raum für notizen

disziplin: alle tage

derzeit

20. Januar 2020 - 00:09

eine rasante woche war das, inklusive wochenende. und das wenigste davon war schreiben, vieles allerdings irgendwo im umfeld. besonders das barcamp-wochenende zum thema schreibkursleitung. diese sparte meiner kompetenz will ja absehbar belebt sein, und dafür ist ein wenig vorbereitung und pflege durchaus angesagt.

war gut.

die nächste woche wird noch enger. da ist nahtlos arbeiten, ein bisschen möbelrestauration, tango, schreibgruppe, handwerker in der bude und datenschutzberatung angesagt, bis einschließlich freitag geht das. und es fehlen im grunde noch friseur (seit langem schon dringend!) und andere (nicht weniger dringend!) besorgungen.

danach dann wieder schreiben, denke ich. hoffe ich.

dieses leben ist ein wahnsinn, derzeit. ich komme kaum mit, bin aber ohnehin fast ausschließlich in meinem roman beheimatet. so geht es natürlich nicht, auf dauer. so geht es noch nicht einmal im alltag. trotzdem.

so ist es.

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schreibzeit (35)

12. Januar 2020 - 23:22

auch zu hause ist schreibzeit. alles scheint schreibzeit ab jetzt, es gibt kaum noch etwas anderes. ein bisschen tango, ein bisschen bauen. aber nicht wirklich, auch dafür bleibt keine zeit und kein nerv. gestern habe ich mich erst vermessen, dann versägt und es anschließend fast nicht gemerkt.

nicht gut. ich will weiter, ich will fertig. dann erst kommt das bauen. obwohl hier und da ein halbfertig umgetextes stück möbel nervt. also mal sehen.

im schreiben geht es mir gut. so gut, dass ich mich ein wenig auch fürchte, wenn es dann vorbei sein wird. das schreiben, fürs erste. das ist bald schon, nur ein paar woche noch. mehr nicht.

das wiederspricht sich, alles. oder auch nicht. ich weiß nicht. das ist die logik des schreibens.

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space

07. Januar 2020 - 23:27

nach zwei nächten heizungsterror ist es jetzt still in der wohnung. alles wieder gut, selbst das normale heizkörperrauschen bei bestimmten thermostatstellungen scheint leiser geworden zu sein. ich hoffe sehr, dass es so bleibt.

wirkliche stille gibt es hier natürlich nicht, hier ist berlin. allein die vielen menschen in der nähe, selbst wenn es nacht ist und die meisten tatsächlich still. aktuell sind im haus gegenüber noch sieben fenster erleuchtet. und ein tannenbaum, wenn ich das richtig sehe. in postdam hatte ich eine einzige wohnung gegenüber, die allerdings viel näher. das kann auf dauer auch danebengehen, ich weiß. vor allem, wenn es nicht passt.

aber diese stille. mir fehlt die stille dort und das alleinsein. als wäre mehr platz um mich, mehr raum für konzentration. weil es weniger menschen gibt?

nein, wohl eher, weil ich dort nicht lebe, weil dort kein alltag ist. keine freelanceübersetzungen, keine arbeitswege, keine tangostunden, keine arztbesuche. alles das.

ich weiß nicht was ist und wo ich bin, ich bin zwischen allem. derzeit, mehr denn je.

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vibes

06. Januar 2020 - 00:08

irgendwie vibriert alles in diesem jahr. schon im letzten, am 31. dezember, fing es an. da rappelte auf einmal meine zahnbürste von allein los und stürzte sich kurz darauf ungewohnt ungehalten von der reeling. seitdem verhält sie sich nachhaltig eigenartig. alle reparaturversuche scheiterten bislang, allerdings habe ich mich bislang noch nicht getraut, das ding zu öffnen. eine anschauliche anleitung dazu habe ich durchaus gefunden. allein mir fehlt die traute.

