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archiv: unter tage


bonding (26)

13. August 2018 - 22:49

ich arbeite. wie ich das eben tue, ein kapitel nach dem anderen und langsam natürlich. sehr langsam. aber ich arbeite, und ich bin überaus zuversichtlich. zum ersten mal seit jahren, wenn nicht jahrzehnten bin ich tief eingestiegen. bin zuhause in meiner geschichte, vertraut mit dem personal und immer wieder überrascht von dem geschehen.

ich muß nur die hand ausstrecken. und danach greifen, hin und wieder. es ist immer etwas da.

bonding (25)

10. August 2018 - 21:49

wenig geschrieben heute, sehr wenig. hier und da ein bißchen geputzt, aber mehr nicht. auch denken kaum möglich. es ist der letzte tag, bin nicht ganz bei mir. bin besorgt, aber das ist egal.

morgen also wieder nach berlin, in ein mir schnell fremd gewordenes leben.

auch das in teilen betrüblich.

bonding (24)

08. August 2018 - 19:26

schreiben ist leicht. sagte ich das schon? nein, nie wieder! aber manchmal geht es doch schneller als erwartet. heute vormittag das kapitel einfach mal fertig gemacht, ohne groß zu zaudern. fertig genug immerhin, daß ich mich weiter trauen kann. weiter im text.

zwischen zweifeln und zetern war ja dennoch zeit genug, die story weiterwachsen zu lassen. sagte ich das schon? da hat sich viel getan in dieser schreibzeit, genug für weitere vier kapitel, was dann in etwa die hälfte des gesamten romans sein dürfte. nach bisheriger planung zumindest.

und danach ist auch die welt nicht zuende. noch lange nicht.

bonding (23)

07. August 2018 - 21:47

seit gestern abend im zustand völliger schreiberschöpfung. dementsprechend nichts getan, nur gelesen. das immerhin geht. aber was sind all diese worte, traurig und leer. gegen die kraft und ausdauer meiner paddelschultern. kein muskelkater heute, nur aufrechte freude. und ein bißchen sonnenbrand und ehrliche, fette blasen an den fingern.

daß ich es womöglich nicht schaffen werde, in dieser ziemlich ausgedehnten schreibzeit ein einziges kapitel zu bewältigen, also zu überarbeiten, mehr nicht, beschämt mich. ja, es ist ein fettes kapitel, mehr seiten als sonst und außerdem ein bündel neuer aspekte. neues personal auch, menschen, von denen bislang nur die rede war, treten zum ersten mal in erscheinung. das ist nicht leicht. das braucht zeit. das weiß ich doch. alles, und nicht erst seit gestern.

vielleicht fehlt mir einfach nur die denkzeit, die ich zu hause am liebsten mit bauen verbringen. das ist so nah, so kreativ. auch da entsteht etwas. das tut gut. wenn beim denken die hände beschäftigt sind. das bringt auch das denken in bewegung.

hier hingegen hängt es sich in schleifen, das denken wie das zweifeln, bildet knitterfalten und produziert angst. lange lange zeit, bevor es mit erkenntnissen aufwartet. dann doch noch, irgendwann.

die bitterste davon: es fehlt ein schreibgegenüber, talentiert und herausfordernd, adäquat eben. und daraus folgend, glasklar und schnittscharf: es gibt keine lösung, derzeit. keine hoffnung. ich habe den anschluß verpasst, vor jahren, vor jahrzenten schon. vermutlich.

was in etwa der gegenteilige ansatz von dem ist, was mich an und nach dem abend im lcb erfasst hat. was war denn das? und wo ist es jetzt? dieses gefühl von zugehörigkeit, von heimat fast. in sprache, in büchern, in den narrativen der welt.

was für ein seltsames wechselspiel, diese woche, diese zeit. schreibzeit!

bonding (22)

06. August 2018 - 00:05

unzufrieden bin ich, obwohl es dazu kaum einen grund gibt. nach ein fast durchwachten nacht erstmal gebloggt. dann ein wenig papierarbeit beim frühstück, dazu musik.

anschließen aufs rad und ins zemtrum, wo ich das englische café gesucht und schnell auch gefunden habe. leider hat es sonntags zu, also kein cream tea. zurück am ufer entlang, den blick immer auf gute ein- und ausstiegsmöglichkeiten für das boot gerichtet. morgen früh aufstehen, nur wenig arbeiten und dann aufs wasser. so ist der plan.

zurück am schreibtisch dann beinah nicht mehr in die gänge gekommen. schlimm! keine konzentration, nur erschöpfung im nacken. schmerz sogar, starre. dementsprechen keine lust auf schreibtisch, nicht die geringste, und, was am schwersten wog, auch keine motivation. also eine weile vor dem text gesessen wie blind.

