am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

genau weiß ich es nicht, aber ich fürchte, dass die wohnung unter mir seit einiger zeit unbewohnt ist. (kein leerstand. da ist nur einfach niemand, denke ich.) ich merke es tagtäglich daran, dass ich die heizung mächtig aufdrehen muss, obwohl es so kalt gar nicht ist. dennoch friere ich ständig, so von unten her, auf dauer ganz fies. ganz anders als draußen im wind zu bibbern. sogar jetzt habe ich im schlafzimmer schnell noch einmal alles aufgedreht, wo ich doch eigentlich schon mit einem bein im bett liege.

so eine kälte ist das eine, das ist leicht zu lösen. und nicht schwer zu ertragen, es nervt vor allem. das andere ist diese kalte welt, die sich gerade ausbreitet. zu recht natürlich, einstweilen. und doch auch wieder nicht.

ich mag mir das lieber nicht vorstellen: eine welt ganz auf  die (vermeintliche) eindeutigkeit wissenschaftlicher erkenntnis und einen (moralinen) diskurs ausgerichtet. ohne jegliche poesie also, ohne den halt im chaos und dem darin immanenten, jederzeit machbaren zauber. was gäbe es noch zu sagen, zu erzählen in einer derart totgespülten welt.

zu schreiben auch, das ist kein ort für mich. zum glück ist im grunde alles ganz anders als es derzeit scheint. dieses virus, das zunächst alles aufgerissen hat, es verdeckt nun das, was wirklich ist. das wird mir gerade klar.

pc = zeit & geld

so ein tag mit computerproblemen, das kann ich ja sowieso schon nicht ab, aber an einem homeoffice-tag. himmel! jetzt scheint zwar wieder alles gut, toitoitoi, aber keine ahnung. wie und warum, ich bin da ja eher wenig begabt.

jetzt brennen die augen und der nacken brüllt, wegen der anhaltenen anspannung vermutlich. das ist grundsätzlich kein so guter tausch, der bildschirm gegen das leben. andererseits ist es arbeit, und arbeit ist geld. tja.

da gibt es keinen spielraum. und all die anderen kleinen teile dieses tages sind darin verschwunden. schade.

am leben

draußen dreht sich ein blaues licht, flackert mir bis ins zimmer. das steht die polizei, das hält mich wach.

am wochenende vieles, im grunde alles geschafft und zusätzlich noch am bad weitergebaut. recht erfolgreich gebaut, das war das meiste, das beste glück dieser tage.

natürlich ist das easy, wenn es sonst nichts mehr gibt. das anfangen, meine ich. und dann weiter, immer weiter, einfach machen. das fällt mir derzeit wirklich leicht.

ohne die anderen, ohne eine welt, nur für mich. das war  ja schon immer meine spezialität. so wird alles gut.

aber nichts kehrt zurück.

dieses heute

ich hatte mit schnee gerechnet heute, aber das waren wohl leere versprechungen. erst gab es sonne, dann wurde es nass, aber da war schon wieder zu hause. nach einer kleinen erledigungsrunde mit dem rad, das macht auch in der kälte unendlichen spaß. dieses neue rad, das ist wirklich das schönste fahrzeug, das ich jemals hatte. (sorry, großes, schweres, schönes motorrad!)

kurz danach ist der tag ein wenig kaputtgegangen. die abendgestaltung wurde durch ein infektionsgeschehen mit darauffolgenden quarantänemaßnahmen spontan komplett vereitelt. und irgendwie auch meine gesamte arbeits- und erledigungsplanung dieser tage, ein energetisches, kleines kunstwerk, auf das ich ein wenig stolz war. das gelingt nicht immer so gut, eigentlich so gut wie nie. doch das lässt sich jetzt nicht mehr wirklich umsetzen, fürchte ich. alles ist anders, das scheint ein muster zu werden.

das nervt, dennoch muss ich auch lachen. eigentlich ist es ja immer so, nichts ist planbar oder sicher. niemals. keine chance!

ersatzweise habe ich gegen abend angefangen, ein wenig an einem rechner herumzubasteln, der schon länger nach aufmerksamkeit ruft. ich will ihn schon länger loswerden, also verkaufen, aber dafür muss er sauber laufen. und wie das so ist, fing dann auch mein hauptrechner an, meine aufmerksamkeit zu beanspruchen. da saß ich dann, an drei bildschirmen und zwei rechnern gleichzeitig, ein wenig ratlos, wie sich das entwickelt haben könnte. sowas am abend anzufangen, kann an die nerven gehen, oder es geht komplett daneben.