nebenan wird auf einmal gitarre geübt. oder ein anderes saiteninstrument, dass man zupft. vielleicht ein weihnachtsgeschenk. das ist irgendwie schön und auch nervig, weil man beim üben ja immer wieder dasselbe übt. und seltsam ist es auch, weil es das einzige ist, was ich jemals von dort gehört habe. abgesehen von der bohrmaschine, aber gut.

jetzt ist es kurz vor zwölf und ein eigenartiges brummen geht durchs gesamte haus. eigentlich schon seit stunden in wechselnder ausführung. mal von einem hochfrequenten pochen begleitet, dass man meinen könnte, es wäre eine entfernt schleudernde waschmaschine. nur schleudert ja keine solche maschine derart ununterbrochen lange. oder vielleicht doch? dann wieder ist es ganz ein leises und eindrückliches brummen, nur knapp über der menschlichen wahrnehmungsschwelle. sodass ich an meinen ohren zweifle und denke, dass sie mir etwas vorgaukeln.

tun sie aber nicht. es brummt. es nervt. ich glaube nicht, dass mich das so einfach schlafen lässt.

ich denke, es ist die heizung. wenn ich das ohr an einen der heizkörper lege, meine ich dort die ursache zu erkennen. mit ziemlicher sicherheit. die dann aber doch auf keinen fall in meiner wohnung zu verorten ist, denn wenn ich die wohnungstür öffne und ins treppenhaus hinauslausche, ist es erst so richtig laut. wie in einem schiff. als würde irgendwo da unten eine riesige maschine stampfen.

ich hätte mich früher kümmern sollen. jetzt ist es nach zwölf, und sonst ist im haus alles ruhig.

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neuköllnneu

04. Januar 2020 - 13:23

wieder zu hause und es regnet, natürlich. außerdem horden von menschen, durch die ich mich wühlen muss. vor allem allerdings weil es freitag nachmittag war, ausgerechnet. zwei häuser weiter ist eine hinterhofmoschee und da war gerade das freitagsgebet zu ende. also alles voller männer, burschen und jungs. die kleinen sind süß, wie sie stolz zwischen den männern gehen. und wie die männer sich um sie kümmern. aber so richtig verstehe ich männergesellschaften wohl nie, besonders in der menge. das ist schon immer so hier, kein problem. es wird nur immer voller in den letzten jahren und so groß ist die straße nicht. (deshalb parken wohl auch neuerdings einige der herren ihre fetten autos fett auf dem bürgersteig, dass es kein durchkommen mehr gibt. nicht einmal mit rollkoffer. das ist wirklich häßlich.)

die bürgersteige und straßen sind voller sprengstoffspuren, pappmatsch und kalter rauch, zum teil flächendeckend an manchen ecken. da erst begreife ich, wie harmlos sich die kleine stadt diesbezüglich gebärdet. da habe ich sogar leute gesehen, die vor der tür gefegt haben an neujahr. hier schaue ich im silvestermüll immer nach platzpatronenhüllen. seit jahren schon. ich hab sie auch gesehen, manchmal. menschen, die vor dem haus stehen, mit einer knarre in der hand, und in die luft schießen.

gestern dann noch den heimischen schreibtisch auf den neuen rechner umgerüstet. ein wenig todesmutig, aber heute steht arbeit an. und siehe da: es hat geklappt. jetzt rödelt das ding unmengen von GB auf den sicherungsserver durch. und das gekabel muss sortiert werden, irgendwann. vielleicht noch den drucker von wlan- auf lan-betrieb umstellen. aber sonst: an die arbeit.

das ich am ende der zwischenzeit, nicht nur der schreibzeit, doch noch ein wenig zur ruhe gefunden habe, grenzt im übrigen fast an ein wunder. oder ist es dieses jahr, die 2020? das sieht allein schon so ausgeglichen aus. und als ich den neuen kalender in die küche gehängt habe, einen riesengroßen diesmal, der hat mich ein wenig erschreckt, als ich ihn abgeholt habe. passt aber. passt hervorragend. besonders mit dem aktuellen bild für den januar. dieser kalender verändert den ganzen raum, die küche. was nicht mein lieblingsraum ist, aber insgesamt wichtig. obwohl ich mich wenig dort aufhalte. die küche ist die heimat der gefühle oder so ähnlich. damit soll man nicht spaßen, und ich schon gar nicht.

