raum für notizen

disziplin: unter tage

bonding (51)

21. April 2019 - 22:37


beim schreiben muss man sowohl mit erwartungen als auch mit prognosen immer so vorsichtig wie möglich sein. ich sollte das wissen. ich weiß es auch, aber ich ignoriere es mit größtmöglicher bereitwilligkeit.

zwei kapitel hatte ich mir vorgenommen in dieser schreibzeit. das eine, kleine fertigmachen, das ja längst angefangen und im grunde schon so gut wie abgeschossen war. dann das folgende, weitaus größere. zumindest grob durchpflügen sollte doch drin sein, dachte ich, einmal von vorne bis hinten. so war das geplant. gewesen.

nicht eingeplant war die müdigkeit, obwohl ich gerade die hätte voraussehen können. und sollen. doch das eigene, das so tief in das schreiben hineinwirkt, mitunter, gerade das verleugne ich seit jeher nur allzu gern. zumindest wenn es um die physis geht. ebenso nicht eingeplant war die arbeit an der kapitelstruktur, obwohl diese glasklar auf der hand lag. ignorieren ließ sich das nicht, auch nicht übersehen. nur dachte ich eben, das wäre an einem nachmittag erledigt.

da lag ich wohl falsch, in beidem.

gerade eben erst zeigt sich, dass ich wohl froh sein kann, wenn mir das eine, kleine kapitel noch gelingt. genau genommen bin ich zuversichtlich, es läuft wieder. ich musste nur erst zurückfinden an diese stelle des manuskripts, während die intensiven planungen der ersten paar tage hier sich ja auf ganz andere, viel spätere romanphasen bezogen. eine rasante reise, ich muss schon sagen.

doch im grunde liege ich jetzt ganz gut, es gibt nichts zu klagen oder zu jammern. schon gar nicht wegen der zeit, im gegenteil. übersicht habe ich gewonnen, spielraum und weitsicht. damit lässt sich doch arbeiten, ganz sicher.

oder anders gesagt: ich denke wieder, dass es durchaus etwas werden könnte in diesem jahr. fertig werden, meine ich, mit allem. nicht nur das eine oder andere kapitel, sondern die erstfassung.

tragisch ist nur, dass jetzt gern bleiben würde, hier an meinem schreibzeitort. gerade habe ich mich eingegrooved, dehne mich aus zwischen schlafen, arbeiten, mittagsschlafen, eisessen, radfahren und weiterarbeiten.

so ein woche noch, zusätzlich. das wäre gut.

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bonding (50)

19. April 2019 - 21:34


schluss mit dem geklammer, alles rauscht, alles fließt. (das war jetzt nur schnell die frische bildunterzeile, musste sein.)

vor und nach dem mittagsschlaf an der kapitelstruktur des letzten buchdrittels gearbeitet, somit steht jetzt das gerüst bis kapitel 22. sehr detailliert, besser ist besser. wenn es auf das ende zugeht, darf nichts mehr allzu locker flattern. zirka 85 seiten, so die grobe schätzung. aber wer weiß!?

das war anstrengend, ich bin nicht der typ fürs plotten, aber was sein muss, muss eben. gerechnet hatte ich auch nicht damit, obwohl es auf der hand lag. nach der nacht letzten sonntag, als ich schlaflos wie im wahn hier und dort und überall ein paar fetzen formuliert, begegnungen ausprobiert und wenigsten eine bislang noch so gut wie ungeschriebene figur gefunden habe. endlich!

jetzt durchatmen, ein und wieder aus und wieder ein und so weiter. schlafen und wach sein und wieder schlafen. so geht das. ganz entspannt und alles fließt. so und nicht anders. richtig?

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bonding (49)

18. April 2019 - 22:42


ist ja nicht so, dass ich nichts mache. wer sich morgens gleich nach dem aufstehen noch einmal zwei stunden hinlegt und schläft und dann am späten nachmittag dasselbe noch einmal für zwei stunden. der darf dann wohl auch spät noch ein bisschen was tun. oder?

ach nein, ist ja alles geschummelt. vor dem nachmittgsschläfchen saß ich bei einem süppchen im café und habe die kapitelstruktur überarbeitet. dabei bin ich auf ein paar sachen gestoßen, die dringend in den bereits bestehenden text eingearbeitet werden müssen. ganz grob ist das jetzt erstmal erledigt.

morgen dann die neu überdachten kapitel notieren, damit endlich mal wieder eine art überblick entsteht. das ist auch wichtig, sehr wichtig

danach dann weiter im text. an der stelle, an der ich, wann war das? vor drei tagen oder so? wo war ich stehengeblieben?

