raum für notizen

disziplin: alle tage

13. Oktober 2019 - 22:37

heute den ekel mit präsenz bekämpft und zur demo auf den bebelplatz gegangen. mit anders und anderen, tausenden, wie ich später höre. das ist viel, zum glück, aber es ist nicht genug. denke ich jetzt. und den ekel hat es auch nicht ganz geschafft.

andererseits: welchen stellenwert hat schon mein persönlicher kleiner ekel. angesichts des themas, der lage, wie sie ist. für so viele auf der welt.

drumherum passiert das schreiben, davor und danach. im kopf auch, während ich laufe. wenn ich auf dem rad sitze, auf dem weg nach hause. und mich vielfach verfahre, in gedanken. weil das ja auch weitergehen muss, irgendwie. das schreiben, so kurz vor fertig, vor schluss.

selbst wenn mir der grund dazu verlorengeht, in diesen ekligen zeiten. fast alle hoffnung auch.

was soll da die kunst?

alle tage | 1 » | plink

ekel

12. Oktober 2019 - 00:21

das waren grausige tage, gestern und heute. wenn dummheit, terror und krieg in dieser welt sich derart mächtig gegen das schreiben stemmt. was soll ich da tun, außer die nachrichten verfolgen. mit schrecken und angst, ohne jegliche hoffnung für den moment. bis alles nur noch ekel ist.

ich erledige also die übersetzungsfleißarbeit, muss ja auch sein. selbst die geht mir kaum von der hand. ich zucke zusammen, wenn es draußen knallt. auch hier wird geschossen, hin und wieder. platzpatronen oder auch ganz in echt, nicht allzu weit entfernt. ich will nicht raus, tue es dann doch. und werde mächtig angeschnauzt von irgendeinem runtergekommenen zausel. weil ich eines dieser leihmüllräder, das quer auf dem fußweg liegt, im vorbeigehen ein wenig zur seite räume. also ein bisschen ruppig vielleicht, einfach weil es müll ist und niemandem gehört. in gleichem maße respektlos, wie dieser ständig zunehmende gehsteigschrott mich behandelt.

solche wie mich, das bräuchte deutschland nun wirklich nicht mehr. schnauzt der typ mich von weitem an und verschüttet dabei fast seine pappbecherkaffee. ob er mal in meine wohnung kommen solle, bei mir aufräumen. ich antworte nichts, erkläre mich nicht. weil ich nicht mag.

wäre ich doch zu hause geblieben, der schuster hat eh zu. immerhin finde ich noch eine brauchbare änderungschneiderei in der nähe. nachdem die griechin, knapp vierhundert meter die straße runter, so gut wie nie mehr geöffnet hat.

dann sitze ich wieder vor den nachrichten, zu hause, und schäme nicht. ich weiß nicht, warum. weil ich deutsche bin? nein, weil ich mensch bin.

heute dann zum zahnarzttermin, damit ist so ein tag ja sowieso schon gelaufen. meine schreibzeitbuchung für silvester wurde irgendwie verbummelt, hab ich erfahren. die farbe deckt auch nach dem dritten anstrich noch nicht richtig. immer noch schimmert das rot durch, das ist ärgerlich. auf dem weg nach hause scheint die sonne, immerhin.

große freude dann über die neuen hebel am motorrad. endlich welche, die ich mit meinen kleinen händen leicht erreichen kann, ja, sie sogar so einstellen, wie ich sie am liebsten habe. damit ist sicherheit gewonnen, bremssicherheit vor allem. dazu die heizgriffe, eine wonne! zuletzt in der dämmerung eine kleine runde zum testen gedreht, die in einem platzregen endete. egal, das war schön.

freude über ein kraftfahrzeug also, und das an einem freitag. ich weiß nicht, was das über meine zukunft sagt.

am abend dann die nachrichten. über die einlassungen eines idioten, oder wie soll man da sagen, der aufgrund von überforderung mit dem selbstgeschaffenen irrsinn offensichtlich erstmal eine unbewaffnete frau von hinten erschossen hat.

trump und erdogan hab ich noch gar nicht erwähnt. nein, das mache ich auch nicht mehr, wirklich nicht. aber die spielen natürlich auch mit, die ganze zeit.

alles ist ekel! sowieso.

alle tage | 0 » | plink

06. Oktober 2019 - 17:36

gestern lange wach, nicht nur weil plötzlich die linke hüfte schmerzte. im sitzen, im stehen, im liegen. das war wohl ein bisschen zuviel tangotraining am freitag. oder zu intensiv.

auch anderes ist intensiv, bis tief in meine träume, in denen ich bedrängt werde und beladen. aber ich bin es, die über ihre träume bestimmt. ich entscheide.

also egal, ob die eine oder andere tür noch nicht geschlossen ist und sich nie schließe wird. womöglich.

ich öffne die nächste. ich gehe. hindurch.

alle tage | 0 » | plink

03. Oktober 2019 - 01:13

die erschöpfung hält sich hartnäckig. im büro kann ich kaum die spannung halten. trotzdem läuft es recht gut, ich bin einigermaßen angekommen dort. nur langsam bin ich, unendlich langsam derzeit. heute war dann schon feiertag, für mich. weil ich donnerstags nie arbeite, darf ich die feierzeit vorziehen.

