raum für notizen

disziplin: unter tage

bonding (77)

03. November 2019 - 00:23

fertig, kapitel 19 ist ausgedruckt und abgeheftet, 37 normseiten. das ist insgesamt inzwischen so viel, dass ich es nicht mehr abgeheftet bekommen habe. ich musste einen zweiten hefter dazunehmen und den fetten papierstapel sinnvoll teilen.

sechs, sieben, vielleicht sogar acht wochen meines lebens hat das kapitel verbraucht. genau weiß ich es gar nicht. (ich könnte nachsehen, aber das will ich jetzt nicht.) das ist einerseits nicht schlecht, andererseits eine ewigkeit. wenn ich aber die noch ausstehenden drei kapitel hochrechne, dann sieht eigentlich es gar nicht so schlecht aus. noch einmal ein kapitel bis fast auf das doppelte der geplanten seitenzahl aufzublasen, das werde ich mir ja hoffentlich nicht mehr erlauben.

das zu wissen ist allerdings so gut wie unmöglich. es gibt noch viel zu sagen, so kurz vor schluss. so viel zu erzählen, womöglich verschätze ich mich. trotz allem. trotz der wachsenden erschöpfung vor allem, die sich seit wochen in mir manifestiert. schmerz ist es nicht mehr, keine bandscheibenbewegungen und kein autoimmunzeugs. von all dem nicht viel zumindest.

stattdessen brenne ich an allen enden, kann kaum etwas anderes noch als dieses buch. denken. ich will auch nichts anderes mehr, eigentlich. ist das genug. es ist alles, aber natürlich muss ich. ich weiß, und ich will, auch das geld verdienen, um die miete zu zahlen und die steuern. und alles andere.

warum tue ich das also. eine arbeit, über jahre, die mich alles kostet, zeit und geld und gemüt. und die über diese jahre mir nichts einbringt, das mir helfen würde, mir die kraft zu erhalten.

weiterzuschreiben.

nur innen das, die schönheit und zufriedenheit. diese andere art von kraft, die darin liegt. immerhin. wenn das nicht wäre. aber retten wird das nichts in dieser welt. so ist das.

sinnlos, wie alles. so geht das.

weiter, immer weiter.

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bonding (76)

27. Oktober 2019 - 22:59

immer bei der arbeit, trotz erschöpfung und brennenden augen. alle beide. immer am bildschirm, ich weiß nicht, ob das gut ist. ich kann nicht mehr, aber ich kann auch nicht anders.

so ist kapitel 19 fast fertig, und es ist riesig. fast doppelt so umfangreich wie geplant, soviel nur zum äußeren. inhaltlich fehlt noch, dies und das, nicht viel, aber ja: die letzten feinheiten wollen gefunden und präzisiert werden. dazu ein wenig dialog, zeitwechsel, aktueller dialog.

das fält mir schwer, das gebe ich zu. zurück in die zweite ebene finden. aber so war es das ganze jahr, ach was. den ganzen text über. das macht also nichts, das wird dennoch.

nur die augen brennen. und brennen. und brennen. (morgen mal zum arzt?)

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bonding (75)

07. Oktober 2019 - 00:08

ich fasse es nicht, aber es hat geklappt. das kapitel ist durch, als erster entwurf, bis zum ende. das natürlich anders ist als gedacht. wieder habe ich einen teil ins nächste kapitel verschoben. natürlich nicht, weil ich es beenden wollte, heute noch. weil ich mir das vorgenommen hatte.

nein, es macht sinn. das aktuelle kapitel trägt ohnehin schon zu viel durcheinander. was ebenfalls sinnvoll ist, aber die beiden frischen begegnungen zusammen in das nächste kapitel zu legen, das bedeutet spannung. und das ist richtig. das ist klug.

das sitzt also. soweit.

als nächstes dann mal an die ausarbeitung. eine ganz andere, nicht weniger aufreibende sache. ab mittwoch oder so. bis dahin nur die pflicht, die übersetzungen. mal sehen, ob das klappt.

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bonding (74)

06. Oktober 2019 - 01:30

am mittwoch nachmittag spontan in eine kreativexplosion gestürzt, die mich in den donnerstag hinübergetragen hat. dann war erstmal schluss, am freitag eher mist gemacht. im baumarkt zum beispiel die falschen maße gekauft, und das gleich zweifach.

aber bis dahin: tief in das aktuelle kapitel hineingeschrieben, noch nicht ganz durch, aber es steht doch schon fast. also so gut wie, zwei punkte wären da noch offen. mal sehen, was da morgen noch geht. ich bin skeptisch, soviel ist es dann doch.

aber egal, das wird sich zeigen. anschließend gleich an die überarbeitung, vielleicht nächstes wochenende. ich hasse es, wenn ich meine arbeit, und damit eben auch mein leben, derart voraustakten muss. aber so ist das dann mal, bis das ding fertig ist. erstmal.

eine randbemerkung dazu,  wie sich ein solch explosiver kreativschub übrigens auch noch auswirkt. gleich mehrere ideen zur umgestaltung der wohnung habe ich auch noch schnell notiert. eine davon bereits umgesetzt, mit acht schrauben und einem pizzaservierteller. (neue bilder gehen hier gerade nicht, sorry. sonst würde ich eines zeigen.)