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bonding (48)

14. April 2019 - 22:45


und dann, kurz nach dem letzten blogeintrag,  einfach mal die datei mit all dem neuen text von heute bei vorsorglichen sichern versehentlich komplett löschen. kann man ja auch mal machen, so um kurz vor elf am sonntag abend. verdammt! da kommt dann freude auf und eifer und angst. alles auf einmal. an dieser stelle also ein kleines hoch auf den kleinen server auf dem fußboden hinter dem schreibtisch, der, wie ich jetzt weiß, bis zu fünf verschiedene versionen aller synchronisierten dateien speichert. das, und nur das, hat mich soeben gerettet! word selbst kann das ja eher nicht, zumindest meine uraltversion ist dazu kaum imstande.

ansonsten will ich jetzt nur noch sagen, dass einen neue schreibzeit ansteht. alles andere später. aber über ostern bin ich wieder in potsdam, in meinem mir inzwischen schon so tief vertrautem schreibdomizil, um das buch, was es ja nun mit ziemlicher sicherheit sein wird, irgendwann, ein ordentliches stück voranzutreiben. das wetter soll ja großartig werden, da ist dann außerdem noch ein wenig platz für frühling und erholung. hoffentlich.

nicht schlecht, alles in allem.

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bonding (47)

06. April 2019 - 23:14


so langsam sollte ich wieder zurückfinden in den text, das nächste kapitel anfangen. das heißt, nein, angefangen habe ich schon. vor einiger zeit bereits, und heute sind ein paar noch recht dumme sätze hinzugekommen. ansätze, mehr nicht.

es fällt mir schwer, dieses kapitel. da ist ein bruch, der den text nicht weiter stört, im gegenteil. er ist höchst nötig. trotzdem kriege ich ihn nicht so recht in den griff, diesen bruch oder übergang. was auch immer. es ist wie ein großer schritt über etwas hinweg, das nur spürbar werden soll, nicht aber sichtbar. noch nicht.

der abgrund ist tief, ich darf nicht hinsehen. das alles kommt später, viel später. es ist also da, aber es wird nicht wort. (wie so vieles. ) darüber hinweg, auf der anderen seite wartet etwas, das eine art liebeserklärung sein sollte. so hoffe ich zumindest.

das fällt mir schwer. nicht, weil es um eine liebeserklärung geht. vielmehr, weil diese sich an eine person wendet, die ich noch gar nicht so gut kenne. und die ich vielleicht auch nicht mehr gut genug kennenlernen werde. das liegt in der geschichte, als autorin weiß ich das natürlich.

doch sprechen muss ich mit meiner hauptfigur.

wenn ich das allerdings genauer betrachte wird es klarer. auch die weiß natürlich, obwohl sie von davor erzählt. und sie ist es, die liebt.

nicht ich.

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richtig

18. März 2019 - 23:06

nachdenken über meine hauptfigur. die erzählstimme, die mich bis in meinen alltag verfolgt und das noch so in etwa das ganze jahr über tun wird. hoffentlich. nein, nachdenken ist das vielleicht gar nicht. sie viel mehr erfahren, diese figur, ihre sprache, ihr denken, ihr leben.

eine art persönliche überwältigung, die immer passiert beim schreiben mit solcher intensität. der augenblick, in dem ich nicht mehr verstehe, was ich da geschaffen habe. in dem ich mir anschauen und anhören muss, was meine figur tut und sagt. als hätte ich sie noch nie zuvor gesehen.

sie ist so anders. obwohl sie mir doch so nah ist. ich schaue durch ihre augen, ich weiß, was sie weiß. ich schreibe es auf, für sie. ich atme mit ihr. im grunde atmen wir zusammen.

aber sie kämpft nicht, um nichts. gleich zu anfang wurde ihr das vorgeworfen. und ich war irritiert. so wollte ich sie nicht, so unentschlossen und konturlos. so dachte ich, doch sie wollte da nicht raus. da war nichts zu machen.

auf einmal verstehe ich, das sie es wirklich nicht tut. kämpfen. sie führt keinen krieg, mit niemandem. auch mit sich selbst nicht, da ist ganz anders als ich. sie sieht den sinn nicht, und sie hat recht. es gibt keinen sinn im krieg. alles ist gut. alles funktioniert, auch ohne das.

es ist sogar gerecht. so steht es in meinem manuskript, glaube ich.

