raum für notizen

disziplin: alle tage

11. September 2021 - 23:32

heute meine absolute lieblingshose weggeworfen. nachdem ich seit tagen damit herumgewerkelt habe, farbe daran abgewischt, staub und dreck usw. das ding war so derart durch, dass ich beim einsteigen mit dem rechten bein gleich durch drei verschiedene löcher wieder rausgeflutscht bin, statt ordnungsgemäß ganz unten an- und rauszukommen. da hab ich dann entschieden, sie nicht mehr zu waschen. sonder nach unten zu tragen, gleich in den müll. damit ich es mir nicht doch noch anders überlege.

tagtäglich in den letzten eineinhalb jahren, immerzu im homeoffice, immerzu in dieser hose. jetzt ist wird sicher alles anders. oder!?

soviel zu meinem niveau in diesen tagen. ich fürchte, ich hab echt nix mehr zu sagen.

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zwischenstände

11. September 2021 - 01:33

es ist eine eigenartige zwischenzeit. zwischen den zeiten, sommer und winter zum beispiel. aber auch vor und nach der pandemie, genau in diesem eigenartigen dazwischen, richtungslos, das ist jetzt. oder für mich persönlich, ganz aktuell: vor und nach diversen zahnbehandlungen, ohne einen finalen zustand erreichen zu können. einstweilen.

zwischen zwei büchern auch, die beide noch längst keine bücher sind. und womöglich auch nie welche werden. aber das eine ist geschrieben, immerhin. und das andere tobt durch mich hindurch, reißt mich mal hierhin, mal dorthin. mal sehen.

zwischen all dem zerstöre ich derzeit mein bad. ich weiß nicht, warum oder was ich da eigentlich tue. ursprünglich wollte ich nur nachsehen, ob die beiden wassereinbrüche aus der wohnung über mir, nicht vielleicht doch an strategisch wichtigen stellen tiefergehende schäden angerichtet haben. und dann ein paar neue, passendere latten als stütze für die handtuchbretter anbringen. das heißt also: ein paar frische löcher bohren und die alten verschließen, mehr nicht.

irgendwie reiße ich dabei aber überall mächtig viel tapete herunter, ohne dass das meine absicht wäre. es geht eben ganz leicht, wie von allein. also runter damit. allerdings nicht überall, vor allem nicht über der seltsamen zwischendecke unterhalt des schmalen oberlichts. das ist nur schwer zugängig, dazu habe ich nicht die geringste lust. doch die deckentapete, die ist mir fast komplett entgegengekommen.

so wird wohl alles nur so halb, und ich weiß überhaupt nicht, wie das am ende aussehen soll. zum vorschein kommen auch risse den den wänden, besonders um das abflußrohr von oben. da bröselt es ein bisschen, sicherlich wegen des wassers vor über einem jahr. das werde ich wohl so lassen, müssen. oder wollen. auch das seltsame grün, das hier und da zum vorschein kommt. kein schimmel, alte farbe.

so ist das also, alles. und ich finde es nicht einmal schlecht, so halb zerfetzt, nicht richtig, nicht ganz. tapete klebe ich da ganz bestimmt nicht mehr nach, nur etwas frische farbe vielleicht. der rest bleibt, kaputt.

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31. August 2021 - 23:37

alles bewegt sich, und ich sehe zu. ich bin nicht betrunken. ich bin nur am leben, und ich bin bodenlos. im rutschen und fallen finden sich welten. erst ist es ein chaos, alles. es ist unerträglich.

dann wird es geboren, dann ist es mensch.

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in die spitzen

29. August 2021 - 01:45

jede woche ein mal sucht nun eine noch sehr junge und ausgesprochen zierliche zahnärztin in einem meiner oberen backenzähne nach den wurzeln. das ist übel, es dauert stunden. ich liege da, hilflos, wie eine gefangene. verbaut im zahnärztlichen equipment, da bleibt kein raum, keine flucht, und zusätzlich in die zange genommen von zwei fremden menschen. wobei gerade deren fremdheit eine erleichterung ist. wirklich gefährlich sind am ende nur die bekannten, die vertrauten menschen. meiner erfahrung nach.

auf den röntgenbildern ist nur ein wurzelkanal zu sehen, die junge ärztin geht aber davon aus, dass das nicht stimmen kann. gefunden hat sie bislang zwei, einen dritten vermutet sie. fehlt also noch einer, denke ich, sage ich. zwischen zwei bohreinsätzen, die mich sprachlos machen. manchmal sind es auch nur drei, sagt sie, den rosenbohrer in der hand. ich vertraue der frau, blind und stumm. ich öffne den mund. wir reden nicht viel, wir werden sehen.

sie geht den dingen auf den grund, wie ich. bis in die spitzen, nur anders. sie tut es für mich, es ist ihr beruf. das hatte ich bislang nicht verstehen können, warum jemand zahnarzt werden will. es ist nicht das geld, obwohl das gerne als erstes behauptet wird. nein, das glaube ich nicht. es ist ein handwerk, das verstehe ich. da ist werkzeug und material, da wird etwas gebaut. aber im gesicht eines menschen, in seinem kopf, wie kann man das wollen?

dennoch: jetzt auf einmal beginne ich zu begreifen. dass es menschen gibt, die in knochenhartem material graben. dass es solche menschen geben muss. so wie ich auch in knochen grabe, in vergangenheit, erinnerung und struktur. das ist mein material, ebenso hart und unerbittlich.

mein werkzeug ist das wort allein. nur so zeigt sich die angst, kurz bevor sie schwindet. an den ort zurückkehrt, wo sie geboren ist. anderswo und lange her.