frei hatte ich natürlich nicht. ich versuche es mit disziplin, um es über den stress zu schaffen. irgendwie. und trotzdem mein zeug erledigt zu bekommen. also erstmal an die frischen übersetzungen, den text von den webseiten sammeln und aufbereiten, mir so einen überblick verschaffen. damit war der vormittag durch.

dann war die konzentration futsch, das chaos innen wieder hochaktiv. bis ich zur physio durfte, mir dort den kopf richten lassen konnte. naja, mehr so schultern, nacken und so. aber das wird langsam.

in fango gepackt habe ich dann das buch weitergedichtet. hab mir die strategie geträumt, die ich gerade brauche, um weiterzuschreiben. ganz leicht war das und unbeabsichtigt, so ist es am besten. sogar ein paar ausformuliete stellen, die ich tatsächlich behalten konnte. dialogfetzen und klugscheißerische einleitungen. zeug, mit dem sich arbeiten lässt.

leider musste ich dafür dann den tango sausen lassen. das musste angegangen sein, so schnell wie möglich.

damit ist der tag vorbei. die erschöpfung hält sich, getragen von kaffee und schokolade. was auch nicht besonders weit trägt. ich weiß.

ich weiß nicht, ob die idee mit der disziplin ausreichend ist. immer konsequent von allem ein bisschen machen, damit das hirn zufrieden ist. damit das innere chaos nicht amok läuft, weil es seine todos nicht sortiert kriegt.

ich weiß auch nicht, ob die kraft reicht. aber eines ist klar: es ist nicht das schreiben das die kraft raubt. es ist all das andere. schreiben gibt kraft. kraft und tiefe und glück.

das ist bei anderen anders, ich weiß. die kämpfen und streiten mit sich, um jedes wort. oder so ähnlich. auch da habe ich glück. ich bin beschenkt, irgendwie.

alle tage | 0 » | plink

01. Oktober 2019 - 00:00

nach dem durchgeschriebenen wochenende fühlt sich alles ein bisschen viel an. der andere arbeitsalltag, in dem sich die aufträge und anforderungen stapeln, dass ich es gar nicht mehr fassen kann. das ist ganz schlechtes timing. ich kann mich an zeiten erinnern, wo ich diesen zustand besser hätte brauchen können. ausgerechnet zum ende des romans, das ist nahezu ärgerlich.

natürlich werde ich alles das erledigen, irgendwie. im grunde habe ich derzeit ja nur einen stammkunden, den kann ich keinesfalls lassen. der trägt all die extras, auch die steuern. zum beispiel. das muss also, eine lästige pflicht.

alles schön und gut. doch im kopf tobt dementsprechend das chaos, das nervt am meisten. die dinge schon in gedanken nicht auf die reihe zu kriegen. oder auch nur grob sortiert, damit eines nach dem anderen ablaufen kann. ohne dass das eine das andere unterbricht. das ist ein klein wenig eine wahnsinnsschleife. denke ich manchmal.

darüber hinaus rächt sich die lange krankheitsphase im frühjahr, in der ich so blöd war, mich nicht einen tag lang krankschreiben zu lassen. obwohl ich de facto wochenlang vor schmerzen so gut wie nicht geschlafen habe. das war wirklich dumm. jetzt ist zwar der große batzen bewältigt, dafür häufen sich die kleinigkeiten. die augen brennen und der kopf schmerzt. nicht schlimm, aber regelmäßig, jeden morgen. dazu das innere wetter, die körpereigene temperaturregelung, die zunehmend versagt. hormonbedingt, weiter nichts, was zu erwarten war. hätte ich aber wirklich nicht auch noch gebraucht. und müde bin ich, immer müde.

ach ja, das emotionale korsett, irgendwo dazwischen. ich weiß gar nicht, was es mir sagen könnte. oder würde, wenn ich die zeit hätte, darauf zu hören. oder die fähigkeit. keine ahnung.

nur mein herz ist wach. mein herz ist wow, das hab ich neulich gelernt. das muss, das wird mich tragen.

lange genug, hoffentlich.

alle tage | 0 » | plink

wie es so ist

28. September 2019 - 12:28

was ich völlig vergessen habe, aber vielleicht ist es ja auch so klar.

das verschmerzte frühjahr, die sechs bis acht wochen fast ohne schlaf, dieser kurze ausflug in das, was womöglich alt sein bedeutet. bedeuten wird, irgendwann. diese trägheit und enge der welt, die gleichgültigkeit demgegenüber, innen. die wachsende unbeweglichkeit und das langsam zunehmende körperliche unvermögen.

das war ein erlebnis, eine beeindruckende erfahrung. beängstigend auch. die abhängigkeit vom eigenen körper, demgegenüber es kein entkommen gibt. so ist es, und so bleibt es.

