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archiv: unter tage


bonding (35)

25. November 2018 - 22:16

nach knapp drei wochen abstand vom text, nur denken, planen und ein bißchen herumbasteln vielleicht, bin ich gestern wieder voll eingestiegen in die schreibarbeit. die pause mußte sein, nicht nur, um zu neuem (schreib)atem zu kommen, auch weil das vor jahren vorgearbeitete material zuende war. dadurch tat sich eine lücke auf, vielleicht auch eine art graben oder wasserscheide. was auch immer. auf jeden fall etwas, das es zu gründlich zu erkunden galt, um eine sichere brücke darüber zu bauen. so dachte ich. keineswegs hatte ich beabsichtigt, sie so schnell zu beenden. im grunde hätte ich darauf gewettet, in diesem jahr womöglich überhaupt nicht mehr in die konkrete arbeit einsteigen zu können.

irrtum.

statt eine solide brücke zu konstruieren, bin ich einfach losgeflogen. so geht es natürlich auch. und wie das geht. (auch weil die ciclista mir die zeit dazu gegeben hat. womit habe ich das verdient?) worte wie im flug. (daß ich das noch kann!) so darf das gerne weitergehen, aber das will ich hier und jetzt nicht beschwören. das könnte gefährlich nach hinten losgehen. denn letztendlich weiß man das nie, ob ein buch wirklich fertig wird und gut fertig wird. bevor es fertig ist. und gut ist.

140 seiten sind es jetzt also, genau in diesem moment. mehr hatte ich ursprünglich gar nicht geplant, aber das ist über fünf jahre her. das gilt heute absolut gar nichts mehr. ich schaue auf meinen plan, und da ist noch so viel zu erzählen. sorgfältig aufgereiht, dafür waren die drei wochen wichtig und gut. ich sehe es vor mir, deutlich und klar in (fast) allen bereichen. aber ich weiß nicht wie und ob es werden kann. wie könnte ich.

da stehen auch seitenzahlen in diesem plan. aber ob das relevant sein kann, steht auf einem anderen blatt. erfahrungsgemäß nicht. es wird immer mehr als das, was da steht. mehr text und mehr zeit. 100 seiten, schätze ich heute. wenigstens, aber vermutlich mehr. erfahrungsgemäß

ich glaube, das ist gut so. alles ist gut.

bonding (34)

04. November 2018 - 22:07

wieder aufgetaucht bin ich, vor etwa zwei wochen war das. als das xi. kapitel fertig war. auf normseite 127, das sollte so ungefähr die romanhälfte sein, habe ich den text spontan verlassen. anders ging es nicht. es war einfach zeit, eine pause einzuläuten. eine zwangspause im grunde. sonst wäre ich wohl irgendwie abgedreht, vor verwirrung oder erschöpfung. oder noch etwas anderes, das mir jetzt nicht einfällt.

eine atempause also, eine denkpause auch. vor allem aber eine schreibpause, um die dinge zu strukturieren, die da noch kommen werden. es hilft ja nichts. so in etwa weiß ich das ja alles. aber ein roman will gebaut sein, verflochten, verwebt und auf den punkt gebracht. er muß dastehen können, wie ein gebäude mit fundament und allem. ab der hälfte geht das nicht mehr einfach s. da braucht es ein wenig vorarbeit, ein wenig mehr als zuvor. es soll ja nicht einstürzen aus versehen oder versehentlichem mutwillen. obwohl das natürlich jederzeit möglich wäre. (wie meinen?)

deshalb ist jetzt erstmal pause, andere sachen standen an. auftragszeug, muß ja auch sein. aber eine kurze nur, mehr will ich mir nicht erlauben

ach was, von wegen pause. das stimmt ja so alles gar nicht. heute habe die kapitelstruktur bis zum romanende durchdacht und aufnotiert. das steht jetzt da, so einigermaßen zumindest. mehr geht sowieso nicht, in diesem moment. das heißt dann also: keine entschuldigung mehr.