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färbung

23. August 2021 - 01:44

an einsamkeit ändert sich rein gar nichts durch die gegenwart anderer menschen. die meisten sind damit geboren, wie mit blauen augen, dunklen haaren oder bestimmen geschlechtsmerkmalen. einsamkeit ist die form, die gestalt des gemüts. oder die farbe vielleicht.

mehr nicht, aber auch nicht weniger.

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kein plan

31. Juli 2021 - 12:49

gestern nacht noch lange im internet nach einer zweiten kleinen holzkiste gesucht, so wie ich eine schon habe. tatsächlich eine genau solche kiste gefunden, eine einzige. dann aber doch nicht gleich bestellt, weil man nachts um halb drei vom bett aus grundsätzlich nichts im internet bestellen sollte. niemals.

heute morgen dann oben von der einen kiste, die schon hier ist, ein stück abgesägt, wie ich es sowieso schon wollte, und aus dem rest eine zweite gebaut. einfach unten einen sperrholzrest als boden zugefügt, den ich noch von frau fragmentes wegzug aus berlin hier stehen hatte. also ewig lang, aber manchmal findet sich am ende doch noch alles zurecht.

auch das ist die welt. man begreift die dinge nicht, solange man sie nicht berührt und bewegt hat. dann erst eröffnen sich die möglichkeiten. vielleicht auch ein grund, warum so viel schiefgeht derzeit. überall. weil sich die dinge unter druck und zeit nicht finden.

und weil warten manchmal keine option ist, ich weiß. aber helfen könnte es schon, in gewisser weise.

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#insight

31. Juli 2021 - 01:30

es ist vorbei, ich bin geimpft. und es hört doch nicht auf, nie wieder. so ist das jetzt. und das macht nichts, auch das kenne ich. gut.

inzwischen habe ich mich verabschiedet, lange schon, ohne dass ich es recht gemerkt hätte. von meiner vorstellung vom leben vor allem, all den illusionen, die ich zwar weder vor mir hergetragen, noch tief in mit verborgen hatte. wohl aber war da etwas, besonders in gegenwart anderer. als müsste da etwas sein, ein anspruch an das eigene leben über das leben desselben hinaus. jetzt bin ich nicht mehr, ganz einfach. und ich will auch nicht mehr sein, was immer ich einmal gewesen sein mag. eigentlich bin ich sicher, dass da sowieso gar nichts war. immer schon.

mit der welt gehen auch die menschen. die meisten verschwinden einfach, weil ich den aufbruch so schnell nicht mehr kann. ich bin langsam geworden, sehr verloren. und sie laufen längst wieder rund, da bin ich natürlich unerreichbar. oder den aufwand nicht wert, keine ahnung. den einen oder die andere muss ich massiv abwehren, weil viel zu aufdringlich, eindringlich und übergriffig. soetwas will ich erst recht nicht mehr in meiner nähe, dieses bespaßjubeln und alles wieder gut. das ist eine fehlinterpretation, das bin ich nicht. nie gewesen. das strengt einfach nur an über tage und wochen mitunter. immer schon.

ein paar wenige menschen ekeln mich. das erschreckt mich am meisten, dass ich das bin. immer noch, ich bin ekel. denn wenn ich ehrlich bin, waren mir diese menschen schon immer unangenehm. und ich habe das immer schon gewusst. doch ich habe sie reden lassen und glauben lassen, gegen mich, ohne für mich einzuschreiten. jetzt ist alles ekel, das habe ich nun davon. zum glück ist es niemand in meiner nähe, kein mensch in oder aus berlin, nur flüchtige begegnungen und überbeanspruchte bekanntschaften. das also muss aufhören.

alles andere kann ich leben, das weiß ich. das könnte spannend werden. oder aber ein elend, mal sehen. mir ist alles recht.

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19. Juli 2021 - 23:41

seltsam. es ist kurz nach elf, und ich liege gewaschen und gestriegelt, zahngeputzt im bett. na gut, ich sitze, weil ich noch schreibe. aber im bett, um die zeit!

neulich war es nach eins, da hätte ich am liebsten angefangen, regale aus- und umzuräumen, zeug zusammenzupacken und wegzuwerfen. das ging natürlich nicht, so mitten in der nacht. aber ich konnte mich kaum zügeln, also habe ich angefangen, regale zu entwerfen. neue bücherregale mit türen dran, zumindest im oberen bereich.

eine wirklich gute idee. endlich keine verstaubten, ja verdreckten bücher mehr, oder zumindest weniger davon. überall kriege ich das mit den türen ja nicht umgesetzt. ich war und bin voll begeistert, nicht nur in der nacht. auf die dinger freue ich mich richtig, auch wenn das viel arbeit wird. fleißarbeit, immer dasselbe, klar. so ist das bauen. mal sehen, wann ich dazu komme.

so ist er manchmal, mein nächtlich übersprudelnder geist. nur heute wohl irgendwie nicht. gutnacht.

