblasen. kein hemingway möglich, auch sonst kein fetzen text mehr. nur diese wirren, springenden, fließenden fetzen, die (hoffentlich) träume werden heute nacht. dann geht es möglicherweise irgendwie doch noch weiter. nahtlos oder gebrochen, zerrissen, zerfetzt. wer weiß?
manchmal braucht es die erschöpfung. manchmal ist damit alles zerstört, jeder einzelne gedanke versinkt wieder. und es ist nicht der gedanke, der zählt. niemals. schon gar nicht, wenn es ums schreiben geht. da braucht es gedankenkonstanz, bei größtmöglicher flexibilität.
schreiben ist die abwesenheit von sprache. keine ahnung, wie ich jetzt darauf komme.