aber heute ging alles gut, bestens sogar. auch das, was kurzfristig schiefzugehen droht, die home-office-verbindung zu meinem bürorechner zum beispiel, hat sich retten lassen. von mir! allein! was an sich schon als grundsätzlich absurd betrachtet werden muss. weshalb dieses heute wohl als ein durchaus gelungener tag betrachtet werden sollte.

nur kochen hätte ich vielleicht doch sollen, wenn auch nur für mich allein. (das versuche ich mir mal zu merken.) ich glaube, das hatte ich ursprünglich auch vor, habe es dann aber vergessen.

im anflug auf berlin. nimm doch die autobahn, sagt vorne jemand. ich sitze hinten und sehe alles, als hätte der flieger kein dach mehr. wir rutschen und drehen uns dann, die flügel weit außen zerreißen bäume und masten. dennoch bleibt innen alles still. am ende steigen wir aus wie immer, nehmen unser gepäck und benutzen die leiter. die leiter? denke ich beim aufwachen.

{ }

der tag ist durch spontan notwendige umdisponierungen ein wenig voll geraten, also so, wie ich es überhaupt gar nicht mag. fünf termine, in enger folge, noch dazu sehr unterschiedliche! (ja, das ist viel, wenn man permanent auf der suche nach der glatten zeit ist, quasi angewiesen darauf.)

zum glück ist nun dafür morgen alles leer. nicht wirklich natürlich, aber erstmal steht keine einzige uhrzeit im kalender. nur ein paar dinge auf der liste, die ich einigermaßen frei sortieren kann. ich werde ein bisschen unterwegs sein, mit dem fahrrad, das allein! (hoffe ich zumindest, das wetter und so.)

zwischen den zeilen der liste liegt das schreiben, immer wieder. (nicht nur morgen.) ich bin eine zwischenschreiberin, die in den schnittmengen gräbt. eine ganz gute eigentlich.

in den leeren mengen bin ich ganz besonders präsent.

nach hause kommen, in ein hotelzimmer, wo sie auf mich wartet. aber dann ist sie da mit einer anderen, und ich bin nicht eifersüchtig, aber doch zerstört, irgendwie, weil es jetzt vorbei ist. das warten.

auf der zugfahrt mit den beiden spreche ich mit der anderen, die nicht auf mich gewartet hat, und erzähle von der, mit der jetzt sie statt ich. die andere ist erstaunt, ohne abwehr, dennoch ungläubig. ich lasse sie fahren.

zu hause stehe ich in meinem bad, das dunkel ist, fast schwarz, wie kohlendreck. auch die armaturen sind heruntergekommen, verrrostet und verkalkt. und sie sind überall, an der wand vor allem. wenn ich daran reibe, um sie zu säubern, den kalk runterzukriegen vielleicht, dann sprüht das wasser in alle richtungen. das lasse ich lieber. es hilft auch nicht.

und also bleibt alles dunkel, bis ich aufwache.

die nächte sind wach

schwankender tag. die arbeit von zu hause nervt. ich komme so nicht klar, nicht mehr lange. aber was solls. um mich geht es schließlich nicht, das habe ich gelernt mit der zeit.

das vermitteln mir menschen auch ganz gern, dass es doch schlimmeres gibt. dass ich es gut habe, satt und sauber bin ich, trocken und warm. soll ich also zufrieden sein und still und schlafen, verdammt.

ich aber bleibe wach in den nächten. schaue den ideen zu, wie sie tanzen, als würden sie leben. wie damals

wenn ich es dann mal selber sage: um mich geht es hier nicht! keine ahnung, wie es mir geht! wozu? ich interessiere mich nicht! dann wiederum erklären mir dieselben menschen etwas von selbstfürsorge und sensibilität und greifen nach meinem arm, mich zu trösten. nein töten, so kommt es mir vor.

menschen, die heiß und kalt reden in einem atem. wie komme ich jetzt darauf. es sind keine menschen hier.

ein tag, der schwankt. abgrundtiefe müdigkeit in der dämmerung. nichts neues, aber ach. wie lange noch?

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