raum für notizen

disziplin: unter tage

bonding (68)

09. August 2019 - 00:14

langsam weiter, schritt für schritt. nicht viel, aber kontinuiertlich. so ist es gut. es ist die arbeit, die mich inspiriert. also ist es sinnlos, außerhalb der arbeit danach zu suchen. oder darauf zu warten.

update: das kapitel ist zu zwei dritteln fertig, damit ist das schlimmste geschafft. jemand ist tot, ale sind angefasst. was fehlt, ist die beerdigung. nicht viel, drei seiten vielleicht. aber wer weiß, ausufern lassen will ich das thema allerdings nicht. es soll brüchig sein und und vollständig.

morgen steht allerdings eine hochzeit an, mit anschließender drachenbootfahrt. und am wochenende sollte ich übersetzen. aber mal sehen.

auf jeden fall nehme ich die arbeit mit in den westen am mittwoch. erst in den zug und dann zwei tage minischreibzeit, bevor es zum familienevent geht. ich hoffe, das funktionert.

aber wird schon.

unter tage | 0 » | plink

bonding (67)

21. Juli 2019 - 16:48

alles gut.

etwas über drei seiten des neuen kapitels einigermaßen lesbar hingekriegt, dazu steht die weitere konstruktion jetzt ziemlich sicher. das ist alles noch nicht geschrieben, aber der anfang ist ja immer das schwerste. mitten im chaos, in verzweiflung und in der gedankenflut, in der ich zu ertrinken glaube, jedesmal.

mein liebstes, der feinschliff, die zarten töne und die wortzauberei, kommen später. viel später, so ist es ja immer. wenn alles in eins gegossen und das nächste kapitel angefangen werden muss.

aber da bin ich jetzt nicht. noch nicht. weder für dieses kapitel, noch für den gesamten text.

als nächstes sollte ich mich wohl einsetzen und die überbordenden überarbeitungsansätze im hirn irgendwie strukturieren und sowohl verständliche als auch lesbare notizen dazu anfertigen. was noch einmal eine ganz andere arbeit ist. weit zurückzutreten und den blick auf alles auf einmal zu richten. wirklich alles, was da bislang steht. und alles auch, was noch geschrieben werden will.

das zusammen zu sehen, gleichzeitig, als wäre es ein gitter, ein muster, ein netz. darum geht es.

ich bin nicht sicher, aber womöglich ist genau jetzt die zeit dafür. es geht auf das ende zu, das spüre ich mit jedem wort. nicht erst seit gestern. und doch auch noch nicht so, dass ich es wirklich sehen könnte. as ende. aber ich kann es durchzählen, noch dieses und dann vier weitere kapitel. dann ist es gut. alles.

ich muss also das hirn frei kriegen, denke ich. vielleicht mittwoch nachmittag, nach dem büro und vor dem tango. irgendwo außerhalb, mit papier und bleistift. auf keinen fall mit rechner und datei. ich kenne mich doch, dann würde ich gleich loslegen und alles schön machen wollen. und fertig. aber mit füller und feder, edeledel. ; )

jaja, so geht schreiben. es dauert und dauert.

ach, egal. das ist auch nicht gerade mein liebstes, diese arbeit über alles hinweg. aber ich weiß, dass es hilft.

unter tage | 1 » | plink

bonding (66)

20. Juli 2019 - 23:10


viel geht nicht aktuell. alles nur stückwerk, wort für wort und satz für satz. eine grausame maloche. am ende fehlt mir dann das gefühl. was steht da? wo bin ich? wie geht es weiter? das ist blöd, denn eine solche einschätzung ist hochvonnöten, jederzeit, um das gesamtpaket eines romans bis zum ende tragen zu können.

so ist es wenig, was heute an text dazugekommen ist. und es ist durchwachsener text, vermutlich nicht besonders belastbar. doch was weiß ich? ich bin enttäuscht und genervt. das allein ist gewiss.