mir hilft ja da oft, einfach irgendwo anzufangen, ohne rücksicht auf verluste. und hier, in meinem schreibexil, lag das besonder nahe. ohne die üblichen ablenkungen, die vielen todos und donots, die im heimischen umfeld für solche fälle lauern.

nach zwei stunden hat es dann sogar geklappt, ganz langsam kam ein bißchen was in fluß. wenig ausgereift und in keinster weise fertig, aber immerhin. fast vier seiten rohtext grob überarbeitet. besser als nix.

bonding (21)

05. August 2018 - 00:18

nach fast vierzig jahren schreiberfahrung sollte ich es wirklich besser wissen. schreiben ist niemals leicht, selbst wenn es das sporadisch von sich behauptet.

heute flutschte natürlich nichts. jedes einzelne wort ist hart erkämpft, jeder gedanke heiß umstritten und mehrfach verworfen. dann doch wieder anerkannt, erweitert, vertieft. keine ahnung, wie lange ich hier gesessen habe. ein voller arbeitstag eben.

morgen soll es etwas kühler sein, habe ich gehört. nicht einmal dreißig grad. das kann ich mir kaum noch vorstellen. ich sollte früh beginnen, dann ein wenig ins zentrum fahren, etwas essen vielleicht. etwas denken. am abend dann wieder hier sitzen. und schreiben.

bonding (20)

03. August 2018 - 23:30

noch vor dem frühstück kurzentschlossen den schwierigen, weil erheblich zu ändernden ersten teil des neuen kapitels zu überspringen, und erstmal in die zweite hälfte zu springen, die direkt an das vorherige kapitel anschließt. gute entscheidung. es flutschte nur so, kaum probleme, die nötigen ergänzungen zu finden und umzusetzen. morgen nochmal da durch, zirka fünf seiten nur. das sollte es dann gewesen sein.

im anschluss folgen allerdings die dringenden änderungen des ersten teils, die auch noch änderungen in einem anderen kapitel nach sich ziehen. na, mal sehen.

bonding (19)

02. August 2018 - 14:11

nicht ganz ein jahr ist es her, daß ich zum ersten mal hier war, in dieser gegend, um mich mit dem so schwer vernachlässigten manuskript zu beschäftigen. zeit also, ein fazit zu ziehen.

ende august 2017 wußte ich kaum noch, was genau mich in den kapiteln erwarten würde, die bereits geschrieben waren. daß ich sie geschrieben hatte, immerhin, das war mir bewußt. daran konnte ich mich erinnern. seitdem waren aber zirka fünf jahre vergangen, und meine erste aufgabe war also, mich zunächst einmal wieder einlesen. beängstigend, bestimmt drei tage habe ich mich davor gedrückt. mich einzufinden in die story, in den stil, in die figuren, in die hauptfigur vor allem. denn die spricht, die gnaze zeit. das alles wiederzufinden, am besten auch wiederzuerkennen. und hinter all dem: den bestehenden text zu begutachten, mir klarheit verschaffen und entscheiden.

ob das alles überhaupt der mühe wert ist.

dafür saß ich eine woche hier, kühl war es, geregnet hat es. die wohnung war unbequem und dunkel. nur die bäume, die kiefern direkt vor dem fenster, waren zauberhaft. am ende hatte ich verstanden. ich wußte wieder, was ich wollte. und ich hatte beschlossen, es zu versuchen. so weit bin ich gekommen, einen plan aber hatte ich nicht.

nur, daß ich mir die zeit nehmen, sie mir quasi kaufen würde. daß ich das einfach tun müßte. das stand fest.

mein eindruck ist, daß ich ziemlich getrödelt habe. planlos vielleicht, was weiß ich. nebenbei habe ich zwei bücher übersetzt. oder waren es drei? der webseitenübersetzungsdauerauftrag läuft sowieso stetig nebenher, wie auch die halbtagsfestanstellung. zwei weitere stammkunden sind mittlerweile abgesprungen, einmal von meiner seite abgesagt. der andere, naja. wurde wohl zeit. dennoch sind mit dem heutigen tag 34 seiten intensiv überarbeitet, was bedeutet daß etzt exakt 50 seiten ziemlich gut dastehen.

eben habe ich mich mit der weiteren planung beschäftigt. zunächst warten noch einmal 25 seiten rohtext unmittelbar auf überarbeitung. rohtext ist dabei teilweise noch übertrieben. vieles ist nur grob notiert, außerdem muß noch so einiges eingearbeitet werden, von dem ich vor fünf jahren noch überhaupt nichts wußte. nicht einmal ahnte. also neu schreiben, weiterschreiben.

