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archiv: unter tage


bonding (17)

10. Juni 2018 - 12:30

experimente. etwas anderes bleibt mir wohl nicht in bezug auf das dranbleiben, das mir einfach so im alltag nicht gelingen mag. seit letzen sommer nicht, obwohl ich – immerhin – am thema, im text geblieben bin. das ist ein glück, aber es war auch höchste konzentration und disziplin. und immer noch befinde ich mich in der überarbeitung, gerade mal durch die hälfte des ohnehin schon angelegten materials bin ich seither. das ist unbefriedigend, definitiv. ich bin besser, ich kann mehr. das weiß ich.

daher also nun die experimente. als erstes zusammen mit einer (zufällig zusammengestellten) gruppe, die genau so heißt wie das, was ich dringend entwickeln muß: dranbleiben. an diesem angebot führte kein weg vorbei, bei aller skeptik, schon allein wegen des titels. so bin ich nun also sewit ende mai und bis ende august eingespannt in einen 14-tägigen rhythmus mit einer knapp 10-tägigen arbeitsphase.

rückblickend auf die erste arbeitsphase, die morgen abvend endet, stelle ich fest, daß es durchaus bereits ein wenig funktioniert. ich habe strukturelle arbeit gemacht, bin den vor mir liegenden text durchgegangen, zirka dreißig seiten durchgegangen, die danach statt in vier mit einem mal in sechs kapitel eingeteilt waren. geplant war das nicht, aber es ist sinnvoll, denn noch befindet sich der rohtext in der aufbauphase. er wird also noch wachsen, inhaltlich, in bezug auf details vor allem, vielleicht kommen auch noch kleine schleifen hinzu, von strängen will ich mal lieber nicht reden. aber wer weiß? wie auch imer, das textvolumen wird mit ziemlicher sicherheit nich wachsen. (und später geht es dann ans kürzen, auf jeden fall. das ist der lauf der dinge.) außerdem gegen wohl die arbeitstitelfindung, der beruf meiner ich-erzählerin und ein paar andere kleinigkeiten aus das konto der gruppenbedingten disziplinierung. das ist auch nicht schlecht.

und jetzt sitze ich hier, heute, an diesem superheißen sonntag. und ich schwitze, denn es ist für mich der letzte arbeitstag vor der abgabe. so steht es in meinem kalender. ein kapitel will ich final durchgehen, das vierte, an dem ich schon ostern gesessen habe. auch das habe ich im laufe der arbeit daran noch einmal geteilt, von daher ist es nicht ganz so schlimm. dennoch, zu ostern hat es geschneit, jetzt ist hochsommer. ich muß los, ich muß an die arbeit. jetzt.

bonding (16)

04. Juni 2018 - 00:13

etwas von dranbleiben schrieb ich im april in hamburg. das ist fast zwei monate her, und nichts hat sich getan seither. nein, nicht nichts. aber nur wenig, und nichts davon am text. für einen einigermaßen angemessenen titel habe ich mich entscheiden können. endlich. einer der für die arbeit taugt, immerhin. und meine ich-erzählerin hat mir ihre berufliche ausrichtung verraten. auch das erleichtert mich. es wird für die story zwar nicht besonders wichtig sein, aber dennoch muß ich über die erzählte zeit hinweg, die ja einiges an jahren umspannt, darüberinformiert sein. andere kleinigkeiten noch, die vielleicht gar nicht so klein sind. dennoch fallen sie mir heute abend nicht ein.

doch ja, es geht weiter, mit jedem kleinen fetzen. das alles ist wichtig, ich weiß. noch ermüdet es vor allem, begeistert mich wenig und sitzt nicht auf dem punkt. eher liege ich immerzu hauch daneben.

aber es ist eben noch längst nicht alles erschöpft.

bonding (15)

14. April 2018 - 21:16

ich muß dranbleiben, darf mich nicht wieder völlig verzetteln. und darüber den text nicht nur verlieren, sondern womöglich vergessen. also teste ich strategien aus, setze mir zeiten und orte fürs schreiben. heute in einem hamburger café, warum auch immer.

fertig geworden bin ich nicht mit dem anstehenden vierten kapitel. aber besser ist jetzt doch so einiges. überhaupt wird alles immer besser.

bonding (14)

03. April 2018 - 22:56

durch die straßen gelaufen, aber nirgendwo eingekehrt. zuviel sonne auf einmal, zuviel licht und blau. und zuviel unruhe in mir, zuviel chaos. kein gedanke an eine titelfindung oder ähnliche kleinteiligkeiten. also radeln, am wasser entlang, und dann eben laufen. ich mag die kleine stadt, die so bieder ist, so sauber, ganz anders als berlin. doch das ist es nicht, warum ich am liebsten bleiben würde. es ist das licht. und das dunkel in der nacht. und die stille, die daraus erwächst.