weiter im text. bald.

bonding (33)

21. Oktober 2018 - 00:56

puh! nur kurz, um hier zu dokumentieren, daß ich weiterhin dran bin. mitten drin im roman. völlig verloren, ab- und eingetaucht, nahezu versunken.

heute zum beispiel, satte zwölf stunden in kapitel xi, das nun so gut wie fertig ist. hoffe ich. muß ich aber morgen noch einmal nachsehen.

ich weiß jetzt schon, worauf das dann hinauslaufen wird.

mitten drin stimmt übrigens auch in anderer hinsicht. mitten in der story nämlich, sogar die seitenzahl stimmt in etwa. halbzeit, schätze ich.

aber was weiß ich schon.

bonding (32)

21. September 2018 - 16:44

ich bin dran, und da bleibe ich. und wie. bald ist die erste dreistellige seitenzahl erreicht, vermutlich nächste woche schon. aber die schreibzeiten verstückeln sich irgendwo zwischen diversen brotberufen, kurztrips ins benachbarte ausland (sachsen) und der privaten tangoverpflichtung, zwei mal die woche.

das ist unangenehm und erschöpfend.

andererseits sitze ich aktell an einer sehr schönen stelle im manuskipt. ein kapitel, von dem ich selbst im letzten jahr bei der ersten wiederlesung höchst angetan war. das eine kapitel im grunde, bei dem ich dann wußte, daß es sich lohnen würde. all die schreibstrapazen auf mich zu nehmen.

das macht spaß.

bonding (31)

07. September 2018 - 22:52

so gut wie nichts geschrieben heute, statt dessen viel gedankenarbeit. mitten im arbeitsprozess an dem aktuellen manuskript klopft bereits der folgetext an, und das nicht zu unrecht. es gibt diverse personalüberschneidungen, was ohnehin längst feststeht. außerdem muß ich in der aktuellen arbeit meinen pfad vermehrt durch zeiten schlagen, die später wieder aufgegriffen und vertieft werden sollen. wenn alles gut geht.

anders gesagt: was ich jetzt festlege, muß ich später benutzen können. ich muß also dinge möglichst so entscheiden, daß sie mir dann nicht im weg sind. ohne zu wissen warum sie im weg sein könnten.

alles nicht so einfach.

bonding (30)

02. September 2018 - 21:05

unzufrieden und zufrieden zu gleichen teilen. fiftyfifty, wie ich selbst. vor mir liegen deutlich abgezirkelt drei mehr oder weniger gut durchdachte kapitel. das ist überschaubar, das im grunde kaum noch schiefgehen. damit stünde dann in etwa die hälfte des romans. vielleicht ein wenig mehr, das wird sich zeigen.

anders hingegen das kapitel, an dem ich gerade arbeite. alles neu, was ein zufall ist. hat sich halt so ergeben. eine neue figur, die bislang nur als tote erwähnung fand. jetzt ist sie sehr lebendig. eine lebendige figur, die bislang allerdings ziemlich übel rüberkam. ich kann nicht sagen, daß sie aktuell land gewinnt oder gar sympathie. so weit ist es (noch) nicht

aber da ist substanz, das war wohl wichtig. das war ganz sicher wichtig, ich bin froh darum. doch das geht an die substanz. und der kontrast zwischen den beiden figuren, wiewohl genau so gewollt, vereint in einem kapitel. das ist hart. das ist kaum zu ertragen. alles unfertig jetzt, und so muß ich es lassen. einstweilen.

für heute bin ich erledigt, auch wenn das kapitel noch lange nicht erledigt sein wird.

bonding (29)