eine weitere, nahezu erhellend. endlich habe ich eine möglichkeit gefunden, wie in einer weitgehend nach norden ausgerichteten wohnung pflanzen ins licht gerückt werden können. langsam wird es nämlich eng mit den lichtplätzen, wenn ich anfange, den balkon zu evakuieren. für die umsetzung muss ich allerdings noch ein bisschen zeichnen und denken, dann material besorgen und in basteln. und dann in die wand bohren. natürlich, wie immer.

als stünde da nicht schon genug auf der liste. also auf der wohnungumbauliste, nicht auf der romanliste. und dann ist ja da auch noch die arbeitsliste. übersetzungen, die anstehen, klappen derzeit allerdings ganz gut. das schiebe ich einfach so rein, mal hier und mal da. das geht irgendwie. keine ahnung, muss ja.

das muss ja auch, alles. vielleicht bis ende 2019? was für ein jahr!

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bonding (73)

30. September 2019 - 00:10

es geht weiter, zum glück. ich bin wieder drin. nicht, dass ich wirklich raus gewesen wäre. aber der text, er war anderswo in den letzten beiden kapiteln. tief im menschlichen desaster, momente nur und augenblicke, existentiell sozusagen.

im aktuellen kapitel greift er wieder in die vollen, zieht sämtliche register. vergangenheit und gegenwart, weite zeitspannen, die nur angerissen werden, und alltag. viel alltag.

also alles gut, soweit. sorgen macht mir nur, dass ich seit eben zwar acht recht sauber ausgearbeitete seiten vorliegen habe. mit den notizen zu kapitel neunzehn habe ich aber noch nicht einmal ansatzweise anfangen können. bis jetzt konnte ich lediglich abarbeiten, was ich aus dem letzten kapitel weiterschieben musste. was nicht schlimm ist, im gegenteil. es ist richtig.

aber es dauert einfach. man lebt soviel leben, während man ein buch schreibt. welten ändern sich, da draußen und auch in mir. und all das spielt eine rolle, auch für das buch. das ist die eigentliche antwort auf die sich ewig wiederholende frage nach dem biografischen anteil in romanen.

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bonding (72)

15. September 2019 - 22:57

etwas über fünf seiten in das neue kapitel hinein. alles gut gegangen, keine sorge mehr jetzt, nach den beiden todeskapiteln, in denen der sprache der atem stockt, nicht mehr in einen fluss zu finden. ein anderer fluss, aber ins leben zurück. ein anderes leben.

anschließend mit einem kurzen blick in meine „richtlinien“ für die noch ausstehenden vier kapitel festgestellt, dass ich sorgfältig eins nach dem anderen abgearbeitet habe. ohne nachzusehen, wie von allein. passt alles!

allerdings ist damit gerade einmal das material belebt und umgesetzt, beinah hätte ich eingepflegt geschrieben, das in das letzte kapitel definitiv nicht gepasst hätte. und das ich deshalb erstmal unbeacht weitergeschoben hatte. hier passt es jetzt wunderbar sogar. aber mehr ist dann auch nicht geschafft.

wo soll das nur hin?

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bonding (71)

14. September 2019 - 00:34

guter tag, auch wenn ich erst gegen abend an die arbeit kam. also zum schreiben.

vorher erstmal viel übersetzt und dafür gut stunden aufgeschrieben. muss schließlich auch sein, sehr sogar dieser tage. dann noch eine pro bono-übersetzung, ein bis zwei seiten jeden monat. als dank für die ebenso honorarfreie begleitung meiner schwer traumatischen kindheit, das heißt deren schier immerwährende wiederaufbereitung über jahre und jahrzehnte. welch ein segen, dass das von mir abgefallen ist, beinah unbemerkt. irgendwann in letzter zeit, wie von selbst. und ich vermisse es nicht. diese übersetzung zu erledigen ist die einzige erinnerung. sie ist immer zeiteng, wie heute auch. aber dennoch eine große freude, jedesmal.

spät dann also in den text gefunden. und endlich auch wieder in den textfluss, beinah so wie im zug vor ein paar wochen. es ist also ein ansatz gefunden, nach dem tiefen einschnitt eines todes. zurück in den alltag, nach und nach. etwa zwei seiten text, schon ein wenig ausgearbeitet. und weitere drei grob runtergeschrieben. so wird es gehen, weitergehen, ich bin wieder sicher.

ich bin zufrieden.