am abend dann aber noch einmal durch das letzte kapitel, es hilft ja nichts. besser jetzt, klarer und tragender für alles weitere. aber immer noch nicht gut.

morgen geht es zurück nach berlin. wie es da dann weitergeht, kann ich noch nicht sagen. nur, daß es irgendwie weitergehen sollte, diesmal. alles andere wäre fatal. aber schon in den kommenden tagen bleibt kaum zeit. vielleicht sollte ich mich disziplinär selbstverpflichten. jeden tag wenigstens einmal die datei öffenen und reinlesen, notizen machen. das sowieso, eigentlich immer. jede woche wenigstens einen tag reservieren, um weiter am text zu arbeiten, und wenn es nur ein satz ist. oder drei worte. besser wäre natürlich mehr und kontinuierlich voran.

damit wäre das zeitproblem gelöst, vielleicht. das problem der kontinuität. ein anderes aber bleibt. eines, das ich gern vernachlässige, vergesse, weil ich es nicht wahrhaben mag. weil es kaum lösbar ist. die tatsache nämlich, daß es kein gegenüber gibt, keinen mitlesenden, keine kritikerin auf dem weg, keineN lektorIn.

das ist das eigentliche manko, das es so unendlich schwer macht. das ist das, was damals anders war. als ich das erste buch schrieb. und da weiß ich nicht weiter, ganz ehrlich. in einen volkshochschulkurs, wie vor dreißig jahren, passe ich natürlich nicht mehr. das liegt lange hinter mir. alles andere aber, was es da noch so geben mag, hat mich nie gefunden. da war ich wohl schon zu alt und in kein hochschulgeflecht eingebunden. und sowieso viel zu menschenscheu, für alles.

so ist das jetzt.

bonding (13)

02. April 2018 - 22:52

das soll erfüllt, und das nicht nur irgendwie. bis auf die letzten fünf seiten fühlt sich alles recht solide bis gelungen an. danach sah es nicht aus in den ersten tagen. das wichtigste: ich erkenne mich wieder im schreiben, ich bin mir vertraut. im moment weiß ich nicht mehr, was all die zweifel immer sollen. da ist nichts, was nicht mehr funktioniert. so wie früher oder eben anders. aber es geht, mit aller leichtigkeit und schwere. eigentlich ist es sogar besser.

die fünf seiten sind auch kein problem. ich bin ja morgen noch hier. oder ich nehme sie mit nach berlin, da muß es ja schließlich auch irgendwie weitergehen. das wäre sogar gut, einen fixen anknüpfpunkt zu haben. möglich natürlich, daß der alltag in berlin das eigentliche problem ist.

wie also geht es weiter, zurück zu hause? wo ich keine tage zur verfügung habe, einen auf den anderen, an denen ich stunden vor dem bildschirm sitzen kann. ende offen, und wenn es zwei, drei oder vier uhr nachts wird. aber auch anfang offen, schlendern, glotzen und hadern. auch das gehört dazu. schreiben braucht so viel zeit. so viel disziplin.

wie also weiter, nächste woche?

bonding (12)

02. April 2018 - 16:55

gestern habe ich über einen taubenschlag geschrieben, heute morgen auch nochmal, bei der überarbeitung. eben dann, beim flanieren durch die kleine stadt mit einem schokoeis in der hand, stand ich unvermittelt vor einem. ein taubenschlag, irre. hab ich ja ewig nicht mehr gesehen!

so findet sich alles. auch die dinge.

bonding (11)

01. April 2018 - 15:34

die vorgehensweise der letzten monate stellt sich als nicht besonders glücklich heraus, was allerdings auch keine große überraschung ist. nichts, absolut gar nichts habe ich getan, seit ich das letzte mal hier in schreibklausur war. das läßt sich leicht am zeitstempel der datei anblesen: 16. 12. 2017.

also immer wieder von vorn, so fühlt es sich an. auch wenn es natürlich nicht ganz so ist, sondern vielmehr ein durchaus notwendiges wieder einfinden, das dann in einem kleinteiligen überarbeiten ausartet. normalerweise macht mir das richtig spaß, ist eigentlich mein liebstes. routinearbeit zwar, sorgfältigstes überdenken und arrangieren. dennoch toll. aber das dann immer und immer wieder an derselben stelle, alle paar monate, immer wieder die ersten beiden kapitel.

das nervt.

aber das ist jetzt getan, hoffentlich. weiter geht es ab jetzt im text, mit dem richtigen schreiben.

naja, richtiges schreiben. was immer das jetzt wieder heißen mag? oder: wie das wieder ausarten mag!