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illusionen

02. Januar 2020 - 11:55

wieder strahlendes wetter, allerdings auch arschkalt. so gerade über null, und im hiesigen wohnschlafbüro ist ein heizkörper tot. der andere bollert kräftig. naja, es wird schon reichen.

für morgen, tag der heimreise, ist regen angesagt. wie letzten freitag, am anreisetag. das verstärkt die illusion, dass es hier irgendwie besser ist. klarer, weiter, sauber. wobei der blick auf das berliner wetter natürlich ganz ähnliche wetterverhältnisse offenbart. nur ein paar grad wärmer ist es dort. aber ganz ohne zweifel schmutziger, silvesterverdreckt, mein neukölln.

illusionen halt.

ich habe keine milch mehr im haus und werde hier auch keine mehr kaufen. den kaffee gibt es also erst einmal schwarz, bis später dann im lukas mit K. und ein pancakefrühstück? darf ich das? oder runter ins englische café?

wenig pläne für heute, das irritiert.

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neuja

01. Januar 2020 - 23:04

zwei stunden gelaufen, neujahrspaziert. gestern nacht hatte ich keine lust mehr, rauszulaufen. zu dunkel, zu kalt. und die knallerei war auch hier einigermaßen präsent, natürlich.

zauberhaftes wetter, sonne satt und strahlender himmel. blau, auch der gitzernde see. in dunklem kontrast dazu die winterlichen baumskelette in dem hiesigen park. lauter individuen, persönlichkeiten. wie in england, denke ich. das habe ich schon vor jahren gedacht, als ich das erste mal hier war. dazu dieser see. (hab mich gleich mal nach einstiegsmöglichkeiten umgesehen. sieht nicht schlecht aus.) dieses wasser. das ist so wichtig.

lange geschlafen außerdem und dann noch liegengeblieben, ein bisschen zu lang vielleicht, das bett ist recht hart. auf dauer ginge das nicht. gegen mittag satt gefrühstückt, immerhin, kaffee, obst und käse.

ansonsten wenig getan. ich bin ja auch durch mit dem pensum.

trotzdem noch knapp zwei seiten für das zwanzigste kapitel geschrieben. aus dem ärmel und inhaltlich überraschend, auch für mich. könnte aber gehen, muss ich dann morgen mal gucken.

ja, das war gut, das jahr, bislang. das neue ja.

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zwanzigzwanzig

01. Januar 2020 - 12:45

willkommen in den zwanzigern. mögen sie legendär werden, wie schon einmal, im letzten jahrhundert.

und mögen sie nicht gefolgt sein von dreißigern, wie sie im letzten jahrhundert waren. oder vierzigern gar.

darauf mein hoch! (in achtsamkeit und mut.)

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schreibzeit (34)

31. Dezember 2019 - 22:20

die kleine stadt ist gemein zu mir und hält heute alle passenden cafés geschlossen. nix mit arbeitsgemütlichkeit und menschen um mich herum. ihre gegenwart, ihre stimmen und geräusche, ohne dass ich etwas mit ihnen zu tun haben muss. und lecker kaffee und frühstück noch dazu.

na gut, so außergewöhnlich ist das nicht, schließlich ist heute ein irgendwie besonderer tag. wenn auch nicht für mich, mir ist es egal, ob nun 2019 oder 2020 ist. dieses jahr war eines der übelsten meines lebens, und es gibt keine veranlassung zu glauben, dass ein neues jahr diesbezüglich irgendetwas besser machen würde.

und am 25. januar dann beginnt das jahr der metallratte. klingt auch nicht so dolle.

aber in berin sieht es sicherlich kaum anders aus mit den cafés, davon gehe ich aus. alles zu, auch die kleinen, feinen restaurants bei mir in der gegend. mir wäre also auch dort kaum etwas geblieben als zügig zu arbeiten. so wie hier. und das soll ja auch so sein in einer schreibzeit.