so ist das mitunter, immer wieder im schreiben, im leben. da muss man durch,  es vorbei. und draußen fängt es an zu gewittern. jetzt gerade.

das ist gut.

darüber hinaus gibt es überlegungen, die auch nicht ohne sind. nachdem die letzten 60 bis 80 seiten bis zum guten schluss detailliert durchstrukturiert sind und „nur noch“ geschrieben werden müssen, fange ich jetzt bereits an, für den zweiten durchgang zu sammeln. so vieles, was ich ändern, anpassen, verbessern und vertiefen muss. besonders am anfang, auf den ersten 100 seiten, als ich noch frei schwingend losschreiben konnte. ohne rücksicht auf verluste und im kopf eine struktur, die sich dann hier und da doch noch ein wenig geändert hat. besonders meine hauptfigur, meine erzählerin, hat sich als durchaus anders herausgestellt, als ich zunächst angenommen hatte. viel weniger nah an mir. außerdem hat sie sich um einiges anders entwickelt.

es wäre wohl keine schlechte idee, das mal von grund auf zu durchdenken. und zu notieren auch, die zeit sollte ich mir nehmen. nur so kriege ich es vielleicht stück für stück aus kopf, verliere die angst, womöglich etwas zu vergessen. zumal es ja immer mehr wird.

nicht zuletzt gilt es, der beiläufigen, aber überaus wichtigen kriminalstory im gegenwartsstrang die letzte konkretisierung zu verpassen. etwas, das ich nicht einfach so aus dem ärmel schüttle, denn noch bin ich ein wenig ratlos, wo genau das ganze hin soll. es ist ja auch nicht der kern, sondern nur das objekt, an dem die eine figur, von der auf am ende sicher über 300 seiten so viel erzählt wird, die ab erst ganz am ende auftritt, sich erklärt.

klingt verrückt, ja? ist es! warum mache ich das eigentlich?

unter tage | 0 » | plink

bonding (65)

19. Juli 2019 - 00:12


früh aufgestanden, aber noch vor dem aufstehen mit dem schreiben begonnen. schreiben im kopf. ran an die szene, im vorletzten kapitel eine, die mir nachhaltig unbehaglich war. und blieb. die ganze zeit ging sie mir nicht aus dem sinn. noch im halbschlaf dann war auf einmal der richtige ansatz da. zwischen traum und tango lag die lösung.

also los, so beginnt ein guter tag. in den dann ohne probleme auch andere arbeit passte, übersetzen und richtig viel zeugs erledigen.

morgen dann den sprung in das nächste kapitel schaffen, einen ersten ansatz bauen. mal sehen, wie das klappt.

ich mag dieses leben, in dem ich das haus nicht verlassen muss, um zu arbeiten. das war schon immer so, aber es lässt sich natürlich nicht einfach so machen. es rechnet sich nicht so leicht. aber ich mag das leben mit dem schreiben.

jetzt sofort geht das natürlich nicht, nur tageweise. oder lange im voraus geplant. aber in vier, fünf jahren vielleicht. und in wien, wer weiß. das könnte mir gefallen.

unter tage | 0 » | plink

bonding (64)

06. Juli 2019 - 14:33


gegen ende, obwohl ich das so richtig nicht sagen mag, denn es sind sicher noch an die 80 seiten zu schreiben, die es in sich haben, wird alles, was mir im hirn umhergeht, immer fetter, immer mehr. kaum noch zu halten, eigentlich. auch gar nicht alles jetzt im augenblick zu erledigen, fast alles ist für später, wenn der text endgültig steht.

ich bemühe mich, das alles zu halten, wenn nötig zu notieren. leicht ist das nicht, so vieles beim schreiben hängt am augenblick. das heißt, so vieles geht auch verloren, zwangsläufig. damit lebe ich, damit leben vermutlich alle, die schreiben.