26. August 2018 - 17:20

weiter, immer weiter. in den letzten tagen habe ich versehentlich ein neues kapitel eingefügt. eigentlich wollte ich das anstehende nur ergänzen, das bereits vorbereitete material ist ab jetzt recht löcherig. aber dann tat sich eben erst die notwendigkeit auf, die zusammenstellung grundsätzlich ein wenig umzuorganisieren. sonst wäre es mit z. b. dem alter (eines kindes) nicht hingekommen. und überhaupt stehen da entscheidungen an, ganz bald. wie auch immer, jetzt gibt es da also auf einmal fast acht frische seiten, ein ganzes neues kapitel. hochverdichtete story auch. und auch das bedeutet: weiter, immer weiter. auch wenn das material jetzt aus dem kopf kommen muß.

besonders beglückend ist die tatsache, dass die neue figur, die ab sofort weite teile der story abzudecken hat, wenigstens noch einmal soviel wie bisher, sich großartig macht. hätte ich nicht gedacht. bislang war mir schleierhaft, wie ich sie zum leben erwecken sollte. das kommt davon, wenn man die menschen zuallererst sterben lässt, bevor man irgendetwas anderes von ihnen erzählt. oder auch nur weiß. dann liegt die hürde hoch. mittlerweile habe ich aber etwas mehr einblick, ein ganz klein wenig zumindest. ich habe verstanden, wie die story weitergehen möchte. zum glück.

damit hat es sich für heute erschöpft. und genau so fühle ich mich auch. erschöpft.

bonding (28)

19. August 2018 - 17:47

heute nicht lange gefackelt und einfach weitergeschrieben. also angefangen, die story voranzutreiben, über das bisherigen rohmaterial hinaus. der griff ins nichts, genau an dem punkt bin ich jetzt. die angel auswerfen, so in etwa in dem gebiet, wo ich glaube, daß ich fündig werden zu können. und anschließend den fang betrachten, möglichst unvoreingenommen. dabei alle absicht und das selbst vergessen.

es läuft, aber es ist beängstigend. es gibt keine möglichkleit zu wissen, wohin es letztendlich laufen wird. nicht wirklich, auch wenn ich eine idee habe, einen plan sogar und ein vages ziel. was passieren wird, bleibt eine überraschung. der weg führt immer nur von wort zu wort. und es kann jederzeit alles auch gründlich schiefgehen, darauf muß ich gefasst sein. viel lieber erledige ich den feinschliff, die sprachlichen finessen und kleinteiligen wendungen. das ist meine wahre stärke. aber die kommen später, wenn das fundament steht. das ist eben so.

spaß macht es dennoch. irgendwie, ein bißchen zumindest. oder zufrieden, das auf jeden fall.

bonding (27)

17. August 2018 - 17:39

ich fresse mich durch die kapitel. noch sieben seiten rohtext, den ich vor fünf jahren angesetzt habe. drei kapitel, mehr nicht. aber natürlich ist da auch viel zu ergänzen, umzuschichten, neuzufassen. ich rechne jede seite doppelt, wenn nicht  dreifach. das ist viel mehr als ganz am anfang, der schon gut durchgekaut daherkam. vor einem jahr, als ich mir alles selbst noch einmal anlesen mußte.

inzwischen geht es nicht mehr nur darum, bestehendes material auf lesbarkeit hin durchzuackern. auch die story will entwickelt sein. und das tut sie zum glück, ein bißchen wie von selbst. es fallen also nicht nur reparaturen sondern auch änderungen im bereits bestehenden text an. viele änderungen, mir schwirrt der kopf

aktuell belebt sich auch noch personal, das bislang nur erwähnt wurde. wunderbar. und seltsam zugleich, wie imaginäre menschen vor meinem inneren auge zu atmen und zu sprechen beginnen.

bonding (26)

13. August 2018 - 22:49

ich arbeite. wie ich das eben tue, ein kapitel nach dem anderen und langsam natürlich. sehr langsam. aber ich arbeite, und ich bin überaus zuversichtlich. zum ersten mal seit jahren, wenn nicht jahrzehnten bin ich tief eingestiegen. bin zuhause in meiner geschichte, vertraut mit dem personal und immer wieder überrascht von dem geschehen.

ich muß nur die hand ausstrecken. und danach greifen, hin und wieder. es ist immer etwas da.