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bonding (46)

17. März 2019 - 10:04


wieder ein kapitel einstweilen mal abgeschlossen, ausgedruckt und abgeheftet. damit ich weiterschreiben kann.

alles ist gut. bis auf die tatsache, dass ich letzten herbst den weg bis zum ende überschlagen habe. und dabei darauf gerkommen bin, dass ich sicher noch so etwa hundert seiten schreiben muss. inzwischen habe ich exakt sechzig davon geschrieben, übrig sind aber immer noch neunzig. hab ich gestern mal überschlagen. so ist das eben, mitten im schreiben.

lucas damals war ursprünglich auf zweihundert seiten konzipiert, geworden sind es am ende fast vierhundert. ich scheine immer so in etwa das doppelte von dem zu produzieren, wie ich es am anfang gern möchte. so sieht es also auch diesmal aus. ich habe jetzt ziemich genau ein zwei-drittel-manuskript. hoffe ich zumindest. und einen agenturvertrag.

jetzt mache ich ein wenig schreibpause. ich muss geld verdienen und nach leipzig auf die messe nächste woche. außerdem durchatmen, die nächsten beiden kapitel sind wichtig, in einem besonderen maße. da muss ich erst hinfinden. wiewohl ich gestern schon ein paar sätze gefunden habe. und schnell hingetippt, kann ja nicht anders.

alles ist gut.

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bonding (45)

09. März 2019 - 23:28


endlich den teil der story angegangen, den ich seit wochen, wenn nicht monaten vor mir herschiebe. dafür an die siebzig seiten durchgearbeitet, sortiert und geglättet hier und da. dann wieder gebrochen und neu geschnitten, an anderen stellen. dazu die gedankenarbeit, die präzisierung dessen, was mir in all der zeit nur vorschwebte.

jetzt sitzt es weitgehend, so zu zirka siebzig prozent. der fehlende rest wird mir hoffentlich nicht mehr so schwer fallen. der wird sich leichter finden, wenn die eckpunkte konkret gesetzt sind. endlich.

bleibt die frage, ob sich ein gespräch, das eigentlich etwas klären soll, am ende aber nur noch mehr fragen aufwirft, über knapp fünfzig seiten ziehen darf. also sechzehn seiten gespräch eingeworfen in ganz andere teile der geschichte.

was soll ich sagen. ich bin zufrieden, aber es mag die leserschaft am ende ein wenig fordern. was mich wiederum zufriedenstellt.

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bonding (44)

03. März 2019 - 23:56


ich arbeite, ich schreibe in gleichbleibendem tempo und ohne qualitätsverlust, wie mir scheint. trotz schmerz und erschöpfung. es ist schließlich (fast) das einzige, was mich belebt. was mich zufriedenstellt und alles andere vergessen lässt. außer gutes essen natürlich, in guter gesellschaft. und ein bisschen was bauen, auch für andere.

im text gehe ich aktuell dem sträflich vernachlässigten gegenwartsstrang nach. nicht so sehr dem alltagsgeschehen, das steht durchaus ganz gut. doch die hintergrundstory braucht dringend aufmerksamkeit, schon seit wochen. jetzt oder nie, so der stand der dinge.

tatsächlich. das verdeutlicht sich schon allein dadurch, dass ich den komplex von anfang an durchgehen musste. allein um zu begreifen, wo das hinführen soll. selbst das war mir nicht so recht klar. also zunächst einmal überall kleinere oder größere änderungen vorgenommen, auf gut glück ein wenig klarheit geschaffen. von vorne bis hinten, über fast 200 seiten.

so vernachlässigt und unsauber ist diese eher feine linie, die mitnichten viel raum einnehmen wird. zumindest nicht vom volumen her betrachtet. sie muss einfach nur bekannt sein. es handelt sich also ein diffiziles gebäude, das solide gebaut sein will. das heißt: erzählt!

bislang völlig unzulänglich. doch ein anfang ist nun gemacht. ein guter anfang.

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bonding (43)

15. Februar 2019 - 22:24


tolle sache, wieder mal ein kapitel auszudrucken. die dreizehn, irres gefühl. fünfundzwanzig seiten fertig einstweilen, jetzt weiter im text. unmittelbar.

satt und sicher bin ich mittem im stoff. das material fliegt mir zu, gerade im rechten moment. so war es lange nicht. so war es nur zu anfang, noch vor dem ersten buch.

so ist es wunderbar.

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