ich sollte viel mehr notieren, denke ich. ich bin ausgesprochen notierfaul bei diesem projekt. das macht mir ein wenig angst, obwohl ich nicht sehe, das mir das ganze noch völlig entgleiten könnte. es ist also qualität, die ich verschenke. oder zeit. oder beides.

in wien gewesen zu sein hingegen war gut, mehr als das. es hat mir viel in sicht gebracht, das ich mir ebenfalls viel mehr hätte notieren sollen. vor allem aber habe ich endlich begriffen, warum höchstpersönlich, wenn auch viel zu kurz, in wien zu sein so wichtig war.

man kann vieles lesen über eine stadt, im netz oder sonstwo. es gibt stadtpläne, aus allen erdenklichen zeiten und epochen. es gibt fotos und bilder, es gibt so viel. gerade bei so alten, weltberühmten städten wie wien ist das überhaupt kein problem. ich habe auch etliche bücher hier, über die wiener moderne, spaziergänge in wien, hitler in wien und wenigstens drei über die kaffeehauskultur. in alle habe ich hineingesehen, das eine oder andere ganz gelesen. alles hat nicht geholfen, und jetzt weiß ich warum.

es ist unendlich simpel: ich arbeite mit einer ich-erzählerin, die nicht in wien lebt, sondern nur regelmäßig aus privaten gründen dort ist. unter anderem auch in der jetztzeit der story, die nicht viel raum einnimmt, aber umso mehr besser gebaut sein muss. meine erzählerin ist also keine touristin, sie wird sich nicht selbst die sehenwürdigkeiten aufzählen, die ohnehin jeder besser kennt. oder zu kennen glaubt. dafür kennt sie sich im privatleben der stadt aus, weiß um wetter und licht, kennt wege abseits des ersten bezirks. sie war noch nie auf dem zentralfriedhof oder ist mit dem riesenrad* gefahren und macht sich nicht die mühe, einmal wie blöd durchs stetig überfüllte café central zu laufen. wie sonst alle.

so wie ich dieser tage.

* na gut, ich gebe es zu. ich bin schon einmal riesenrad gefahren, als kind. und kam mir vor wie in einen straßenbahnwagen gesperrt, der unendlich langsam seine eigenartige runde dreht. war damals ziemlich langweilig.

unter tage | 0 » | plink

bonding (63)

21. Juni 2019 - 01:37


ein tag in literatur. erst sprechen darüber, dann schreiben, schreiben, schreiben. nicht viel erledigt dabei, knapp zwei seiten mehr, mehr nicht. dann war es plötzlich abend, dunkel draßen, nacht.

dem letzten kapitel musste der letzte schliff verpasst werden, dann doch noch. ein paar schrauben festgezogen und ein paar pinselstriche gesetzt. jetzt erst sitzt es.

dazu musste ich zwei folgen six feet under sehen, hab ich ja alles hier. ganz altmodisch, alle staffeln auf dvd. (also zum ersten mal im original, wo sich mal die gelegenheit ergab. ein hinreißendes hoch auf frances conroy an dieser stelle, die gleich in der pilotfolge ihre figur von grund auf aufreißt. und damit auf einen boden stellt, der sie bis in die letzte staffel trägt.) um dann drei bis fünf sätze dazu schreiben zu können. vielleicht auch sieben, und ein bißchen dialog. (und die restliche zigtaused folgen werde ich nun wohl auch noch sehen müssen, soviel steht fest. alle im original. um bei der letzten wieder endlos heulen zu müssen, ohne jeden zweifel.)

es geht weiter, immer weiter. draußen singt jemand, es ist nicht der regen. es ist eine frau. und sie hört auf in dem moment, in dem ich hier darüber schreibe. ist das ein zufall?

sind worte nur zufall? oder ist es leben, was ich hier tue.

unter tage | 0 » | plink

bonding (62)