werften

12. Dezember 2017 - 22:46

lange schon steht im ansatz dieser beitrag hier bereit. nur der titel im grunde, kaum etwas sonst. doch ich konnte ihn nicht wegwerfen, wie so viele andere. angefangen hat es mit einer fernsehreportage, von der ich heute nur noch wenig erinnere. es ging um ein land im norden, ich weiß nicht mehr welches. norwegen vielleicht. in einer stunde oder so wurde es abgereist und abgefilmt, an jedem ort gab es ein paar exemplarische menschen. soweit nichts besonderes.

bis dann die frau auftauchte, die irgendwo in diesem land eine werft betreibt, in der sie auf altmodische art kleine holzboote baut. allein, soweit ich mich erinnere, und diese werft war im film wie eine große werkstatt mit wasser. die frau ließ sich bei der arbeit filmen, sie sprach auch über ihre arbeit und über die schwierigkeiten, ein solches im grunde aussterbendes gewerbe zu betreiben.

da ging etwas durch mich durch, und ich wußte, daß ich das auch wollte. genau das. nicht boote bauen natürlich, das kann ich nicht. aber eine werkstatt, ich will eine werkstatt. ein ort, wo etwas geschieht, etwas entsteht. mit wasser und worten, sowas in der art.

neulich habe ich eine skizze gemacht, auf einer serviette in einem café. ich soll zu weihnachten ein haus backen, das muß ja geplant sein. (war da mal was mit architektur?) erst auf dem foto sah ich, wie ähnlich mein gekritzel dem meines vaters ist, mit dem er mir früh schon perspektivische darstellungen nahezubringen versucht hat. und die skizze ist so wenig schlecht, daß ich sofort daran dachte, mir ein kleines skizzenbuch zuzulegen. (was ich vermutlich nie benutzen würde, ich kenne mich doch. aber egal.) und gestern dann, nach einem überraschenden und wirklich zufriedenstellenden schreibabend, in der nacht, als ich das licht löschte, um zu schlafen. da entstand in meinem kopf in windeseile ein bett aus dem material, mit dem ich mich gedanklich gerade sehr beschäftige. allerdings um daraus lampen zu bauen. licht. (so gesehen könnte ich vielleicht schon ein skizzenbuch gebrauchen, man weiß ja nie. auch wenn ich nicht wirklich gut zeichne.)

ein bett brauche ich nicht, ich werde also auch keines bauen. was ich sagen will ist, daß da manchmal dieser raum wächst, meine werkstatt. was immer darin dann gebaut wird, worte, sätze oder licht. das ist wichtig, das ist gut. und es ist höchste zeit.

darauf muß ich achten. das muß sein. man mag mich daran erinnern, sollte ich es aus den augen verlieren. obwohl.

vermutlich lassen sich boote besser verkaufen als bücher. sie sind so tauglich.*

* und das ist die einzige zeile, die schon lange hier stand. deshalb steht sie auch jetzt noch da. wieso, weiß ich auch nicht.

bonding (10)

11. Dezember 2017 - 20:16

scheiß auf die kotzerei. zu hause durch das zweite kapitel inklusive der letzten vier seiten. da war nicht viel. geht also.

außerdem strategische überlegungen, das dritte kapitel in zwei zu schneiden. da muß am ende noch was rein. das wird zu seltsam, zu chaotisch, wenn ich das zusammenpacke. das ist ein neues thema. und es soll ja alles schön einfach sein, beinah glatt auf den ersten blick.

bonding (9)

09. Dezember 2017 - 22:40

langsam finde ich mich ein. hätte ich jetzt noch zwei wochen, käme ich in fluß. hätte ich zwei monate, wäre ich glücklich. und vermutlich fertig, zumindest aber durch bis zu einem ersten ende. danach dann weiter, wieder von vorn. so aber.

nur morgen noch, am montag geht es zurück nach berlin. mit ein wenig glück komme ich durch das zweite kapitel, noch vier seiten. fertig ist es damit dann aber sicher noch nicht. lange nicht.

gut ist, daß es funktioniert, das schreiben. besser sogar, als ich es in erinnerung habe. vielleicht weil ich älter bin, weil ich das schwätzen satt habe. gut ist auch, daß sich fehlende bausteine finden und ohne probleme in die story einpassen lassen. besonders gut ist, daß das bestehende textmaterial taugt, auch wenn ich es immer noch nicht glauben mag. es ist so. es ist (eigentlich ganz) gut.

aber langsam bin ich, über weite strecken unkonzentriert und dann doch viel zu schnell erschöpft. ich weiß auch nicht. ich bin entweder überlastet oder aber krank. vielleicht.