nicht immer ist die zeit. zu sagen, was zu sagen wäre.
seit gestern immer wieder anrufe auf dem handy, die sofort abbrechen, wenn ich rangehe. da will mich wohl wer ärgern. technisch ist auf jeden fall alles in ordnung, säuselt der freundliche servicemann im call-center zuvorkommend. na, dann will ich das mal glauben.
ansonsten ist das brot alle, die milch sauer, der kaffee also pechschwarz heute morgen. darüber hinaus bleibt der kurze dialogtext über den sonnenuntergang von vor jahren unauffindbar, dabei würde der so gut auf die ausschreibung passen. deadline ist heute, das wird dann wohl nix mehr. alles kein problem, alles in ordnung, alles wie immer, im grunde. nur die erledigungsliste wächst und gedeiht mit jedem gestrichenen posten. könnte mir vielleicht jemand so zirka 3 bis 4 monate urlaub schenken!?
müde, was sonst!?
aber morgen ist ja frei. frei in dem sinne, daß ich nicht ins büro muß, aber die erledigungsliste wartet natürlich tag für tag auf erledigung. da aber an fundiertes denken derzeit wirklich nicht zu denken ist, paßt das ja ganz gut. thema abarbeiten und dann abhaken. so ist es gut. hab ja heute im grunde den ganzen tag schon so verbracht. auf der liste stehen aber auch sachen wie, die rubriken ‚memory‘ und vor allem ‚memory-protokolle‘ zu überarbeiten, die hausarbeit (mediävistik) vorbereiten, endlich mal, und ein wirklich paar wichtige oder dringende mails schreiben. und die vhs-kurse fürs nächste jahr. und den kurz-dramentext für…
schluß jetzt! ich muß noch blumen gießen und dann ein bißchen hörspiel hören. (logo! auch alles auf der liste!)
die ganze nacht migräne, bis morgens um sechs. da wird es dann schon hell und die vögel piepen. den radiotermin schließlich aber so gut wie verschlafen und glücklich auf den nachmittag verschoben. bis gerade eben keine nachrichten gehört oder gesehen. kein krieg, kein gar nichts mitgekriegt. scheint geholfen zu haben. irgendwie.
oh wunder! krieg ist schmutzig und blutig und läuft nie so, wie man es sich vorher ausdenken mag. unplanbar, wie das leben, könnte man sagen. am ende ist der tod. nichts neues also. außer für die verantwortlichen vielleicht, die offensichtlich (jetzt fang ich auch schon so an ;-) gerade versuchen, die entsprechenden bilder zu verhindern.
wenn es nicht so bitter wäre… es wäre zum lachen!
ansonsten bin ich fast ein bißchen glücklich. seltsam. es ist viel zu tun, und ich freue mich darauf. im moment zumindest. schlimmer kann es schließlich nicht werden, und es wird schon seit langem im grunde immer und immer ein wenig besser. daß mir das erst jetzt und überhaupt immer nur für kurze zeit auffällt. bewußt wird. aber immerhin.
heute zufällig und in einem ganz anderen zusammemnhang die frau getroffen, die mich am dienstag vormittag bei radio wuppertal erwartet. von wegen lyrikworkshop, werbung und so. das ist mir jetzt also auch schon wieder eine ganze ecke leichter gemacht.
ich liebe zufälle. ich liebe menschen. glaube ich. ich bin sicher. im moment zumindest.
am morgen zur demo. ein bißchen zu spät, ein bißchen zu mißmutig, ein bißchen zu angestrengt. die sonne, der frühling, diese luft. das alles scheint einfach nicht zu passen. mir zumindest. von der veranstaltung krieg ich dementsprechend nicht viel mit. übellaunig.
dann wieder vorm fernseher. ich ertrage es nicht, dieses gerede, von wegen, die irakische bevölkerung wäre ja gar nicht gemeint, man würde sie ja auch nicht beschießen, das wäre doch offensichtlich, weil ja sogar die straßenbeleuchtung noch gehen würde. blödsinn! als wäre bombenpfeifen ind er luft, detonationslärm ganz in der nähe, druckwellen wie erdbeben und angst, angst, angst keine bedrohung. aber was soll man erwarten von einem, der sich tatsächlich zu sagen traut, daß er mit diesem krieg in tiefem frieden sei? was?
später zur wasserlesungsvorbereitung und stundenlang kein wort vom krieg. nur stellproben, lichtdiskussionen und brainstorming. mit anschließendem pizzaessen, inklusive künstlerexistensfragen, ausnahmsweise sogar konstruktiv. das hat gut getan! verdammt!
leise und leicht wünsche ich mir diese tage, nicht schrecklich und schockierend. werbestrategie oder poetische propaganda? eine alliteration als eigentümlichstes element des kriegshandwerks. seit wann gibt es überschriften, slogans für die (das?) schlachten?
beginn des luftkriegs zur primetime, so also geht es ins wochenende. was für ein timing! applaus! ich könnte kotzen! die grünen videospielbilder, die hilflosen endlosschleifen und paraphrasierenden wiederholungen der reporter dagegen langweilen mich bereits. doch mit dem schweigen ist es ähnlich, die kiste muß laufen, irgendwie. ich weiß nicht warum. es hilft nicht, es ändert nichts. peinlich, im grunde. ja doch.
viel konzentration bleibt mir nicht.
ich sollte den wassertext ein letztes mal durchsehen, jetzt sofort. morgen abend ist nun endgültig abgabe, und tagsüber gehe ich wohl demonstrieren. na, was solls, das ist wichtiger. die vorbereitungen für den lyrik-workshop stehen auch an. am dienstag noch einen radiotermin. kleines interview vermutlich, sozusagen als letzte werbung. bis dahin sollte ich in etwa wissen, wie ich das ding aufziehen werde. die frau, mit der ich gesprochen habe, hat mich gefragt, ob das nicht auch eine möglichkeit wäre, über den krieg zu reflektieren. natürlich! da hat sie recht. das ist eine großartige möglichkeit, über das elende gestotter hinauszukommen. vielleicht. das, was ich derzeit hier stottere. das, was in den medien gestottert wird. oder gelogen, womöglich, ahnungslos. ich werde also den krieg berücksichtigen in meinen vorbereitungen, ich werde es müssen. keine frage. in beispielen vielleicht, in aufgaben, in gedanken zumindest. es kommt aber immer auch darauf an, was die leute mitbringen, die sich schließlich anmelden. an gedanken. an aufgaben. an beispielen. an erfahrungen und erinnerungen vielleicht.