10. Juni 2019 - 21:40


wie gestern gesagt: heute kurz drüber und gut. kapitel xvi ist fertig. das heißt, eigentlich war es nicht so wirklich kurz, schon noch ein paar stunden arbeit.

weiter mit xvii, ganz etwas anderes. kurz und hart, schmerzhaft.

unter tage | 0 » | plink

bonding (61)

09. Juni 2019 - 19:42


früh wach gewesen, wie eigentlich immer seit einiger zeit. das hört einfach nicht mehr auf. deshalb noch vor zehn am schreibtisch gesessen und in den text.

abgetaucht. gut so, nichts anderes hat noch sinn.

deshalb einfach mal acht stunden am stück, bis gegen sechs gerade eben, im text geblieben. dabei acht seiten geschrieben und dann zügig hinten raus aus dem mammutkapitel, das so etwas wie ein beziehungskapitel ist. endlich, ich würge und kotze an dem, was ich da zu tun habe. jetzt muss ich da morgen nur noch einmal kurz drüber. hoffentlich. und dann ist gut!

acht jahre umfasst das kapitel mit der nummer xvi im übrigen, unfassbare acht jahre auf achtundzwanzig seiten.

und jetzt höre ich mal besser auf hier, ich bin ein klein wenig durch. den wind oder den text, wen kümmerts.

PS jedes mal, wenn ich erneut vorsichtig versuche, die seitenzahl zu überschlagen, die ich so in etwa noch zu schreiben habe, werden es mehr. statt weniger. ich weiß auch nicht.

unter tage | 0 » | plink

bonding (60)

01. Juni 2019 - 22:20


heute ist früh schluss mit schreiben, ich will noch ein wenig zusammenpacken. morgen geht es zurück nach berlin, möglichst früh, wie ich hoffe. es wird heiß, meine tomaten brauchen mich.

der text ist gut gewachsen, hoffentlich auch gut geworden. so recht weiß ich nicht, es ist dann doch ziemlich viel geworden. das kapitel ist dennoch noch längst nicht fertig. es war fett konzipiert, wird aber wohl noch fetter.

wenn ich zu hause bin, schaue ich mal rein. vielleicht erkenne ich dann ein kleines bisschen mehr. ob ich noch weiter daran arbeite, weiß ich aber nicht. kommt drauf an.

weiter die fenster zu putzen, wäre schließlich auch eine lohnende option.

unter tage | 0 » | plink

bonding (59)

31. Mai 2019 - 22:39


es ist ein probem bei der art, wie ich schreibe, dass ich dazu weit offen sein muss. in letzter instanz schöpfe ich immer aus dem eigenen, auch aus dem moment. das ist ein wagnis. denn ich bin, was ich bin und immer anders. ich bin das material.

das heißt, eigentlich ist das natürlich kein problem, denn ich schreibe ja nicht über mich. die geschichte ist eine andere, eine mir sehr fremde. in den meisten fällen zumindest.

schwierig wird es, wenn mein aktueller zustand wenig erfreulich, mir selbst im grunde unerträglich ist. und auch nachhaltig bleibt. wenn ich vor mir selbst weglaufen, mich verkriechen, verstecken und völlig vergessen möchte. um mich bestenfalls niemals wiedersehen zu müssen, in diesem leben, dieser welt.

dann ist das schreiben ein desaster, denn es funktioniert nicht. nicht für mich.

die lösung ist einfach, sie heißt: offen bleiben!

nicht verkriechen, nicht flüchten. ins feuer gehen und brennen. den schmerz in den text tragen. keine angst, es passt immer. und der text wird es danken.

es geht um familien. heute das geflecht um das kind geknüpft, sprachlich versteht sich. morgen geht es an die beziehung der erwachsenen. es ist schwierig, das steht jetzt schon fest. aber es wird eine liebeserklärung geben. scheiß drauf!

so allein ist es richtig.

unter tage | 0 » | plink