allerdings war ich damit am schon nachmittag fertig, da war es noch hell. und jetzt?

im kino war ich schon. ich hätte einen anderen film gebraucht, einen zum heulen. aber der milchfilm ging auch, irgendwie stämmig. es ist ewig her, dass ich allein im kino war. früher war das mal meine einzige zuflucht.

in berlin wäre ich auf eine party eingeladen, das könnte ich sogar noch schaffen. aber was soll ich da? in berlin überhaupt, in pulverdampf und kriegsgeschrei. obwohl es auch hier fleißig knallt und scheppert, nur nicht so nah.

am besten ich fange noch schnell an, das richtige buch zu lesen, denn das soll wichtig sein zum jahreswechsel. das habe ich gerade erst erfahren: das buch, das man zum jahresende liest offenbart das schicksal des folgejahres.

vielleicht gehe ich raus um punkt zwölf. allein durch die nacht, um abschied zu nehmen. (von diesen scheiß-2019!) ein altes ritual, das ich mich jahrelang entweder nicht getraut habe, im berliner silvesterkriegsgebiet. oder aber sonstwie keine gelegenheit dazu hatte.

vielleicht auch nicht.

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hieroglyph

30. Dezember 2019 - 22:28

wieder spät aufgestanden, wenn auch früh aufgewacht. mehrmals sogar. das erste mal kurz nach sechs, das zweite mal gegen acht. um zehn dann hoch, ziemlich genau. das war gut, das hat gereicht. die brille zumindst ist gerichtet.

zufällig mit der tram bis genau zu dem englischen café gefahren, das dann aber leider geschlossen hatte. alle machen hier offensichtlich zu über weihnachten und neujahr. auch die beiden anderen, die ich immer schon mal ausprobieren wollte. im holländischen viertel, ein paar schritte weiter, gab es möglichkeiten. aber leider alle völlig überfüllt, tourismus halt. nix für mich.

dass ich dann bei starbucks gelandet bin? peinlich, das verrate ich hier lieber nicht. arbeiten kann man nämlich auch da. unter erschwerten bedingungen zwar, aber egal.

wattige schäfchen sind den ganzen tag lang über den himmel der kleinen stadt gewandert. dazwischen die sonne. im vergleich zu gestern war es sogar angenehm warm, weit über null. dass man hier durchaus auch zu fuß gehen kann, das habe ich heute begriffen. zuvor bin ich nie darauf gekommen, immer hatte ich ein rad. aber es geht durchaus, wie in wuppertal, damals. angenehm.

es hilft alles nichts, ich werde wiederkommen. müssen. egal, ob zum paddeln im sommer. oder früher, um ein neues projekt anzuwerfen. also vielleicht zeitgleich, vielleicht beides. ich muss.

gestern habe ich außerdem gesehen, dass das neue papyrus schreibprogramm, version 10 da ist. und, oh wunder, es ist endlich auch einigermaßen ansehnlich, beinah modern. die icons immer noch ein bisschen groß und ein bisschen bunt. aber das wird gehen, denke ich.

so ist wohl auch diese entscheidung getroffen, endlich. zwar für die teuerste alternative, elbst ie ugrades kosten ziemlich. aber eben auch die beste lösung, mit der ich schon immer geliebäugelt habe. es ist einfach zeit, auch dafür.

das habe ich heute bei der arbeit heute gleich massiv gemerkt. wie gern hätte ich die binnengeschichte, an der ich gerade sitze, innerhalb der fast 330 normseiten irgendwie kennlich machen können. die übersicht über so viel text in word ist einfach zu gruseig, bzw. nahezu nicht vorhanden. die übrsich tin meinem hirn ist besser, kommt aber auch so langsam an ihre grenzen.

jetzt muss ich nur noch sehen, wie ich das finanziere. wie gesagt, billig ist das nicht. aber sicher von der steuer absetzbar. also okay.

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