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bonding (70)

06. September 2019 - 00:08

was soll ich sagen. ich hänge, kraftlos vor allem. zu müde für fast alles. und ich zweifle. weil ich hinsehe, mir die zeit dafür nehme. so tauchen fragen auf, die sich wie von selbst in mir festschreiben. fragen über fragen, die nicht mehr zu umgehen sind.

warum zum beispiel ist eine der wichtigsten figuren im text so unfertig, irgendwie nicht auformuliert. und bleibt so, weil sie nun schon tot ist. vielleicht gerade deshalb. vielleicht ist das ja richtig.

andererseits erzähle ich nicht chronologisch. warum also nicht eine tote einfach weitererzählen, wenn es so sein soll, so sein muss. wenn noch etwas fehlt. ohnehin habe ich die letzten vier kapitel irgendwie zu ordentlich konzipiert, zu one after the other. so kommt es mir momentan zumindest vor. da muss ich wohl noch einmal durch, nochmal drüber. ran. oder was weiß ich?

arbeiten eben, immer mehr und noch mehr arbeiten.

und: es geht es ans ende! vielleicht ist es ja auch das. einen abschluss zu bauen, die möglichkeit eines endes finden, ist nicht leicht. denn es gibt keine enden. nur den tod, aber den hatte ich ja nun schon. seit wochen rede ich davon, zum ende zu kommen. doch da lag es noch vor mir, weit. jetzt geht es wirklich ans ende. in das ende hinein, und es bleibt nicht viel raum. das muss also gut durchdacht sein, besser und mehr noch, viel mehr als alles zuvor.

das will überlegt sein, gut überlegt. und überlegen.

dass ich weiß, wie das ende sein soll, heißt nicht, dass es schon lebt. es heißt nicht einmal, dass es sich letztendlich wirklich so entwickeln wird, wie ich es mir gerade ausdenke. es schwebt nur vor mir und atmet nicht. es wartet auf den sturz, wie ich. auf eine art wahrheit aus sich selbst. auf das leben, den einen augenblick.

das macht müde, denn all das ist in mir. ich muss es tragen, nein: halten. ich muss es aushalten, eine weile noch. ich bringe es nicht raus, einfach so. vier kapitel, oder fünf vielleicht, sechzig bis achtzig seiten, die schreiben sich nicht einfach so, über nacht. nicht für mich zumindest, durch mich.

aber nur eine weile noch, nicht zu lang. dann ist auch das. aber müde bin ich jetzt schon.

unendlich.

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bonding (69)

26. August 2019 - 12:39

ich komme nicht nach. selbst im urlaub ist so viel, zu viel zu tun. freizeitstress, so könnte man dazu sagen. doch bei mir ist alles immer arbeit. mein leben ist schreiben, mehr denn je. dazwischen das mit dem geld.

es läuft. aber es wird furchtbar, bis wenigstens ende des jahres. ich werde furchtbar sein. bis zum ende.

und dann?

einstweilen ist das 18. kapitel fertig und ausgedruckt. nicht etwa das 19., wie ich ein paar tage lang, womöglich auch hier, behauptet habe. das ändert aber nichts daran, dass noch vier kapitel anstehen. in der warteschlange quasi, um durch mich hindurch gehen zu können.

transformation! immer auch eine entäuschung.

vier, nur noch vier! vermutlich zumindest, aber wer weiß das schon. schon im letzten, im 18. also habe ich material ausgespart und ins folgekapitel geschoben. keine ahnung, wie sich das auswirken wird. vielleicht doch ein kapitel mehr? die 23 ist eine durchaus schöne zahl. glaube ich. aber auch die 22 ist mir sympatisch. sehr sogar.

egal. das material selbst wird sich nur noch wenig ändern können. was mir auch hinderlich ist, denn alles scheint schon festgeschrieben, so nah am ende. und ist es doch gerade eben nicht. ich muss.

alles auf einen punkt, ab jetzt. nun gut.

das kommenden kapitel, das diesmal wirklich das 19. ist, muss anders als die letzten zwei, die sehr langsam waren. nun folgt ein zeitraffendes, ein nahezu zeitfressendes. mit material vollgestopft, gepresst fast. ob das sinnvoll ist? ich weiß es noch nicht. ob das lesbar ist?

aber ich soll ja meine leserschaft nicht unterfordern, wie eine meiner zukünftigen testleser*innen mir immer wieder mächtig einschärft. diesbezüglich bestehe zwar keine gefahr, wie meine begleitende leserschaft meint und dabei grinst. oder sogar warnt, ich könnte es eventuell übertreiben.

auch egal. ich muss losmachen, weiter. bald, aber nicht heute. heute ist geldverdienen angesagt. übersetzen. das alles nur am rande. es ist ein wahnsinn.

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bonding (68)

09. August 2019 - 00:14

langsam weiter, schritt für schritt. nicht viel, aber kontinuiertlich. so ist es gut. es ist die arbeit, die mich inspiriert. also ist es sinnlos, außerhalb der arbeit danach zu suchen. oder darauf zu warten.

update: das kapitel ist zu zwei dritteln fertig, damit ist das schlimmste geschafft. jemand ist tot, ale sind angefasst. was fehlt, ist die beerdigung. nicht viel, drei seiten vielleicht. aber wer weiß, ausufern lassen will ich das thema allerdings nicht. es soll brüchig sein und und vollständig.

morgen steht allerdings eine hochzeit an, mit anschließender drachenbootfahrt. und am wochenende sollte ich übersetzen. aber mal sehen.

auf jeden fall nehme ich die arbeit mit in den westen am mittwoch. erst in den zug und dann zwei tage minischreibzeit, bevor es zum familienevent geht. ich hoffe, das funktionert.

aber wird schon.

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