auch wenn es jetzt vorbei ist, einstweilen, zum glück ist es vorbei. nachdem die richtigen medikament gefunden waren, die mich innerhalb kürzester zeit in mein rechtmäßiges alter zurückversetzt haben. der aufwand ist gering. einmal die woche der hammer, der mir das immunsystem niederknüppelt. (inklusive nerviges blutabzapfen, alle vierzehn tage, zwecks leber- und nierenchecks, die aber sauber sind, unauffällig bis tolerierbar.)

dazu tägliches kortison, mitten in der nacht so gegen sechs uhr morgens. aber das ist jetzt im rückzug, minimalste dosierung. nur noch alle zwei tage, dann soll es weg. mal sehen, ob das klappt. (gestern hab ich es eh schon vergessen. halb im schlaf überblicke ich solche regelmäßigkeiten wohl nur schwer.)

also schluss damit. ich bin sehr dafür.

alle tage | 0 » | plink

15. September 2019 - 22:24

früh in der nacht nach hause gekommen. früher gingen die partys länger, waren lauter und lustiger, je später es wurde. aber sie fingen natürlich auch später an, ach.

wie alt ich doch geworden bin.

heute dann wie letzten freitag, der ein 13. war. (hab ich später erst erfahren.) erst übersetzen, anschließend den kommenden wochenendausflug über hamburg hinweg bis an die nordsee geplant. das schreiben dann zum schluss, was man ja nicht tun sollte. egal.

läuft!

zwischendrin im schreiben ein bisschen den balkon begärtnert. war mal nötig, auch gießen zum beispiel. (dass ich das immer, wenn es fast bald schon herbst ist, zu vergessen beginne. als wäre wasser mit einem mal nicht mehr nötig.)

weiter.

alle tage | 0 » | plink

kurzes wochenende

09. September 2019 - 01:08

etwas überraschendes wochenende verbracht. übersetzen vor allem, da ist einfach zu viel aufgelaufen. gestern außerdem noch das kleine x61, mit dem ich abends immer blogge, auch jetzt, auf ubuntu umgestellt. das heißt natürlich: umbauen lassen. war genau die richtige idee. läuft jetzt wieder super, flüssig und ohne unterbrechungen durch überlastung. die akkus halten auch besser, aber wohl auch, weil ich gelernt habe, die dinger zu rekalibrieren. was ich heute dann gleich mal ausgiebig durchgespielt habe. super.

heute dann ein wenig den tv-schrank zurechtgebaut. mit stichsäge, zange, hammer und schleifpapier. jetzt ist da ein neues loch in der rückwand für den videorekorder, den ich zwar vermutlich sowieso so gut wie nie mehr brauchen werde. allerhöchstens sieben bis zwölf videos besitze ich noch, aber wer weiß?!

was weiß man überhaupt. selbst die dvds schaue ich kaum je an, wie ich auch zu vielen büchern nie komme. trotzdem war das ein wochenende ohne schreiben. stattdessen mit bauen, umbauen und rumräumen. zuletzt noch ein wenig an die übersetzung, das ist pflicht, nicht kür. alles in allem irgendwie eine wohltat.

das dürfte jetzt gern so weitergehen, dann käme auch das schreiben, irgendwann. aber das wochenende ist vorbei. da geht das erst mal nicht mehr, so ungefähr bis mittwoch. oder freitag vielleicht. doch wer weiß schon, was bis dahin ist.

alles anders vielleicht.

alle tage | 0 » | plink

alles schreiben

03. September 2019 - 00:46

wo sind die tage? ich tue dies und das, vieles muss und manches macht sogar spaß. mit einem dreikiloluftkajak gegen den wind paddeln, zweieinhalb stunden lang. holla! zweidrei tage lang schnell noch ein bisschen was übersetzen, höllisch. aber dann eine schöne rechnung schreiben. immerhin und hochvonnöten.

mit anders an ihrem schrank rumbasteln, endlich, zwischen frühstück und abendspaziergang mit caprieisabschluss. gelungen.

das schreiben hängt. andererseits wiederum auch nicht, denn es gibt vieles sehr sorgfältig zu bedenken. wenn es auf den schluss zugeht. kurz vor der landung, sozusagen. und das tue ich. ich versuche es auf jeden fall. den kopf frei zu haben, zu halten. für das denken und bedenken. das lässt mich nicht los.

ohnehin ist doch alles schreiben vor allem anderen denken.

alle tage | 0 » | plink

in ordnung

28. August 2019 - 00:42

wo ist der tag? was habe ich getan? andere verstehen sich besser darauf. ich vertue sie manchmal einfach nur. meine tage, meine einzigen. zutiefst unzufrieden inmitten der unordnung, die mich umgibt. die die meisten menschen, die wenigen, die mir in die wohnug kommen, so stringent finden. ordentlich eben, genau genommen pendantisch. ich weiß ja. ich bin schon in ordnung.

aber ich schaffe sie nicht, diese ordnung. sie ist einfach da, wie von selbst. eine illusion mit nur einem sinn. den der beruhigung. denn alles ist chaos, letztendlich. nichts ist anders.

und das ist es. das frisst mir die tage. dieses chaos in allem, das ich sehe.

weiterschreiben.

alle tage | 1 » | plink