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verräumt

17. Juli 2021 - 00:38

ich räume immer noch. nach dem beinahverlust wichtiger steuerunterlagen und den darauffolgenden ersten, eiligen datensicherungsmaßnahmen war das alles natürlich noch lange nicht vorbei. es folgte eine wahre sicherungsorgie, um letztendlich, tage später, zu einem vermutlich funktionalen system zu gelangen. working by doing, wie eine frühere kollegin zu sagen pflegte. seit gestern, denke ich, hat sich eine form gefunden, die auch von anderswo sicher arbeiten sollte. die wichtigsten daten werden nun automatisch gleich an zwei verschiedene orte kopiert, den server in meinem wohnbüro und eine cloud irgendwo im netz. zumindest solange eine internet verbindung besteht. dazu kommt noch das manuell betreibene sicherungsgehabe mithilfe eines datensticks. recht regelmäßig tue ich das, aber natürlich nicht besonders umfassend.

sagte ich, dass ich auch noch angefangen habe, bücher umzuräumen, zu sortieren und währendessen neue bücherregale zu entwerfen, die ich dann wohl bald mal bauen werde müssen. bücherschränke eigentlich, es wird türen geben.

wobei eigentlich ja die steuern auf dem plan standen, deshalb wohl die ganze räumeraserei. pure steuervermeidung! seit gestern ist die aber auch fertig, so gut wie zumindest. ich bin etwas überrascht, dass das genutzte programm mir so wenig steuerschuld vorausberechnet. das muss ich wohl noch einmal prüfen. das allerdings hat noch zeit, habe ich heute erfahrung. abgabe ist in diesem jahr gar nicht ende juli, sondern erst ende oktober. puh, was für ein ritt.

heute war ich dann erstmal in reinickendorf. auf einem motorradfest, ein motorrad testen, auf das ich eventuell downgraden will. noch nicht jetzt, aber irgendwann in den nächste jahren. wenn ich nicht überhaupt grundsätzlich beim e-bike lande. das war sehr schön, mal auf einem so leichten, wendigen und noch dazu nagelneuen gerät zu sitzen. könnte mir durchaus gefallen. aber motorradfeste sind so gar nicht meins. menschen, die sich wundern, dass ich seit vierzig jahren fahre, aber keine motorradzeitschriften kenne oder gar lese. männer die mich eindringlich warnen, als ich gerade die passform des schalthebels zu meiner fußlänge checke. man schaltet keinen motor, der nicht läuft. zweimal sagt er das, beim zweiten mal nachdrücklich, als wäre ich dabei, die benzinleitung durchzuschneiden.

danach spricht niemand mehr mit mir, auch nachdem ich mein vorgehen erkläutert habe. naja, die wollen mich wohl nicht als kundin. schade eigentlich.

als ich nach hause komme, hat gerade eben die fahrradwerkstatt angerufen. mein ebenso cooles, wie andererseits natürlich auch tierisch schwerfälliges beach bike ist fertig. das lager in der hinterradnabe wurde einfach wieder irgendwie angezogen. oder ausgetauscht oder was auch immer. jedenfalls gab es keinen neuen reifen mitsamt nabenschaltung, was die sache überaus bezahlbar gemacht hat. läuft wieder sauber und klar, sehr empfehlenswert der laden.

viel mehr war nicht heute. aber der ganze tag wie ein samstag, wie schön.

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verändert

06. Juli 2021 - 00:23

ich tue einfache dinge. ich klappe den tisch in der küche zusammen und habe einen anderen raum. auf einmal ist da platz. es dauert ein wenig, aber nicht lang, bis ich mich daran gewöhnt habe. jetzt ist es gut.

mein vorgehen folgt einer logik. ich selbst benutze zum beispiel den tisch eher selten, besonders im sommer. da sitze ich lieber auf dem balkon. gäste habe ich selten, nicht nur in den vergangenen eineinhalb jahren war das so. da natürlich besonders. ich gehe nicht mehr davon aus, dass sich das noch einmal wesentlich ändern wird. ich bin einfach kein mensch für menschen. ich bin nicht so geboren vermutlich, es dann aber doch geworden. und geblieben, irgendwann.

damit bin ich einverstanden, warum auch nicht. menschen sind anstrengend und der tisch drückt das aus. er ist da, steht jederzeit zur verfügung. alles gut. aber er muss nicht im weg sein, wenn er nicht gebraucht wird.

das ist ein wirklich guter tisch, er bringt mir freude und erkenntnis. er schafft ordnung. ich bin den dingen manchmal sehr dankbar.

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