das dann sowieso, sicher noch einmal zirka 100 seiten. so viel, das noch fehlt. auch eine idee, worauf es hinauslaufen wird, habe ich bereits. noch nicht ausgegoren oder gar konkret, aber immerhin. die richtung stimmt. und das ist überaus hilfreich. alles.

ach so, das fazit fehlt noch: ich könnte, ich sollte zufrieden sein, oder? durchaus.

bonding (18)

16. Juni 2018 - 22:52

auf der suche nach sparringspartnern kommt es vor, daß man in kämpfe gerät, mit denen man so nicht gerechnet hätte. auch beim schreiben, bei der arbeit an der schreibarbeit. eigenartiges tun. dann geht es auf einmal gar nicht um dies geschichte, um den text, sondern es greift tief in die vorstellung vom schreiben und vom leben nicht zuletzt. und dreht dort alles auf links und wieder zurück. anschließend ist nichts mehr wie es war oder sein soll. was auch immer, es steht in frage.

schön ist das nicht, doch je größer das gefälle, desto mehr sollte man dazu schweigen. das immerhin weiß ich inzwischen, es geht nicht um ich. ich bin nur ein schatten, ein spieler, ein nichts. doch wenn das eigene fremden welten begegnet, passiert nicht zwingend ein verstehen. im gegenteil, und im mißverstehen gerät alles in schräglage, rutscht und stürzt. und was dann?

von einem sollte man ausgehen: auf der suche nach sparringspartnern, auch im schreiben, trifft man auf adäquate gegner. nicht immer auf das, was man sich wünscht. nicht zwingend auf den harmonischen austausch, der beflügelt und berauscht. das ist schade. unbrauchbare gegner aber gibt es nicht, darauf ist verlass. so sitze ich jetzt hier und überdenke struktur und ansatz des romans, bis hin zu erzählstimme und -stimmung. nichts davon stelle ich in frage, dazu war der angriff zu schwach, zu wenig fundiert. dennoch frage ich mich und finde antworten. ich kläre mich, hebe den blick und verstehe, was ich tue, was ich will.

so soll das, so geht es weiter.

bonding (17)

10. Juni 2018 - 12:30

experimente. etwas anderes bleibt mir wohl nicht in bezug auf das dranbleiben, das mir einfach so im alltag nicht gelingen mag. seit letzen sommer nicht, obwohl ich – immerhin – am thema, im text geblieben bin. das ist ein glück, aber es war auch höchste konzentration und disziplin. und immer noch befinde ich mich in der überarbeitung, gerade mal durch die hälfte des ohnehin schon angelegten materials bin ich seither. das ist unbefriedigend, definitiv. ich bin besser, ich kann mehr. das weiß ich.

daher also nun die experimente. als erstes zusammen mit einer (zufällig zusammengestellten) gruppe, die genau so heißt wie das, was ich dringend entwickeln muß: dranbleiben. an diesem angebot führte kein weg vorbei, bei aller skeptik, schon allein wegen des titels. so bin ich nun also sewit ende mai und bis ende august eingespannt in einen 14-tägigen rhythmus mit einer knapp 10-tägigen arbeitsphase.

rückblickend auf die erste arbeitsphase, die morgen abvend endet, stelle ich fest, daß es durchaus bereits ein wenig funktioniert. ich habe strukturelle arbeit gemacht, bin den vor mir liegenden text durchgegangen, zirka dreißig seiten durchgegangen, die danach statt in vier mit einem mal in sechs kapitel eingeteilt waren. geplant war das nicht, aber es ist sinnvoll, denn noch befindet sich der rohtext in der aufbauphase. er wird also noch wachsen, inhaltlich, in bezug auf details vor allem, vielleicht kommen auch noch kleine schleifen hinzu, von strängen will ich mal lieber nicht reden. aber wer weiß? wie auch imer, das textvolumen wird mit ziemlicher sicherheit nich wachsen. (und später geht es dann ans kürzen, auf jeden fall. das ist der lauf der dinge.) außerdem gegen wohl die arbeitstitelfindung, der beruf meiner ich-erzählerin und ein paar andere kleinigkeiten aus das konto der gruppenbedingten disziplinierung. das ist auch nicht schlecht.

und jetzt sitze ich hier, heute, an diesem superheißen sonntag. und ich schwitze, denn es ist für mich der letzte arbeitstag vor der abgabe. so steht es in meinem kalender. ein kapitel will ich final durchgehen, das vierte, an dem ich schon ostern gesessen habe. auch das habe ich im laufe der arbeit daran noch einmal geteilt, von daher ist es nicht ganz so schlimm. dennoch, zu ostern hat es geschneit, jetzt ist hochsommer. ich muß los, ich muß an die arbeit. jetzt.